Dienstag, April 25, 2017

Anfang vom Ende

Heute haben wir die Einladung zum Elternabend für Little Q.s Klassenstufe bekommen. Ein sehr spannender, weil es v.a. um den Übertritt nach dem nächsten Schuljahr gehen wird.
Das ist ja in der Schweiz anders als in Deutschland, da gehen man bis zur 6. Klasse alle gemeinsam in die Primarschule und danach wird aufgeteilt. Ich weiss, ganz viele finden das grossartig, aber ich muss sagen, ehrlich gesagt ware mir eine Differenzierung nach der 4. Klasse lieber gewesen. Aber: hattitatiwari, darum geht's jetzt gar nicht :-).
Ich bin schon sehr gespannt auf die Informationen, was ich mir bisher so zusammengereimt habe, ist: der Entscheid, auf welche weiterführende Schule ein Kind gehen kann, wird anhand des Notenschnitts von der Klassenlehrperson bestimmt. Die Eltern haben zwar die Möglichkeit, Einspruch einzulegen, aber der Entscheid liegt bei der Schule. Auch die Zuteilung, in welcher Schule des entsprechenden Typs man landet, liegt in den Händen des Schuldepartements, was in meinen Augen das Ganze viel einfacher macht. Wir werden sehen, wieviel ich davon falsch verstanden habe und wie es tatsächlich laufen wird.
Ich weiss noch, ich habe mich damals so sehr aufs Gymnasium gefreut! Die Entscheidung, auf welches der drei in der Nachbarstadt ich gehen würde, war eigentlich sehr schnell getroffen: meine Eltern fanden Latein als Anfangssprache super (ich auch, ich war damals im Arcäologiefieber, finde ich auch immer noch gut), damit fiel das neusprachlich-naturwissenschaftliche raus, von Musik/Kunst als Schwerpunkt hielten sie (besonders im Hinblick darauf, dass das auf Kosten einer dritten Fremdsprache gehen würde) nicht besonders viel und so bin ich auf dem neusprachlich-humanistischen Gymnasium gelandet, das noch dazu am nächsten am Bahnhof lag und auf dem die beiden Nachbarsmädchen auch waren. Ich weiss noch, wie ich mit meinem Vater dann in den Sommerferien Zugfahren geübt habe: damals gab es bei uns im Dorf keinen richtigen Bahnsteig, um in den Zug zu kommen, der in die Stadt fuhr, musste man über die Gleise der Gegenrichtung laufen, auf einen Kieswall klettern und hoffen, dass an der Tür, in die man reinwollte, auch jemand aussstieg, sonst ware es für eine 9 jährige schwierig geworden, zum Griff hochzukommen. (In der ersten Woche habe ich schon von den grösseren Fahrschülern gelernt, wie und wann man den roten Hebel runterhalten muss, damit man die Tür auch während voller Fahrt aufmachen kann). Meine Mutter hat mich also zum Bahnhof im Dorf begleitet, mein Vater ist mit dem Auto in die Stadt vorgefahren und ich bin dann zwischen den beiden mit dem Zug hin- und hergefahren. Ich habe gelernt, wie und wo ich rausfinde, welcher Zug auf welchem Gleis abfährt (in der Stadt gab es ja mehr als zwei), welche Züge auch bei uns im Dorf halten und wie früh ich aus dem Haus gehen muss, um noch über die Schranke zu kommen. Ungefähr 5 Minuten vor dem Morgenzug in die Schule fuhr nämlich ein Güterzug vorbei und der Bahnhofsvorsteher hatte keine Lust, danach die Schranke nochmal hochzukurbeln. Und so musste man immer schon 10 MInuten vor Zugabfahrt am Bahnsteig stehen, weil man sonst vor geschlossener Schranke wartend der Einfahrt und Abfahrt des eigenen Zuges hätte zuschauen können. Man  hätte natürlich auch dem von vielen knapp kommenden Pendlerfüssen ausgetretenen Pfad entlang der Friedhofsmauer und dann durchs Gestrüpp und bei der toten Katze (die lag dort meine gesamte Gymnasialzeit, mumifiziert durch Flugrost) direkt über die Gleise folgen können, aber das habe ich mich die ganzen 8 Jahre Gymnasium nicht getraut.


