Sonntag, Oktober 04, 2026
Wir haben gestern abend unseren Plan für heute ein bisschen umgeworfen, weil wir die Zedern am Lake Ashi ja gestern schon entlanggelaufen sind und nicht soooo viel Lust hatten, richtig viel und lang bus zu fahren für die Schmugglerstrasse. Ausserdem hatten wir Bilder vom Hakone Open Air Museum gesehen und die Pampasgrasfelder direkt vor der Tür.
Also: erstmal Kaffee (Nespresso incl mein Lieblingslungo!) am Privatonsen, dann ein halb japanisches (L. und ich) und Western (der Rest) Frühstück.
Von der Strasse aus sehen die Grasfelder total leer aus, es gibt halt einen schnürdlgraden Sackgassenweg da rein, der ist dann doch relativ voll mit der wildesten Mischung an Leuten: von Leuten, die in wallenden Kleidern und Highheels Fotos machen, über Leute im Anzug und Schuhen mit Ledersohlen bis zu Leuten, die ohne Witz angezogen sind wie fürs Everest Basecamp.
Für uns wurde es danach bisschen wild, weil L.s Freundin auf dem Weg zu "wir holen uns noch ein Getränk im Lawsons" und "Guckt, hier gehts rein" so eine Parkschwelle übersehen hat und sich richtig fies lang gelegt hat. Sie hat sich richtig aufgeschürft an Knie (incl Hose kaputt und grosses Loch im Knie), Ellenbogen und Hand. Sie tat mir so leid, weil ich diesen Schreck und Schmerz so nachvollziehen kann (wenigstens sind Lieblingsjacke, Kamera und Handy heil geblieben). Es haben superviele Leute sich versammelt und wollten helfen, wir bekamen (winzige!!!) Pflaster und gute Wünsche, vor dem (leeren) Pflasterregal im Konbini haben uns Leute geholfen, das richtige Desinfektionsmittel auszusuchen, aber eben: es gab keine Pflaster und offene Schürfwunden unter langen Ärmeln /Hosenbeinen ist echt fies. Nebenan war eine der vielen winzigen Polizeistationen mit einem Polizisten und einem winzigen Polizeiauto. Ich habe L. dirt fragen geschickt, ob es dort grössere Pflaster gibt und er kam zurück mit "Wir sollen einfach mal kommen". Und dann wurde S. von einem echt lieben Polizisten versorgt. Mit Hardcore Oldschool Desinifektionsmittel, das deutlich mehr brannte als das neumodische Zeug, das wir gekauft hatten. Pflaster gab es hier zwar bisschen grössere, aber nicht gross genug. Naja. Sie hat es mit Fassung getragen und mein schlechtes Gewissen (sie ist uns anvertraut!) legte sich langsam. Uff!
Dann aber Bus zum Open Air Museum. Dort gibt es in einem Park in den Bergen wunderbare Skulpturen, die sogar mir Banausen Eindruck machen:
Picasso, der alte Creep und Frauenfeind.... Was ich am skurrilsten fand: die Bilder waren mit "No Photo" gekennzeichnet, wenn man sie nicht fotografieren darf. Als erstes das grosse Schild mit seiner Unterschrift....
:-(
Am faszinierendsten fand ich den grossen Symphony Tower, der von aussen so unspektakulär aussieht und von innen halt einfach ein unglaublich hohes (ich hatte beim Runtergehen echt Mühe) Kirchenfenster, in dem man unendlich viele Details entdecken kann.
Irgendwann waren wir platt und sind mit dem Bus durch die kleinen Dörfer zurück gegondelt. Essen gab es relativ früh, heute fanden wir es nicht mehr ganz so unangenehm und die Fleischesser freuten sich über den Gang, wo man Wagyu-Beef-Scheiben auf kleinen Holzkohlegrills direkt am Tisch grillt!Dann ausführliches Einweichen im warmen Wasser, kleine Diskussion, wann wir morgen frühstücken und gehen wollen, weil: wir wollen den Bus um 8:14 nehmen, das geht sich mit dem ersten freien Frühstücksslot um 9:00 nicht aus.... Wir haben uns auf 7:45 geeinigt und alle offenen Rechnungen heute abend begleichen, ich hoffe, das klappt alles. (Zur Not tut es auch ein Bus später).
Morgen dann: Kontrastprogramm, Tokyo, wir kommen!
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