Samstag, Juni 06, 2015

Ab mit der Wolle

Es ist ja soweit: die Woche Frühling oder so ist vorbei, hier unten am Oberrhein ist jetzt Hochsommer mit >35°C. Und so passte es ganz gut, dass ich Fuchs erstens für mich beim letzten al schon einen Haarschneidefolgetermin für heute ausgemacht hatte (okay, note to myself fürs nächste mal: gehts noch? Samstag um 8 beim Friseur?) und dass in dem am Freitag beim Kollegen abgeholten Paket eine Haarschneidemaschine, die der Hübsche auf Empfehlung der Hairstylistin seines Vertrauens (die wiederum eine Freundin von einer meiner langjährigen Internetbekanntschaft ist, was ich aber nicht wusste, ganz lang) bestellt hatte und schon ganz heiss auf einen ersten Test war.

Haircut Testsubjects 01 and 02

Also wurden die beiden Wölfli heute nach der Übung erst mal ins Planschbecken geschickt, den gröbsten Dreck aus dem Wald abschrubben und danach wurden die Undercuts mit professionellem Werkzeug nachgeschnitten. Kann sich sehen lassen, oder?



Ach ja: Amazon Links sind Affiliate Links.

Freitag, Juni 05, 2015

WMDEDGT 06/15

Es ist wieder soweit: ich wüsste gerne, was Sie den ganzen Tag so machen. Wer mitmachen will, führt den Tag über Tagebuch und verlinkt den Post in der Linkliste. Viel Spass!

Irgendwie ist bei mir schlaftechnisch der Wurm drin: abends bin ich hundemüde (okay, ich bin diese Woche 125 km to work gebiked), schaffe es aber trotzdem erst um Mitternacht ins Bett, dafür wache ich mindestens eine Stunde vor Weckerläuten (und das ist wg eben to work biken um 05:45h) auf und schlafe nur noch minutenweise… nun denn.
Also: 5:45h raus aus dem Bett, fertige Wäsche aufhängen, Kaffee trinken während Schminken und Radklamotten anziehen, dann Arbeitsklamotten in Fahrradkorb, Helm auf und los geht’s. 35 Minuten später, nach einer wunderbaren Tour am Rhein entlang, durch Gemüsefelder, Obstgärten und durchs Werksareal bin ich im Büro. Computer wird hochgefahren, ich ziehe mich um und pudere nochmal die Nase und um 6:55h sitze ich mit dem zweiten Kaffee und einer Schale Müsli am Computer.
In der Stunde vor der Betriebssitzung checke ich nochmal schnell den Stand des Audits, aber aktuell muss ich nix vorbereiten. Ich überprüfe, ob bei den über Nacht gelaufenen Batches alles so ist, wie es sein soll: ist es. Immer mal wieder schreibe ich Dinge, die ich vor meinem Wechsel nicht mehr erledigen können werde, weil die Daten bis dahin nicht da sein werden, auf die Übergabeliste für meinen Kollegen.
Punkt 8 Uhr wird Schutzkleidung angelegt und es geht eine Runde durch den Betrieb. Ja, ich mag das immer noch sehr, Chemie, die ich auf dem Papier und im Labor gelernt habe, im grossen Massstab zu machen.
Morgensitzung mit dem Support und Schichtleiter der Frühschicht gibt nix besonderes, bis kurz vor fertig die Gebäudesicherheitstruppe reinstürmt und uns erzählt, dass …. Ach. Egal, ich bin danach auf jeden Fall damit beschäftigt, Fotos zu machen, Kostenstellen zu klären, Beinaheereignisbereichte zu schreiben (also. Schreiben zu lassen) und froh zu sein, dass nix schlimmes passiert ist.
Um zwanzig nach elf ist das Audit tatsächlich vorbei, mein Arbeitstag auch und so ziehe ich meine Radlklamotten wieder an und mache mich auf den Heimweg. Ich sag mal so: Mittags gegen 12  eine Bergaufstrecke in der prallen Sonne zu fahren ist nur so mittel. Und wenn man dann dem Kollegen, der aus Gründen so traurig geschaut hat, das eigentlich zum Blutzuckerboosten vor dem Radeln gedachte Twix-Cappuccino geschenkt hat, dann kann es schon sein, dass man auf dem letzten steilen Stück am liebsten weinen möchte.... nun ja. Daheim war ich dann so vernünftig, nicht direkt eine Tüte Gummibären zu inhalieren, sondern ganz schnell Ravioli mit gebratenem Spargel zu kochen. zwischen 12 und halb eins kommen die Kinder nach Hause, wir essen auf der noch schattigen Terrasse.
Little Q. muss wie jeden zweiten Freitag um halb zwei schon wieder in der Schule sein, also muss es recht zackig gehen. Little L. und ich fahren noch ins deutsche Nachbardorf, eine Amazon-Bestellung bei einem Kollegen abholen und Sonnencreme- und Waschmittelvorräte beim dm aufstocken.
Daheim rühre ich noch schnell eine Tomatenbutter a la Mamamania an, lege die trockene Wäsche zusammen und dann sind wir auch schon mit Little Q. am Brunnen vor der Schule verabredet. Er stürzt sich sofort ins Wasser, Little L. sind dort zu viele zu laute Kinder und so sitzen wir zwei gemütlich im Schatten. Für den Heimweg gibt es noch ein Eis für die Kinder und ich balanciere zwei Scooter, Badesachen und meine Tasche nach Hause.
Der Hübsche hat schönerweise auch schon Feierabend und wie es sich für einen Reihenhausgartenbesitzer gehört, wird erstmal die Kirschlorbeerhecke mit der elektrischen Heckenschere geschnitten.
Die Kinder springen ins heimische Riesenplanschbecken, ich checke kurz die Firmenemails: die neien Kollegen wollen mich schon zu Abteilungssitzungen einladen, das Audit ist vorbei und alle sind sehr erleichtert und schlapp.
Little L. hat ein wenig Bedenken, dass seine Unihockeymannschaftskollegen fies zu ihm sind, aber ich erkläre ihm nochmal, wie Q. das mit der Mannschaft gemeint hat..
Um viertel vor fünf bringt der Hübsche den Grünschnitt und Little l. mit dem Roller weg, ich fange an, das Grillzeug vorzubereiten. Im Moment (bike to work, ich sags ja) bin ich irre verfressen, also gibt es grünen Salat, Kichererbsensalat, Gemüsespiesse, Mais, Merguez, Brot, Tomatenbutter, Rindfleischspiesse, Ochsenkotelett, also, ich würde sagen: einiges.
Der Hübsche schneidet Little Q. im Garten den Undercut nach (in geistiger Umnachtung habe ich für morgen 08:00h einen Friseurtermin für mich selber abgemacht....), dann verzieht der sich nach oben, um in seiner Minecraftwelt nach dem rechten zu sehen.
Ich bin zwar total platt, aber Vorsätze sind Vorsätze und deswegen mache ich noch mein Bauchmuskeltraining, bevor ich Little L. abhole.