Wenn ich mich an diese Geschichten erinnere, wird mir ein bisschen mulmig, welchen Quatsch Little Q. auf dem Weg in die Nachbarsstadt dann wohl anstellen wird, aber er ist ja nicht mehr 9, sondern dann schon 13. Total vernünftig also.

Montag, April 24, 2017

Montag

Um den mittelspannenden Bogen als allererstes zu schliessen: es waren Ringelröteln. Die Kinderärztin hat uns heute abend noch angerufen und die Diagnose anhand von Laborwerten bestätigt. Das ist jetzt rein wissenschaftlich interessant (ich habe so eine Ahnung, dass es dem Hübschen und mir deshalb die Woche vorher auch so mies ging. Vermutlich hat unser Immunsystem die lang verschütteten Syntheseanleitungen für die Paroviren-Antikörper ausgraben müssen.)

Sonst: ich kämpfe hart, um an meiner vor zwei Wochen gezogenen Lehre festzuhalten: Arbeit ist Arbeit und irgendwann ist Schluss. Schwierig, wenn man das Gefühl hat, dass an allen Ecken und Enden Brände (auch wenn es manchmal nur Strohfeuer sind) zu löschen sind und einem dann noch beiläufig im Flur mitgeteilt wurde, wie hoch hinauf das eine Projekt im Moment Wellen schläft und verfolgt wird. Ich sags mal so: bei uns gehts nicht weiter rauf. Ja nu.

Ansonsten freue ich mich sehr, dass mein Vater und seine Frau uns am Wochenende besuchen kommen (ein langes Wochende noch dazu, zumindest für die Kinder und mich, der Hübsche muss ja arbeiten am Montag. Ein Hoch auf die kantonal unterschiedlichen Feiertage, bei mir ist der 1. November keiner und ein ganz grosses Hoch auf die Schule, die einfach alle Feiertage der angrenzenden Kantone einfach mal freimacht.). Ich bin nur noch am Überlegen, was wir so machen können, die beiden kommen nämlich ohne Auto und alle zusammen passen wir in unsere Wunderkiste nicht rein. Ausser wir setzen Little L. in den Frunk, aber das will ja auch keiner.

Sonntag, April 23, 2017

Sunday Funday

Little L. ist wieder punktefrei, rein der Vollständigkeit halber bin ich immer noch gespannt auf das Testresultat morgen nachmittag.

Ansonsten ein typischer Sonntag mit nix vor hier. Die beginnen immer mit grosser Herausforderung für mich, weil der Rest der Familie irre gut im "Chill mal" ist. Das geht bei mir nach dem Aufwachen normal etwa drei Minuten, mit Kaffee und Internet vielleicht eine halbe Stunde, dann ist der Kaffee und Timeline und Feedreader leer, dann will ich zackizacki frühstücken. Die Familie: chillaxed. Little Q. schläft (ich habe ihn heute um viertel nach 10 geweckt, weil ich dachte, er wäre tot.), der Hübsche schaut UFC-Kämpfe, Little Q. hat schon eine Banane gegessen, zwei Hörspiele und ein ganzes Coldplay-Album gehört und seinem Meow-Kuscheltier mit "Urmel und die Schweinefee" Lesen beigebracht.
Ich ziehe mich an, schminke mich, wasche meine Schminkpinsel der letzten Woche, rufe ein paar Mal "So, jetzt aber, ihr Schätzchen, frühhhhhstücken!", die Familie antwortet: "Glahaaaaaaich" (oder chrchrchr ---> Q.). Ich füttere die Katze, räume das Bad saugroboterbereit und starte ihn. Unten rufe ich "Ich frühstücke jetzt!", keiner reagiert, also decke ich den Tisch, koche mir eine Kanne Tee, schneide Obst für Little L, mein Granola und den Smoothie für Q. und den Hübschen, brate für Little L. den "Eierlappen", das ist eine Sonntagstradition: das verquirlte Ei, das vom Butterzopfbepinseln am Vorabend übrig ist, wird in etwas Butter zu einem ... Eierlappen gebraten, den L. dann auf einem Stück von ebendiesem Butterzopf verdrückt. Ich stelle Hummus, Marmelade, Honig, Butter und Senf auf den Tisch, rufe nach oben, immerhin bewegt sich was (vermutlich lockt der Eierlappengeruch), ich bin grummeliger, als ich es lieber wäre, weil wir ja eigentlich echt nix vorhaben, und ich mich ja nicht anstellen müsste, ich könnte ja gegen die schlechte Laune schon ein Stück Zopf essen, aber ich mag es doch, wenn wir alle gemeinsam frühstücken, aber ALLE chillen ja.
Ich rühre den Teig für den ersten Rhabarberkuchen des Jahres an und schiebe ihn in den Ofen. Die Geräusche der Familie nähern sich, der Staubsauger ist fertig, ich setze ihn in unser Schlafzimmer. Der Hübsche ist immerhin beim allerletzten UFC-Kampf, "Nur noch ein paar Minuten, Schatz!", da sollte ihn das Sauggeräusch immerhin von einem Best-of abhalten. Little Q. ist aufgewacht, ins Elternbett zu Katze und Hübschem getorkelt und "ah, cool, Boxen und Kuscheln, das ist so gechillt..."
Ich koche ungefähr eine Tonne Sushireis für unser geplantes Abendessen und kurz bevor der Rhabarberkuchen fertig ist, sind alle am Tisch versammelt und meinen "Oh, so schön, so ein gechilltes Sonntagsfrühstück"
Ich bestreiche mir mein erstes Stück Zopf mit Erdbeermarmelade und nachdem ich gierig die ersten Bissen runtergeschluckt habe, legt sich der innere Grant und ich denke mir: "Ja, schon."

