Sonntag, Juni 30, 2013

Nachtrag: Bilder und so

Der Hübsche ist ja unser Datenmonk und so wird jede Monatsende brav archiviert und ich angehalten meine Bilderflut auf dem Handy in die korrekten Kanäle einzuspielen.
Schauen Sie mal auf den Kalender, ja, genau heute. Grad jetzt. Und deswegen gibt es jetzt mal ein paar Eindrücke der letzten beiden Wochenenden:

Bei Little Q. ist ja der Knoten jetzt geplatzt: er liest. Und liest und liest. Und so ist auch das unterschiedliche Schlafbedürfnis der beiden Jungs endlich geregelt: ich habe nämlich einfach gerne zwischen acht und halb neun Feierabend, will heissen Zeit für Sport, Nähen, Haushalt, Aufräumen, so Zeug halt. Little L. ist gegen acht todmüde, Little Q. eher nicht so. Beim Insbettbringen und Vorlesen und Kuscheln ist er aber trotzdem gerne dabei und danach wälzt er sich dann. Und wälzt sich und wälzt sich. Jetzt haben wir die Lösung: wenn Little L. schläft, darf Little Q. in mein Bett umziehen und noch so lange lesen, wie er möchte (oder bis ich das Licht abstelle ;-)). Leider ist unser Kind altmodisch und so werden wir mit zwei Kindles und einem Anhänger voller "Beast Quest"-Bücher (die es eh nicht als Kindle-Edition gibt) in die Ferien fahren.


Letztes Wochenende (und damit meine ich Freitag nachmittag ;-)) war ja so was ähnliches wie Sommer und so haben wir die Gunst der Stunde genutzt, Little L., der zwar das Radfahren mittlerweile auch raushat, aber noch nicht annähernd verkehrssicher, in den Anhänger gepackt und ich bin mit den beiden Jungs Erdbeerpflücken gefahren.
Da Little L. und ich Erdbeermarmelade lieben, Erdbeeren so eh immer gehen (ausser bei Little Q., der ist fruchttechnisch eher spartanisch unterwegs und Erdbeeren gehören nicht zu seinem Portfolio), hatten wir einiges an Schüsselmaterial dabei.
Little L. hat die Qualitätskontrolle vor Ort übernommen:


Little Q. war fast hilfreich und alles zusammen haben wir dann auch insgesamt über 6 kg Erdbeeren heimgebracht.

Verkehrssicher, versteht sich.
Ausserdem gabs noch 1 kg lokale Kirschen dazu und einen Teil haben wir dann direkt beim Hübschen im Büro als "Gleich hast Du´s geschafft ins Wochenende"-Aufsteller vorbeigebracht.
Die restlichen Kirschen wurden dann beim gemeinschaftlichen Lesen (mein Eckerl ist das kleine ganz rechts) auf dem Balkon vernichtet.
Am Sonntag dann war ja schon kein Sommer mehr und so sind wir alle vier ins Kino und haben uns die "Monster Uni" angeschaut. Nerdlook inbegriffen.




Kampfname "Die Elfe"

Battle Name: "The Elf" by Prozac74
Battle Name: "The Elf", a photo by Prozac74 on Flickr.
Der Hübsche ist ja bei uns in der Familie für die schönen Künste Kampfkünste zuständig. Und unter anderem macht er schon seit einiger Zeit "Brasilian Jiu Jitsu" (Wer wirklich wissen will, was das ist und wie sich das vom normalen Jiu Jitsu unterscheidet, google bitte selber. Mir reicht es zu wissen, dass sich verschwitzte Männer in Gis (oder auch ohne, dann aber mit was anderem an) auf dem Boden rollen und aneinander rumreissen, so dass ich vom reinen Gedanken daran ein verrenktes Genick und Gruselausschlag beim Gedanken an so viel geteilten Schweiss bekomme, aber ich schweife ab).
Also. Und offensichtlich werden da auch Kampfnamen verteilt und der Hübsche heisst also dort "Die Elfe".
Und ja, es war ganz allein seine Idee, eine Susalabim-Elfe auf den Gi sticken zu lassen. (Ich hätte ja die Flügel in silber gemacht, aber das war ihm zu..... weiss nicht.).
Also, von wegen, diese Stickdatei wäre nur was für Mädchen ;-)...

Samstag, Juni 29, 2013

Grosse Jungs...

Es ist ja bald wieder soweit und Little Q. hat Geburtstag. Erstaunlicherweise möchte er diesmal übrigens keinen Motto-Geburtstag, also eigentlich schon, aber nicht voll dekoriert und wie bisher, sondern einen Zoo-Geburtstag mit Führung dort und dann gemeinsam zu Abendessen. Und Little Q. wäre ja nicht Little Q., wenn er nicht nur das genau geplant hätte, genau wie die Geschenke. Ganz oben auf der Wunschliste steht übrigens (wie beim Hübschen seinerzeit), seitdem er "Zurück in die Zukunft" gesehen hat, ein Skateboard.
Tja. Also. Hier in der Siedlung fahren eigentlich alle Kinder entweder halt Fahrrad, Roller oder Wakeboard, und so sind wir mal in ein Sportgeschäft gefahren, probeboarden.
Wir haben dann einen Ständer Skateboards gefunden, Little Q. hat sich blitzverliebt, ist einmal äusserst souverän unter ein Regal voller Fussbalschuhe gefahren und einmal quer durchs Schaufenster, als ob er nie was anderes gemacht hätte. Ich fand ja immer noch, dass Marty McFly nicht das Mass aller Dinge ist, und man ja das Wakeboard wenigstens mal ausprobieren könnte. Das fand der Boardbeauftragte des Sportgeschäfts allerdings nicht, erstens wäre nur ein eingepacktes da und zweitens wäre Little Q. dafür zu klein und zu leicht und ein Kinderwakeboard sollte man eh nicht kaufen, weil das wäre ja nur Spielzeug. Und ab dann hat er nur noch mit Little Q. geredet und über mich, also im Sinn von "Ja, die uncoole Mama, die lassen wir mal ausen vor und wir zwei coolen Skaterjungs,wir klären das mal unter uns, die Alte, die hat ja eh keine Ahnung." Ich fand das nur so mittelwitzig, weil, im Prinzip bin ich total dazu bereit, in einen Skater- oder auch Surferladen zu gehen, und einfach total uncool zu sein, weil im Vergleich zu den dort arbeitenden schon cool geborenen Jungs und Mädels, da kann man als Ü30-Mensch mit geregeltem Leben, einem Erwachsenenberuf, Führerschein, Mann, Kindern und Haus ja nur uncool sein. Damit habe ich im Prinzip also kein Problem. Aber. Wenn ich in den Intersport einer badischen wenn überhaupt Stadt, dann wirklich Kleinstadt gehe, dann bin ich nicht dazu bereit, von einem vermutlich Ü40jährigen mit dünnstem Pferdeschwanz und teigiger Haut als uncool hingestellt zu werden.
Naja, da ich aber natürlich total prinzipienlos bin, und es nur noch heute die Prozente "auf alles" gab, haben wir das Skateboard trotzdem genommen. In der richtigen Grösse ;-).
Und so steht einem coolen Q.-Geburtstag nichts mehr im Wege.....(und es gibt mal wieder keine Moral von der Geschichte)

Freitag, Juni 28, 2013

Current Status Little L.