Der hat begeistert trainiert, musste/durfte kein goalie sein und war klatschnass geschwitzt.


grillen war dann superlecker, viel zu viel, ich habe grillgut für mindestens noch zweimal wiedee in den kühlschrank gepackt.
danach sind die jungs nochmal ins planschbecken, es gab noch streit wegen einer ins gebüsch geworfenen und nicht wieder rauageholten uhr. Der hübsche und ich gönnten uns grappa und espresso (wochenende!)
Arbeitsteilung sah dann so aus: der hübsche schleust die kinder durch die dusche und ins bett, ich lege wäsche zusammen und packe schwimmtaschen für morgen.

Jetzt verabschiede ich mich  für heute, ich muss jetzt secco trinken und rumtopf testen, dazu sense8 auf netflix anschauen und morgen um acht beim friseur sein. Gurte nacht!








Donnerstag, Juni 04, 2015

Geschichtsstunde

Gestern kam in einer Kaffeepause das Gespräch auf die (über Umwege über die Erzählung über ein Baugesuch und die damit verbundenen Einsprüche incl folgender Gerichtsverhandlung und dem dafür engagierten Anwalt, dessen Vater wiederum einer der und laut Wikipedia der seinerzeit letzte lebende, jetzt aber gestorbene, der) Ölsoldaten.

