Freitag, Dezember 14, 2018

Quak

Jetzt hatte ich gestern abend schon beschlossen, dass ich vom Lookfantastic Adventskalender eher underwhelmed bin, und dann kam heute.

(Exkurs: ich finde trotzdem, er darf noch eine Runde nachlegen. Er war ganz schön teuer und bisher... naja. Es mag daran gelegen haben, dass an Tag 1 eine "Colour & Contour"-Palette drin war, die, auch wenn der Contour-Farbton für mich arg dunkel ist, echt der Hammer ist. Und danach ... kamen dann bis auf einen Augenbrauenstift eher so Pröbchen von vielleicht ganz netten Sachen, aber auch echt Quatsch. Ich meine: Selbstbräunertropfen, mit denen ich jede Art von Bodylotion oder Feuchtigkeitscreme in einen Selbstbräuner verwandeln kann? Warum sollte ich das wollen? Und eine Reisegrösse Zahnpasta? Ja, gut, die brauche ich immer wieder, aber in einem Highend-Kosmetikkalender erwarte ich keine Zahnpasta. Wie luxuriös kann Zahnpasta denn sein? Ich glaube: nicht so. Aber gut, es ist noch knapp die Hälfte an Schublädchen zu öffnen, vielleicht ändere ich meine Meinung noch. Aktuell schiele ich immer sehr wohlwollend zu Frau Rabe, die mit ihrem Baremineralskalender echt was Tolles aufgetan hat. MERKI FÜR 2019!)

Also: heute. die 15 war ein relativ kleines Fach, aber aus dem roten Seidenpapier fiel kein 13. Probepäckchen, sondern ein Lippenstift. Juhuuuuu!


Von "Lipstick Queen" hatte ich noch nie was gehört und högscht begeistert zog ich die Hülle auf und....


Joah. Dunkelgrün. In meinem Kopf nahm ein wütender Verriss Gestalt an, weil meine Güte, kein Mensch mag dunkelgrünen Lippenstift, und das hätte man sich ja denken können, bevor man so eine beknackte Farbe launcht, und jetzt das fast abgelaufenen Zeug in einen Adventskalender zu stopfen, das ist ja echt fies.

Aber gut, ich hatte heute ja Homeofficetag, wann soll man sowas probieren, wenn nicht dann.

Auf der Haut sah es schon mal nicht soooo dunkelgrün aus wie befürchtet, halt eher wie so ein verheilender blauer Fleck. Genau das, was ich im Gesicht möchte.

Und dann, als ich vor dem Garderobenspiegel todesmutig meine Lippen anmalte: tadaaaaaa, da wurde die Farbe auf einmal ein leichtes Rosa.

Der Name Frog Prince ist also durchaus mit unglaublich viel Bedacht ausgewählt (ich hätte ihn auch fast an die Wand geworfen).


Joah. Ne. Also: ich mag die Farbe wirklich gern, die Kinder waren angemessen beeindruckt und vom Dunkelgrün angewidert, aber ich frage mich ja schon, warum um alles in der Welt man so ein Produkt macht. Freiwillig kauft doch kaum einer einen dunkelgrünen Lippenstift und niemand, der mit Absicht einen dunkelgrünen Lippenstift kauft, (zB. weil man der Tannenbaum im Krippenspiel ist)  freut sich dann, wenn der gar nicht dunkelgrün ist.

Nun ja, aber für Adventskalender gebe ich zu, ist das eine nette Idee.


Sonst so: wir sind mit Narcos Mexico fertig, durchaus empfehlenswert, wenn man die anderen Staffeln mochte. Q. hat jetzt rausgefunden, dass sein halbspanischer Klassenkamerad nicht wusste, was Pendejo und Cabron (ich habs nicht so mit Akzenten) bedeuten. Bisher.
Danach waren wir dann ein bisschen unsicher, was wir als nächstes anfangen sollen zu gucken, und sind dann haben wir erstmal die "A Head Full of Dreams"-Doku angeschaut und ach, das war richtig, richtig schön! Ich hoffe sehr, dass die Aussage "Das war vermutlich das letzte Coldplay-Album" nur der übliche Post-Album-Kater war und dass da noch was kommt. Und auch nochmal Konzerte, das war so, so, so schön!