Dienstag, Juni 25, 2013

Logik a la Little L. oder: mein Sohn mit dem Elefantengedächtnis

"So, kleiner Mann, jetzt musst Du Dich entscheiden: willst Du zum Kindergeburtstag vom XY gehen oder nicht? Ich muss da heute Bescheid geben."
"Nicht."
"Sicher nicht? Das wird sicher cool!"
"Nein, Mami, weisst Du, der XY hat nämlich ganz oft zu mir gesagt, dass ich mich im Morgenkreis neben ihn setzen muss, sonst bin ich nicht sein Freund und er lädt mich nicht zu seinem Geburtstagsfest ein."
"Öhm.... jetzt hat er dich ja eingeladen."
"Zu spät."

Was soll man da sagen. Habe ich halt abgesagt. Und zwar mit "Little L. möchte einfach nicht"; weil: keine Zeit zieht nicht, da er ansonsten ja in der Kinderkrippe ist, mit XY zusammen....

Montag, Juni 24, 2013

Und dann

Danke fürs Kopfzurechtrücken gestern.
Heute sieht's (unter anderem) auf die schlimmstmögliche Art und Weise schon viel besser aus: wenn nämlich jemand kommt, der wirklich und in echt lebensbedrohende Probleme hat, dann verschwinden die eigenen Befindlichkeiten (und das sind sie ja, bei allem Dramaqueen-Gehabe gestern, bei Tageslicht besehen) in der Bedeutungslosigkeit.

Sonntag, Juni 23, 2013

Warum es hier so still ist

Ganz einfach: ich bin genervt. Und zwar aus so vielen blöden Gründen, dass ich sie jetzt einfach mal aufschreibe, in der Hoffnung, dass sie dann so lächerlich aussehen, dass es wieder besser geht.:
1. ich befinde mich im Moment in einer Situation, die ich nicht beeinflussen kann (nein, ich bin immer noch nicht ungeplant schwanger, das denken Sie doch immer), die wohl auch noch ein bisschen andauern wird,  über die ich weder hier noch im Alltag frei reden kann (und Sie wissen, wie gut ich bluffen und pokern kann, nämlich gar nicht, und Sie wissen, wie gut ich mit unklaren Verhältnissen leben kann, nämlich nicht so gut)
2. das kleine Kind hat wohl den ersten Satz des letzten Blogposts gelesen und gedacht: Hey, Trotzalter. Das war schon cool irgendwie, das mach ich nochmal. Und so bin ich die eine Hälfte des Tages eine blöde Mami, werde vom Geburtstag ausgeladen, habe das allerfalscheste Essen der Welt gekocht, lasse nur das kleine Kinde immer alles allein aufräumen, spiele nie 150 Mal am Stück Uno mit ihm (und verliere dabei gefälligst jedesmal), verlange vom Kind, dass es beim Radfahren nach vorne schaut und bin dann daran schuld, wenn es in der Hecke oder am Zaun landet, die gefühlt andere Hälfte des Tages wird mit ohrenbetäubendem Gebrüll über diese Ungerechtigkeit lamentiert.
3. Ich hab blöde Pickel.
4. Ich krieg die Quittung für die zwei Tage Kurs letzte Woche, die zur einen Hälfte in 48°C heissen Räumen, zur anderenin auf 18°C runterklimatisierten Räumen stattgefunden haben. Will heissen: Halskratzen, Matschbirne, schlechte Laune.
5. Ich habe mit meiner Mutter telefoniert und wusste nicht, was ich auf ihr langes Lamento sagen sollte, aber nix sagen bzw. das akustische Äquivalent eines beruhigenden Nickens hat sich auf jeden Fall nachhaltig falsch angefühlt.
6. Ich habe gestern 94 Minuten Lebenszeit mit dem mit Abstand schlechtesten Film der letzten Monate verschwendet: Die Hard 5. Könnte von der Qualität ein DolphLundgren Film oder so sein.
7. Little L. ist auf den Geburtstag eines seiner Krippenfreunde eingeladen. Er findet das toll, will aber trotzdem nicht hingehen. Vom Kopf her ist es für mich klar: geht er halt nicht hin. Vom Bauch her denke ich: "Aber dann, wenn ich ihn abgemeldet habe, dann will er bestimmt imletzten Moment doch, das ist ja dann auch blöd, soll ich jetzt ein Geschenk besorgen für alle Fälle? Wie meld ich ihn überhaupt bei der anderen Mutter ab? Keine Lust wäre die Wahrheit, aber das ist ja auch irgendwie unhöflich." Und am meisten nervt mich da dran, dass mich das überhaupt nervt.
8. Heute abend lief das Abendessen (grünes Ristto mit Kräuterfrikadellen) genau so, wie ich es mir ausgemalt habe: war echt lecker, aber die motzigen Gesichter/das Geheule der Jungs hat mir echt den Appetit verdorben
9. Ich bin sowas von urlaubsreif, muss aber noch jede Menge Zeug vorher erledigen.

Und in diesem ganzen Generve geht totalunter, dass es hier eigentlich im Moment ganz grossartig läuft: die kryptische Sache ist nämlich in allererster Hinsicht was ganz Tolles, am Freitag war ich auf einem grossartigen Firmensommerfest, Little Q. liest sein genau einer Woche ohne Pause (vermutlich haben wir bald drei Kindles im Haus. Gibts "Beast Quest" für auf den Kindle?), Little L. malt auf einmal richtig cool und schreibt nicht nur seinen Namen, wir haben am Wochenende 6 kg Erdbeeren vernichtet bzw. in grossartige Marmelade überführt, die letzte Krippenferienwoche im Sommer ist betreuungstechnisch ganz ungeplant von meiner Schwester übernommen worden, da freuen sich Jungs, Mann und ich jetzt schon drauf, wir haben heute den erst kalten Nachmittag gemütlich im Kino an der "Monster Uni" verbracht.......... nun denn. Hoffentlich ist dieser blöde Supermoon bald vorbei.

