Freitag, Januar 19, 2018

Oh, müde!

Könnte sein, dass das eine ganz schön anstrengende Woche war. Auf jeden Fall bin ich so müde, dass ich wahlweise im Stehen einschlafen könnte oder ein bisschen weinen oder mir mit dem Hübschen auf dem Weg zum kurz noch was besorgen in die Haare greaten, obwohl wir uns nur missverstanden haben.
Tja. es kommt mir so ein bisschen vor wie vor einem Feiertag: ich hätte gern alles parat und erledigt und ordentlich und alle anderen wollen nochmal schnell noch was voll dringendes von mir, weil ich bin ja dann weg.
Heute war ich dann ausserdem trotz normal Homeoffice-Freitag zwischendrin noch im Büro und hatte dafür extra einen Tagesparkplatz in der Tiefgarage reserviert. Schon lustig, wie sehr ich mich an das nicht mit dem Auto in die Arbeit fahren gewöhnt habe: ich dachte ja ursprünglich, mich würde die Ahängigkeit total stressen, aber mittlerweile stresst es mich viel mehr, dass ich die Fahrzeit für nix ausser Fahren (ja, ich könnte telefonieren, aber ich telefoniere gar nicht gern, oder Musik hören, aber das ist ja nun auch keine ausfüllende Tätigkeit und bleiben Sie mir bitt bloss weg mit Hörbüchern oder Podcasts, das ist ja wie anderen Leuten beim Spasshaben zuhören. Nämlich gar nicht spannend.) nutzen kann, aber ja nu. Nachdem ich heute beschlossen hatte, wegen Einparken in der (dann doch gar nicht so) engen Tiefgarage und dem 3.30m breiten Auto nicht mehr nervös zu sein weil das hat jetzt ja mehrfach geklappt, da war heute dann zum ersten Mal kein Tagesparkplatz mehr frei, weil irgendein Schlaubischlumpf anstatt auf einem normalen Parkplatz (ein bisschen weiter weg von der Tür) auf einem Tagesparkplatz geparkt hat. Oder das Reservierungssystem hat sich vertan. Tja. Habe ich also total illegal auf einem der drölfzig freien normalen Parkplätze geparkt (und am Empfang mein Kennzichen und meine Telefonnummer hinterlassen für den Fall, dass jemand genau den Platz braucht).
Der Plan, morgens um sechs schon loszulegen, um dann in ein frühes Wochenende zu starten, ging übrigens gar nicht auf, weil ach .... es ganz viel dringendes und jetzt sofort und nur von mir zu erledigendes gab. Anscheinend. Und so habe ich dann u kurz nach fünf mein Telefon einfach ausgeschaltet und das Laptop zugeklappt und hey, ich komme ja wieder aus Indien. Hoffe ich.


Sonst: es ist ohne Q. immer noch sehr, sehr still, die Webcam sagt, Elm versinkt im Schnee und ich freue mich so auf die Berichte von unserem Grossen morgen nachmittag dann!
Überhaupt freue ich mich aufs Wochenende. Zweimal ausschlafen und an den Abenden haben wir jeweils was Tolles vor. Morgen Geburtstagsdinner bei den Freunden, die sternemässig gut kochen (da war der Post zu den besten und schönsten Profikochbüchern von Stevan Paul doch sehr hilfreich, wir verschenken "Noma" (Affiliatelink) und hoffen, da auch mal draus bekocht zu werden. Total selbstlos, gell?) und am Sonntag abend gehen der Hübsche und ich zusammen (mein Weihnachtsgeschenk!) zu "Alt_J" ins Hallenstadion. Das war ja schon letztes Mal so toll!


Selbstbeweihräucherung: nicht geheult, viel mit Little L. gelacht.