Samstag, April 22, 2017

Ringel, ringel...

Der Tag heute startete etwas anders als geplant, nämlich durch das Geräusch einer Steinsäge vor unserem offenen Schlafzimmerfenster um 7:30h. Jajajaja, ich habe gegoogelt, Nachtruhe ist in der Schweiz anscheinend so ca zwischen 6 und 7 vorbei, allerdings finde ich 7:30h am Samstag für dieses durch Mark und Bein gehende Geräusch halt schon nur so mittel. Nun ja. Das Ganze scheint ein grösseres Projekt zu werden, gestern wurde das ganze Gras aus dem Garten entfernt und Tonnen an Stein angeliefert, der jetzt zurechtgeschnitten wird. Den ganzen Tag. Voll schön für die Nachbarn, dass es nicht mehr kalt ist, sondern total schön angenehm zum draussen sein. Halt nicht mehr für die, die keine Steine schneiden. Nun ja, gehen wir heute halt noch nach Basel, bummeln gehen.


Das frühe Aufstehen hatte auch sein Gutes, so konnten wir Little L.s Ausschlag begutachten und dann direkt einen Termin bei unserer Kinderarztpraxis machen (die haben jeden Samstag morgen offen für Fälle, die sich nicht bis Montag schieben lassen. Und wir hatten gestern abgemacht, dass wir kommen können, wenn es kein "Er hatte einen Virus und das ist jetzt die Nachwirkung"-Ausschlag war.), er war nämlich am ganzen Körper rot mit wenigen weissen Flecken und es began auch zu jucken.



Beim Arzt dann wurde mir kurz ein wenig mulmig, als in der Differentialdiagnose neben "War er viel in der Sonne, haben Sie eine neue Sonnencreme, Weichspüler, Bodylotion?" auch das Wort "Masern" fiel. Aber: bei aller Awareness für potentielles Impfversagen: dass ein total durchgeimpftes Kind ohne bekannt Masernfälle in der Gegend spontan Masern bekommt, es ihm aber total gut geht dabei bis auf den roten Ausschlag, das ware ja schon arg unwahrscheinlich. Hufgetrappel, Zebras und so. Was aber durchaus sein kann, sind Ringelröteln, auch wenn er gar nicht viel ringelt, sondern eher ganz knallrot ist. Wir warden sehen, was das Blutergebnis am Montag aussagt. Immerhin ist er nullkommanull eingeschränkt, wenn es eine allergische Reaktion ist, ist er eh nicht anteckend, wenn es Ringelröteln sind, ab dem Ausschlag auch nicht mehr. Einem Schulstart am Montag (und ihm noch viel wichtiger: dem ersten Turntraining nach den Ferien) steht also nichts im Weg, gegen das Jucken bekommt er Feniallerg. Und alle wollen mit ihm kuscheln, weil er so schön warme Haut hat :-).


