Donnerstag, März 05, 2015

WMDEDGT 03/15

Es ist wieder soweit: Tagebuchbloggen mit Frau Brüllen.
Wenn Sie bei WMDEDGT? ("Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?") mitmachen wollen: einfach heute Tagebuch schreiben und den Post in der Liste verlinken.
Viel Spass!


Der Tag startet nach einer mittelunruhigen Nacht (Holzbuchstabe von der Kinderzimmertür fiel ab, Little L. kam mit Decke und Kuscheltieren zu uns ins Bett, ich hatte vor dem Schlafengehen von Little Q.s gar nicht so unleckerem Brennesseltee getrunken und musst ohne Witz dreimal in der Nacht auf die Toiliette) recht entspannt (Wäscheaufhängen, Kaffee/Brennesseltee machen, waschenschminkenanziehen, Katze nicht füttern), weil Little L. am Donnerstag ja Frühschule um 07:40h hat und ich so etwas später (07:00h) aus dem Haus gehe als sonst und der Hübsche genau dann mit Little L. aufsteht.
 
Weil ausserdem Donnerstag unser Abteilungsznünitag ist und dort Nichtaufessen keine Option ist, verzichte ich donnerstags auf festes Frühstück, aber Little Q. bekommt natürlich was ;-). Wir unterhalten uns gemütlich am Frühstückstisch und wenn ich schon keine Mädchenzöpfe flechten darf, darf ich wenigstens Jungsfrisur mit Wachs stylen („Aber keinen Iro, Mami“).
 
7:20h bin ich am Schreibtisch, lunse in die Znünitüte (Schoggiweggli und Nussschnecken) und bespreche mit dem Vegetarierkollegen, wie wohl ein bayerisches Frühstück mit Brezen, Obatzdm und am Ende sogar Weisswürstl wohl ankommen würde. Ich bin nämlich in drei Wochen mit Bringen dran und sowas will natürlich geplant sein. Bei der Recherche lerne ich, was „Häutelwerk“ ist, aber hat ja niemand gesagt, dass Brauchtum immer schön und einfach ist ;-).
 
Im Posteingang bisher keine weiteren Drohmails, allerdings auch keine Rechnung. Bei der Betriebssitzung um viertel nach acht ist das Gros der Kollegen FÜR Weisswurschtfrühstück, ja, auch morgens um acht, und ja, auch mit Häutelwerk, und ja, ohne Weissbier wird schwierig, wir diskutieren alkoholfreies Weissbier oder Karamalz, aber dann ist ja auch noch Arbeit zu erledigen.
Nach der normalen Betriebssitzung kommt eine Kontaktsitzung mit unseren Betriebsingenieuren, mit der Werkstatt und den Mess-, Steuer- und Regeltechnikern, danach geht es zurück ins Büro.
 
Da ich ja immer noch ein als Nebenbeiprojekt angedachtes zweites Hauptding am Laufen habe, das anstatt der angedachten 20-30% Arbeitsleistung im letzten Jahr viel mehr Zeit in Anspruch nahm, bastle ich mir eine funktionelle, aber auch hübsche ;-) Zeiterfassung mit automatischer Auswertung.
Dann muss ich auch schon zum Werksarzt, Impfcheck ist angesagt: Wer hätte das gedacht: auch meine eine Masernimpfung von 1977 reicht nicht, ich kriege ein Rezept für einen zweiten MMR-Shot (Mumps habe ich erstaunlicherweise voll durchgeimpft, Röteln zumindest nicht dokumentiert, aber dafür viele Titerbestimmungen, aber das tut jetzt schon).
 
Zurück im Büro wartet ein kleiner nicht direkt Notfall im Betrieb auch mich, aber es muss etwas entschieden werden und das vor Ort, also mache ich das.
 
Zum Mittagessen bin ich mit einem Freund verabredet und wow, auch wenn unsere Mittagessenplanungen meist so aussehen „Re:Aw:Re:Re:Re:Re:Re:Re:Re:Re:Re:Re:Re:Re:Re:Re: Spontanes Essen?“ und ein paar viele Wochen Vorlauf brauchen: doch, Freunde sind toll und es hilft und tut gut, mal mit anderen Leuten als immer den gleichen 5 zu sprechen.
 