Aber heute abend geht es erstmal auf ein anderes Konzert: weil es im Internet ganz grossartige Menschen gibt, sehe und höre ich nämlich Tina Dico live in Basel und das mit auf der Gästeliste stehen.

Stressleveldurchschnitt gestern: 39
Selbstbeweihräucherung: Erledigrrl does, what Erledigrrrl does best.

Donnerstag, Dezember 13, 2018

Erklärbär

Gestern abend war es noch sehr cool, ich habe nämlich die Jungs bei der "Nice Little Things"-Aktion bei Limango Deko/Zeug für ihre Zimmer aussuchen lassen. Ich finde die meisten Sachen sehr sehr schön und auch nicht ganz so ubiquitär wie manch anderes. Lustig zu sehen, dass Q. schon total im Teenie-Schwarz-Weiss-Cool-Modus ist und L. noch sehr auf "aaaaaaaw, ist das niedlich" abfährt. Und cooles.
Und so hat jeder was gefunden, Q. eine graphische Fuchs (sein Pfadiname)-Deko und ein paar Schwarzweisse Kissen, L. eine Lampe und ein Nachttischchen. Wer das Holzschild mit dem Lama, das "No Problama!" sagt, kriegt, ist noch nicht raus, es gibt aktuell vier Anwärter.

Bei der Arbeit drei grosse Brocken erledigt, einmal den Detektivbericht abgeliefert (ein bisschen über mich selber die Augen gerollt, weil ich den Ausdruck "deep dive" verwendet habe), einmal ein Dokument, das seit zweieinhalb Jahren erstellt werden hätte müssen und zwar von jemand anderem, der sich aber genauso lang weigert und anstellt und, wie der Schweizer sagt, "blöd tut" und tja, Morgen ist die Deadline dafür (respektive, aber das ist jetzt übermässig kompliziert) für ein Dokument von mir, in dem ich auf das fehlende Dokument verweisen müsste. Oder begründen, warum es nicht da ist. Das habe ich letztes Jahr gemacht und die Auflage bekommen, dieses Jahr aber wirklich dafür zu sorgen, dass es da ist. Tja. Ist es. Ich habe es nämlich selber geschrieben. Sehr unbefriedigend, aber immerhin konnte ich das grosse Desktoppostit, auf dem ich jeden Zwischenstand notiert hatte, endlich löschen, und drittens habe ich ein ausführliches Assessment, warum ich bereit wäre, einen Lieferantenvorschlag zu akzeptieren, abgegeben. Nur um zu hören, dass sie in der Zwischenzeit das gekauft hätten, was ich ursprünglich vorgeschlagen hatte. Das ist jetzt schon das zweite Mal, dass sie einen halbscharigen Vorschlag gemacht haben, auf mein "Immer langsam reiten, gebt mir eine Woche, ich muss das genauer evaluieren, dann sage ich Euch Bescheid" mit Seufzen reagiert haben und nach einer Woche, wenn ich mit meinem Assessment, wo echt Arbeit drin steckt, komme, sagen sie: "Ach, ne, wir machen jetzt doch so wie du erst wolltest."
Mal ehrlich? Ich bin ja kein Freund von Aussitzen, aber das schreit ja geradezu danach. Weil meine ganze angelernte Expertise zu Siebmühlen und Lasersonden kann ich mir jetzt auch in die Haare schmieren.

Das Projekt steuert übrigens schon wieder ganz streng auf "Oh Gott, es ist alles sehr dringend zu" und mit den letzten zwei Jahren in den Knochen habe ich heute klargestellt, dass ich in der Weihnachtspause weder erreichbar sein werde noch die freie Zeit dazu nutzen werde, italienische Dokumente zu reviewen, die seit Wochen überfällig sind.

