Samstag, März 25, 2017

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study_of_development_2 pt.08

Mein lieber Lennibenni,
heute ist Dein achter Geburtstag. Vor einer Woche kam Dein Mincousin zur Welt und ich musste mir beim Bilderanschauen eingestehen: so niedlich ich dich immer noch finde, Du bist kein Baby mehr. Kein bisschen. Das ist aber auch nicht schlimm, kein Mensch möchte ewig niedlich sein.
Du hast Dich im letzten Jahr zu einem richtig coolen Jungen entwickelt. Für Dich besonders wichtig war (und das sieht man auf dem Foto richtig gut :-)), dass Dir endlich die Milchzähne auszufallen begannen. Während die ersten Freunde schon im Kindergarten stolz ihre Zahnlücken zeigten, ging es bei Dir bis zum Ende der ersten Klasse.
Überhaupt: Schule. Das machst Du total selbständig und ... mit links. Ich kriege das alles gar nicht so mit und bin dann immer überrascht, was Du alles kannst, was Du Dir alles selber hergeleitet hast und wieviel Du weisst. Eine Zeitlang gab es immer mal wieder Extrawege zur Schule, weil Du die Hausaufgabenmappe oder irgendwas anderes vergessen hattest, aber auch das gehört mittlerweile der Vergangenheit an.
Du hast immer noch Deine allerbesten Freunde von ganz von Anfang an in der Kinderkrippe, aber auch unter den Kindern, die Du erst in der Schule kennengelernt hast, hast Du Freunde gefunden.
Du wirkst zwar sehr ruhig, aber wenn Dir etwas nicht passt oder Du Dich ungerecht behandelt fühlst, dann kannst Du richtig wild werden. Das überrascht dann manchmal Leute, die Dich dank Deiner grossen blaugrauen Augen und dem hübschen Grübchen in die Schnuckischublade einsortieren.
Du liebst das Geräteturnen und Deine Wölfligruppe. Ich geniesse den Weg durch den alten Dorfkern jeden Montag nach dem Turnen, diese Zeit gehört nur uns beiden.
Du bist ein ganz grosser Tierfreund (besonders Hunde haben es Dir angetan) und hast echt ein Händchen für Vierbeiner.
Ich bin so froh, dass am Ende der ersten Klasse der Leseknoten so geplatzt ist, dass Du mittlerweile im gleichen Tempo wie Little Q. Bücher verschlingst. Die Damen in der Dorfbibliothek kennen Dich nun schon sehr gut und wundern sich nicht mehr, wieviele Bücher Du jeden Samstag nach Hause schleppst.
Du bist auch nach wie vor ein Frühaufsteher. Obwohl Du jetzt auch jeden Abend bis 21:00h lesen darfst und das auch ausnutzt, bist Du doch immer vor dem Weckerläuten wach und leistest mir (lesenderweise) beim Frühstück Gesellschaft oder aber (am Wochenende) du kuschelst Dich mit dem Kindle aufs Sofa, während der Rest der Familie noch schläft. Was Du von mir geerbt hast, ist definitive die unterirdische Laune bei Unterzucker. Anders als ich gehst Du damit ziemlich zivilisiert um und sagst zB "Ich würd jetzt am liebsten lostoben, aber das liegt wohl nur daran, dass ich hangry bin, ich esse mal eine Banane."

Mein lieber kleiner grosser Lennibenni: bleib so, wie Du bist, das ist perfekt so!
Ich hab Dich lieb
Deine Mama 


