220826
Uff, uff, uff.
Erstmal: das Hotel, das ich mit Gemini's Hilfe ausgesucht habe, ist tatsächlich ganz gut. Liegt zwar im Gewerbegebiet, aber halt recht mittig zwischen Pflegeheim und München, die Parkplatzsituatino ist so, wie man es sich in einem bayerischen Gewerbegebiet vorstellt. Es ist sehr modern (incl jeder Menge Merch in Hotelbranding, aber gar so legendär, dass ich mir einen Hoodie oder auch nur einen Schlüsselanhänger davon hole, ist es auch wieder nicht.
Wir haben gestern in einem vietnamesischen Restaurant auf der anderen Würmseite gegessen, das mit 4.9 Google Sternen lockte (war schon gut, aber ich sags mal so: auf dem bayerischen Dorf ist die statistische Relevanz für Restaurants nicht unbedingt gegeben. Schon gut, verstehen Sie mich nicht falsch. Wir waren dort v.a., weil Gemini behauptet hat, das Hotelrestaurant wäre eine Pizzeria, und ich echt keine Lust auf Pizza hatte. Stellte sich heraus: es gibt dort einiges, aber keine Pizza, also ist für heute abend alles geregelt.
Frühstück war RICHTIG gut, es gab sehr viele verschiedene Salate, warme Gerichte, die üblichen Früchte, Säfte, Käse, Eiergedöns (nur der Waldfruchtsaft schmeckte so, als hätte man die Reste bei Givaudan zusammengekippt), das war eine sehr positive Überraschung!
Dann der Grund, warum wir ja hier sind: Besuch im Pflegeheim. Die geschlossene Demenzstation ist wirklich harter Tobak, für mich zumindest. Einerseits ist es so schön zusehen, wie liebevoll und respektvoll mit den BewohnerInnen umgegangen wird, und die zum Teil rege soziale Interaktion, die sich dort zwischen den BewohnerInnen entspannt. Aber dann... uff. Der körperliche und geistige Verfall ist halt schon echt schwer zu ertragen, sämtliche sozialen Normen sind hinweggefegt, ich lächelte und und nickte, und stimmte zu, beruhigte und lächtele und nickte auch, wenn mir wildfremde Menschen sehr, sehr nahe kamen, mich anfassten, mit mir (oder irgendetwas oder jemandem, den sie hinter mir oder in mir sahen, auch wenn da nix war, in unverständlicher Sprache, aber sehr ernsthaft sprachen. Ich schaffte es, meinen Fluchtreflex zu beherrschen, auszuhalten, dass mein mir (wie mir heute wieder einmal bewusst wurde) heiliger personal space ignoriert wurde, dass ich angefasst wurde (absichtlicher Körperkontakt von mir fremden, genauer gesagt, nicht soehr vertrauten Menschen ist wirklich schwer auszuhalten), bin dabei nach aussen ruhig und freundlich geblieben und wäre doch am liebsten weggerannt und war hinterher zum Weinen erschöpft.
Naja.
Zwischendrin haben wir ein paar Sachen nachgekauft und während das Auto auflud, in den Pasinger Arkaden gebummelt (ich habe endlich wieder einen Concealer Pinsel gefunden) und in einem Dean&David Salat gegessen. Soviel zu "wir machen es uns einfach RICHTIG schön zu zweit", wir waren einfach beide ausgelaugt. Am Nachmittag sind wir nochmal vorbeigefahren, bis dort schon fast Abendessenzeit war und ich freue mich jetzt sehr auf einen Aperol Spritz auf dem Dach mit Ausblick über das Gewerbegebiet, ein Bad im ROOFTOP POOL und dann Pasta mit Pfifferlingen.
Uff.
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