Am Nachmittag machen wir uns also auf den Weg nach Basel und wie es so ist: wenn man absolut gar nichts vorhat ausser kein Steinsägengeräusch hören, dann passieren die coolsten Dinge. Während wir auf dem Barfüsserplatz stehen und Little L. beim Melken der Kuhfigur, die dort wegen des "Tag der Schweizer Milch" steht, zuschauen, sehen wir, dass in der Barfüsserkirche eine Ausstellung ist, die mich schon lang interessiert. (Also: ich wusste von dieser Ausstellung schon eine Zeitlang und wollte sie immer schon anschauen, war aber immer am falschen Museum, weil ich aus irgendeinem Grund die Barfüsserkirche überhaupt nicht auf dem Radar habe).


Und während Little. L. so vor sich hin melkt, fragen wir schnell, was der Eintritt kostet und: juhuuu, die letzte Stunde von 16-17h ist auch umsonst. Also stöbern wir noch schnell durch den lokalen Buchladen (Little Q. fachsimpelt mit der Buchhändlerin über die Beschaffungsmöglichkeiten von den original Lemony-Snicket-Bänden. Es scheint schwierig zu sein. Falls jemand also gebrauchte Exemplare überhat: wir wären sehr dankbar dafür!) und kehren um 16:00h zurück. Die Ausstellung ist unglaublich gut gemacht. Der Hübsche und ich finden sie aus Ausbildungs- und Jobgründen eh ganz grossartig.


Q. ist begeistert, diskutiert das Produktionsbaumodell mit mir (er sagt doch glatt: "Woher weisst Du, was das alles ist, Mami? Das ist ja echt cool!") und beantwortet alle Meinungsfragen.


 Die Auswertung am Schluss ist interessant und einerseits beängstigend, andererseits sicher dem BigPharma-Standort und dem damit verbundenen Publikum geschuldet.







 L. findet das alles nur so mittelspannend, aber neben der zeitlich begrenzten Ausstellung gibt es auch die Ausstellung des Münsterschatzes und das ist mal Schatzkammer nach L.s Geschmack, nicht nur "schimmlige Decken" wie in der Wiener Hofburg :-).

Um fünf verlassen wir total begeistert die Ausstellung und sind damit gerade rechtzeitig für die "3 für 2"-Aktion bei "Cupcake Affair". Der Hübsche kennt den Laden als einziger noch nicht, ist aber angemessen beeindruckt. Die Kinder und ich sind alte Hasen (der Laden liegt ein paar Schritte von meiner Gyn-Praxis entfernt und ich habe mir vor einiger Zeit angewöhnt, mir die Besuche dort mit einem Cupcake danach zu versüssen, mit den Kids war ich auch irgendwann mal da) und wählen praktisch blind "Peanut butter chocolate", "red velvet", "das dings mit den Smarties" und "chai salted caramel".


So gestärkt sind wir dann eigentlich bereit, die Steinsäge daheim zu ignorieren, aber: bei Regen scheint es nur noch halb so viel Spass machen, Steine zu sägen, es ist himmlische Ruhe. Im Kühlschrank mariniert seit gestern abend das "Butter chicken" und sorgt für Aufwärmung von innen. (beide Erwachsenen und das grosse Kind lieben es, das kleine sagt immerhin: "Man stirbt nicht dran.")


So war das dann trotz blödem Start ein wunderbarer Tag.