Sonst so: die schwedische Kollegin hat heute drei Plätzchendosen mit schwedischen und dänischen Plätzchen mitgebracht und eine davon stand an der Kaffeemaschine, neben der ich immer sitze, wenn ich nicht im Turm bin. Sehr, sehr lecker.


Ausserdem nähern wir uns endlich meiner Wohlfühltemperatur an. Ich habe allerdings schmerzlich festgesstellt, dass mir meine Skijacke ohne Skihose zu kalt am Po ist, weil sie da nicht drüber geht. Aber: sie gefällt mir immer noch sehr und ich freu mich schon auf den ersten echten Einsatz

Stressleveldurchschnitt gestern: 15
Selbstbeweihräucherung: ich kann anscheinend sehr streng schauen. Und zwar kam das so: bei uns gibt es, wie vermutlich überall, zu wenig Meetingräume. Und deshalb ist es sehr, sehr streng geregelt, dass man einen Meetingraum verlassen muss, sobald die Buchungszeit (online via Google Kalender, manchmal muss man auch an einem Touchpad, das an der Tür ist, vor Ort noch einchecken, sonst wird der Raum wieder freigegeben und wenn dann jemand spontan reserviert, fliegt man) zu Ende ist.
 Egal wer man ist. Und egal wer man ist, hat man andere Buchungen zu respektieren. Man kann natürlich kurz vor Beginn des eigenen Meetings man suchend durch die Glastüren schauen, damit die drinnen merken, dass jemand nach ihnen gebucht hat, aber das ist es auch schon. Rein kann man erst, wenn die Buchungszeit beginnt. Naja. Also, wir sassen heute da zu dritt um das Pizzaphone herum, am anderen Ende eine Kollegin im Homeoffice und ungefähr 8 Leute an verschiedenen italienischen Orten. Gebucht hatten wir den Raum bis vier. Um fünf vor vier versammelten sich ein paar Männer vor dem Raum. Um vier MInuten vor vier wurden sie unruhig. Drei Minuten vor vier riss einer die Tür auf, stellte sein Laptop auf den Tisch und machte den Mund auf. Gesagt hat er nichts, weil ich (leicht genervt, weil s. oben) hob eine Hand mit einem Zeigefinger zur Tür gerichtet, die andere Hand mit drei FIngern, weil drei Minuten und die Augenbrauen bis zu Haaransatz. Er sagte "AberichmussdieTechnikeinrichten" und als ich dann meinte: "Ja, um vier.", da trollte er sich motzend. Ich war selber ein bisschen überrascht, dass Fräulein Rottenmeier so stark in mir war, aber als aus dem Telefon kam "Oh, are you already getting kicked out of the romm?" meinte meine italienische Kollegin neben mir: "I thought so, but K. put on a very German face and they got really scared!", da musste ich dann lachen. Punkt vier sind wir raus und haben ihnen mit einem breiten Lächeln und einem "All yours" den Raum überlassen. (ich hätte ihnen ja noch erklären können, wie man "die Technik schon einrichten kann", wenn man gar nicht im Raum ist, aber ich wollte das Oberlehrerhafte nicht überstrapazieren.

Mittwoch, Dezember 12, 2018

Baby, it's cold outside*

Es ist sogar so kalt, dass ein Longsleeve, Schal, Mantel und Mütze nicht mehr reichen (naja, und Hose und Schuhe natürlich), und so ging es bis zum Mittagessen im (überheizten) Turm, is mir auch innerlich wieder warm war.
Auf einem strammen Marsch durch die Innenstadt ist mir zwar nicht warm geworden, aber ich habe die letzten Weihnachtsgeschenke besorgt und so kann sich am Freitag das obligatorische Päckchen auf den Weg in den Nordosten machen.
Der Turm ist übrigens ab einer gewissen Höhe (unter unserem Stockwerk) ordentlich vereist, aber immerhin sind dieses Jahr noch keine grosen Eisplatten nach unten gedonnert.