Am Nachmittag fange ich an, zu bereuen, dass ich das Nasenspray daheim gelassen habe, weil die Nase doch ordentlich zuschwillt. Aber: dann halt, geht schon.
Die Zeiterfassung ist fertig, gibt eine lange ToDo-Liste, ich vergnüge mich den Nachmittag über mit Qualitätsrisikoanalysen, Change-Anträgen, Validierunsplänen, Dokumentenmanagementsystemen und dem Review von Produktionsvorschriften für eine anstehende Kampagne.

Um viertel vor fünf beschliesse ich: genug für heute, packe das Laptop ein und verschwinde nach Hause.








Mittwoch, März 04, 2015

Betonschuhe, anyone?

Im Dezember waren wir mit unserem gesamten Betrieb weihnachtsessen. Ich habe ja das Privileg, bei einem Unternehmen zu arbeiten, wo solche Essen von der Firma bezahlt werden. Allerdings, und das ist ja auch absolut in Ordnung, in einem genau festgelegten Rahmen. So gibt es pro teilnehmendem Mitarbeiter einen Maximalbetrag der ausgeschöpft werden kann, alles, was mehr ist, muss anderweitig bezahlt werden. Und jedes Jahr ist es wieder spannend, welche Anweisungen man bekommt, wie die Rückerstattung zu erfolgen hat.
 
Dieses Jahr gab es eine ausführliche Mail zum Thema, Tenor war: „Bitte nicht auf Spesenabrechnung, lasst Euch eine Rechnung geben, da muss genau die und die Adresse draufstehen.“
 
Weil mein Chef an dem Termin keine Zeit hatte, hatte ich die zweifelhafte Ehre, das zu übernehmen.
Wir waren also in einem chinesischen Restaurant, hatten mehr oder weniger viel Spass und als wir beschlossen, dass es jetzt aber wirklich gut wäre, marschierte ich Richtung bezahlen. Nach langem Hin und Her bekam ich erst einen Kassenbon „Da, Rechnung“, dann, nachdem ich geklärt hatte, dass auf einer Rechnung zB v.a. „Rechnung“ draufstehen muss und sowohl meine Visitenkarte als auch die ausgedruckte Mail mit der genauen Angabe zu „Diese Adresse muss unbedingt draufstehen“ dagelassen hatte, hiess es: „Jaja, wir schicken die Rechnung“
 
Dann waren erstmal Weihnachtsferien, am ersten Arbeitstag danach wartete eine Mail mit einem Word-Dokument im Anhang auf mich. Auf dem Worddokument stand oben drauf „Rechnung“, ansonsten nicht viel, die Adresse war korrekt, Bankverbindung war keine drauf.
 
Ich habe diese Rechnung mitsamt dem meterlangen Kassenzettel zu unserem Abteilungs-Rechnungsbezahler gebracht, der diese dankend entgegennahm und für das Accounting-System irgendwo in Timbuktu ins System töckelte.
Nach ein paar Tagen kam von dort die Antwort: „Wir können die Rechnung nur bezahlen, wenn wir die Umsatzsteuernummer haben.“
Ich habe also im Internet diese Nummer für das Restaurant rausgesucht und via Kontaktperson nach Timbuktu geschickt.
 
Zwei Tage später kam von dort die Antwort: „Nein, so nicht, wir brauchen eine Originalrechnung mit der aufgedruckten Umsatzsteuernummer.“
 
Ich habe das also sowohl an die Mailadresse, von der die Rechnung gekommen war als auch an die Mailadresse auf der Homepage des Restaurants geschrieben.
 
Dann kam lange nichts mehr und ich hatte das mental schon zu den Akten gelegt, weil: die Adresse, die unbedingt draufmusste, war ja nicht meine, ich würde also gar nicht mitbekommen, wenn die Rechnung bezahlt werden würde. Ausserdem: wie schwer kann es sein, eine Rechnung zu stellen und zu bezahlen.
 
