Freitag, Oktober 31, 2014

Luxusfrage

Dieses Jahr werden an meinem Geburtstagswochenende beide Kinder aushäusig nächtigen, wegen wichtiger Pfadi-Verpflichtungen.
Und während ich erst kurz ein bisschen traurig war (Geburtstagsparty ohne Kinder, buhuuuu), dachte ich mir dann mit der Zeit: so eine Geburtstagsparty mit ohne Kinder, die dann irgendwann schlechte Laune haben und am nächsten Morgen um 7 aufstehen wollen, das hätte ja auch was.
(Ich habe vorher überlegt, die Party auf das Wochenende danach zu verschieben, aber da hat der Hübsche das ganze Wochenende Sportseminar und ohne Hübschen feiern und noch mehr: ohne den Hübschen, der die Kinder bändigt, eine Party vorbereiten, das wäre ja noch doofer, als ohne Kinder feiern.)

Als ich dem Hübschen das also eröffnete, meinte er "Wie cool, dann können wir uns einen richtigen schönen Erwachsenenabend machen" und meinte damit nicht eine Party mit Freunden und Kollegen, sondern einen NachmittagAbendNachtMorgen zu zweit mit tollen Sachen wie Wellness, CandleLightDinner, Hotelübernachtung (?, weiss nicht, ich schlaf aushäusig ja nicht gut die erste Nacht), Ausschlafen und so.

Klingt jetzt auch gar nicht schlecht, auch wenn ich damit seit ungefähr ...... 36 Jahren zum ersten Mal keine Geburtstagsfeier hätte, was einerseits natürlich voll schade wäre, andererseits...... der Dezember ist für mich dieses Jahr noch vollgepackter als normal, weil ich zusätzlich zu Advent!, Waldweihnacht bei den Pfadis!, Kindergartenweihnachtsding!, Nikolaus!, Krippenspiel!, Betriebsweihnachtsfeier!, Adventskaffee bei allen Leuten, die wir kennen!, Plätzchenbacken!, Dekorieren!, Geschenke organisieren!, auch noch drei Grossveranstaltungen bei der Arbeit von mir organisiert werden wollen (bzw. ich mittendrin stecke), sowohl inhaltlich als auch organisatorisch und das ist dann sogar für mich Rampensau dann irgendwann genug an Party und/oder Leute.

Hmmmm, ein Geburtstag zu zweit. Klingt eigentlich super.
Wäre dann natürlich nur ein bisschen schwierig, wenn Little L. kurz vor Abfahrt zum Samichlaus-Weekend dann doch die Muffen kriegen würde und daheim bleiben würde und wir einen Wellness-Candlelightdinner-Abend mit kleiner Begleitung hätten. Nun denn.

Donnerstag, Oktober 30, 2014

"Boah ey,...."

Nachdem Little L. sich frisch einen Warteplatz auf der Logopädenwarteliste erlispelt hat (mal sehen, ob es diesmal wirklich dazu kommt), hier ein paar Highlights aus seinem Mund.

...

Ich: "Du, draussen regnet es in Strömen, zieh bitte Gummistiefel an."
Little L.: "Boah, ey, meine Mudda......"

...


Little L. erzählt und erzählt, irgendwas: "rhabarberhabarber.... und dann habe ich echt am vielsten gelacht ..."
Ich: "psst, das heisst "am meisten", Spatz."
Little L: "Boah, Mami, ich weiss, dass das "am meisten" heisst, oder dass du glaubst, dass das so heisst, das kannst du mir schon glauben. Wenn ich also "am vielsten" sage, dann meine ich auch "am vielsten" und nicht "am meisten."

Ansonsten bin ich mal sehr gespannt, anders als Little Q., der schon als ganz kleiner Knopf einen freundlicher Blick als Aufforderung ansah, seine ganze Lebensgeschichte und mehr mit Wildfremden in der Tram zu teilen, spricht Little L. mit Leuten, die er nicht oder nicht gut genug kennt, nicht. Also: gar nicht. Aber anscheinend kennt er die Logopädin gut genug, dass er immerhin schon was mit "s" gesagt hat, weil sonst wüsste sie ja nicht, dass er lispelt.