Bei der Arbeit viel erledigt, flink zwischen Produkten und Jobs hin und her gehüpft und aller mittelguter Stimmung und der vielen Dinge, die noch vor Weihnachten zu tun sind, zum Trotz sehr aufgeräumter Stimmung gewesen.


Alles Material für das Detektivprojekt zusammengesammelt, eigentlich wollte ich das noch zu einem ausführlichen: "Warum wir nicht Eucher Problem sind und wo ir bei Euch mal schauen solltet, weil ich als Auskenner da und da und da Zweifel habe"-Bericht zusammenfassen, aber dann wurde ich von einem Controller erwischt, der mich direkt darauf hinwies, dass er jetzt genau seinen Job machen würde und eben was kontrollieren. Naja, er wollte vor allem Sachen wissen, die nicht in meinen Bereich fallen, aber hey, so habe ich auch mal was gelernt.


Beim Heimfahren vertan mit den Busabfahrtzeiten, ich dachte, meiner führe um 40 oder 45, und war rechtzeitig um 37 da, aber Pustekuchen, er fährt um 50. Tja nun. Fährt. Er stand im Stau. Und zwar richtig lang.
Aber immerhin warm und trocken und mit W-LAN, was will man mehr.


Daheim: Mit Kindern schwatzen, Q. zum Unihockeytraining schicken, alles für die Mittwochsflammkuchen vorbereiten, crosstrainern, mit L. essen, vorlesen, Q. beim Essen Gesellschaft leisten, und dann kommt auch schon der Hübsche nach Hause.


Stressleveldurchschnitt gestern:
Selbstbeweihräucherung: Ich muss ein wenig ausholen: ich habe nämlich irgendwie verpennt, meinen Handyvertrag rechtzeitig zu verlängern und habe jetzt schon zwei mal relativ hohe Abobeträge gezählt, weil er sich halt zu "irgendwelchen" Konditionen für drei Monate verlängert hat. Das war mir halb bewusst, ich hatte auch mal die Verlängerungsoptionen online überprüft, die sahen aber echt auch nicht besser aus (die Schweizer Handytarife sind echt immer noch echt, echt teuer.) Der Hübsche hat mir heute morgen ganz stolz erzählt, was er für einen Superdeal rausgehandelt hat bei der Verlängerung von seinem Vertrag, indem er einfach dort angerufen hat und gemeint hat, dass er seinen Vertrag gern verlängern möchte, aber hallo, sicher nicht zu den Onlinekonditionen und zack, hat er einen ungefähr 50%-Rabatt bekommen. Tja. Der Hübsche arbeitet halt auch in der Marketing und Sales-Abteilung und kriegt keine Stresspusteln bei der Aussicht, mit jemand am Telefon verhandeln zu müssen. Aber gut, Vorbereitung ist alles und so bekam ich seinen Vertrag als Vorlage und habe bei der Hotline angerufen. Es war mir zwar sehr, sehr unangenehm, aber was soll ich sagen, es lief erstaunlich skurril.
"Hallo, ich habe verpennt meinen Vertrag zu verlängern und die Konditionen, die mir online angeboten werden, die sind inakzeptabel"
"Tja, da müssen Sie halt dann rechtzeitig kündigen vor Ablauf der drei Monate, die sich das jetzt verlängert hat."
"Nene, ich will nicht kündigen, ich will verlängern, aber keine Mondpreise bezahlen."
"Wieviel würden Sie denn zahlen wollen?"
"Ich habe da als Referenz den Vertrag, den beim Mann für dasselbe Paket gestern abgeschlossen hat: genau so viel."
"Oh. Oh. Das ist aber ein sehr gutes Angebot. Moment."
*Düdelü*
"Hallo, danke fürs Warten. Geht klar, das gilt dann ab heute."
"Äh. OK.? Gut. Danke."