Freitag, März 24, 2017

Geburtstagsvorbereitungsgeräusch

Morgen ist es ja so weit: Little L. wird 8. Und wenn man am Samstag Geburtstag hat, dann feiert man natürlich direkt am eigentlichen Geburtstag (ich dachte ja, er würde die Pfadi-Übung ausfallen lassen, aber er war letztes Mal so begeistert und anscheinend gibt es morgen eine Fortsetzung, also wird Little L. einen Teil seines Geburtstags im Wald verbringen :-)).
Dementsprechend haben der Hübsche, Q. (der sich fast so sehr auf den Geburtstag freut wie L.) und ich den ganzen Nachmittag ohne nervöses Geburtstagskind Zeit, alles für die grosse Lennywood-Party vorzubereiten.
Diese Party wird irgendwie eine mit recht wenig Vorbereitung, soweit ich das jetzt abschätzen kann.
Wir haben heute Blumen besorgt und pusten Ballons auf, weil Little L. seit er sprechen kann, darauf besteht, dass ein Geburtstag nur dann ein Geburtstag ist, wenn es gelbe Blumen auf dem Tisch gibt und "Ballöner".
Gleich gehe ich Geschenke einpacken (ich sags mal so: es könnte sein, dass ich aus der Furby-Sache nichts gelernt habe und wir noch was besseres in petto haben :-))
Morgen stellen wir das "LENNYWOOD-Sign" auf, bereiten den roten Teppich, die Fotowand, den Kinosaal, Buffet, Matratzenlager, Mitbringselboxen und Frühstück für den nächsten Morgen vor, und zack, fertig. Upsi. Vielleicht ist es doch noch ein bisschen zu tun. Ich bin dann mal Kuchen bepinseln.

Donnerstag, März 23, 2017

Donnerstag

Nach dem Obermittwoch folgte heute eine Art Überdonnerstag :-), sozusagen das krasse Gegenteil.
Nachdem sich der Tag gestern nach Waten in Honig anfühlte, war es heute eher Ditschen über eine Wasseroberfläche.
Ich sass den ganzen Tag konzentriert an zwei Dingen (es gibt weniger, was ich weniger gern mache als die Ziele für das neue Jahr in das Bewertungstool einzutragen. Und zwar nicht, weil ich keine Ziele habe oder nicht weiss, was ich im nächsten Jahr tun soll, es ist nur jedes Jahr ein unendlicher Krampf, in welchem Format und wie man das Ganze auf die übergeordneten Ziele beziehen soll oder nach Produkten sortieren oder die Key Accountabilities sollen mit rein, aber auf keinen Fall die Job Description kopieren, naja. So halt.) und obwohl den ganzen Tag von den verschiedensten Seiten dringende Zwischenfragen, Bonusaufgaben, Zusatzinfos auf mich einprasselten, hatte ich nicht das Gefühl, abzusaufen, sondern es war wie früher, wenn man in einem Jump'n'Run-Spiel in einer Art Flow runterfallenden Baumstämmen ausweicht, über Abgründe springt, mit einer Drehung noch einen Stern einsammelt (halt das, was ich bei SuperMario überhaupt nicht kann):


"Tipptipptipp, Wo finde ich Korrosionsdaten zu dem letzten Produkt, das Du in Deinem alten Job betreut hast? Suchsuchweiterleit, tipptipptipp Wo sind die Sicherheitsrisikoanalyse von einem anderen Produkt, das im Nachbarbetrieb produziert wurde? Linkweiterleit tipptipptipp SchluckKaffee, Fehler entdeckt, gemeldet, Rückfrage bekommen, beantwortet, tipptipptipp, Hast Du die Liste für Deine andere Produkte auch überprüft? Ja, alles super. ADE auch, oder nur MDD? ADE ist für unsere Zwecke irrelevant. Ah, sicher? Ja, Ok, danke. Tipptipptipp, Für was brauchen wir den den ADE-Wert¨üerhaupt? Erklärerklär, tipptipptipp, Wir haben die Ordner gefunden, nach denen Du gefragt hast, willst Du den Inhalt haben? Ja, bitte. unsicher, ob jetzt zwei Kisten mit staubigem Archivmaterial oder viele Dateien bei mir ankommen, fast ein wenig enttäuscht, dass es die Dateien sind, lesleslesles, das Gesuchte finden, Ansprechsperson ausfindig machen, nachfragen, tipptipptipp Sind die Dokumentenversionen im Data Room für Produkt A aktuell? überprüfen, nein, sind sie nicht, neue Version hochladen, Änderungen markeiren, tipptipptipp, Bist Du Dir sicher, dass wir den ADE-Wert nicht brauchen? Ja, immer noch. Und auch, dass die MDD-Werte falsch sind? Ja. Wo steht das? Hier, schau, das sind maximal 20 Tabletten am Tag. Hm. ok. Tipptipptipp, Brauchen wir nach dem Upgrade eine neue Materialnummer für das Produkt B? Nein, weil ..., tipptipptipp, tipptipp, Seid ihr Euch wirklich sicher, dass Ihr dieses Jahr kein neues Produkt C braucht? Ja, weil ... Und dass die Vorlaufzeit reicht? Ja, weil .... tipptipptipp"