Mir sagte der Begriff gar nichts, aber nachdem ich mich da ein wenig eingelesen habe und das gar nicht uninteressant ist, möchte ich da natürlich gerne mit Ihnen teilen
Also. Im zweiten Weltkrieg gab es auch in der Schweiz, obwohl es da den Leuten wohl noch besser ging als woanders, wenig zu essen.  Deswegen (okay, die Einleitung ist blöd, aber egal) waren Kinder und Zivilisten wohl immer mal wieder froh, wenn sie von den vor Ort stationierten Soldaten mal was von der Armeeverpflegung* abbekamen
1940 wurden in Magden (das ist ganz nah bei uns) dort durch Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände bei der dort stationierten Festungskompanie Käseschnitten anstatt in Erdnussöl in Maschinengewehröl gebraten. (Maschinengewehre wurden damals mit Öl, das mit Trikresylphosphat** versetzt war, gekühlt. Das war sehr wertvoll und durfte nicht verschwendet werden und dummerweise wurde mal eine Restmenge in einen leern Erdnussölcontainer aus der Küche gefüllt. Der ist dann dummerweise wieder in der Küche gelandet und dummerweise wurden dann Käseschnitten drin gebraten. Dummerweise waren die Soldaten wohl keine kulinarischen Höhenflüge gewohnt und haben brav aufgegessen und dummerweise auch noch mit der Zivilbevölkerung geteilt. So wurden an die 100 Personen (darunter ein 5jähriges Mädchen) vergiftet und erlitten unter anderem Lähmungen. (Datenbankeintrag Alexandria).
In der Folge haben sich dann wohl Schweizer Militär und Staat nicht gerade mit Ruhm bekleckert, was den Umgang mit den Opfern angeht. In der Öffentlichkeit war der Fall aber sehr präsent***, so dass aus diesem Anlasse heraus dann die Glückskette entstand
Aus Risikoanalystensicht ist es interessant, dass im gleichen Jahr in einem anderen Kanton ein analoger Fall auftrat. (In unserem „Discrepancy Management System“ würde das als „Recurring Deviation“ behandelt) Es wurden aber auch Massnahmen ergriffen (In meinem systemgebundenen Hirn poppt sofort das Feld „Recurring Deviation – Actions Identified and Implemented“ und „Nachverfolgung im CAPA xy“ auf), wir würden dazu Corrective Actions sagen, und zwar wurden die MGs auf Wasserkühlung umgerüstet.

So. Sag mal einer, Kaffeetrinken wäre nicht lehrreich.

*Exkurs: Laut meinem allerersten Chef hat Dosenwurscht beim Schweizer Militär einen unglaublich schrecklichen „Spitznamen“, dass ich das hier gar nicht aufschreiben kann. Nur so viel: in Deutschland käme man für die Verwendung dieses Ausdruckes hoffentlich in den Knast. Andererseits ist die Militärverpflegung so legendär, dass Cailler eine ihrer Edition Suisse-Schokoladen davon inspirieren liess.

** Heute wird Trikresylphosphat wegen seiner Giftigkeit praktisch nicht mehr eingesetzt, nur noch in Fluzeugmotorenöl und wird dort für die immer wieder gemeldeten Vergiftungserscheinungen bei Kabinenpersonal und Piloten verantwortlich gemacht. Mhmm.


*** ich finde es högscht interessant, wie man je nach Lebensort und –generation mit anderen lokalen Tragödien im Hinterkopf aufwächst. Bei mir waren es das Oktoberfestattentatdie RAF-Fahndungen, die Sache mit dem Erdloch und der Einsturz der Marienplatz-U-Bahnhofdecke.
Ach ja: und Sie wissen ja, gell, morgen ist WMDEDGT, also überlegen Sie sich schon mal, was Sie morgen so machen und aufschreiben wollen ;-)

Nicht vergessen: Morgen WMDEDGT

Nicht, dass es heisst, ich hätte nix gesagt, nech?
Morgen ist wieder WMDEDGT? aka "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"

Ich sammle hier dann Links zu Ihren Tagebuchblogsposts und wir wissen alle voll Bescheid, was so passiert bei uns allen.
Bei uns ist bisher ein ganz normaler Freitag mit Arbeiten bis mittags geplant. Mal sehen, ob der Plan aufgeht ;-).

Mittwoch, Juni 03, 2015

Wie mans macht

Heute stand ich vor einem dilemma: bei der arbeit findet gerade ein audit in unserem bereich statt. Da sind immer alle ganz aufgeregt, es ist tipptopp organisiert und alle schaffen extrem gut zusammen und alle sind sehr nervös. Wir werden von einem fünfköpfigen internationalen team auditiert, als offizielle auditsprache wurde englisch angegeben.
Ich musste heute mit einem kollegen antraben, um zwei berichte vorzustellen, die wir vor anderthalb jahren geschrieben haben. Uns gegenüber sassen zwei auditoren, ein deutscher und ein japaner.
Mein (deutscher) kollege und ich haben uns also vorgestellt und auf englisch angefangen zu erklären. So weit, so gut. Es kamen ein paar nachfragen, von beiden auditoren und auf einmal ist der deutsche auditor auf deutsch umgestiegen. Ich war total perplex, weil: in welcher sprache soll ich denn jetzt antworten? Auf deutsch versteht mich der japaner nicht, auf englisch fühlt sich der deutsche vllt veräppelt oder aber kritisiert, beides gefühle, die man einem auditor nicht unterjubeln möchte. Ich bin spontan bei englisch geblieben, hat sich aber komisch angefühlt.
Keine ahnung, was richtig gewesen wäre, die hinterher befragten kollegen waren sich uneinig.