Donnerstag, Juni 20, 2013

Ja, ich will

Auch wenn der Titel anderes impliziert, geht es hier nicht ums Trotzalter, das haben hier nämlich alle mehr oder weniger in Ehren hinter sich gebracht (ist das ein Zeichen von Helvetisierung, dass mein aktuell häufigster Schnellschreibvertipper nicht mehr "nciht" oder "Reaktino" ist, sondern "hinger" statt "hinter"?), sondern .... ums Heiraten!
Wie schon mal erwähnt, ist in des Hübschen Sportfilterbubble das Hochzeitsfieber ausgebrochen und so waren wir am Wochenende am Arsch der Welt im wunderschönen Berner Oberland, um bei einem Jawort zwischen einem Basler und einer Tessinerin dabei zu sein (Vermutlich deshalb und weil die Kulisse einfach traumhaft ist
 
haben sie den Ort am Brienzer See ausgewählt, sicher nicht deshalb, weil man ihn von irgendwoher supergut erreichen kann, wir standen nämlich auf Hin- und Rückweg ordentlich im Stau und die abenteuerliche Strassenführung liess nicht nur die üblichen Verdächtigen in Wohnwägen mit gelben Kennzeichen im Schneckentempo die Serpentinen rauf- und runterkriechen, sondern auch Autos mit Kennzeichen aus durchaus bergigen Kantonen. Wobei ich da immer noch auf getarnte Flachlandtiroler in Mietautos tippe...).
Wir haben uns wieder (genauso) schick gemacht (andere Hüte bei den Jungs, aber es war ja auch richtig heiss),



 sind mit einer gewissen Vorfreude auf unsere Herbstferien am der Abzweigung nach Haliberg vorbeigefahren, und waren dann wie erschlagen vom traumhaften Berg-und Seepanorama.
Die Hochzeit an sich war..... was soll ich sagen. Nur so viel: es scheint nur einen einzgien Trauspruch zu geben oder wir sind wirklich Trendsetter, aber das wage ich fast zu bezweifeln. Aber die Liebe hält ja alles aus und dann ist das halt so. Immerhin hatten Prinz und Fuchs keinen Auftritt. Dafür war der Pfarrer, der in meiner Vorstellung entweder im Package für die die traumhafte kleine Bergkirche

 mitinbegriffen oder eine Art Fundamentalist aus dem Tessin war, ein echtes Unikat. Ich bin ja, je älter ich werde und je mehr ich vermutlich in Sachen Kindererziehung und Religion Stellung beziehen müsste, immer indifferenter in Sachen Religion, aber dieser Pfarrer der wäre ein astreiner Grund, aus der Kirche auszutreten. (Wird auch nicht klappen, der Hübsche hat mich kurz vor Ende darauf hingewiesen, dass das ein katholischer Pfarrer wäre, was die Theorie mit dem Kirchenpackage unwahrscheinlich macht, die war nämlich reformiert, und aus einer Kirche, in der man nicht Mitglied ist, kann man nicht austreten). Andererseits war der Gottesdienst als OneManShow auch wieder interessant anzusehen und ich habe noch nie so oft (eigentlich überhaupt noch nie) die Worte Atombombe, Kernfusion und Ehe im Zusammenhang gehört. Der Pfarrer betonte immer wieder, dass er ja in seinem früheren Leben Mediziner gewesen sei und deshalb zog er auch ganz viele Parallelen zur Transplantationsmedizin (sic!), aber ich denke, die naturwissenschaftliche Ausbildung von Medizinern ist eh noch ausbaufähig. (Also: von dem auf jeden Fall..)
Egal, die Braut war wunderschön, der Bräutigam aufgeregt, die Jungs sind nicht von der Bank gefallen, Little L. nur einmal in den See

 und auch das habe ich vorausgesehen, weil, mal ernsthaft: "Danach würden wir gerne mit euch auf der Seeterrasse des Hotels zum irgendein Tier anstossen"

 und dazu 30°C, das schreit ja nach "Ups, jetzt bin ich ausgerutscht und bin nass bis zu Papas Seidenkrawatte" und so hatte ich ja genug Wechselklamotten dabei.

Wie üblich hat sich das Brautpaar Geldgeschenke gewünscht (diesmal übrigens nett in drei Sammelboxen sortiert nach "Home sweet home", " für die Reisekasse" und "für den guten Zweck". Und nachdem ich ja kein grosser Bastler bin, kam mir die Stickdatei "Say Yes" von Susalabim/Kunterbuntdesign gerade recht, da kann man nämlich Brautpaarfiguren im unnachahmlichen Susalabimstil in the hoop sticken und denen haben wir dann das Geldgeschenk als überdimensionale Fliege umgebunden.

Ich habe aus Organzaresten der Braut noch einen Schleier an den Dutt genäht und das mit einem Glitzerperlchen hinten zusammengefasst, aber das hat der Hübsche wohl nicht fotografiert ;-). Sah aber toll aus und wer das selber auch mal ausprobieren will, kann heute abend direkt bei Kunterbuntdesign shoppen gehen und die Maschine heissrattern lassen!