Nach einigen Wochen hatte ich auf meinem Privathandy dann auf einmal einen Anruf einer mir unbekannten Nummer. Ich verstand den Anrufer so schlecht, dass ich erst auf eine schlechte Verbindung tippte (neben der Wand ist ein Funkloch) und via Festnetz zurückrief. Dabei stellte sich heraus: nicht die Verbindung war schlecht, das Problem waren v.a. die Deutschkenntnisse meines Gesprächspartners, nämlich des Restaurantchefs, der sein Geld immer noch nicht erhalten hatte. Ich erklärte ihm die Sache mit der Steuernummer nochmal und er versprach, mir bzw. der angegebenen Adresse nochmal eine Rechnung zu schicken.
 
Wieder zwei, drei Wochen Funkstille, bis letzte Woche beim Skifahren. Ich hatte wieder diese Nummer auf dem Privathandy, allerdings hatte ich wegen Skifahren und Hallenbaden schon vier Anrufe verpasst, bis ich endlich ranging. Diesmal war der Herr schon richtig geladen, was ich einerseits sehr gut verstehe, schliesslich wartet er seit zwei Monaten auf sein Geld, allerdings hatte ich bisher nie eine Rechnung mit dieser vermaledeiten Steuernummer bekommen.
 
Ich habe ihm also freundlich erklärt, dass mir das alles sehr leid tut, dass ich aber erstens ohne Steuernummer nichts machen kann und zweitens jetzt in den Skiferien eh gar nichts machen kann. Er hat mir nicht ganz so freundlich erklärt, dass er schon drei Rechnungen geschickt habe und jetzt dann eine Mahnung schicken würde. Auf meine freundliche und erstgemeinte Antwort, dass das eine grossartige Idee sei und er da drauf aber bitte nicht die Steuernummer vergessen solle, hat er noch unfreundlicher reagiert, so dass ich mich irgendwann mit „Ich kümmere mich drum, sobald ich wieder im Büro bin“ verabschiedet und aufgelegt habe.
 
Die nächsten 10 Minuten waren dann ein bisschen stressig, weil Sie ja wissen, dass ich von meinem Firmenhandy eine Rufumleitung auf mein Privathandy habe und das Firmenhandy zwar dabei hatte, aber ausgeschaltet und gut verräumt und ausserdem brauche ich das so selten, dass ich den PIN gar nicht genau weiss. Stressig war das deswegen, weil der aufgebrachte Restaurantbesitzer meine Firmenhandynummer auf Dauerwählen gestellt hatte und mich ohne Witz in den 10 Minuten, die ich brauchte, um das Firmenhandy zu finden, zu aktivieren, die Rufumleitung abzustellen und das Handy wieder auszuschalten, noch 18mal anrief.
 
Weil ich ja kein Unmensch bin und dachte, dass das alles schon längst erledigt sei, schrieb ich meinen Kollegen im Büro noch ein paar Mails, dass sie doch bitte meine physische Post und den elektronischen Rechnungseingang kontrollieren sollten, da war aber leider nix.
Nun denn, gestern war ich dann wieder im Büro und mein erster Task nach Spülen der flauschigen Kaffeetasse war: Weihnachtsrechnung.
 
Ich habe also mit unserem Rechnungsbeauftragten gesprochen, der auf einmal nichts mehr von der Weisung „Bitte nicht per Spesen“ wissen wollte, mir aber ein paar Beispielrechnungen MIT Umsatzsteuernummer zeigte und den Tipp gab, doch persönlich dort vorbeizufahren und die Rechnung abzuholen. Das fand ich jetzt schon nur so eine mittelgute Idee, weil die dort ja ein bisschen zu Recht stinksauer auf mich sind (also: zu Recht, weil sie ihr Geld nicht bekommen, ein bisschen, weil: ich kann da nun echt nix dafür) und ein bisschen konfliktscheu bin ich ja schon…..
Naja.
 