Donnerstag, Januar 18, 2018

Arbeit und Fame


Heute war dann so, wie gestern hätte sein sollen. Ich habe mir einige Zeit sitzungsfrei gehalten und da dann die Präsentation für Indien zusammengestellt, ausserdem noch mit zwei Experten gesprochen, erstens um mich zu informieren, zweitens um mir Hinweise abzuholen, worauf ich achten muss, und das war echt grossartig. Ich habe erstens gemerkt, dass ich mit allen meinen Annahmen und Einschätzungen auf dem richtigen Weg war, dass 15 Jahre in der chemischen Entwicklung und Produktion doch die eine oder andere Spur hinterlassen haben, dass ich die richtigen Fragen stelle, und zweitens: dass ich in einer Firma arbeite, wo man sich gegenseitig unterstützt und hilft, und zwar ohne automatisch davon ausgehen zu können, dass sich das unmittelbar für einen selber auszahlt, sondern aus wissenschaftlicher Neugier, aus Solidarität, einfach weil man so ist. (Also: ich meine: wir haben alle viel zu tun.. Und wenn dann jemand eine DIN-A-4 Seite Text mit ungefähr 100 Seiten Anhang und Fragen schickt, mit Bitte um ein Gespräch noch diese Woche, dann .. ist das nicht nix.). Aber: wir haben ja erstens ein internes Rewardsystem für solche Gelegenheiten ("Jubelpunkte", wie der Hübsche das nennt), und zweitens habe ich sehr nett und konkret gefragt und das Zeug war gut vorbereitet, und drittens habe ich für die nächsten Monate irre viele Mittagessentermine, weil "Du musst uns unbedingt erzählen, wie das dann in echt war."


Bei meinen alten Kollegen habe mich mich dann noch mit Staubschutzmasken und "Bunnysuits" (Tyvek-Schutzanzüge) ausgestattet, ich bin mir ja immer noch nicht so sicher wegen der "vielleicht, vielleicht auch nicht, und wenn ja, welcher der beiden Wirkstoffe"-Unverträglichkeitsreaktion seinerzeit, und für meinen Seelenfrieden ist es besser, wenn ich Schutzequipment dabei habe. Ob und wann genau ich mich dann zum Affen mache und einpacke, werden wir dann noch sehen.


Zwischendrin Touch bekam der Tag einen sehr kurrilen Touch, als ich mich über die Wortwahl von Herrn Kachelmann mokierte und der dann steil ging. Es wurde alles sehr merkwürdig, mein persönliches Highlight war der mittlerweile gelöschte Tweet auf dem Screenshot unten.*



Und so, liebe Kinder, benimmt man sich nicht im Internet.

Ich habe also nun eine, und da beweihräuchere ich mich grad mal on the fly, echt gute Zusammenstellung und Einführung zu den Themen "7 steps to a process safety risk assessment" (wenn wir schon dabei sind, heute C-Promis aufs Korn zu nehmen: ein Schelm, wer dabei an die "Seven Thinking Steps" denkt)




mit einem mittelkleinen Exkurs zu "Thermal process safety", "Runaway Scenarios" und "Criticality of chemical reactions" und als zweiten grossen Block "Occupational Hygiene: Wieso, weshalb, warum? Und Wie?".
Ich habe ausserdem einen Haufen verschieden detaillierter Fragen zusammengestellt, musste extra im Fabriklädeli noch eine "Swiss-Ethno-Bag" kaufen, damit ich die Schulungsordner und Richtlinien mit nach Hause bekomme (damit geht der Plan dahin, nur mit Handgepäck zu reisen), aber ich fühle mich jetzt zwar kurz vor knapp, aber endich dann doch adäquat vorbereitet.
Phew.

Ansonsten habe ich noch einmal (also: mehrfach. Und ich giggle schon wieder beim Gedanken daran) richtig herzhaft gelacht, weil ehemalige US-Kollegen auf die Frage, wer denn jetzt zuständig sei, die Antwort gaben: "J. Doe, john.doe@elfenbeinturmfirma.com, Tel: +41 555 12345". Das erinnert mich an die gerne zitierte Literaturstelle: "R. Stunken, R. Logan, Journal of wishful thinking, 287, pg 1234-1235".