Montag, Juni 17, 2013

Hier so

Mir wurde ja zugetragen, ich wäre so still, dass man sic Gedanken mache. Also: alles super, im realen Leben bin ich auch gar nicht still, sondern eher eine Mischung aus am Rumrotieren, weil alles auf einmal kommt, und den SOMMER geniessen.
So war das WE eine Mischung aus "wir stehen einmal quer durch die halbe Schweiz und zurück im Stau", weil Freunde vom Hübschen geheiratet haben und sich dafür eine zwar wirklich spektakuläre Kulisse ausgesucht haben, aber eben auch einen Ort, der zwar in der Mitte der beiden Herkunftsorte des Brautpaars lag (Lugano/Basel), aber dementsprechend auch für alle echt blöd zu erreichen war. Es gibt coole Bilder, aber nicht jetzt, weil jetzt bin ich auf dem Sprung und muss zu einem Fortbildungskurs.
Eigentlich hätte ich richtig gemütlich ausschlafen können, weil der Bus erst um halb neun fährt, aber uneigentlich hatten wir letzten Donnerstag mit dem Engineering noch einen  Vorher-Vorort-Termin im Betrieb abgemacht und deswegen bin ich schon um halb sechs aufgestanden und stand vor dem Dilemma, betriebs- und hitzewellentaugliche (und kurstaugliche, da hiess es nämlich: bequem/leger) Kleidung finden zu müssen. In echt hat dann niemand ausser mir an diesen Termin gedacht und so stand ich um halb acht mutterseelenallein vor unserem Trocknerladerohr und bin jetzt einfach nur zu früh für den Bus. Naja.
Apropos Sommer und Hitzewelle: ich habe ja schon mal über die modischen Leiden einer Betriebschemikerin berichtet, im Sommer potenziert sich das Ganze, weil: T-Shirt ist ja noch okay, da zieht man im Betrieb dann den langärmligen Labormantel drüber, aber weder Röcke noch kurze Hosen gehen aus Sicherheitsgründen (ach ja: Sicherheitsschuhe sowieso, aber die kann man recht schnell wechseln und so sitze ich meist nicht mit den Tretern im Büro). Tja. Was will man machen? Klar stiefele ich nicht acht Stunden am Tag im Betrieb rum, aber andererseits: viermal am Tag umziehen? Auch doof. Ich habe mir also eine modisch ganz ausgefuchste Variante überlegt: ich ziehe Hochkrempelhosen an. Der Profi sagt dazu, habe ich bei meiner letzten "VIP-Sale, nur noch heute"-Esprit-Bestellung gemerkt "Turn-up-Hosen" und die kann ich im Betrieb sozusagen runterlassen, im Büro pflege ich den Anglerlook und habe halt so Dreiviertelhosen. Immerhin ein bisschen Luft. Neben dem Suchbegriff "Turn-up" habe ich sonst noch nach "Crinkle"-gesucht, weil da kann ich auch mal Blusen, Tuniken etc. anziehen, ohne das verhasste Bügeln, weil das muss ja so. Hach. Und so ist mein Sommer arbeitskleidungstechnisch geritzt: verknittert und hochgekrempelt. Oder auch "Bequem leger".
Genug der Nichtigkeiten, ich muss zum Bus.

Dienstag, Juni 11, 2013

Wie Anne Schüssler meinem Mann den Tag versüsste oder warum meine Kollegen die cooleren sind

Gestern hat Anne Schüssler mal wieder Teile vom Internet erklärt und ich (sharing means caring) habe aus Gründen erstens den StarTrek-Facepalm-Link und die Erklärung des m( -Smilies dem Hübschen geschickt. Er hat sich ehrlich gefreut, v.a., weil er ja eigentlich der nerdigere von uns beiden ist (glaubt er) und dann ist das doch schön, wenn ich auch mal coolen „Beifang aus dem Internet“ ((c) für den Ausdruck: Kaltmamsell) anschleppe. Zum anderen hat er wirklich Bedarf an Visualisierungen für „Facepalm“, auch wenn das jetzt im aktuellen Fall ziemlich in die Hose ging. Er hat den „Double Facepalm“ (einfacher hat wohl nicht gereicht) eingesetzt und von seinen Kollegen ratlose Kommentare wie „Das ist doch StarWars?“ oder „Star Trek, ist das nicht voll uncool?“ bekommen.

Und da kommt der Punkt, wo ich mit meinen Kollegen angeben muss: ich kann in der Schlange zum Mittagessen, wo jedesmal so viele Leute anstehen, dass es sogar Wegweiser und eine Videoanleitung gibt, wie man schneller an sein Futter kommt, was nix nützt, weil der normale Naturwissenschaftler offensichtlich ein Gewohnheitstier ist und wenn man um 11:35h Mittagessen geht, dann macht man das so, auch wenn man um 11:20h vielleicht weniger lang anstehen müsste, um mich schauen und beim Anblick eines mir unbekannten Mitarbeiters, der original genau so aussah, automatisch rausblubbern: „Guck mal, Hologramme müssen auch essen“ und meine Kollegen wissen erstens sofort, wen ich meine und zweitens, worauf ich mich beziehe (gut, nicht alle, aber die anderen schauen auch ganz wissend). Das ist mir schon letztes Jahr auf dem Abteilungsfest positiv aufgefallen, als ich in der Schlange am Grill einen Kollegen nur fragte, ob er vllt. auch Breaking Bad schauen würde, und schon wusste er, dass ich den einen Mitarbeiter gesehen hatte, der aussieht wie Walter White. (Und nein, leider sind auch meine Kollegen nicht perfekt: man erinnere sich an diesen Tag, wobei: die waren von einer anderen Site, und auch die Ingenieure fanden es gar nicht witzig, als sie nach bedächtigem Kopfwiegen meinten, sie bräuchten mindestens eine Woche zur Reparatur, mein Chef ihnen maximal drei Tage zugestand und ich dann zwinkernd in die Runde warf, dass sie jetzt nach guter alten Sternenflottentradition sagen müssten: „Okay, wir schaffen es in einem“)

Hach. So mag ich das Internet (und dabei hab ich den Kackzwerg noch gar nicht angebracht <3)

Montag, Juni 10, 2013

Wochenende in Bildern

Badesaison wurde eröffnet (ENDLICH!)

Incl. Kinderaufrüsten und der üblichen sommerlichen Nachbarschaftskämpfe

Kurze-Hosen-Saison wurde auch eröffnet (und weil ich ein Faulpelz bin, sehen Sie hier auf dem Bild das, was ich mit dem quadratischen Instagramformal für #609060 immedr abschneide

Irgendwie sind die Kinder in den Besitz eines Lego-Ironmans und der Superhelden-DVD von Lego gekommen. Seitdem trägt man zum Laserschwert gerne mal Cape und Maske (Little L. will freiwillig Robin sein)

Auch Superhelden müssen giessen. Hier die frischgekaufte Clematis (habe ich schon die Geschichte von unserem neuen Zaun erzählt? Das ist er auf jeden Fall.)

Kuchen gabs auch: den weltbesten Marmorkuchen a la Kaltmamsell

Man siehts nicht so richtig, aber ich habe kurz vor diesem Foto versucht, die Jungs damit zu beeindrucken, dass ich mich voll bekleidet seitlich in den Pool geschmissen habe. Hat leider auch gestern niemanden richtig beeindruckt.