Ich habe also wieder an beide Mailadressen geschrieben, dass es mir total leid täte, dass es so kompliziert wäre und sie sollten mir bitte das Worddokument, das sie mir ja im Januar schon geschickt hatten, und das ich mittlerweile mit der Umsatzsteuernummer versehen hatte, doch bitte einfach unterschrieben zurückschicken. Ausserdem habe ich den SpamMarshall überprüft, weil die Mailadresse des Restaurants, sagen wir so, nicht dem Standard "info at restaurant.de" entspricht, sondern ehe 12358345345xy at lsdjkh.li, und es hätte ja sein können, dass die drei bis vier Originalrechnungen mit Umsatzsteuernummer drauf in meinem Spamordner gelandet wären. Waren sie nicht, aber ich habe ungefähr 600 Mails aus dem weiten Themenkreis "Wie Sie Ihre Frau die ganze Nacht glücklich machen" gescreent. Wenn Sie da also mal Fragen hätten....
 
Heute morgen hatte ich dafür dann folgenden Text in der Inbox:
 
„wenn du heute nicht bezahlt wird.dann ich gebe meine anwalt weiter“
 
Jo. Wenn im Anhang noch die unterschriebene Rechnung gewesen wäre, wäre es ja okayish gewesen, so aber war es v.a. ein bisschen scary.
 
Ich Feigling habe also das Worddokument ausgedruckt, einen Post-it-Kleber neben die Umsatzsteuernummer gemacht und einen zweiten Post-it-Kleber dahin, wo die Unterschrift drauf gehört und bin zu einem Kollegen gegangen, der erstens nicht mit auf dem Weihnachtsessen war und zweitens in der Nähe des Restaurants wohnt und drittens ein unglaublich netter und freundlicher Mensch ist, und ihn gefragt, ob er heute abend kurz dort vorbeigehen könnte und sich das Ding unterschreiben lassen könnte. Trotz Warnung, dass die dort kurz vor der Weissglut wären, war er da sofort für zu haben (könnte auch am versprochenen Kuchen liegen ;-)) und ich wähnte die Sache fast erledigt.
 
Tja. In der nächsten Sitzung dann brummelte mein Handy mit einer mir unbekannten Nummer, die ich direkt mal googelte (ich war ja so ein bisschen nervös wegen „dann ich gebe meine anwalt weiter“): es handelte sich um ein Steuerberaterbüro.
 
Rückruf ergab: yay, es geht um die Rechnung. Erstaunlicherweise war der Steuerberater dann gar nicht überrascht davon, dass unser Accounting nur Originalrechnungen mit aufgedruckter Steuernummer bezahlt (ich hatte ja kurz angefangen, an der Rechtmässigkeit dieser Forderung zu zweifeln), auch nicht davon, dass ich nie eine Rechnung bekommen hatte und erklärte total freundlich fröhlich, dass das ja alles super easy sei und er uns so eine Rechnung schicken würde.
 
Ich habe meinen persönlichen Kurier für heute also abbestellt und habe auch nicht mehr ganz soviel Angst davor, einen Anruf von der Rezeption zu bekommen, dass da die Herren so und so vom Inkassounternehmen xy stünden und ihr Geld wollen würden.
 
So richtig vom Tisch ist das Ganze natürlich noch nicht, aber zwei Sachen weiss ich: ich werde nienienienienie wieder die Bezahlung des Weihnachtsessens übernehmen und ich werde nienienienie wieder in dieses Restaurant gehen (wäre ich aber auch vor der Rechnungssache nicht).

Dienstag, März 03, 2015

Medizinische Woche

Für diese Woche steht ein munteres Potpourri aus medizinischen Köstlichkeiten auf dem Speiseplan.

Start gestern: Katze muss zum Tierarzt wegen nicht gut.