So unrecht hat meine Mutter nicht, wenn sie meinen Job mit "Also eigentlich tippst Du den ganzen Tag nur am Computer rum, oder?" umreisst.


Und so ging das den ganzen Tag und ich bin total guter Dinge nach Hause gegangen.
Geht doch :-)

Mittwoch, März 22, 2017

Mittwoch

Ich mag Mittwoche nicht. Das hat nichts mit dem Tag an sich zu tun, auch nicht mit der Mitte der Woche, es ist einfach immer ein mühsamer Tag, weil Little Q. am Abend Unihockeytraining hat und deshalb erst um ca 20:30 nach Hause kommt. L. und ich essen immer schon früher zu Abend, weil HUNGER! Kaum ist L. also im Bett, kommt Q. nach Hause, es wird nochmal aufgetischt und kaum ist Q. dann nach Essen, Auspacken, Duschen, Packen für den nächsten Tag im Bett, kommt dann irgendwann der Hübsche vom Sport nach Hause und es wird wieder aufgetischt, gegessen, geräumt, trallala und bis ich den Verpflegungs- und Räumteil des Abends in meinem Kopf endgültig abschliessen kann, ist es irgendwie nach 23Uhr. (jajaja, jeder räumt sein Zeug allein weg, ich koche auch nicht dreimal, meist gibt es Flammkuchen in verschiedenen Frischegraden, aber es ist halt nicht wie sonst jeden Abend um 19:30h alles hakendranfertig.


Das sind also normale Mittwoche. Heute war ein Obermittwoch, erstens war der Tag bei der Arbeit schon unglaublich anstrengend. Nicht wegen irgendwas speziellem, an einem anderen Tag wäre ich mit Rückenwind über die politischen Wellen hinweggesurft, anstatt wie heute mühsam zu versuchen, den Boden nicht unter den Füssen zu verlieren. An einem anderen Tag hätte ich mich über eine skurrile Feuerwehraktion, die superdringend Recherche in Archiven und Erinnerungen erforderte, als Abwechslung zu Routineaufgabe gefreut, anstatt mich darüber zu ärgern, dass diese Aktion überhaupt nicht nötig ware, wenn vor 20 Jahre die Dinge richtig dokumentiert worden wären. Aber heute war ja ein Obermittwoch.


Ich dachte ja, dass meine Laune spätestens beim Heimkommen klettern würde, weil ich da mein sehnlich erwartetes Colourpop-Paket von der Post abholen würde, aber .... leider waren von 10 Lidschatten 6 total zerkrümelt und zerbrochen. (BTW: ich habe binnen einer Stunde eine dicke Entschuldigung und die Ankündigung einer Ersatzlieferung bekommen, also: alles super).


Obermittwoch heist ausserdem, dass der Freundesvater, der normalerweise die Kinder am Mittwoch vom Unihockey abholt, krank ist und dementsprechend kam zusätzlich zum allmittwöchlichen ewigen Abfüttern noch ein Abholweg hin und zurück dazu. Immerhin liess sich der gut mit dem um 19:00h stattfindenden Elternrathock des Pfadiabteilung verbinden, für den ich L. und mich eh extraschnell abfüttern musste. Immerhin fand L., dass er mit Telefon und Netflix supergut anderthalb Stunden allein daheim bleiben könnte.