Tja. Daheim dann erst eine Kopfwehtablette genommen, auf dem Crosstrainer ausgepowert, mit L. zusammen Nudeln gemacht (wir haben jetzt statt Saft für grün Spinatpulver genommen und für rot RoteBetepulver, dann wird das auch richtig farbig und sieht nicht mehr aus wie blasse Regenwürmer oder Recyclingpapier), eine Runde Mario gespielt (ich hatte das Gefühl, nicht mehr ganz so schlecht zu sein, wie auch schon, aber vielleicht war das auch wishful thinking), lange vorgelesen, und gleich gibt es noch eine Folge "Glitch".

Selbstbeweihräucherung: Ich habe Herrn Kachelmann dazu gebracht, dröflzig Tweets über mich zu schreiben, ich bin jetzt berühmt! Ich bin bereit für Indien und das Gute ist: einen Grossteil der Arbeit heute kann ich (und natürlich auch meine Kollegen) auch für andere solche Gelegenheiten nutzen. Das ist wirklich, wirklich gut geworden.

Helikopterstatus: Alter Verwalter, hat es viel Schnee in Elm! Ich habe vielleicht ein oder zwei Mal Qs. Klasse auf dem Zeitraffervideo gesehen und bin mir sicher, dass sie dort eine wundervolle, perfekte Winterwoche haben.

* Falls Sie sich über die Verwendung des Begriffs "Karrieregeile Rabenmutter" ärgern: tun Sie es nicht. Das ist tatsächlich ein Ausdruck, den ich in meiner Twitter-Bio verwende, mir war allerdings bis anhin nicht klar, dass jemand das für bare Münze nehmen könnte. Aber hey: Selbstironie scheint nichts zu sein, mit dem Herr Kachelmann Erfahrung hat. Ach, und noch was:  Das Leben von Kindern ist mir dafür nicht egal, warum auch immer Herr Kachelmann das denkt.


Mittwoch, Januar 17, 2018

Ich wil doch nur arbeiten!

Heute war ein einfach irrer Tag.
Ich hatte eigentlich den Plan, meine Präsentation für Indien fertigzustellen, dafür brauche ich aus Gründen Informationen, die ich nur auf Papier habe. Auf sehr viel Papier. Genauer gesagt. in vier Ordnern. Eigentlich wollte ich das also an meinem Schreibtisch im Elfenbeiturm machen, in dem ich immerhin bis Mittag sein sollte. Aber dann kam eine Kollegin mit einem dringenden Problem ("Die weigern sich, das zu unterschreiben, erklär du denen das mal, mir glauben sie nicht!), dann kam die TC mit 50 shades of quality (ich habe ja eine Zeitlang mit dem Gednken gespielt, eine Job rotation in eine quality function zu machen, aber das würde nicht gut ausgehen), dann kam Messengerdiskussion mit den Leuten, die das nicht unterschreiben wollen und dann war schon Mittagessen.
Der Nachmittag war mit Meetings im andren Standort verplant, also packte ich in der Hoffnung, dort noch eine ruhige Stunde zu finden, die 4 Ordner in meinen Rucksack und war fortan mit dem Rucksack voller Ordner, dem Wintermantel und meiner normalen Tasche mit Laptop und alle anderen Trallalala unterwegs. Selbstbild Packesel sozusagen.