Tja. Und fürs nächste Mal habe ich einen Termin in meinen Kalender gesetzt




* Ja, ich weiss. Liedtext, consent, tralala.

Dienstag, Dezember 11, 2018

Immer noch eins mehr als wie du

Und weil praktisch grad Weihnachten ist und ich gestern schon so gross rumgetönt habe, dass jetzt alles easy und smooth werden wird, kommt erstens noch eine Art Detektiv-Arbeit dazu, die zwar sehr viel Spass macht und spannend ist, aber halt auch.... Zeit kostet. Und noch dazu kommt ein "Ach, schau an, Frau Brüllen hat immer noch kein Windows 10 Laptop, bitte danke Termin abmachen" und dann sind natürlich nur Termine vor Weihnachten möglich. Ich denke, da bin ich so lang wie möglich ausgekommen (und nein, ich bin nun wirklich nicht technikfeindlich und change-avers, aber ich habe gesehen, wie die Kollegen, die schon umgestellt wurden (ALLE!) am Strampeln sind, mit ganz banalen Tätgkeiten wie zB Verbindung mit den Beamern/Screens in den Meetingräumen.
Also: Laptop putzen (nicht nur datenseitig, sondern auch physisch, ich habe es doch wunderbar mit Aufklebern personalisiert, weil wir alle identische haben und ich keine Lust auf Verwechslungen habe, und jetzt steht das da extra in der Email. Die Kollegen waren sehr verwundert, als ich das erwähnte, entweder habe ich Ferkel eine personalisierte bekommen oder keiner liest die Emails ganz. Bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich mit Fön, Aceton oder Ceranfeldschaber rangehe, keins scheint mir die uneingeschränkt richtige Wahl für ein Laptop zu sein) und hoffen, dass alles klappt, weil, what should go wrong, ich den letzten Termin vor Weihnachten genommen.

Sonst so: Abschlussvortrag über das Italienprojekt gehalten. Die Kollegen haben die Britney-Spears-Referenz nicht erkannt, aber sich köstlich über das gif mit der müden Disneyprinzessing amüsiert und auch schon über das Titelslide: "Das Italienprojekt aka  A series of unfortunate events. Season 2". Überhaupt glaube ich, dass ich schon gar nicht so schlecht im Vortragen bin und die meisten Dinge in eine spannende Story verpacken kann, aber das war in dem Fall gar nicht nötig, das war in der Hinsicht ein Selbstläufer.
Btw: im Januar geht es weiter und es gibt bald auf Netflix "A Series of unfortunate Events, Season 3". Wenn das mal kein Vorzeichen ist.

Abends die Saison der Team-Dinner eröffnet, das ist ja der Vorteil (oder auch Nachteil), wenn man im einer Matrixorganisation arbeitet, es gibt neben dem Department Essen noch für jedes Team ein Event, das läppert sich und für manche Produkte haben wir das jetzt in den Sommer verlegt. Essen kann man ja das gaze Jahr über. Der Hübsche hatte auch einen Abendtermin und hui, zack sind wir in der Lebensphase angelangt, in der die Kinder auch mal ganz allein daheim bleiben. Heute erstmals incl. zu zweit zu Abend essen. Ich bin gespannt, wie das geklappt hat. ein kleiner Check-in per Whatsapp zwischen Salat und Hauptgang  wurde mit "Ja, alles ok und ich bin fit für den Franztest morgen" beantwortet. Na dann.

Jetzt bin ich rechtschaffen müde....