Mittwoch, Oktober 29, 2014

Wachmacher deluxe

Ich kann ihnen seit heute morgen aus eigener erfahrung mitteilen, dass nichts so nachhaltig und schnell wach macht, wie frontscheinwerfer, die einem auf der autobahn ins gesicht leuchten.
Ich fahre ja jeden morgen im mehr oder weniger dunklen die selbe strecke zur arbeit, erst durchs dorf, dann auf die autobahn, die dann durch die stadt führt, irgendwann dann runter, einmal durch den baustellendschungel ums areal schlängeln, rein in die tiefgarage, fertig. Heute war ich recht früh dran, d.h. der morgenstau setzte noch nicht vor der stadtgrenze ein, sondern erst nach der ersten grossen kurve. Und während ich mich so gemütlich vor mich hinfreute, dass das alles so gut klappt, leuchten auf einmal auf der von mir aus linken spur frontscheinwerfer eines schnell näherkommenden fahrzeugs aus dem tunnel. Ich war total perplex, fuhr automatisch noch weiter rechts als eh schon ("fahren sie äusserst rechts und überholen sie nicht") und wappnete mich innerlich auf den grossen knall und das drama, wenn ebendieses auto frontal in den berufsverkehr links, zwei autolängen vor mir donnern würde.
Ist dann so nicht passiert, der vermeintloche morgenstau war nämlich einem unfall an ebendieser stelle geschuldet, der die ganze autobahn absperrte. Der vermeintliche falschfahrer war ein zivilpolizist, der sich nicht durch den stau hinten gequetscht hatte, sondern die autofreie autobahn in falscher richtung genutzt hatte. Er wendet seine  kleinwagen vor der unfallstelle, pappte das blaulicht aufs dach, zog sich die warnweste an und begann seinen job.
Ich sags ihnen, ich bin durch mit der welt heute.

Dienstag, Oktober 28, 2014

CSI Parkplatz

Das Auto wird nächste Woche in die Werkstatt gebracht und ich war heute nochmal in dem Supermarkt mit DEM Parkplatz einkaufen.

Und ja, es ist, auch wenn das natürlich eine ernste Angelegenheit ist, schon ein bisschen lustig und auch cool, zu fragen "Sie, sagen Sie mal, die Videoüberwachung des Parkplatzes, könnte ich da mal letzten Mittwoch abend sehen? Aus ermittlungstechnischen Gründen?"

Aber wie man das aus so vielen Filmen kennt, hiess es dann "Oh, da müsset Sie etz kurz warte, ich gang go froge..........Sie, d`Scheefin sait, die nemmet gar nyt uff." Dann halt. Weiter an das Gute im Autokaputtfahrer glauben.

Montag, Oktober 27, 2014

Ich hab die Nase voll.

Disclaimer vorneweg: auch wenn Sie in letzter Zeit oder irgendwann einen Blogpost oder Tweets zum Thema Vereinbarkeit geschrieben haben: hier geht es nicht um Sie. Vielleicht habe ich Ihren Artikel gelesen, vielleicht auch nicht, vielleicht hat mich Ihr Post/Tweet mit zu diesem Post bewegt, vielleicht nicht. Ich greife Sie hier nicht an, es geht einzig und allein ganz egoistisch und selbstverliebt um meine Wahrnehmung der Thematik. Ich weiss auch, dass Ihnen das grad wurscht ist, wenn Sie sich angegriffen oder beleidigt fühlen, aber dann ist das halt so. Ich habs wenigstens gesagt, wie ich das hier meine.

So. Jetzt aber:

Am Samstag war ich mal wieder beim Friseur und nachdem ich mich in der Gala eingehend drüber informiert hatte, wer mit wem und wer nicht mehr mit wem anders, war die Hairstylistin meines Vertrauens immer noch nicht fertig und ich musste also eine Brigitte zur Hand nehmen, etwas,w as ich ja sonst tunlichst vermeide.

Da fand ich eine Kolumne zum Thema Vereinbarkeit, die bei mir das Fass zum Überlaufen brachte (Tenor: Vereinbarkeit von Job und Familie ist genauso irre wie zu erwarten, dass Sauerkraut mit Gummibärchen schmecken würde. Leider finde ich den Text nicht online, ich würde ihn gerne Zeile für Zeile zerpflücken).