Heute: Ich muss zur urologischen Abklärung. Allerdings nur zum ersten Teil, weil Ultraschall und Blasenspiegelung waren zwar unauffällig, aber das passt ja nicht mit den Symptomen zusammen, also gibt es den Bonuslevel „CT mit Kontrastmittel, Sie werden aufgeboten“ in 2-4 Wochen noch dazu. (Nebenbemerkung: Blasenspiegelung ist nicht so schlimm, wie man (und ich) sich das so vorstellt. Aber auch nix, was man (also ich) freiwillig aus Jux und Tollerei macht. Und eine Blase sieht von innen auch eher langweilig aus. Wie eine Nase in gross und ohne Nasenhaare)

Donnerstag: Dritter und letzter Shot der Hepatitis-B-Impfung, wobei das eher nicht stattfinden wird, weil ich ja verrotzt bis ins Kleinhirn bin. Den Termin werde ich aber dazu nutzen, um zu klären, ob ich mit meinem Gefühl „Ich hab nur eine Masernimpfung erhalten und brauch eine zweite“ richtig liege (bin relativ sicher,weil: da kann man sich ja an einer Hand abzählen an den Stempeln im Impfbüchlein.)

Freitag: Die Katze kriegt eine Darmspiegelung (dafür darf sie 48h vorher schon nix mehr fressen) und das machen wir auch nicht aus Jux und Tollerei und deswegen, wenn Sie Daumen über haben, diese Woche: bittedanke für unsere alte Katzendame.

Dazu kommt: Pistenschnupfen mit Auswirkungen auf Neben- und Kieferhöhlen, aber ich denke, das krieg ich mit Nasenspray und Ibuprofen und all den schulmedizinischen Vibes, die ich diese Woche durch Arztbesuche sammle, schon in den Griff.

Montag, März 02, 2015

Einkaufen mit dem grossen Kind

Eigentlich hätte ja heute die Schule nach den Skiferien wieder angefangen, uneigentlich zieht die Unterstufe in Little Q.s Schule in ein neues Schulhaus und deswegen war vor den Ferien anderthalb Tage schulfrei und eben nach den Ferien auch noch ein Tag (Wie ich das so finde, kann man sich vorstellen. Jeder Nichtlehrer hat ja den Aufschrei "Das sind nicht alles Ferien, das ist unterrichtsfreie Zeit!" noch in den Ohren, aber unterrichtsfrei heisst wohl auch umzugfrei und dann ist das halt so), und so habe ich den Abbau meines Überstundenkontos um 8h erweitert und wir haben heute morgen erst mal nur den Hübschen und Little L. aus dem Haus geschickt. Danach durfte/musste Little Q. mich auf den Erledigungen begleiten, die ich sonst halt nach Feierabend gemacht hätte: gemietete Dachbox zurückbringen, Pakete abholen (es tut mir ja fast leid um den Content, aber ich habe einen Hermesladen entdeckt, der direkt auf dem Heimweg von der Arbeit liegt.....) und Grosseinkauf.

Und auch wenn ich früher eigentlich schon immer das Einkaufen mit Kindern nicht so superschlimm empfand wie das gefühlte Gros der Eltern (das und das waren absolute Ausnahmen), ist es doch noch mal was anderes, mehr oder weniger total tiefenentspannt mit einem 9jährigen, der sich Gedanken um alles und jeden macht und das auch freimütig teilt, einzukaufen.

Wir haben also in der Gemüseabteilung drüber gesprochen, warum ich keine Knoblauch aus China kaufen möchte, was "lokaler Erzeuger" bedeutet, warum soviel auf den Schildern steht und warum manche Sachen nach Gewicht, andere nach Stück verkauft werden.

In der Getränkeabteilung haben wir erst geklärt, warum ich kein sauerstoffangereichertes Wasser kaufe (Quatsch) und warum keine Holunder-Bionade (seit drei Wochen stehen noch mehrere Flaschen daheim rum), dann konnten wir einen Blick ins Innere des Pfandrückgabeautomaten werfen und Little Q. machte sich Gedanken über die "Pfandbon-Spende-Box".