Abends wurden dann die "Reste" vom Grillen mit Freunden am Vorabend gegrillt (und das Gefrierfach gefüllt ;-), Little L. und ich waren am Freitag hungrig einkaufen). Die Jungs haben das erste Mal s'mores bekommen und für lecker befunden, nur an der Abstimmung der Grösse Marshmallow vs. Keks/Kindermund müssen wir noch arbeiten.

Klingklonk

Sie kennen diesen blöden Spruch über Männer und Frauen und Mars und Venus und so? Ja?
Also. Im Hause Brüllen sieht das dekotechnisch im Prinzip so aus: ich bin ja nun kein Rumstehgedönsfreund, kein Freund von Vintage, Shabby Chic, Spitzendeckchen und so, gemütlich darf es aber schon sein. Zu Weihnachten packe ich mit Freuden unsere Dekokiste aus (und spätestens Heiligdreikönig wieder ein), ich mag verstecktes Dekogedöns im Garten, ich mag bunte Sofakissen und brauche eine Decke auf dem Sofa und die darf gerne bunt und kuschlig sein. Der Hübsche jedoch..... ich glaube, wenn ich ihn lassen würde, würde er in so einer grauenvollen Junggesellenwohnung a la Barney Stinson aus Stahl, Glas und schwarzem Leder leben (ohne den Stormtrooper vermutlich, der steht ja nur dumm rum). Ich lasse ihn aber nicht und so haben wir bunte Kissen und ein Sofa in Wildlederoptik und eben ein kleines Windspiel. Das habe ich bei meinem "Ohhhhh, es gibt einen Rice-Verkauf bei Limango, alles meins"-Flash bestellt und es ist echt niedlich: wir haben das Modell mit dem knutschenden Nilpferd und dem Storch. Es ist handlich und glitzert und bimmelt ganz zart.

 Erst habe ich es an den Haken an unserer Vordachkonstruktion gehängt, aber dann kam ja der Monsun und der Rosenstrauch dort ist explodiert und man sieht nix mehr glitzern und hört nix mehr bimmeln, also habe ich es auf unseren Balkon vor dem Schlafzimmerfenster gehängt. Da hätten Sie den Hübschen mal grummeln hören sollen: "Boaaaaah, und ich sags dir, wenn das so laut wird, dass ich nicht schlafen kann, dann kommt das aber ganz schnell wieder weg." Wurde es nicht. Es hing da so, sah niedlich aus (bisschen klein), bimmelte zart, alles wunderbar. Bis der Hübsche damit rausgerückt ist, dass sein geheimer Wunsch schon immer ein grosses Holzwindspiel wäre und das würde ja auf dem grossen Balkon viel besser aussehen. Ich bin ja Dekoideen, sofern sie nicht aus Leder, Stahl und Glas bestehen, gegenüber immer aufgeschlossen und so haben wir auf unserem samstäglichen spontanen Baumarktbesuch (wir haben dringend sofort eine Clematis gebraucht) ein juhuuu, um 50% reduziertes RIESIGES Holzwindspiel gekauft und aufgehängt. Das kleine Glitzerwindspiel hängt jetzt wieder im Rosenbusch.

Nun ja. Rein optisch passt das grosse Windspiel wirklich besser dahin. Aber. Es hängt wirklich direkt vor unserem Schlafzimmerfenster und es ist wirklich gross und dementsprechend wirklich laut. Und am Samstag abend kam so ein Gewittersturmdingens bei uns vorbei.Ich hab nix gesagt, ich bin abends so müde, ich würde vermutlich auch neben der sprichwörtlichen klappernden Mühle am rauschenden Bach schlafen. Ziemlich genau so klang es Samstag Nacht dann auch. Um halb zwei ist der Hübsche dann entnervt auf den stürmischen Balkon gerannt, um das lärmende Teil einzusammeln. Sonntag morgen wurde es wieder aufgehängt, Sonntag abend kam dann wieder das Sturmtief. Jetzt wird es, je nach Wetterlage, unten zusammengebunden, dass es Ruhe gibt.

Sieht natürlich auch nicht mehr so gut aus dann, aber bei so einem Sauwetter ist eh keiner draussen.
Ich sag übrigens gar nix, freue mich über das Glitzern und Klimpern im Rosenbusch und des Lebens.

Sonntag, Juni 09, 2013

Alle doof ausser mir

Die letzten Tage schlagen die Wogen im Internet ja hoch von wegen Hochbegabung, Mobbing, Arschlochseindürfen/-müssen oder eben auch nicht und eigentlich wollte ich jetzt eine Brandrede schreiben mit dem Kernthema "Hochbegabung ist kein Fluch und sicher nicht der Grund dafür, in Selbstmitleid zu versinken", mit einem eleganten Schwenk über Selbstdiagnostizierer, die für mich ja zu den typischen Internetauswüchsen gehören, zum Schluss kommend: "Bloss, weil Du dein Leben nicht auf die Reihe kriegst, sind nicht alle, die das schaffen und dabei glücklich sind, entweder doof oder passen sich krankhaft an".
Aber heute ist so schönes Wetter, ich muss meinem kleinen Sohn die Zähne nachputzen, gleich kommt die Sendung mit der Maus und so schreibe ich das jetzt halt nicht und verweise auf den grossartigen Artikel von Journelle, die den Teil mit "Es gibt nicht nur einen besonderen Menschen gegen all die anderen 08/15-Dummies" in wohlgesetzte Worte gefasst hat.

Freitag, Juni 07, 2013

Gestatten, Little L.