Seit einiger Zeit vermeide ich es, Blogposts und Artikel dazu zu lesen, ich schaue mir keine Diskussionsrunden dazu an, ich sage auch unter Freunden und Bekannten eigentlich nichts mehr dazu (wobei: da umgebe ich mich ja grösstenteils mit Menschen, die ähnlich ticken wie ich oder meine Meinung dazu mittlerweile so gut kennen, dass sie nicht mehr diskutieren müssen), weil ich es einfach so müde bin.
Ich bin es müde, von Männern, deren Frauen daheim glücklich sind (oder zumindest scheinen), erzählt bekomme, dass es eben für Frauen auch gar nicht geht, einen verantwortungsvollen Job und Familie unter einen Hut zu bekommen.
Ich bin es müde, von ebendiesen Männern zu hören, dass die Regelung mit "3 Tage pro Fall kindkrank-frei" ja zum Ausnutzen des Systems auffordere und man ja wohl sich auch anderweitig organisieren könne und sie zB hätten noch nie wegen eines kranken Kindes gefehlt.
Ich bin es müde, von Frauen, die voll zu Hause sind, zu hören, dass es nur so geht und dass sie ja zugunsten ihrer Kinder auf Karriere (das wird dann in einem angewiderten Ton ausgesprochen, weil wer will denn sowas.) verzichten, weil nur so könnten Kinder ja glücklich aufwachsen.
Ich bin es müde, von Frauen, die einen Teilzeitjob, aber eine Vollzeitkinderbetreuung haben, zu hören, dass es ja nur so geht, weil man sich ja wenigstens noch eine Stunde aufs Sofa legen muss, bevor man die Kinder abholt.
Ich bin es müde, von ebendiesen Müttern zu hören, das es ja so ungerecht sei, dass man mit einem Teilzeitjob keine Karriere (man spricht das dann mit einer Mischung aus Sehnsucht und Abscheu aus) machen könne.
Ich bin es müde, von Arbeitgebern zu hören, dass man total familienfreundlich wäre, weil man Homeoffice möglich macht, im Sinne von: Die Arbeitnehmer können schon um fünf heimgehen und Zeit mit ihren Kindern verbringen und dann total problemlos noch ab 21:00h mit San Francisco videokonferenzieren.
Ich bin es müde, das Jammern zu hören, dass der gesamte Job sich nicht an den Trainingszeiten oder den Musikschulzeiten der Kinder orientiert.
Ich bin es müde, das Jammern zu hören, dass Kindergärten, Schulen, Sportvereine Termine zu Arbeitszeiten der Mütter fordern.
Ich bin es müde zu hören, dass Vollzeitbetreuung und Ganztagesschulen das Bullerbü-Leben, das so viele in den 70ern und 80ern anscheinend geführt haben, unmöglich macht.
Ich bin es müde zu hören, dass Jammern zu hören, dass man ja alles (Kinder, Training, Musikschule, Arbeit, Weiterbildung, Extratermine) als Frau allein unter einen Hut kriegen müsse, weil der Mann ja die Woche über nicht da oder nicht greifbar wäre, weil er ja auch total viel arbeiten müsse, und deshalb ginge das ja alles gar nicht.
Ich habe die Nase voll von Müttern, die eine grossartige Ausbildung und einen grossartigen Job hatten, aber dann nach Geburt ihrer Kinder auf einmal Experten in Kindercontent wurden und ihre Existenzgründung als Kindercafebetreiberin, Secondhandladenbetreiberin, Windelselbststrickerin, Babymassageworkshop und Trageberatung etc. als einzig Wahres und für alle seligmachenden Schritt auf dem Lebensweg propagieren, weil "Ein 9to5-Job lässt sich nicht mit Kindern vereinbaren" oder "Mein alter Job, das war ja klar, dass das nicht geht".
Ich bin die Aussagen von zu Hause bleibenden Müttern satt, dass allein das ja alles so brutal kompliziert und anstrengend wäre, ein Job ginge da gar nicht mehr.
Ich bin das Gejammer, dass alles so anstrengend sei und deshalb ja auch nicht gehen könnte, einfach so satt.
Ich bin es leid, das Gejammer zu hören, dass der Chef kein Verständnis dafür hätte, wenn man daheim bleibt wegen krankem Kind oder Laternenbasteln oder dass die Kollegen dabei nicht "Hurra" schreien.
Ich bin die Aussagen, dass mit ein bisschen Vernetzung und Wille dazu Vollzeitjob, Familie, Hobby und Reisen total problemlos unter einen Hut zu bekommen seien, man müsse nur wollen, wer das anstrengend fände, macht irgendetwas falsch.

Ich möchte darauf eigentlich nur drei Sachen entgegnen.

1. Eins meiner Lieblingszitate aus einem meiner Lieblingsfilme (ab 00:50)





Eben: es ist NICHT einfach, wer das denkt und glaubt, der sollte langsam mal aufwachen. Das Leben war noch nie ein Ponyhof oder ein Wunschkonzert und auch in Themen ausserhalb der Vereinbarkeit regiert nicht nur rosa Zuckerwatte und Einhornglitzer. Live aus der Plattitüdenkassen ist mit "Man kriegt nichts geschenkt" und "Wenn man nicht will, dann gehts auch nicht" und "Man muss Prioritäten setzen" eigentlich das meiste dazu gesagt.