Wir klärten, warum es verschiedene Zahlen auf den Mehlsorten gibt, und diskutierten über das Desin von Tee-Packungen. "Weisst Du Mami, ich finde, wenn Tee zu cool designed wird, dann passt das nicht. Tee ist doch eigentlich was gemütliches, das kann ja auch auf der Packung so ausschauen." Trotzdem habe ich für den Hübschen seinen Lieblingstee gekauft, wir haben auch noch kurz gegenderteVerpackungen gestreift (also nicht rosa/blau bei Kindersachen, eher cool schwarz/silber vs. niedlich blümchenflauschig). Little Q. ist ja im Skiurlaub zu einem begeisterten Früchteteetrinker geworden und weil alle unsere wegen "Bei uns trinkt eigentlich keiner Früchtetee" begrenzten Vorräte an "Türkischer Apfel" und "Kirsche-Marzipan" aufgebraucht sind, durfte er sich Nachschub auswählen. Neben "Kirsche-Holunder" hat er dann noch was ganz Spannendes entdeckt: "Mami, schau mal, da gibt es Brennessel-Tee. Brennt der auf der Zunge?" und war nicht davon abzubringen, auch davon die Familienpackung zu kaufen. Ich gehe mal davon aus, dass die Begeisterung sich dann in Grenzen halten wird, aber ich trinke sowas ja ab und an ganz gern ;-).

Wir diskutierten über Werbeversprechen und dass Vitamine in Gummibärchen ja schön und gut wären, sie aber immer noch v.a. Gummibärchen bleiben, wir überlegten, warum auf den Minisalamis wohl "Enthält 6-7 Stück" draufsteht, klärten an der Wursttheke, wie der Lieblingsschinken von Little Q. heisst ("Spargelschinken" mit einer Kruste aus grünem Spargel. Wer hätte das gedacht), und dann, an der Kasse, gab es dann noch eine grossartige Überraschung, es gibt nämlich seit heute "Shaun, das Schaf"-Sammelfiguren. Und weil wir ja einen urlaubsleeren Kühlschrank zu füllen hatten, gab es jede Menge Sammelaufkleber, und weil Little Q. sich so schön freute, bekam er von den Leuten nach uns auch noch jede Menge Aufkleber (falls jemand schon tauschen möchte: wir haben jede Menge Tierpfleger und mehrmals das Schwein, das am fiesesten schaut. Dringend gesucht würden Shaun und Timmy).

Meine Lieblingssituation mit Little Q. beim Einkaufen ist allerdings immer wieder das Einladen in den Wagen nach dem Bezahlen (nicht nur, weil da dann fast alles geschafft ist): weil wir so viel Zeug hatten, habe ich ihn einen zweiten Wagen holen geschickt und gebeten, das gescannte Zeug schon mal einzuladen, während ich hinten das Band noch belud.

Und hier sehen sie, wie er den Einkaufswagen bepackt hat (oben). Ist das nicht grossartig ? Und das ganz ohne Tetris-Vorkenntnisse.
Damit Sie sich keine Sorgen um unsere seelischen und körperliche Gesundheit machen müssen, weil wir nur Sachen mit rechtwinkliger Grundfläche bzw. eingepacktes Fertigessen kaufen, habe ich Ihnen noch ein Bild von meinem Einkaufswagen gemacht, in den ich dann "Mami, das sieht so unordentlich aus bei Dir" die unregelmässig geformten Sachen einladen durfte.

Sonntag, März 01, 2015

Wenn man danach geht, was ich als erstes gemacht habe, nachdem wir aus dem Skiurlaub zurück alle unsere Taschen und Koffer zurück ins Haus geschleppt haben, habe ich in der Ferienwohnung am meisten vermisst:
1. Die Waschmaschine
2. Die Küchenmaschine
3. Den Slowcooker
4. Den Backofen.

Gut, Waschmaschine ist klar: wenn vier Leute wie die Wilden skifahren und baden, dann gibt es jede Menge Socken, Thermounterwäsche, Badehandtücher und, weil es hier unten ja sehr frühlingshaft wirkt, einen vermutlich voreiligen ersten "endgültigen Waschgang für Skihosen und -jacken für dieses Saison". Wenn dann die Katze noch einmal quer übers Bett gekotzt hat, dann kommt auch  noch ein bisschen mehr Wäsche dazu.