Meeting hier, Meeting da (immer mit allem Gepäck), Huddle dort, Klärung mit denen, die nicht unterschreiben, jetzt aber doch, das aber lieber mir sagen als der, deren Dokument sie unterschrieben sollen, der Oberchef fragt, ob ich jetzt mit der Projektverzögerung wegen Feuer "free time for other stuff" hätte, könnte sein, dass ich ein bisschen hysterisch gelacht habe, aber das hat er vermutlich unter dem Stapel Ordner, Rucksack, Mantel, Schal, Laptop unterm Arm gar nicht gesehen, auf dem Flur kriege ich nicht so schöne Neuigkeiten (für mich, für ihn schon) von einem sehr geschätzten Kollegen, dann dringender Anruf, ob diese und jede Anfrage von Regulatory mit dem Risk Assessment, das ich vor 8 Monaten erstellt habe, in Einklang zu bringen ist, und die Antwort bräuchten wir heute, und dann ist da noch der Report, der den finalen Review braucht und zu meinen Korrekturen wurde einfach gesagt: "Ja, wir haben die Diskrepanz gesehen, aber wir nehmen jetzt einfach mal die andere Zahl, weil halt." und jetzt muss ich entweder sagen: "Okay, mir wurscht," oder wegen der Wurschtigkeit anderer Leute nachbohren und nachhaken und ich hab doch keine Zeit.


Irgendwann stand ich da, leicht verschwitzt, weil ich ja immer noch im Mantel meine vier Ordner und alles andere durch die Gegend schleppte, und mein Exil-Schreibtisch war besetzt, da machte ich was ganz Verrücktes: ich warf alle meine Habseligkeiten in die hinterste Quiet booth, die sogar Vorhänge und ein Sofa hat und weisses Rauschen, holte mir aus der Cafeteria einen Cappuccino (normal trinke ich den Nespresso-Gratiskaffee, aber die Situation erforderte Trost in Form von Barista-Kunst und einem netten Lächeln, da sind 3.40 gut investiert), zog dann die Vorhänge an der quiet booth zu und arbeitete immerhin eine halbe Stunde für die Indienpräsentation.


Zwangsentschleunigung: der Bus steht auf dem Heimweg im Stau und braucht eine Stunde statt 20 Minuten. Zeit zum Bloggen!




Ansonsten:


Sehr netter Moment heute: eine Kollegin muss aktuell mit einem Leihlaptop arbeiten, weil ihres den Geist aufgegeben hat. Deswegen fehlen ihr alle Favoriten, Shortcuts, tralalala, die das Leben einfacher machen. Im Meeting bat sie also, ob ihr jemand den Link zum sicheren Login in die Firmensysteme von ausserhalb schicken könnte. Ein Kollege holte also aus und erklärte und erklärte, wie sie den total logisch auch selber finden würde und wie man überhaupt seine Links auch in der Cloud ablegen könnte und blablablaberrhabarber  In der Zwischenzeit habe ich ihr den Link via Messenger geschickt und musste ein bisschen grinsen, als sie den schwadronierenden Kollegen mitten in seinem Monolog unterbrach mit "Thanks, I got it, let's move on".




Noch ein netter Moment: ich war (wie den ganzen Tag heute) mit Sack und Pack auf der Suche nach einem Kollegen in einem anderen Gebäudeteil, da sprach mich jemand, den ich noch nie gesehen hatte an: "Bist Du Frau Brüllen? Weil, ich habe heute mit jemand Mittag gegessen, der hat von dir erzählt, und ich hab dich anhand von dem Profilbild erkannt." Das wird langsam ein bisschen weird.






Selbstbeweihräucherung: Ich hab niemand angezündet Ich habe nicht viel mehr auf meiner To-Do-Liste als heute morgen, auch wenn heute drölfzig dringende Dinge aufkamen. Und nur zu einer Sache, von deren Relevanz ich nicht 100% überzeugt bin, und die mehr Arbeit für mich bedeutet, ja gesagt, um des lieben Friedens willen, für ganz viele andere Punkte habe ich die mühsame Diskussion geführt und durchgehalten. Future me sagt danke.






Helikopterstatus: Hui, hat es da viel Schnee in Elm! Aber ich hab nur ein, zwei, dreimal geschaut.