In meine Obermittwochslaune hinein überreichte mir der Hübsche dann mit ganz bleichem Gesicht die Post und meinte nur: "Dein Brief ist da." Es handelte sich um den Befund der Muttermalschnippelei und ich muss gestehen, ich hatte das schon vollkommen verdrängt (also nicht die Schnippelei, man sieht die Stellen ja noch sehr deutlich, auch wenn ich nicht mehr umkippe, aber eben dass das noch nicht erledigt war.). Der Hübsche allerdings nicht und er hatte sich wirklich Sorgen gemacht, ob da nicht eine Hiobsbotschaft auf uns warten würde. Tat es aber nicht, ich habe noch kurz "Melanozytäre Compund-Naevi" gegoogelt und mache jetzt wirklich einen Haken dran. Und als ich dann sah, wie erleichtert der Hübsche war und wie sehr ihn das belastet hatte, kam ich mir schon total doof vor wegen meiner Obermittwochsstimmung.


Und lustigerweise hat mich dann die Sitzung des Pfadielternrats, auf die ich ehrlich gesagt (MITTWOCH!!!) überhaupt keine Lust gehabt hatte, von meiner Laune kuriert. Es war so eine Freude, mit den Leitern zu planen und vorauszudenken und zu sehen, wie sie sich reinhängen, um ein richtig grossartiges Projekt (dazu beizeiten mehr!) auf die Beine zu stellen. Und das an einem Mittwoch.

Dienstag, März 21, 2017

Geerdet

Nach einem langen, langen tag ist mein kopf leer bzw übervoll. Auf dem weg zum bahnhof überlege ich, ob es wirklich erst heute morgen war, dass ich einen echten frachtbrief für das superburschi-willkommenspaket ausgefüllt habe, bin froh, dass ich morgens wenigstens ein paar der dinge auf der to-do-liste erledigen konnte, während im hintergrund die anforderungsliste des internen audits, das zur zeit läuft, durchtickerte.
Ich beschliesse, in zukunft den spritzen, die medikamenten für kinder, die als saft verabreicht werden, öfter beiliegen, viel mehr aufmerksamkeit zu schenken und schmunzle innerlich darüber, dass letztens jemand in meiner elterntimeline vermutete, ein hersteller hätte die spritze gewechselt, um geld zu sparen. Solche wechsel macht niemand freiwillig und sie sparen nie, nie, nie geld. Heute hat das eine produktteam über eine stunde über solche spritzen diskutiert.
Danach eine stunde lang REACH und ICHQ3D, danach 2 stunden das nächste produkt, das neben allen technischen problemen auch noch politisch hoch aufgeladen ist.

Ich bin froh, dass ich den tag überstanden habe, bin milde genervt davon, dass der bleistiftrock zwar super gut passt, aber erstens sehr dreckanfällig ist und zweitens nicht zum gehen, geschweige denn zum laufen gemacht ist und immer weiter nach oben rutscht.

Meine füsse tun weh, ich habe zwar an die kaltmamsell gedacht und stiefeletten zum heimgehen eingepackt, aber es ging alles so lang, dass ich nicht mehr zum wechseln kam und jetzt auf den 8cm stilettos heimlaufe.