Heute hat Little L. von meiner Seite ungeplanterweise das gesamte Managementteam meines Bereichs kennengelernt und das war so: Wir hatten ja die gesamte Woche diesen Workshop und sollten eigentlich unsere Ergebnisse gestern zum Abschluss dem Chefchefchef vorstellen. Der war aber dann irgendwie nicht da, auch keiner seiner Stellvertreter, also wurde der Termin auf heute morgen geschoben, da war der Chefchefchef zwar immer noch nicht da, aber eben der ChefChef, sein Stellvertreter. Ich, ganz im Workshopflow, habe mir also gedacht: ach, für die eine Stunde, da komme ich auch an meinem freien Tag, und ach, für die eine Stunde, da benimmt sich Little L. schon, kann er mir ein paar neue Level StarWarsAngrybirds freispielen, da nehm ich ihn einfach mit. Ich habe ihn also gestern an der Porte vorangemeldet (dazugelernt), dann heute morgen mit ihm zusammen den Ausweis abgeholt, im Büro meine Tasche abgestellt (natürlich mit dem Handy drin, nix also mit neuen Leveln), Malsachen aka Neonmarker eingepackt und das Sitzungszimmer geentert. Little L. fand es ja schon supercool, dass man da an einer grossen Glasfront oberhalb der Werkstatt entlangläuft und hätte da am liebsten die ganze Zeit nur runtergelächelt und gewunken. Er hat dann aber festgestellt, dass es im Sitzungszimmer Schokolade und Brezen gibt und ausserdem viele Leute und eben das Malzeug. Ich habe mich ein wenig gewundert, dass der Chefchef zur Vertretung eben fast das gesamte Managementteam mitgebracht hat, aber da hatte ich das Kind ja schon dabei und so weiss ich jetzt, dass der OPEX-Champion astreine Hasen malen kann, der Instandhaltungschef einen Werbemittelschrank mit Corporate-Sigg-Flaschen, von denen Little L. für sich und. Q. je eine mitbekommen hat, dass der Planungschef ein bisschen Angst vor Little L.s Reichweite mit den Textmarkern hatte und mein ChefChef sich sogar daran erinnert hat, wie Little L. heisst und dass er eine OP hatte. (Hätte es übrigens alles gar nicht gebraucht, Little L. war nämlich mustergültig brav auf meinem Schoss und hat einfach nur gemalt und Schokolade gegessen und am Schluss hat mich ein Kollege charmanterweise gefragt, womit ich so ein braves Kind verdient hätte. Der Verweis auf den ersten Blockbuster unseres Arbeitgebers (nur Witz, liebe Elternpolizei) kam da gerade recht ;-). Die Präsentation kam auch richtig gut an und so sind wir dann blitzschnell zu unserer normalen Freitagsroutine (Einkaufen und so) übergegangen.
Jetzt: erst Sandalen kaufen, dann Planschbecken und Eis. (Eigentlich) Freier Freitag will zelebriert werden.

Donnerstag, Juni 06, 2013

Lasset die Wasserspiele beginnen!

Endlich, endlich ist es hier soweit: der Sommer ist da, wir haben übers Wochenende knapp 30°C vorausgesagt, ich denke, wir werden unser Planschbecken endlich auspacken können (Gottseidank sind wir hier am Oberrhein vom Hochwasser sowieso nicht betroffen und zweitens wohnen wir ein Stückweit oberhalb).

Passend zur Sommerstimmung gibt es heute abend bei Kunterbuntdesign zwei neue Stickdateien, einmal eine von Susalabim mit lauter Badenixen. Ich habe wieder mal ein Stückchen meines ehemals Alien-Kostüms geopfert und die superniedliche Nixe auf ein Geburtstagsshirt für eine von Little Q. Klassenkameradinnen genäht. (Die Haare sind aus den langsam wirklich allerletztenResten des Baumwollfleeces, aus dem ich seinerzeit das Wolfskostüm genäht habe).



Hintendrauf passt ein Seepferdchenaufnäher von MyMaki, von denen ich auch noch ein paar in meiner Schublade habe.

Das Pendant für coole Jungs (und Mädchen natürlich) kommt von HamburgerLiebe, nämlich die grossartige Kombination von Haien und Surfern. Nach unserem USA-Urlaub letztes Jahr sind die beiden Jungs ja total angefixt, was Surfen angeht, da haben sie mir die Motive nur so aus der Stickmaschine gezogen.
Little Q. zB hat kaum noch lange Hosen, die an den Knien (übrigens immer das rechte) kein Loch haben und so habe ich den Riesenaufnäher für die Lieblingsjeans
und einen Jeansflicken mit anderem Hai für die Lieblings-gefütterte Stoffhose genutzt (Boah, mit der Hand aufnähen..... sowas von nicht meine Kernkompetenz....)




Immerhin können die beiden Hosen nach dieser lebensverlängernden Massnahme wieder weiter eingesetzt werden.
Für Little L. gab es ein gepimptes Fertig-T-Shirt, auf das ein, logisch, blonder Surfer incl. Text drauf kam:
Das "Textfeld" habe ich mit zwei meiner vier Millionen Zierstiche aufgenäht., war gar nicht schwer!
Ich bin ja an sich ein knallharter "direkt auf Jersey-Sticker", wobei das zu einem Gutteil auch daran liegt, dass ich nicht ordentlich aufnähen kann. Diesmal habe ich den Spiess umgedreht und den Surfer auf ein unzugeschnittenes Reststück Jersey gestickt, das dann mit Sprühkleber auf das Shirt geklebt, dann mit gemächlicher Stickgeschwindigkeit so nach Gefühl drumrumgenäht und dann mit der Stickschere den Überstand gleichmässig abgeschnitten. Cool, oder?



Also: beide Dateien gibt es ab heute abend bei Kunterbuntdesign, viel Spass schon mal und danke fürs Ausprobierendürfen!

Mittwoch, Juni 05, 2013

Tagebuch-5: Was machst du eigentlich den ganzen Tag im Juni?

Es ist soweit: ich würde gerne wieder wissen, wie Sie so diesen ganz unspektakulären (bei uns zumindest) Mittwoch verbringen!
Machen Sie mit, schreiben Sie Tagebuch, tragen Sie sich unten in die Linkliste ein und spitzen Sie in die freigegebenen Wohnzimmer ;-)

Sorry, jetzt sollte man alles sehen!

Mein Tag heute begann (selber verschuldet) um 5:45h. Ich hatte nämlich gestern abend noch den glorreichen Plan, ein Brot zu backen, damit ich heute keins kaufen muss. Die Backmischung aus der lokale Mühle war aber keine „Kipp Hefe dazu, lass es eine Stunde gehen und dann rein in den Ofen“, sondern eine mit Roggensauerteig und „8-10-Stunden im warmen Wasser einweichen lassen“. Also, damit das noch halbwegs was werden konnte, musste ich also ein bisschen früher raus als sonst. In der Zeit, bis das Brot fertig war, gab es die übliche Morgenroutine aus Kaffee, Frühstück für die Grossen, Kinder aus dem Bett schütteln, schminken (also: mich), mehr Kaffee, anziehen, Katze Tabletten verabreichen (dazu später), und Punkt sieben Brot aus dem Ofen raus, Kinder, Mann und mich ins Auto und ab zur Krippe. Um zwanzig nach sieben hatte ich mich von all meinen Privatmännern verabschiedet und war auf der Autobahn unterwegs zu meinen Berufsmännern (Herbert Grönemeyers „Männer“ passten wunderbar zu meiner Stimmung, weil ich im Moment noch enger in einem noch männlicheren Umfeld arbeite als sonst.)