Dienstag, Januar 16, 2018

Still. Und Sturm

Ruhig ist es hier ohne Little Q., echt wahr!
Mir tat Little L. heute morgen richtiggehend leid, als er auf dem finsteren Weg zur Schule ganz allein losmarschieren musste, man merkt es halt schon, wenn ungefähr 60 Kinder fehlen. (Ausserdem waren wir zwei anscheinend ein bisschen früh dran).
Ansonsten war es heute gar nicht so still, der Wintersturm Evi fegt hier nämlich ganz schön durch (nein, ich werde nicht an wild schaukelnde Sessellifte denken, die Webcams lassen darauf schliessen, dass heute nur eingeschränkter Betrieb war, aber ich denke, ich habe den Skikurs ein, zweimal vorbeisausen sehen.).
Ich war mir nicht so ganz sicher, wie sehr ich der Verankerung des Baukrans (für Elfenbeinturm No.2), der direkt vor unserem Fenster steht und dessen Ausleger, wenn man ihn mit Schwung drehen würde, einmal quer durch unsere Hälfte des Grossraumbüros fegen würde (ja, könnte sein, ich habe schon einige Katastrophenfilme gesehen) trauen kann, aber die Kollegen, die schon während Burglind bei der Arbeit waren, wussten, dass der bis 300km/h stabil steht. Ausserdem habe ich gelernt, dass der Elfenbeinturm so konstruiert wurde, dass das Gebäude am höchsten Punkt maximal 1m schwingt. Das finde ich .... ganz schön viel, ehrlich gesagt.
Es hat auf jeden Fall ganz schön gepfiffen und als ich dann mittags zum anderen Standort musste, hat es mich in der Häuserschlucht unten fast weggepustet. Ein bisschen skurril war, dass es mir meinen Badge, den ich an so eine Schlüsselbändel um den Hals trage, nach hinten geweht hat und er so hinter mir her geflattert ist.


Sonst so:
Letzte Vorbereitungen für Indien, fachlich, mental, praktisch.
Kinderpässe an die Botsschaft geschickt, die warden gegen die endlich fertigen neuen ausgetauscht.
Mit dem Architekten den Umbau des Dachgeschosses besprochen und hui, das wird richtig toll. Erster Kostenvoranschlag: mehr als 10 000CHF, weniger als 100 000CHF. Da kann man ja mit arbeiten.


Selbstbeweihräucherung: ich fürchte zwar, dass wenige das richtig zu würdigen wissen bzw. als vergebliche Liebesmüh sehen, aber ich mache das mit Indien wirklich gut. Ich fände es super, wenn jemand sich so viel kümmern würde. (Und mit einer gesunden Portion schwarzen Humors (man hat ja einen Ruf zu verlieren) habe ich auch schon eine Idee für die Bildzeile auf dem Titelslide meines "Das war das"-Vortrags:



Montag, Januar 15, 2018

Was schön war

Heute morgen haben wir Q. mitsamt allem Skiequipment zum Bus gebracht, der ihn und seine Kollegen für eine Woche ins Glarnerland zum Skifahren bringen sollte. Es war wunderschön, die Vorfreude zu sehen, die Aufregung auf diese hoffentlich wundervolle Woche. (Ich erinnere mich gerne an unser Skilager damals in der 7. Klasse. In Pflersch, wo unsere Schule ALLES gemacht hat, von Skifahren über Theaterspielen und Orchesterwoche). Ganz toll fand ich auch, dass der Schulleiter auch zum Abfahrtstreffpunkt gekommen war, um immerhin drei Klassen seiner Schule zu verabschieden (ich bin übrigens högscht beeindruckt: er kennt jedes einzelne der ca 600 Kinder an der Schule mit Namen. Und auch die zugehörigen Eltern. Oder nur uns, wer weiss das schon, aber das mit den Kindern ist echt so.)


Little L. vermisst seinen Bruder übrigens jetzt schon. "Sogar seine Volksreden, das hätte ich gar nicht gedacht!")