Freitag, April 21, 2017

Frei-Tag

Die Kinder hatten ja heute letzten Osterferientag und mit Blick auf mein Überstunden- und Urlaubszeitkonto (mit 3 Wochen Sommerurlaub abgezogen habe ich immerhin NUR noch 54h Urlaub aus dem letzten Jahr und 120 Überstunden oder so) und die freundlichen Hinweise meines Chefs ("MACH WAS!") im Hinterkopf habe ich den heutigen eigentlichen Homeoffice-Freitag mit Arbeitsbeginn um 6:00h und viel "jajaja, ich komm gleich, ich muss nur noch schnell" zu einem Urlaubstag erklärt (46h Resturlaub aus 2016!) und erstmal ausgeschlafen*, Kaffeegetrunken, mit Little L. gekuschelt, beim Warten, dass die Kinder zum Frühstücken fertig sind, meinen Unterwäschenstrumpfhosenhalstücherschrank ausgemistet und sortiert (ich habe genug Socken. Und auch sonst alles genug. Und die Quetschunterwäsche habe ich auch wieder gefunden und bei den Unterhosen einsortiert, für den Fall dass ich mal wieder suchen sollte. Und der schwarze schmale Rock mit dem silbernen Gürtel war runtergerutscht und hängt jetzt wieder. Er ist NICHT im Altkleidersack und passst noch super). Nach dem Frühstück habe ich beim Warten auf "Die zwei fehlenden Pakete kommen beim Hermesladen an" und "Die Kinder sind losgehfertig" ein bisschen gelesen, Wäsche abgehängt, aufgehängt, ein Arbeitstelefonat weggedrückt (und dann doch die Combox-Nachricht abgehört), einer Kollegin via Hangouts erklärt, das ich ihr am Montag gern weiterhelfe, Abfall weggebracht.
Dann war es auch schon mittags und wir sind erst zum Hermesladen gefahren (ich hatte neben zwei Limangopaketen mit Sandalen, Badeschaum und einer Ersatzlieferung in einer Nummer kleiner für mich mit Hermesvollmacht, ich bin ja kein Anfänger, ein Amazon-Paket für den Hübschen abzuholen. Mit Profi-Autowaschzeugt. Der Hübsche hatte biem Winterreifienaufziehenundminimängelbeseitigungstermin in der Teslawerkstatt nämlich gefragt, wo die Telseristas der Hood ihre Autos waschen lassen würden. Und dafür entgeisterte Blicke und "Unsere Kunden waschen ihr Auto von Hand" geerntet. Und so haben wir bzw der Hübsche, weil trotz equalcare ist Autocare jenseits von einmal Waschstrasse/Jahr eher sein Job sich kundig gemacht, wie "man" von Hand wäscht und das Paket mit Zeug war also heute da. Ich sah es schon direkt im Regal und erwartete einen Homerun, aber ach, keiner der 3 Barcodes auf dem Paket konnte gelesen warden und so wurde meine Supvervollmacht einfach in eine Kiste gelegt und ich bekam das Putzpaket ohne Unterschrift. Hmmmmmmm), dann Kühlschrank füllen, dann Mägen füllen (falsche Reihenfolge, wir haben jetzt Essen für 3 Wochen und irre viel Osterschokolade für 50%), dann heim und ausräumen.
Die Kinder waren draussen unterwegs, ich röstete neues Granola (mit Ahornsirup und Pecannüssen) legte Butterchicken ein, legte getrocknete Wäsche zusammen, mass Fieber bei einem Ausschlagkind (gsd hat unser Kinderarzt morgen offen), knetete Pizzateig, wir assen alle gemeinsam mitgebrachten Kuchen und dann weihten der Hübsche und Little Q. das Putzzeug ein. Wie der Anleitungszettel sagte: "The car then would look like brand new". Ist jetzt nicht der allerschwierigste Task, aber hey. FOAM GUN!


Dann wie immer Freitag: Pizza, Rotwein, Bett.


*um 4:30h geschreckt: "phew, noch lang schlafen". Um 5:10h wieder: "so lang aber auch nicht mehr" um 5:20h: "doch, ich hab doch freigenommen." um 5:40h: "Wie geil, so lang ich will!", um 6:00h: "Jetzt müsste ich eigentlich raus.", um 6:10h: "Wie sicher bin ich mir, dass nicht?", um 6:30h: "doch, das war heute. Aber aufs Klo geh ich trotzdem." umd 7:20h: "Hey, Mann, Du hast heute aber nicht freigenommen? Aufstehen?"

Donnerstag, April 20, 2017

Aprilessen

Bisher waren wir hier am Oberrhein ja noch vom .... ich nenne es mal nicht "Wintereinbruch", weil Kinners... "April, April, der macht doch was er will", da ist Kälte und Schnee nun eigentlich nicht überraschend, verschont geblieben, aber gestern hat es dann erst geschüttet und abends dann geschneeregnet. So habe ich heute morgen dann nach einem Blick aufs Thermometer (-2°C) die Winterjacke wieder vom Dachboden geholt und es nochmal ausgenutzt, dass ich das bunte Wollkleid und die Lieblingsstiefel nochmal anziehen kann, ohne zu zerlaufen.