Egal, es war trotzdem ein guter tag. Ich freue mich auf die jungs, überlege, ob wir noch brot fürs abendessen daheim haben, wahrscheinlich nicht, Bäcker geht sich nicht mehr aus, aber ich glaube, wir haben noch Pitabrot zu Hause, das mögen gefüllt mit Gedöns alle.
Vor mir läuft eine frau, die ihre flauschigen weissen haare mit einee glitzrigen spange zusammengefasst hat. Mittendrin kringelt sich eine rosa strähne. Ich denke an daily pia und ihren hidden rainbow und überlege, ob loreal mit den colorista-haarfarben einen genialen coup gelandet hat, oder ob faschingsspray in rosa und blautönen und ein drogerieabklatsch der directions-tönungen doch keine goldgrube sind. Ich bemerke, dass die frau eine zur haarsträhne passende jacke mit flauschkragen trägt und bin gespannt, ob das makeup auch dazu passt, ich mag das ja sehr, wenn man sieht, dass ein outfit durchdacht ist.
Ich überhole also, und wende meinen blick im vorbeigehen zur seite und während ich noch die abstimmung von blush, lidschatten und lippenstift bewundere, da zieht die frau geräuschvoll einen lungaharing nach oben und spuckt mit schmackes auf den boden der bahnhofshalle. Immerhin auf die mir abgewandte seite, farblich aber gar nicht passend, das muss ich leider in der b-note abziehen.




Montag, März 20, 2017

Er ist da!

So, der kleine Superburschi hat also nur gewartet, bis der Deckenthriller aufgelöst war!
Gestern abend kurz vor Schlafengehen kam die Nachricht, auf die wir alle gewartet hatten: die Familie hat ein neues Mitglied! (Und, hallelujah, ich bin so froh, dass es damals (TM) noch kein WhatsApp oder sonstige Messenger-Dienste gab. Ich weiss noch, wie gestresst ich war, als alle Naselang jemand wissen wollte, ob das Kind schon da ist, aber Familienchatgruppen geben dem Ganzen dann noch eine ganz neue Dimension :-)).


Und gestern abend gab es dann neben der Tatsache "Alles super, und ganz toll, dass es jetzt rum ist" erst mal noch nix weiteres, und so rechnete ich bei der WA-Nachricht des Hübschen mit dem Text: "Er ist schon nicht klein" ehrlich gesagt mit einem Bild vom Superburschi und technischen Daten und nicht damit:



(das Auto auf dem Firmenparkplatz des Hübsche aus dem Bürofenster fotografiert)
Aber weil der Superburschi ja nicht unser Burschi ist, ist das leider alles an Bildmaterial, was es dazu an dieser Stelle geben wird. Sorry.

Sonntag, März 19, 2017

Sonntag

Wir warten immer noch.
Neben den üblichen Wochenendaktivitäten wie gemütlich frühstücken






aufräumen, Saugroboter durchs Haus schicken, Sendung mit der Maus schauen










Kind zum vorletzten Unihockey-Meisterschaftsspieltag begleiten







mit dem anderen Kind Kuchen backen und essen










habe ich die Zeit genutzt, um das Willkommenspaket für den Superburschi zu packen.


Neben dem klassischen Baby-Anzug und diesen beiden Büchern (Affiliate-Link) für die Eltern, einem Matchsack für Zeug, kommen noch von Q. und L. ausgesuchte Rassel bzw. ein Schnuffeltuch (Affiliatelink)(oder "Nuschi", wie der Schweizer sagt) dazu, genau den Hasen, den Little L. seit dem Tag seiner Geburt liebt. Also: in neu, nicht den vom Laster überfahrenen und mehrfach geflickten und fast kaputtgeliebten eigenen, dazu.




Ausserdem eine gestrickte Babydecke, die eine etwas skurrile Geschichte hat:
Ich habe vor einiger Zeit von meiner  kleinen Schwester grosse Wollmengen geschenkt bekommen, unter anderem eine wunderbare Merino-Baumwoll-Mischung in wollweiss. Und als im Januar mal wieder durch dieses Lace-Buch (Affiliatelink) blätterte, fiel mir das Muster für eine Babydecke mit eingestrickten Blumen und Schmetterlingen auf. Ich zählte schnell die wollweissen Knäuel und legte los. Das Garn ist viel dicker als normales Lacegarn, das Muster, obwohl es vielleicht kompliziert aussieht, echt einfach und so ging das gut voran.