In der Küche dufteten ziemlich zeitgleich die "Provencalische Tomatensuppe" aus diesem Buch hier, Jeannys "Zimtschneckenkuchen" und Baguettes aus dem Leila-Lindholm-Backbuch. Und nein, es ist nicht so, dass ich nach einer Woche Hüttenkost und Convenience-Food (aka Flammkuchen, Nudeln mit Fertigsosse und Spätzle mit Spiegelei) schon so schlimme Kochentzugserscheinungen habe, dass ich sofort loslegen muss, nein, das hat noch einen perfideren Hintergrund:
Am letzten Skitag war ja Skirennen und die Kinder mussten schon um zwei Uhr zur "Besammlung" vor dem Rennen. Da der Skikurs erst um halb zwei zu Ende war, schien uns morgens beim Rucksackpacken diese halbe Stunde dazwischen ein bisschen arg knapp zum Verabschieden, Skiabziehen, Platz in der Hütte suchen, bei der Essensausgabe anstehen, essen, wieder anziehen, Skier wiederholen, zum Besammlungsort laufen. Also haben wir für alle Familienmitglieder Sandwiches geschmiert, belegt, eingepackt und hatten so eine Art romantische Vorstellung von Picknick im Schnee.
Dann hat es aber so genebelt und geschneit, dass erstens die Vorstellung eines Picknick immer unromantischer wurde, und zweitens die Vorstellung, den ganzen Tag bis nach dem Rennen im matschigen Schneetreiben draussen zu verbringen, nur so mittel war.
Also haben der Hübsche und ich schon vor dem Skikursende einen Platz in der Hütte gesucht, der Hübsche hat, während ich die Jungs hopphopphopp vom Kurs abholte und ihnen die Skier abbaute, schonmal Essen bestellt und so klappte alles (Essen, Aufwärmen, rechtzeitig beim Rennen sein und nicht Erfrieren) super. Nur das Sandwichpaket hatten wir halt noch im Rucksack.
Weil Skifahren ja bekanntermassen hungrig macht, haben wir das dann zum Nachmittagskaffee in der Ferienwohnung verdrückt, zusammen mit Birchermüesli und was sonst noch so aus dem Kühlschrank weg musste. Dementsprechend hatten wir dann alle zur regulären Abendessen gar keinen rechten Appetit auf die eingeplante Portion Nudeln mit Tomatensosse, so dass wir kurzerhand das Abendessen ausfallen liessen, bzw. nach einer Handvoll Salzbrezeln und dem Rest Birchermüesli für beendet erklärten. Die restlichen Vorräte wurden mitsamt allem anderen verpackt und schon mal im Auto verstaut. Und ja, so gegen neun bekam ich einen riesigen Hunger. Und unendlichen Appetit auf Nudeln mit Tomatensosse. Allerdings nicht so unendlich, dass ich den Weg in die Tiefgarage auf mich genommen hätte, um die Nudeln und die Sosse aus der Dachbox zu holen. Stattdessen stöberte ich in meinen Slowcooker-Kochbüchern auf dem Kindle, versuchte mir den Inhalt der heimischen Vorratsschränke ins Gedächtnis zu rufen, um rauszufinden, ob wir nun "Linsen-Karotten-Suppe mit Kokosmilch" oder "Westfälische Erbsensuppe" oder "Couscous Marrakesch" machen können würden. Es ist ja bekannt, dass das Schmökern in Kochbüchern fast so gut wie essen ist (in dem Fall: nicht. Gar nicht.) Ich  musste also daheim sofort schauen, was da ist und so gibt es eben: Tomatensuppe mit pochierten Eiern. Und frisches Baguette, weil das das einzige Brotrezept in meinen Büchern war, wo sich die Gehzeiten halbwegs mit meinem Zeitplan fürs Abendessen ausgingen.