Um halb acht war ich also im Büro und hatte noch eine knappe halbe Stunde Zeit, um Dringendes mit meinem Chef zu besprechen (eine arbeitshygienische Risikoanalyse für eine anstehende Produktion, in der abgeschätzt wird, bei welcher Tätigkeit die Arbeiter welcher Menge von welchem Stoff wie lange ausgesetzt sind und welche persönliche Schutzausrüstung dementsprechend vorgeschrieben werden muss. Wie so oft gingen unsere Einschätzung, die der Arbeitshygieneabteilung und des werksärztlichen Diensts ein wenig auseinander ;-) und ein paar Details einer Stufenrisikoanalyse, wo man die Sicherheitsrisiken bei einer Produktion eben abschätzt und Massnahmen definieren muss, um diese zu minimieren. Die Pharmabranche ist eh schon so unbeliebt –hier vor Ort als einer der beliebtesten Arbeitgeber natürlich nicht-, da möchte man natürlich ungern Negativschlagzeilen machen, weil am Ende denr Rhein gekippt oder ein Stadtiviertel in die Luft gesprengt hat. Da wärs dann mit dem Beliebtheitsgrad als Arbeitgeber auch ganz schnell vorbei. Wenn ich hier schon den Erklärbär mache, dann werde ich schnell noch die dritte Sorte Risikoanalyse los, mit der ich mich sehr viel beschäftige: das ist die Qualitätsrisikoanalyse. Bei meinem alten Arbeitgeber war ein gerne angebrachter Satz in Risikoanalysenmeetings: „Ja, aber wenn das passiert, dann ist das kein Problem, das würde ja nur die Qualität beeinflussen“. Jetzt stelle ich natürlich nicht mehr UV-Stabilisatoren für Kunststoffe her, die natürlich auch ganz grossartige Produkte sind, bei denen die Qualität aber nicht ganz so essentiell ist wie bei Medikamenten. Und so wird für jedes Produkt und jede Stufe, die produziert wird, nicht nur die Sicherheit der Mitarbeiter, Anlagen, Anwohner und Umwelt geschützt, sondern auch die Qualität des Produkts und sämtliche möglichen und unmöglichen Einflüsse darauf werden analysiert, abgeschätzt nach Wahrscheinlichkeit, Tragweite und Detektierbarkeit und dementsprechend Massnahmen getroffen, um das zu verhindern.).

Jetzt aber: diese Woche steht für mich jedoch v.a. im Zeichen unseres Workshops, in dem wir in einem Team aus Elektrikern, Rohrschlossern, Mechanikern, Schichtleitern und Schichtarbeitern, Ingenieuren, Wartungsprofis und mir unsere Anlage sowie den Instandhaltungsplan und diverses anderes aus Gründen (wie immer: keine Details, ich müsste Sie sonst alle töten) genau überprüfenm strählen und für die Zukunft einen Plan entwerfen, wie unser Schätzchen blinkt und strahlt und immer genau das tut, was wir wollen. Zu diesem Zwecke sind wir seit Montag morgen jeden Tag (morgen noch….) entweder in einem kleinen Räumchen voller R&I-Schemata und Wartungsprotokolle zusammengesperrt oder krabbeln durch die vier Stockwerke, die unsere Anlage belegt und kontrollieren Pumpen, Kessel, Wäscher, Niveauanzeigen, Notfallblitzleuchten, Wartungsluken, Beschriftungen, Gleitringdichtungen, Ölniveaus, Totmannschalter, Zentrifugen, Rührwerke, Trockner, Austragskabinen, Wäscher, Heizkühlmodule, Pumpen, Soleleitungen, Dampfleitungen, Gasstationen, habe ich Pumpen erwähnt? Dazu kraxeln wir bekleidet mit normaler Kleidung, drüber Kittel, Anstosskappe, Schutzbrille, und den eigentlich bequemen, aber richtig schweren Sicherheitsschuhen mit Stahlkappen und bewaffnet mit Ordnern und Listen und Fotoapparat und Schreibzeug trepp auf und ab, auf Kabinendächer, hinter Kabinen, in Halbstockwerke (ich kam mir vor wie in Hogwarts), und ich bin sehr beruhigt, dass auch die Schichtleute, die ja auch normalerweise recht viel auf den Beinen sind, das anstrengend finden. Vorteil an dem Ganzen ist, dass es in unserem Räumchen Gipfeli, Kaffee und Schokolade satt gibt, Nachteil ist, dass mir meine Beine heute abend so weh tun, dass ich nicht weiss, wie ich jemals wieder aufstehen soll.
Mittagspause gabs allerdings trotzdem und ich hatte sogar noch ein bisschen Zeit, um ein paar Mails zu beantworten, bis es von 13-16:00h weiterging.
Nach einem Schwätzchen mit dem Chefchef, der mich im Urlaub wähnte, weil ich ja workshopbedingt bei sämtlichen Abteilungssitzungen diese Woche fehlte (entschuldigt natürlich ;-)) machte ich heute dann schon eher Schluss und düste nach Hause, erstmal die Katze einfangen, mit der ich um fünf einen Tierarzttermin hatte. Unsere Katze hat nämlich was richtig ekliges, einen Analdrüsenabszess, der jetzt wegen „ist immer noch nicht weg“ schon zum vierten Mal von der Tierärztin gereinigt und gespült wurde. Zusätzlich zu den Antibiotikatabletten, die wir unserer äusserst unkooperativen Katze zweimal täglich verabreichen, kommt jetzt neu etwas entzündungshemmendes dazu und dann sollte das langsam endlich mal gut sein.
Auf dem Heimweg habe ich dann um halb sechs die Jungs aus der Kinderkrippe abgeholt (yay. Little Q.s Gruppe war heute das erste Mal diese Saison an der „Piratenbucht“ am lokalen Bach und damit meine ich nicht den Rhein und „Mami, davor, da war so eine Art See und ich hab extra noch meine Socken ausgezogen und die Chucks dann wieder an und bin dann erst durch den See gelaufen, weil ich wollte ja keine kalten Füsse kriegen und musste auf der anderen Seite wieder den Abhang raufkommen und dann bin ich ausgerutscht und naja, deswegen hab ich jetzt die Ersatzkleider an und die anderen und die Schuhe sind unten in der Garderobe in einem Plastiksack.“) daheim dann direkt unter die Dusche (Little L.s Gruppe hat die Sandkastensaison eröffnet. Neue Regel: nicht mit dem Bobbycar die Rutschbahn runter) gestellt, kurz mit dem Hübschen abgeklatscht, der sich nach Tabletten in die Katze auf den Weg zum Sport gemacht hat, die erste von drei Waschmaschinen angeworfen, mich innerlich sehr gefreut, dass die Putzfrau da war und einen grossartigen Job gemacht hat, Abendessen (mit dem eben in aller Herrgottsfrüh gebackenen Brot) auf der Terrasse vorbereitet, die Jungs schnell in die Dusche zurück zum Haarewaschen geschickt, und dann beim Abendessen zu dritt bei einem alkoholfreien Russn erstmal durchgeatmet (Hausaufgabenkontrolle viel diesmal aus, die waren nämlich „15 Minuten Seilspringen“ und in der Kinderkrippe erledigt worden. Vor der gesamten Little L.Gruppe als begeisterten Zeugen).
Während der Nachrichten ist mir dann siedendheiss eingefallen, dass ich die ganze Zeit ja noch bei meiner Mutter daheim anrufen wollte, die ja an der Isar wohnt, allerdings auf einem Berg und so vom Hochwasser nicht direkt betroffen ist (allerdings sind bei Nachbarn, die ich nicht kenne, zwei Hühner, die ich auch nicht kenne, ertrunken. Soviel meine News aus den bayerischen Hochwassergebieten).
Um halb acht hatte ich die Jungs durchs Bad geschleust und wir kuschelten uns alle gemeinsam in Little L.s Bett, um giggelnd eine Geschichte von kleinen Nick vorzulesen. Um kurz nach acht war Ruhe im Karton und ich sitze jetzt, nach einem Umweg über die Dusche (8h Rumklettern sag ich nur) mit einem Aperol Sprizz auf dem Balkon, habe mir die Fingernägel rosa glitzrig lackiert (soviel Testosteron, wie ich diese Woche abbekomme, das muss ich erstmal kompensieren ;-)) und kann mich nicht mehr rühren. (Was schade ist, weil erstens hätte ich jetzt gerne eine Decke, meinen Kindle und einen Refill und zweitens müsste jemand die Spülmaschine und die Waschmaschine ausräumen und drittens Little Q.s Znünibox für morgen vorbereiten……)