Mittags habe ich mich dann (eine halbe Stunde später, als ich sonst essen gehe, da hätte der Hübsche sich schon denken können, dass das ein bisschen wie mit einer entsicherten Handgranate ist) mit dem Hübschen zum Mittagessen in der Markthalle (Basel macht auf Kreuzberg. Sehr lecker, kleiner, und viel teuerer :-)) verabredet und weil der Hübsche mich erst herbestellte (oder wie würden Sie "kannst mich ja mit der App tracken" verstehen? ich bin losgelaufen, als das Auto "geparkt" verkündete) und dann wegen "Das neue Handy ist doch jetzt sofort schon abholbereit" im Food-Bereich versetzte, hatte ich die Zeit, wutschnaubend  erst mal alle Stände zu begutachten anstatt wie sonst am Standard-Thai-Stand direkt das Vegi-Pad-Thai zu nehmen. Als der gnädige Herr dann samt neuem Speilzeug auftauchte, hatte ich mich für einen libanesischen Vegi-Mezze-Teller entschieden, der zwar sehr, sehr lecker war, aber mit den mittelgemütlichen Aussentemperaturen nicht das perfekte Soulfood für heute. 
Auf dem Heimweg fiel mir dann ein, dass ich mit vagen Grillplänen fürs Wochenende Bratwurstschnecken eingekauft hatte und mir lief schon das Wasser im Mund zusammen ob des geplanten Abendessens "Bratwürschtl, Kartoffelbrei (mit Milch, Butter, Muskat und confiertem Knoblauch) und Salat". Alle heilige Zeit habe ich Lust auf Bratwürschtl und Fleischpflanzerl, aber dann muss es mit Kartoffelbrei sein.
Nun ja. Eins unserer Kinder isst ja keine Kartoffeln, nicht mal als Pommes, also habe ich als Alternativbeilage den Rest vom Schwarzwälder Brot vom Vortag in Streifen geschnitten, mit etwas Olivenöl beträufelt, mit Salz, Kreuzkümmel und Paprika gewürzt und im Ofen geröstet. "Knusperbrotsticks" klingt (und schmeckt) halt schon besser als "Brot von gestern, schon ein bissl hart."
Und weil ich dann schon so drin war, habe ich den Spitzkohl im Kühlschrank zu diesem Salat hier verarbeitet (die Kinder bekamen wie immer Gurken- und Karottensticks) und schon war das April-Essen fertig: warmes Soulfood für Winterabende mit frischem Salat für sommerliches Grillen...
nuja. (Ich muss jetzt mal runterschauen, ich glaube, es hat noch Salat. Der Hübsche möchte zwar nach dem Sport noch was essen, aber vielleicht fülle ich den Rest in so ein kleines Schälchen, dann merkt er gar nicht, dass ich die doppelte Rezeptmenge praktisch ganz allein weggefuttert habe)

Mittwoch, April 19, 2017

CSI Switzerland

Es ist ja schon ein bisschen grossartig, das Internet.
Der Hübsche bekam letztens eine Email von jemandem, den er auf Flickr kennt (für die Jüngeren unter Ihnen: das ist eine Plattform, auf der man vor Instagram Fotos geteilt hat. Gehört zu Yahoo, das ist, für die Jüngeren unter Ihnen, das Google, das es nicht geschafft hat, Google zu werden), und zwar ging es da um ein Bild von ihm, nämlich das hier:

Orchid X-Ray
Das ist schon relativ alt, es stammt noch aus unserer alten Wohnung in Basel und da wohnen wir ja seit fast 10 Jahren nicht mehr. Die Orchidee ist noch älter, die habe ich damals gekauft, als der Hübsche in Indien war, aber auch die lebt immer noch. Der Hübsche auch, aber das wissen Sie ja.

Also. Und dieser Flickr-Kontakt hatte das Bild des Hübschen auf der Facebookseite einer Galerie in La Jolla entdeckt. Das klingt erstmal toll, Ruhm, Ehre und so. Allerdings hat der Kontakt es da entdeckt, als er Bilder, die er gemacht hat, dort gefunden hat, die der "Künstler" ohne Fragen, ohne Erlaubnis und einfach so als seine eigenen ausgab und als grosse Kunst verkauft (jaja, nachkoloriert, herzlichen Glückwunsch zu dieser grossartigen Leistung).