Ich habe wie immer jeden Abend beim Seriengucken dran gestrickt und die angefangene Decke dann auch für die Autofahrt zum Skifahren mitgenommen. Und als ich sie auf der Autobahn durch Tirol aus dem Stoffsack zog, dachte ich, mich trifft der Schlag: die Decke war gar nicht einfarbig wollweiss, wie ich dachte, sondern wollweiss-reinweiss gestreift. Im Kunstlicht. und nur da hatte ich sie bisher gesehen, fällt der Farbunterschied überhaupt nicht auf, aber im Tageslicht .... uaaaaah! (Jajaja, ich Weiss, man passt auf, dass die Farbnummern und am besten auch die Chargennummern übereinstimmen, aber das war ein Geschenk und ich hätte nicht gedacht, dass ich türkis, hellgelb, lila und halt zwei verschiedene Weisstöne in dem Geschenk hätte). Ich war echt kurz verzweifelt, weil ich hatte schon ca 50cm gestrickt und das wieder zurück bis auf 10 cm, wo der erste Farbwechsel kam... nooooooo! Der Hübsche hatte dann den wunderbar pragmatischen Vorschlag: "Färb das doch ein!" Gesagt, getan, ich hab weiter munter die Farbnummern ignoriert (im Nachhinein: super Sache, ich hätte von keener Einzelfarbe genug gehabt)), Farbe gekauft (Extra eine, wo "auch für Wolle und Seide" draufsteht), Farbfixierer gekauft, dann noch eine dunkle Farbe gekauft, für den Fall, dass man die gelblichen Streifen auch nach dem Färben mit "Azurblau" noch sehen würde, noch einen zweiten Farbfixierer gekauft, und irgendwann dann war die Decke fertig.


Und dann gab es ein Lehrstück in Sachen Internetkommunikation und dem, was mich daran nervt. Ich habe in ungefähr 3 Minuten Abstand Bilder von dem ungefärbten Stück



und dann dem vor sich hin ziehenden Färbegut gepostet.






Was ich nicht gepostet habe, war eine Frage, was ich denn tun solle, oder ob jemand einen Tipp hätte oder wie ich den Wolle jetzt färben könne oder was.
Neben mitfühlenden und sehr lustigen Kommentaren ("dreckige Hände beim Stricken" oder "In der verrauchten Beiz gestrickt?") kamen unzähligen Kommentare mit Tipps zum Färben, auch wenn die schon viel zu spat waren, weil das Zeug ja schon in der Suppe schwamm, Unkenrufe, dass man das bestimmt nachher noch sehen würde, "Bleiche"-Rufe.... und ja, jeder einzelne war bestimmt total net gemeint. In der Summe war ich aber echt unglaublich genervt, weil ich mir das erstens alles ziemlich gut überlegt hatte und zweitens in keiner Silbe um Rat gefragt hatte.

Nun ja. Gestern abend habe ich die feuchte Decke dann noch gespannt und war sehr, sehr nervös, wie das wohl aussehen würde (es gab ja nur noch Kunstlicht und da sah ja immer alles super aus), so dass der Hübsche mit einem Tageslichtblitz noch ein Foto machte und es sah alles ganz vielversprechend aus. Heute morgen dann schlich ich früh auf den Speicher und war sehr glücklich, dieses Bild posten zu können.

Und wie im dem ganzen die Krone aufzusetzen, kam dann doch tatsächlich NOCH ein Kommentar, dass das ja aber auch hätte schief gehen können, und man die Streifen schon noch hätte durchsehen können. Und ja, da wundere ich mich dann schon sehr. Und antworte nicht besonders erwachsen.
Aber egal, die Decke ist super geworden, ich hätte jetzt noch "Navy blue", um irgendwas einzufärben.....

Und jetzt, lieber Superburschi, es ist echt alles fertig, mach mal hinne und komm raus!