Es ist wieder Fastenwähenzeit! Das habe ich mit Freude heute beim Bäcker am Bahnhof festgestellt, als ich die Wegzehrung für Little L. (und seine Turnkollegin, die wir immer noch auf dem Heimweg mitnehmen) besorgt habe. Little L. hat sich auch sehr gefreut und die gibt es jetzt jeden Montag, bis Ostern oder so. Der Bäcker am Bahnhof ist eh super: es immer irre viel los, aber die Leute dort sind unglaublich freundlich. Heute, mitten in der Rushhour, lief dort "Bamboleo" und alle drei Verkäufer tanzten und pfiffen, während sie Brot und Kaffee verkauften. Kein Kunde ging ohne Lächeln!


Das haben die meisten dann übrigens auch in den Zug mitgenommen, da war nämlich irgendwie die Durchsage kaputt, mitten auf halber Strecke meinte sie nämlich: "Nächste Station: Basel SBB. Dieser Zug endet hier, bitte alles aussteigen." Und anstatt die Augen zu rollen, fingen alle an zu lachen und spannen skurrile Geschichten, wie das den jetzt gegangen ware. Raumzeitfalte oder was?


Heute hatte die kleine Schwester von Little L.s Freund bei Turnen geschnuppert und der Freund kam zum Abholen mit. Es war sehr süss, dass er dann nicht mit Mutter und Schwester mit dem Auto hochfahren wollte, sondern "Gell, ich darf dem L. hochlaufen, oder?" sich mit uns auf den Hatsch nach oben machte.


Und worauf ich mich jetzt noch sehr freue: ein Internettelefondate mit Irland.


Selbstbeweihräucherung: heute zwei Meetings kürzer als geplant hingekriegt, Minutes schon verschickt. Das ist wichtige, aber nervige Fleissarbeit, diese Dokumentiererei. Und dann habe ich, als sich abends rausstellte, dass jemand mich (absichtlich oder nicht) übergeht, direkt zwar angepisst geschrieben, dass ich das nicht toll finde und bitte in Zukunft dabei sein möchte, aber den blumigen Teil habe ich dann wieder gelöscht.

Sonntag, Januar 14, 2018

Mal wieder was Kulinarisches

Achtung, es mag sein, dass ich dieses Rezept schon mal gebloggt habe. Sehen Sie es mir nach, es ist halt wirklich lecker und wir machen (also: ich mache, wir alle essen) es seit vermutlich fast 20 Jahren. Die Bilder sind aber alle von heute, ich schwör.
Ursprünglich stammt das Rezept aus einem der Kochbücher, die ich nach meinem Auszug an einem Wühltisch beim Hugendubel gekauft habe, weil: kochen durfte ich daheim ja nicht und kochen nach Rezept war eh total verpönt.

 
Es sind:
 
Fenchel-Limetten-Spaghetti mit Knoblauchlachs aus dem Ofen
 
für 4 Personen*
 
4 Lachsfilets (a 125g, was halt so in TK-Lachs drin ist)
1 Knolle Fenchel
1 Knolle Knoblauch
2 Limetten, (Saft von beiden, von einer auch noch abgeriebene Schale)
500g Spaghetti (wer einen Pastamaker hat und gut drauf ist, macht grasgrüne Spinat-Linguine mit frischem Koriander drin)
Olivenöl
Salz
 

 
  • Man heize den Backofen MIT einer Auflaufform auf 250°C (oder so heiss, wie es halt geht) Ober-/Unterhitze vor und koche schon mal Salzwasser für die Nudeln auf.
  • Den Fenchel schneidet man, so fein es geht, in .. wie sagt man dazu? Halbkreise? Scheiben? und mariniert ihn mit der Hälfte des Limettensafts, etwas Salz und Olivenöl.
  • Die Knoblauchknolle zerteilt man in Zehen, häutet und halbiert diese.


  • Sobald der Ofen echt heiss ist, nimmt man die Form raus, giesst einen Schluck Olivenöl rein und legt die Lachsfilets rein (Achtung, spritzt!). Mit einem Backpinsel pinselt man sie auch oben drauf mit Olivenöl ein, verteilt die halbierten Knoblauchzehen drauf und streut etwas Salz drüber (ich nehme gern das Maldon Sea Salt, weil ich das Gefühl mag).