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Samstag, Februar 28, 2015

Man muss sich wundern

Ich kriege zur Zeit sehr komische Mails.

Eine an meine Blogmailadresse:
"Hallo Michaela, ich nehme an, das ist deine Adresse. Gruss Irgendein Name, den ich vergessen habe".

Ich antworte: "Nein, ist es nicht. In der 8. Klasse sass ich mal neben einer Michaela, bis die wegen Dauerclinch mit Latein auf die Realschule kam. Viele Grüsse Nicht-Michaela."

An meine Arbeitsadresse (und da frage ich mich wirklich, weil in unserem ca 100000 Leute umfassenden internen Adresssystem sind die Leute mit Bildern, Telefonnummern und physischen Adressen hinterlegt, ausserdem schlägt die Google-Mail-basierte Firmenmaildings dir beim Adressen-Eintippen Adressaten aufgrund deiner am meisten genutzten Kontakte vor): "Liebe "korrekter Vorname", könntest Du mir bitte folgende Züge an den Standort xy buchen? Bitte achte bei der Reservierung darauf, dass ich mit dem Rest der Gruppe zusammensitze. Viele Grüsse Ein Name, den ich noch nie gehört habe" und im Anhang detaillierte Bahnverbindungen

Ich antworte: "Lieber Name, den ich noch nie gehört habe, ich buche eigentlich nie für Leute, die ich gar nicht kenne, Züge. Da kann Dir sicher die interne Reisezentrale (Link, man kann dort sogar selber Reiseaufträge erstellen, ich hab das schon mal probiert) oder die Abteilungssekretärin weiterhelfen. Viele Grüsse und gute Reise"

Und nochmal an meine Blogadresse: "Blablablablubb, tolles Blog, und welches Deo kannst Du mir empfehlen?"
Ich: antworte erstmal nicht, weil: die Mail kam mitten in der Nacht und zweitens: hallo? Ich bin doch nicht die dm-Fachkraft! Dann habe ich diese Mail irgendwie auch schon fast vergessen (ernsthaft: es gibt Wichtigeres. Wirklich.), da plingt es am nächsten Morgen nochmal und die neue Mail ist noch besser: "Ich fürchte, ich bin in Ihrem Spamordner gelandet, deswegen versuche ich es nochmal."
Ich bin versucht, das erst recht zu ignorieren, dann überlege ich, dass da vielleicht doch ein Problem unter den Achseln brennt ;-), und ob ich vielleicht doch verraten soll, dass ich seit ich 16 Jahre alt bin, das Rexona-DeoSpray "Cotton Dry" verwende (manchmal, wenn ich ganz verwegen bin, nehme ich "Linen Dry"), dann denke ich mir: "Meine Liebe, du hast gar nicht verstanden, was ein Spanordner ist: wenn deine erste Mail da drin ist, ist die zweite auch drin. Du könntest noch 15 schreiben und würdest doch immer dort landen."

Dann aber denke ich mir: schreibe ich doch einen gesammelten Blogpost zu "Blüten aus meinem Posteingang" und antworte "Danke für die Inspiration zu meinem heutigen Blogpost."

Freitag, Februar 27, 2015

Müdemüdemüde

Nach zwei tagen traumsonnenschein machte hasliberg uns heute mit schneetreiben und nebel den abschied nicht ganz so schwer. Wenn man den quietschorangen mann kaum noch erkennt und kaum bis zum nächsten streckenbegrenzungspfosten sieht, hilft es auch nix, wenn man die piste bei sonne in einem affenzahn zigmal runtergedonnert ist. Da hat man sih nämlih gemerkt, dass es neben den pfosten weitweit runtergeht.
Aber: niemandem was passiert, auch dem hübschen bei seinem bauchklatscher nicht und die kinder haben supertapfer das rennen bei miesen bedingungen absolviert.
Jetzt ist das auto gepackt und morgen geht es wieder runter vom berg.
Ich muss nur noch rausfinden, wo wir nächstes jahr in die skiferien gehen...