Stressleveldurchschnitt gestern: 18
Selbstbeweihräucherung: Astreinen Vortrag gehalten, ohne gross zu üben die Zeit eingehalten und es war stimmig. Und unerwartet spontan gewesen, nämlich um 17:23 die Einladung für ein Meeting um 17:30 bekommen, rechtzeitig eingeloggt und aus dem Stegreif eine ganze Menge historisches Produktwissen geteilt


Montag, Dezember 10, 2018

Back to normal

Ich habe ja gestern abend noch Kuchen für die Kollegen gebacken, nachdem mir alle (Elefantengedächtnis und Firmen-Google+ sei Dank) schon so brav zum Geburtstag gratuliert haben und natürlich auch einfach so. Erst hatte ich nach dem Kochmarathon der letzten Tage gar nicht uuuuundendlich viel Lust da drauf und dachte: „Ach, das kann ich doch auch Montag früh machen, weil da muss ich eh ein bisschen länger daheim bleiben“, aber dann ist mir eingefallen, dass ich ja deshalb länger daheim bleiben muss, weil der Ofenmann kommt und die neue Rückabdeckung (Schwamm drüber) montiert, tja, da wäre es keine Hilfe gewesen, wenn ich da noch einen Schokokuchen reingestellt hätte. Und so habe ich eine weihnachtliche Variante des Schokoladen-Rotweinkuchens von Zuckerzimtundliebe gebacken, nämlich mit Glühwein statt normalem und mit Orangenzucker (Orangenschalenabrieb mit Zucker verrieben) auf dem Schokoladenguss. Und natürlich mit einem Faktor von 1.67 (also: umgerechnet auf 5 Eier, sonst ersäuft das in meiner Guglhupfform). Kann man durchaus essen, man schmeckt sogar den Glühteil vom -wein raus. Ich habe beim physichen Gratulierenlassen proaktiv für meine (Arbeits-)Verhältnisse sehr viel umarmt*, weil sich die gerührte Hand kernigen Händedrücken nicht gewachsen fühlt.** Das war jetzt wieder mehr als genug enger physischer Kontakt mit Menschen ausserhalb der Kernfamilie für eine ganze Zeitlang.

Überhaupt: die Hand. Ich dachte ja gestern morgen, als es schon viel besser war, dass es jetzt eigentlich rum wäre, aber in Wirklichkeit ist es wohl einfach so, dass zwar nix richtig kaputt ist (gebrochen ist da definitiv nix), aber ein bisschen halt schon. Nach einem halben Tag Tippen heute tat tat sie mir richtig weh und ich hatte dank verkrümmter Schonhaltung eine wunderbare Nackenverspannung. Für Werksarzt habe ich grad keine Zeit (und das hat nix mit Unvernunft oder sträflichem Leichtsinn zu tun, soviel Selbsteinschätzung dürfen Sie mir zutrauen, obwohl ich zugeben muss, dass der ganze Vorfall an sich nicht wirklich für meine Vernunft spricht, sondern damit, dass das dort alles sehr lang geht. Ich war einmal dort, um ein Pflaster zu holen, weil ich mir eine Blase gelaufen habe. Das ging eine gute halbe Stunde im Behandlungsraum und ich war froh, dass ich ohne Vollnarkose davon kam), stattdessen war ich auf dem Heimweg in der Bahnhofsapotheke und habe mir eine Diclofenac-Creme gekauft.
Das Gesicht des Apothekers war sehr lustig, als ich ihm auf : "Welche Stärke? Eher für Sportverletzung oder eher sehr starke chronische Schmerzen?" antwortete "Eher für Hand in den Handrührer gesteckt, also eher blöd als chronisch.". Das gilt übrigens im weiteren Sinne als Sportverletzung.

Ansonsten: mir von Q. erzählen lassen, was im Geschichtstest drankommt und mich im Innersten von Herzen über die Begeisterung beim Erzählen gefreut. Und darüber, dass er seinen Vortrag im neuen Jahr über "Entdeckungen" über die Marsbesiedelungspläne von Elon Musk machen möchte.

Mit L. nochmal das Umwelttagdiktat geübt und vorgelesen, dabei kamen beide Katzen zum Kuscheln.