Der Hübsche war also auf 180, aber anscheinend (die Leute im Internet reden miteinander!) ist dieser "Künstler" ziemlich ... situationselastisch was Copyright angeht und bisher hat er sämtliche Forderungen einfach ignoriert.
Der Hübsche war kurz vor Zähneknirschen, den Typ doof finden, die Galerie für den nächsten San Diego Trip in drei Jahren oder so dann eventuell besuchen und ihnen vor die Tür spucken, aber dann bekam ich doch die Erlaubnis, in Kontakt zu treten, um rauszufinden, wieviel Geld die mit den geklauten Bildern denn machen (wollen), anhand dessen kann man ja dann abschätzen, wie fest man vor die Tür spuckt..
Und so schrieb ich eine, wie ich finde, einem Undercoveragenten zur Ehre gereichende Anfrage:

"Dear sales team,
I saw your "PURE" collection of Flower-Prints and am totally stunned by "Exotic intentions".
Could you help me out with a price for the available sizes and mediums?
Does the mounted plexi need additional framing?
Are there any shipping restrictions (I live in Europe, but have friends in California, who might be able to pick it up, if needed).?

Best regards and thanks a lot
Frau Bruellen"

Der Hübsche fand die Geschichte mit den "Freunden, die vorbeikommen" und den Rahmungen ein bisschen over the top, aber erstens ist es wahr und ich wollte ja auch ein bisschen interessiert wirken.

Verkaufen wollen sie dort auf jeden Fall und so ging es keine 24h und ich hatte eine Antwort:


"Hello Frau,

Thank you so much for your email and interest in these beautiful works by Shane Bowden . Please see pricing below : All Plexi are mounted and ready to hang requiring no additional framing!


The cost of printing for the flowers are as follows:

30x40 Plexi $750.00
60 x40 Plexi $1000.00

30x40 paper $500.00 framed in black or white box mount
60 x40 $750 framed in black or white box mount

We also have no shipping restrictions we ship worldwide! The cost depends on the size we are shipping but if you have friends that can pink it up form the gallery that’s great too!

What size are medium would work for you ?"

Das ist mal ein ordentlicher Preis und ich kann Ihnen jetzt schon sagen, dass Sie da natürlich gern bestellen können, allerdings habe ich eine total legale Quelle für Plexi- oder Aludruckmöglichkeiten (sogar NOCH GRÖSSER) an der Hand und praktischerweise bin ich mit dem Fotografen verheiratet, ich könnten Ihnen die Bilder total legal und für weniger als 10% des Preises organisieren.

Naja, zurück zur Story. Das war eigentlich erstmal genug und der Hübsche fand, das wäre einen ordentlichen Spuckeklumpen wert, aber mehr eigentlich auch nicht.

Er hatte allerdings nicht mit der Geschäftstüchtigkeit des "Künstlers" und seiner Salesforce gerechnet, die schickten mir nämlich im Wochenrhythmus Follow-up-Mails, ob ich mich denn endlich entschieden hätte, und vielleicht doch kaufen wollen würde, und Blumenbilder zum Valentinstag und ach, Frühling, man hätte ja lang nichts mehr von mir gehört blablabla. Das habe ich so lang ignoriert, bis dann irgendwann eine Mail kam, in der mir Rabatt angeboten wurde:

"Hi,
Just a quick follow up to see if the pricing came in OK ? We are starting a new promo with an additional 10% off .

Please let me know if this is something you are interested in ."

Und da konnte mein innerer Schwabe dann nicht anders, als doch zu antworten:

"Dear XY,
To be honest i was mainly wondering how much you respectively shane dare to charge for these pictures. I am pretty impressed, especially considering the fact, that the picture itself was just taken without permission or even compensation from my husband's flickr account
Best regards
K."

Und was soll ich sagen: wir haben es zwar nicht geschafft, eine Entschuldigung zu bekommen oder Geld oder irgendwas, aber immerhin, von der blöden Verteilerliste für Sonderangebote für die Galerie runter zu fliegen. Es sind die kleinen Erfolge!

Und falls jemand von Ihnen mal nach La Jolla kommt: schauen Sie ruhig mal vorbei, geigen Sie den Leuten die Meinung und gehen dann lieber in diese Galerie hier, da gibt es wundervolle Fotos zu sehen und man kann auch einfach nur schauen und die Leute sind sehr freundlich!