  • Dann schiebt man die Form wieder in den Ofen. ACHTUNG: Wenn Sie auch nur anatzweise so ticken wie ich, werden Sie sehr überrascht sein, aber die Form ist SAUHEISS! Unbedingt Handschuhe oder Topflappen benutzen.
  • Der Lachs braucht im Ofen genausolang wie die Spaghetti/Linguine, die Sie genau jetzt ins kochende Wasser geben.
  • Wenn die fertig sind, giessen Sie die ab und fangen einen kleinen Schluck Kochwasser auf.
  • Sie geben die Nudeln zurück in den Topf, vermengen Sie mit dem marinierten Fenchel und verteilen Sie auf vorgewärmte Pastateller.
  • Auf jeden Nudelteller setzen Sie nun ein Lachsfilet.
  • Den restlichen Limettensaft und eventuell etwas Nudelwasser giessen Sie in die Auflaufform, kratzen das Angebackene und evtl. Lachsreste ab und verteilen den Saft nun gleichmässig über die vier Portionen. ACHTUNG: die Auflaufform ist erstaunlicherweise schon wieder UNGLAUBLICH HEISS!
  • Noch schnell die Limettenschale drübergebröselt und je nach Gusto noch nachsalzen: fertig.


  • (Man kann es auch gut mit der doppelten Knoblauch- und Fenchelmenge essen, die einem von kleinen Händen von der Seite zugeschoben wird.)
 
 


Selbstbeweihräucherung: neben og Lachs gab es heute auch noch frischen Hefezopf zum Frühstück, frische Kekse und Waffeln zum Kaffee und bis auf Unterhosen und Socken sind ALLE Items, die Q. ins Skilager mitnimmt, mit Namensklebern versehen.
 
*von denen zwei den grössten Teil des Fenchels und einer allen, einer die Hälfte des Knoblauchs aussortiert und einer bin zwei immer fragen: "Lachs hat's keinen mehr?"

Samstag, Januar 13, 2018

Passivspocht und Steak

Heute war mal wieder Unihockey mit Fahrdienst, d.h. Q. und ich standen immerhin zu einer sehr christlichen Zeit am Bahnhof, sammelten noch einen Kollegen ein und fuhren weit, weit ins Hinterland in eine winzige, zugige Dorfturnhalle, wo die ersten beiden Spiele der Rückrunde stattfanden.
Sagen wir mal so: ich habe gegenüber gefühlt 18jährigen Trainern einer fremden Mannschaft die mittelalte Helikoptermum raushängen lassen und gemeint, dass sie sich zwar vermutlich supercool vorkommen, aber ich ihre Kommentare über mein Kind und seine Mannschaftskollegen übergriffig, verächtlich, unprofessionell, unreif und unsportlich finde und sie ihre Viehversteigerungsgespräche bitte ausserhalb der Hörweite der Eltern des Viehs, das gar nicht weiss, dass es versteigert wird, führen sollen. In Bayern hätte ich "Schleicht's eich, ihr zwoa aufgstejdn Mausdreck!" gesagt, aber ja nu.


Die zwei Stunden Pause zwischen den Spielen verbrachten wir bei tatsächlich einer Art ausgewogenem Mittagessen und .... ähnlicher Beschäftigung.












Das Schöne aber war, dass die Mannschaft und Q. im zweiten Spiel dann auf einmal doch der Ehrgeiz gepackt hat und sie wirklich, wirklich gekämpft haben. Und man kann sich ehrlich über ein 10:16 freuen.


Dann Heimfahrt durchs Hinterland, Blitzdusche und Dezimieren argentinischer Rinderherden im Nachbarort. Ich esse ja echt nicht viel Fleisch, aber das heute, das habe ich ehrlich genossen!