Auf Twitter heute (nach Teilabstinenz übers Partywochenende?) ein wenig gefremdelt. Ein bisschen kam mir meine Timeline so vor, wie eine schon ordentlich angetüdelte Partygesellschaft, die für die, die nüchtern dazustossen, sich nicht wirklich nachvollziehbar über die abstrusesten Sachen beömmelt. (oder auch nicht beömmelt, sondern vielleicht ernst meint, und sehr kritisch, man kann das ja in so einem Fall oft nicht gut auseinanderhalten). Mhm. Ich denke ein wenig dran rum, ob ich auf die Party zurück will oder ob das ein Zeichen für "Ich bin da raus" ist. Oder ob ich nur stressbedingt dünnhäutig und ungnädig bin.


Crosstrainern, Bloggen, Handeinwickeln.

Stressleveldurchschnitt gestern: 45
Selbstbeweihräucherung: auf gutem Weg zu Inbox- und To-Do-Listen-Zero für Weihnachten


*Das ist ja so ein heikles Thema. Ich bin eigentlich kein soooo grosser Umarmer, überhaupt Anfasser im allgemeinen. Alle Begrüssungen mit mindestens einer weiblichen Beteiligten werden ja in der Schweiz (oder zumindest der Basler Gegend) fast schon standardmässig mit Wangenküsschen (immer drei, nicht zwei, und natürlich eher selten wirklich AUF die Wange, eher so in die Luft daneben, der bussibussi-geübte Münchner kennt das. Nur einmal öfter) erledigt. Wenn man aber im Produktionsumfeld arbeitet, ist ja fast alles fast rein männlich, da wird nicht umarmt und geküsst, sondern kernig Hand geschüttelt. Wenn es wirklich herzlich wird, noch mit Schulterklopfer. Auf jeden Fall aber immer alle im Raum, Grippesaison hin oder her. Und wenn man dann auf einmal eine einzelne Frau in der Gruppe hat, wird der auch Hand geschüttelt und sie möchte das meist (naja, ich zB immer) auch lieber, als zB in der Morgensitzung als einzige von ALLEN geluftküsst zu werden. Ich habe das schon in vielen Leadership-Tralalala-Trainings erklärt, wenn es um cultural differences ging. Mein Standardsatz ist da: "And if you end up with manufacturing people: don't kiss them. Dont hug them. That's not what they do."

** Meinen Oberchef habe ich nicht umarmt, aber der hat mir so behutsam die Hand gegeben, wenn ich nicht froh darum gewesen wäre, dass ich nicht jaulend zusammenbrechen muss, hätte ich mir eine Spitze nur schwer verkneifen können. Überhaupt habe ich mir (ich arbeite ja an dem Ziel "less awkward" zu werden) alles verkniffen, zB auch "Oh, did M. tell you, that I put my hand into the stirring device?", was, falls nicht, eine skurrile Reaktion auf "Happy Birthday and thanks for the cake" gewesen wäre.

Sonntag, Dezember 09, 2018

Partypeople

Huiuiuiui, das war ein tolles verlängertes Wochenende!
Ich habe lange nicht mehr so viel gelacht, geweint (meine Güte, normal weine ich nie und schon gar nicht vor Leuten). Und am Samstag gleich zweimal, einmal aus Schmerz und Schreck und einmal, weil, ach.), getrunken, gekocht, geschnippelt und gefeiert!
Ich habe mich sehr gefreut, dass trotz "Oh. Dezember." so viele Menschen zu uns gekommen sind, es war ein bunter Mix aus Leuten aus dem Internet, der Nachbarschaft und von mittelweit her, aus Menschen, die ich zwischen 36 Jahren und 5 Minuten lang kenne, und zum allerallerersten Mal waren keine Kinder ausser unseren eigenen dabei (naja, und ein Baby, das im Januar zur Welt kommt), die waren sehr geknickt, dass die Kinder der Freunde entweder krank oder allein daheim geblieben waren. Mein Favorit war: "Und G. und J. und die Kinder, wo sind die?" "Ja, die zwei sind in New York, die Oma passt auf die Kinder auf." "Ja, und warum sind die nicht mit der Oma gekommen?!" und naja, die Chips und Snack-Vorräte sind auch so verschwunden.
Mit Frau Mutti und ihrem Gatten und Fräulein Polly hatten wir ... tatkräftige Unterstützung beim Vorbereiten wäre untertrieben, ich hatte zwischendrin ein wirklich schlechtes Gewissen, weil ich sie so sehr eingespannt habe. Aber tja nun, das gesamte Lecker-Christmas-Heft durchkochen, das geht eine Zeitlang.