Irgendwann wird der Hübsche heimkommen und wenn ich bis dahin nicht eingeschlafen bin und mich langsam vielleicht wieder bewegen kann oder er mich nach unten trägt, dann schauen wir noch ein, zwei Folgen HIMYM an…..






Dienstag, Juni 04, 2013

Nicht vergessen: morgen Tagebuch-5

Nicht vergesssen, morgen ist wieder "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"-Tagebuchblogging wie jeden 5.
Wer nicht weiss, was das heisst, der ist dumm, bumm, schaut hier mal nach!
Bei uns gibt es morgen einen bei der Arbeit nicht ganz typischen Mittwoch (vielleicht werde ich Jeans tragen, man darf gespannt sein), ansonsten den üblichen Mischmasch aus Kindern, Terminen, unauasgeschlafen in den Tag starten und viel zu spät ins Bett kommen.
Ich würde mich freuen, wenn Sie dabei wären. Die Linkliste wird sich morgen früh dann automatisch freischalten (hoffe ich).

Montag, Juni 03, 2013

Dies, das und mehr

Wir hatten ein grossartiges Wochenende. Es gab Besuch aus dem Internet und unsere Jungs haben sich so gut verstanden, dass wir einen gemütlichen Abend bis um halb eins hatten (ja, die Jungs waren auch noch wach und niemand hat geheult), wir haben gelacht, nebenbei ein bisschen fussballgezittert (holla die Waldfee, jetzt weiss ich, wie Fan geht), wir haben extrem lecker gegessen (Spargel! Erdbeercupcakes! Ottolenghi-Knoblauchtarte), wobei mich das eigentlich schon direkt zum nächsten Thema bringen würde. Erst also noch schnell dies: Aufhänger für den Besuch war die Weitergabe unseres Babybetts. Nach Little Q.s und L.s Schlafverhalten wollten und konnten wir keine Garantie für den Schlafkomfort da drin geben, weil die es ja kaum dazu genutzt haben, aber man kann als Erwachsener prima davor sitzen und zum Einschlafen Händchen halten und wenn man es als Beistellbett nutzt, kann man darin prima die Einschlaflektüre lagern, während das Kind auf einem drauf liegt. Aber. Eben, das Bett war damals ein absolutes Wunschbett und deswegen stand es immer noch auf dem Speicher und nicht im Secondhandladen. Aber so: verkaufen an jemanden, den ich lange kenne und mag, das ist doch eine tolle Sache.

Jetzt aber zum Herrn Ottolenghi: die berühmtberüchtigte Knoblauchtarte schmeckt grossartig und ich finde die Mengenangabe für 8 Personen auch echt übertrieben. Bei uns war das für 4 immer schon extrem knapp und für drei gut. Gestern haben dann der Hübsche und ich zu zweit die gesame Portion vernichtet, ausserdem hatte ich frischen Knoblauch gekauft und weil ich dachte, dass der nicht ganz so scharf/aromatisch ist wie der normale, habe ich mal vier Knollen reingetan. Was soll ich sagen: schmeckt immer noch grossartig, aber für zwei Leute ist diese Menge jenseits der empfehlenswerten Dosis. Weit jenseits davon. Lustig ist, dass ich heute (und die ganze Woche) einen Workshop habe mit viel Anlagenbegehung und vor Ort-Terminen und weit weg von meiner gewohnten Toilette. Spannende Sache. Für alle.

Und so kommen wir auch schon zum dritten Punkt: Workshop mit "Wir krabbeln durch die hintersten Winkel der Anlage" und ich habe dementsprechend zum ersten Mal seit ungefähr drei Jahren Jeans zur Arbeit angezogen. Lustigerweise entspricht mein Outfit für einen kleidungstechnisch extrem legeren Tag bei der Arbeit genau bis hin zum Schal (Stern des Südens, wieder mal, womit der Kreis zum ersten Punkt geschlossen wäre) genau dem Outfit für den sonntäglichen Museumsbesuch letzte Woche, incl "Rebellen"-Shirt.Ich weiss jetzt nicht, ob das mehr über meine Wertschätzung der Arbeit oder mein Wohlfühlgefühl im Museum oder meinen krampfhaften Wunsch, alles in einen Zusammenhang zu bringen aussagt.