Dienstag, Juni 02, 2015

Im Aufbau

Gestern habe ich erstens festgestellt, dass ich die Biketoworkstrecke (von Hochhaus zu Hochhaus sozusagen) noch kann, auch wenn ich fast automatisch erst zum Freibad abgebogen wäre. Zweitens ist es immer noch so, dass der Heimweg viel anstrengender als der Hinweg ist (Kunststück, es geht hin den ersten guten Kilometer steil runter und zurück dementsprechend den letzten gefühlt noch steiler nach oben). Es ist auch immer noch so, dass ich im Büro kurz vor Heimfahren noch denke: ach was, das schaffe ich auch, ohne jetzt noch was zu essen und wenn ich dann oben angekommen bin, bin ich ganz schrecklichunterzuckert.
Heute habe ich also kurz vor dem Losfahren meine Banane vom Mittagessen (zum Standardmenü gehört neben Salat oder Gemüse auch "Suppe, Jus oder Frucht?") reingepfiffen und dann musste ich ganz schön Gas geben, weil ... ach, es ist kompliziert und für Sie sicher langweilig, auf jeden Fall brauche ich normal in meiner Geschwindigkeit 40 Minuten zurück, heute habe ich es in 30 von Tür zu Tür geschafft und dabei nur eine fast rote Ampel überfahren.
Und dann, beim Familiengrosseinkauf (der Hübsche und Little Q. drei Paar Schuhe, weil spontan auf einmal Hallenturn-, Wander- und normale Sneaker kaputt gegangen und zu klein geworden waren, Little L und ich Lebensmittel) durfte ich erfahren, dass es noch gieriger geht als allein hungrig einzukaufen, nämlich mit hungrigem Kind und der Aussicht auf eine sehr sonnige Woche. "Mami, wir können ungefähr 1000mal grillen, da brauchen wir voll viel."
Nun denn, mittlerweile waren wir auf dem Heimweg noch Döner essen (nachdem Little L. letztens schon "Sushi" mit "Smoothie" (ersteres nay, zweiteres yay) verwechselt hatte, dachte er heute, wir würden Donuts zu Abend essen und hat sich diebisch drauf gefreut..... Nun denn. "Mit allem und scharf" hätte da dann eher nicht dazu gepasst. ich sags mal so: die Kühlschranktür daheim brauchte etwas Überredungskunst zum zu bleiben.....

Montag, Juni 01, 2015

Ich war's nicht!

Heute nachmittag ist ein Stück (grossartige) Erdbeertorte durch den Kaffeeraum geflogen, begleitet von einer Tasse Tee und einem Teller. Jemand hat  beim Erzählen so sehr gestikuliert, dass er den Teller nicht nur umgestossen, sondern buchstäblich durch den Raum katapultiert hat. Und jetzt kommts: dieser Jemand war nicht ich.
Und ja, es tat schon so ein bisschen gut (der Tee war nur noch lauwarm und hat dann schön den Falafelfleck vom Mittagessen auf der Hose kaschiert, und die Erdbeertorte hat meine weisse Bluse verfehlt), so was mal von aussen zu ssehen.
Und das war übrigens nicht das einzige Mal, das ich heute praktisch unverdient Glück hatte: morgens wurde ich nämlich knapp -also: nicht lebensbedrohlich knapp, aber kann genug, um vom Rangiermann geschimpft zu werden- auf meinem Weg mit dem Rad zur Arbeit von einem Güterzug voller Wasserstoffperoxid überfahren, der sich auf den Weg in das Werksgelände eines unserer Standorte machte. Ich weiss jetzt, dass diese Gleise nicht, wie ich jahrelang dachte, ein Relikt sind, sondern benutzt werden. Und dass eine rotblinkende Ampel an den Gleisen durchaus was bedeutet, vermutlich.
Auf dem Rückweg vom Mittagessen wurde ich dann knapp -also: ehrlich: überhaupt nicht knapp, aber ich wurde viel mehr geschimpft als vom Rangiermann- nicht von so einem Golfauto, das bei uns auf dem Werksareal die Post verteilt, überfahren, weil ich auf dem "Fussgänger verboten"-Teil der Werks-Transversale gelaufen bin. Auf einem anderen Weg dann hätte ich fast ein (das selbe?) Postwägelchen gerammt, das mir auf dem "Nur für Fussgänger"-Teil der Transversale entgegenkam, aber ich Feigling bin dann doch zur Seite gehüpft, als der Fahrer keine Anstalten machte, mir trotz grimmigen Blicks auszuweichen).