Kleine Rezension:


  • Die Merinowolle "Meringuewolke" können Sie sich sparen, das schmeckt nur pappsüss. Das Stollentrifle mit Himbeeren: weil ich keinen Stollen mag, habe ich Stollen mit ohne Zitronat und Orangeat und Rosinen, sondern Walnussfüllung gekauft. Alle anderen mögen Stollen und fanden, dass der gekaufte sehr scheusslich wäre und überhaupt nicht nach Stollen schmecken würde (naja, deshalb hatte ich ihn ja gekauft). Mit viel Rum gings, aber richtig gut war es nicht.
  • Die Toffeecreme war sehr lecker (Jonny hatte trotz Abdeckung mit Frischhaltefolie am Vortag ein Schälchen freigepokelt und in einem Affenzahn halb leer geschlabbert, Bild s o) die Bratäpfel auch. 
  • Die Maronensuppe sah aus wie ... schon mal gegessen, war aber sehr lecker. 
  • Der Süsskartoffelsalat und der orientalische Coleslaw waren sehr, sehr bunt und sehr sehr lecker. 
  • Die Baked Ananay war fein (IMMER gibt es Babyananas beim Coop, nur dann, wenn ich welche brauche, nicht.), die Cesar-Spiesse sehr hübsch, aber nicht ohne Sauerei essbar.
  • Meatballs mit Glühweinmayo: jummy!
  • Die Menükarte auf den Christbaumkugeln war sehr, sehr hübsch, aber schwierig zu beschriften und erstaunlich bruchanfällig.





Und weil das ja zwischendrin drohte, die gesamte Planung (und Party) über den Haufen zu werfen: es sollte verboten sein, Handrührgeräte ohne Sicherheitsschalter zu verkaufen. Also einem Schalter, den man drücken muss, bevor man den Motor starten kann. Wenn man nämlich (okay, das ist auch nicht besonders schlau) das Rührgerät mit der Hand zwischen den beiden Quirlen hält, wenn man es einsteckt und beim Ausstecken einfach ausgesteckt und nicht ausgeschaltet hatte, quirlt es einem die ganze Hand durch und obwohl das nur so Drahtrührdinger sind, sind das ganz üble Schmerzen und ich war mir bis heute morgen nicht sicher, ob ich mir nicht ein, zwei Fingergelenke und/oder einen Mittelhandknochen gebrochen habe. So war es aber wohl nur eine Gelenkkapsel und sonst halt alles schön blau. Persönliche Befriedigung: das Rührgerät sah erst unversehrt aus, was mich tief getroffen hat, aber beim Versuch, die Mayo aufzuschlagen, ist ein Rührbesen abgebrochen und hat sich mit dem zweiten total verwickelt, das hat das blöde Teil jetzt davon.

So. Das kreative Chaos ist aufgeräumt, die Gäste sind, egal wie weit sie hatten, wieder sicher daheim, wir haben noch etwas Coleslaw und Fleischbällchen (und viel Wein), wir sind bereit für die letzten zwei Wochen vor der Weihnachtspause!

Danke an Gratulanten, an mich Denker, und Gäste und überhaupt, ich habe und feiere schon sehr, sehr gerne Geburtstag!

Samstag, Dezember 08, 2018

Jokertag

Wegen krasser Feiertätigkeit ist hier heute leider geschlossen.
(Tippen mit Hand, die einen unrühmlichen Durchgang durch das Handrührgerät hinter sich hat, ist auch kein Spass.)