2. Bei all diesen "es geht nicht"s frage ich mich immer: Wo um alles in der Welt sind denn bei diesen Müttern die Väter? (und da merkt man schon, falls Sie jetzt zB alleinerziehend sind und Ihnen die ganze Zeit schon auf der Zunge liegt "Aber ich MUSS das alles allein machen, mir hilft niemand!", ja, es gibt Familiensituationen, da ist es schwierig, da kann niemand was dafür, da ist es nicht so einfach, wie ich das hier postulieren, etwas dran zu ändern. Das weiss ich, aber nicht mal ich kann für alles eine Lösung haben) Warum in aller Welt kann nur die Mutter zu einem Kindergartentermin gehen? Warum kann nur die Mutter das kranke Kind zu Hause betreuen? Warum muss nur die Mutter früher oder auch einfach nur mal pünktlich gehen, um das Kind zum Training zu bringen? Und kommen Sie mir jetzt nicht mit den "wichtigen, absolute Flexibilität einfordernden Jobs" Ihrer Männer. Mein Job zB ist dem meines Mannes absolut gleichwertig, mein Pensum annähernd, und dementsprechend teilen wir uns alle Kindertermine. Wir gehen beide zu Elternabenden, Rüben schnitzen, Geburtstag feiern, Kinderstirnen zusammenkleben lassen, Kontrolltermine, Trainingsbegleitungen, Kindergeburtstagsabholservices, ich meine: das ist doch Partnerschaft, oder nicht? Und wenn Sie mir jetzt damit kommen, dass Ihr Mann die ganze Woche woanders arbeitet, tja. Auch das ist ist NIE in Stein gemeisselt. Wenn man sich dafür entscheidet, dieses Modell zu leben (und ja, dafür mag es sicher manchmal gute Gründe geben), dann ist das so, dann ist das aber eine Entscheidung, die man (im besten Fal) als Familie getroffen hat und mit der man halt dann leben muss. Dann wird es kompliziert, aber dafür kann niemand was, ausser den Leuten, die diese Entscheidung getroffen haben. Sorry.

3. Und ja, es ist kompliziert. Immer. Aber es kann funktionieren. Und es kann für jeden anders funktionieren. Es muss stimmen und zwar genau nur für die Familie, die es betrifft. Die möglichen Lösungen sind so unterschiedlich, wie es die verschiedenen Familien sind. Und wenn auf der Chefetage das Verständnis dafür fehlt, ja, meine Herren, meine Damen, Sie sind alle erwachsen, dann stehen Sie halt in Gottes Namen für Ihre Bedürfnisse und Überzeugungen ein. Auch ein Job ist nicht in Stein gemeisselt, es gibt auch andere Arbeitgeber und manchmal hilft es durchaus, nicht immer ja und amen zu sagen, sondern auch mal für sich einzustehen.

Und damit ist eigentlich schon klar, dass die ganzen angeblich allgemeingültigen "Geht nicht." oder "Es sollte aber klappen, es darf nicht so kompliziert sein, mimimimi"-Kolumnen und Artikel eigentlich schon am Thema vorbei sind. Und deswegen werde ich sie auch weiterhin meiden, ich habe einfach die Nase voll, mich darüber aufzuregen. Beim nächsten Friseurtermin bleibe ich bei Gala und Bunte. InStyle vielleicht auch noch.

Sonntag, Oktober 26, 2014

Zeitumstellung ftw!

Es ist ja so, dass die Menschheit immer was zum Motzen findet. Entweder ist es doof, dass Winter wird oder doof, dass der Sommer kein richtiger war oder andersrum. Entweder ist die Zeitumstellung an sich doof (insert semiwirtschaftswissenschaftliche Berechnung von Verlust an Bruttosozialprodukt, garniere mit Biorhythmus, verwende das Schlagwort Minijetlag, zeige Bilder von traurig muhenden Kühen wegen zuviel Milch im Euter, schwenke die vegane Fahne einmal durchs Bild, Sie verstehen, was ich meine?) oder aber man ist Eltern und hat zur Zeitumstellung vielleicht nicht mal eine prinzipielle Meinung, bekommt aber dank frühaufstehender Sprösslinge von "Sie können eine Stunde länger schlafen" schon gar nichts, weil Kinder ja noch zeitumstellungsresistenter sind als Milchkühe und dann halt einfach wach sind.
Ja, auch ich erinnere mich noch sehr gut, wie wir seinerzeit in Eiseskälte nach anderthalb Stunden Vorlesen, Kneten, literweise Kaffee und Bauklötzchen spielen vermeintlich pünktlich um 6:00h im Stockfinsteren vor der semmelversprechenden Tankstelle standen und die zwar schon um 6:00h aufmachte, es aber erst 5:00h war.

Mittlerweile ist das hier gsd. alles nicht mehr so dramatisch, Little L. kommt am Wochenende zwar immer noch früher, als man sich das vielleicht wünschen würde, aber erstens ist er ein ganz grosser Hörspielhörer (mit Kopfhörer, damit nicht alle "Was sind die Farben der ganzen Welt? Blaugelbblaugelbblaugelb!" hören müssen) und zweitens, und das ist jetzt vielleicht nicht superberuhigend, sondern etwas verstörend, stehe ich mittlerweile selber eigentlich ganz gern früh auf. Auch am Wochenende. (Also: vor 5:00h nicht mehr und vor 6:00h auch nicht freiwilllig)
Vielleicht ist das schon die senile Bettflucht oder mein Körper bereitet sich darauf vor, dass ich ja plane, die Kinder in der Pubertät gnadenlos für ihr jahrelanges Ausschlafenverhindern bezahlen zu lassen ;-), auf jeden Fall mag ich es ganz gern, mit Little L. aufzustehen, mir einen Kaffee zu machen, direkt mein Sportprogramm zu absolvieren, und frisch geduscht bereit für einen grossartigen Sonntag (heute eine Stunde länger! Juhuuu!) zu sein.

In diesem Sinne: liebe Kleinkindeltern, halten Sie durch, es wird besser. Entweder schlafen die Kinder irgendwann länger oder Sie freiwillig weniger. Jetzt muss ich los, Kuchenbacken.

Samstag, Oktober 25, 2014

Ich bin "Mein Bleistift riecht nach Erdbeere"-alt

Ach ja, erinnern Sie sich noch an die Zeiten, in denen man begeistert mit der Hand schrieb, egal was, nur weil die Stifte so toll waren? Also, ich habe das auf jeden Fall gemacht. Leider habe ich das Original meines Klassen-Blog-Eintragsvon 1984 "In der Leseecke" nicht mehr gefunden, den ich damals nur wegen der neuen Stabilostifte (hellgrün und schwarz) geschrieben habe, dafür aber eine Kopie des von mir in der 3. Klasse für meinen Klassenlehrer voll und ganz freiwillig geschriebenen Märchenbuchs.

Ich erinnere mich noch, wie ich Unmengen an Taschengeld für einerseits nur schön aussehende oder gut riechende Stifte (Erdbeerbleistifte, Füller mit Sternen und Glitzersteinen, mit Konfettimuster) und bunte Tinte (ich habe ganze Schulhefte nur mit petrol, pink und weinrot, was grenzwertig war, wegen rot = Lehrerfarbe gefüllt) investiert, genauso wie in gut in der Hand liegende und wie von allein übers Papier gleitende Stifte und Kalligraphiefüller.

Heute schreibe ich zwar immer noch mehr mit der Hand als man glauben möchte, denn auch wenn bei uns bei der Arbeit sehr viel automatisiert ist und via e-signature in Dokumentenleitsystemen freigegeben wird, gibt es mindestens genauso viel, was per Hand ausgefüllt und unterschrieben werden muss. Meine Unterschrift hat sich in den letzten beiden Jahren durch Dauersignieren so verändert, dass ich letztens sogar meinen Pass rausholen musste, als eine Kassiererin tatsächlich mal die Unterschrift auf Karte und Kassenzettel verglichen hat.
Diese handschriftlichen Sachen werden aber nicht mehr mit Stift der Wahl, sondern mit genormten, dokumentenechten, dafür vorgesehenen blaugen Kugelschreibern erledigt, Nix mit Erdbeerduft oder petrolfarbender Tinte.
 

Und so bin ich gar nicht auf dem Laufenden, was heute unter Schulkindern so (wir hatten heute Familienrat und ich darf nicht mehr "der neueste heisse Scheiss" sagen, weil die Kinder auch nicht "Scheisse" sagen dürfen) "in" ist.

Dementsprechend einerseits überrascht, andererseits kauffreudig war ich, als mir Little Q. von den heissgeliebten ausradierbaren Kugelschreibern erzählte. Sehr cool, irgendwie, geht auch mit den Leuchtmarkern der Marke, es gibt verschiedenste Farben und ausradiert wird mit einem Gumminüppel am Stiftende, der sich aber nicht abrubbelt, ein Wunder der Technik sozusagen.
Ich bin mal gespannt, ob Little Q. jetzt auch Geschichten schreibt, oder seinen ersten Liebesbrief beantwortet oder lieber Konstruktionszeichnungen für das Baumhaus, das er mit seinen Freunden plant.