Dienstag, Februar 09, 2016

Wat ein Tag

Ich habe mich selbst eigentlich immer für ein Lästermaul vor dem Herrn gehalten. Heute, als eine sehr überraschende, mehr Fragen als Antworten aufwerfende Nachricht bei der Arbeit aber dafür sorgte, dass auf einmal keiner mehr arbeiten konnte, sondern jeder sofort über seine Meinung, das, was er schon immer gedacht hat, und was das für die Zukunft bedeuten könnte, schwatzen wollte und zwar mit Ansage ohne jeden Mehrwert, sondern nur dieselben 5 Zeilen drehen und wenden und mit neuen Mutmassungen aufpeppen, da merkte ich nach ungefähr 5 Minuten, dass mich das unglaublich ermüdet, weil bei aller Phantasie die Möglichkeiten irgendwann beschränkt sind und DAS ALLES DOCH JETZT KEINEN WERT HAT!

Dann habe ich ein offensichtliches Kompliment von einem Kollegen, den ich in jeder Hinsicht sehr, sehr schätze, das der unserem gemeinsamen Chef gegenüber ausgesprochen hat, den ganzen Tag hin und her gewendet und überlegt, ob er das gesagt hat, weil ich am meisten ins Projekt involviert bin, weil die Alternativen noch schlechter wären, weil ich thematisch am ehesten drin bin, weil irgendwas anderes oder weil er wirklich findet, dass ich das halt einfach super machen würde. (jaja, ich weiss, einfach mal annehmen und so).

Heute abend bin ich so müde und leer, dass ich wieder weiss: "was mit Menschen" und alles Drumundddran, das kann ich vielleicht super, aber es laugt mich aus, den ganzen Tag "echt arbeiten" mit Fakten, Zahlen und Daten, das ist nicht halb so anstrengend.

Jetzt noch: Als Elternrat bei der Pfadi-Leiterweiterbildun teilnehmen. Passt. Wie die Faust aufs Auge zum heutigen Tag

Montag, Februar 08, 2016

Seltsames zum Montag

Wegen mangelndem Grossraumbürobenehmen von einigen Kollegen auf dem Stockwerk bin ich dazu übergegangen, meine Amazon-Musikbibliothek rauf- und runterzuhören. Irgendwann ist die aber mehrfach durch und so habe ich heute morgen das aktuelle Adele-Album (Werbelink) dazugekauft.
 
Und damit ich das nicht nur am Computer oder unterwegs übers Handy und die schicken Kopfhörer hören kann, habe ich es ausserdem runtergeladen und via gDrive mit dem Hübschen geteilt. Ich dachte ja ehrlich gesagt, es wäre klar, was ich mit der automatisch formulierten Mail: "Frau Bruellen has shared the following file with you" meine, nämlich: "Du, Schatz, könntest Du das bitte runterladen, auf dieSD-Karte für Automusik spielen, damit ich das auch da hören kann? Und ja, natürlich könnte ich das auch selber machen, aber wir wissen ja beide, dass Du noch zwanghafter bist als ich mit Datensortieren auf dem heimischen Computer."
Was der Hübsche jedoch rauslas, war: "Oh Gott, Frau Brüllens Firmenaccount, die Privatmailadresse und überhaupt alles ist mit einem Virus verseucht, der mir einen Trojaner namens "Adele_25.zip" schickt, am besten sollte ich alle Festplatten formattieren, Kreditkarten sperren und das Haustürschloss austauschen lassen."
Gottseidank hat er kurz vor Ausführung dieses Notfallplans nochmal kurz nachgefragt, so dass wir das klären konnten. Er fand, "Adele_25.zip" hätte als Trojanername ungefähr den gleichen Verdächtigkeitsgrad wie "Scarlett_Johansen_nakid.exe". Und da sage einer, ich wäre paranoid!
 
Sonst: stürmisch, sehr. Heute morgen wehte mich noch eine muntere Brise zum Bus, zur Kantine mittags dann riss mich eine Sturmböe so schwungvolll aus dem Drehtor und über die Strasse, dass ich direkt beschloss, sicher nicht mit dem Fahrrad zur Aussenstelle zu fahren, lieber mit dem Shuttle. Auf dem Heimweg dann hatte ich gegen den Sturm echt Probleme, anzuatmen und der Busfahrer bestand auf "Alle anschnallen, für den Fall, dass wir umgeweht werden". Der Elfenbeinturm schaukelt übrigens nicht bei Wind, aber es pfeift ziemlich unheimlich.
 
Ansonsten bin ich ja grad noch Stellvertretung für meinen urlaubenden Kollegen und ich hätte da einen heissen Tipp für Leute, die was von Stellvertretern wollen: jemandem, der sich in die Thematik total neu einarbeiten muss, zu sagen: "Das Ping-Pong geht jetzt schon seit Monaten, Deadline ist jetzt am Freitag, verlängern kann man das nicht" ist.... kontraproduktiv. Vor allem, wenn man dem eigentlich Zuständigen vor dessen angekündigtem Urlaub erklärt hat, es wäre alles in trockenen Tüchern und erledigt. In mir kämpfen gerade Pflichtbewusstsein und "Wenn ich was als Subject Matter Expert unterschreibe, muss ich mich auskennen" mit einer nicht vorhandenen Grundwurschtigkeit und meiner mit eigenen Sachen vollen Agenda. Gnah.

Sonntag, Februar 07, 2016

Sauwettersonntag

Heute wurde hier vor dem Sturm für morgen eine Schlechtwetterfront hergeweht, so dass es schon morgens wie aus Kübeln schüttete.
Unser Plan "Ausschlafen, Pyjamafrühstück, Sendung mit der Maus, Swiss Mega Park, Wohnzimmerkino mit Mockingjay I" passte also perfekt. Die Kinder sind zwar trotz Party gestern und dementsprechend spät ins Bett heute punkt acht aufgestanden, aber immerhin haben sie sich an "Und dann räumt ihr erst auf, und dann könnt ihr spielen oder lesen oder was auch immer" erinnert und so fand ich sie um halb 10 einträchtig jeder mit einem Nintendo im Sitzsack nur eine Kabellänge von der Steckdose entfernt aneinander gekuschelt in einem für den Saugroboter aufgeräumten Kinderzimmer. Perfekt!

Der Swiss Mega Park ist ein auf eher grösser Kinder ausgelegter Indoorspielplatz, was einerseits toll, weil halt spannender, andererseits ist es genauso laut und, und das ist nicht zu unterschätzen, je älter die Kinder, desto mehr stinken sie beim Schwitzen. Und es waren viele, sehr viele, sehr aktive Kinder da. Halleluja, ich war sehr froh, als ich mit drei zwei ausgepowerten nassgeschwitzten Kindern und dem Hübschen durch den strömenden Regen wieder nach Hause unterwegs war.
Ich wollte ja eigentlich Apfelrosen zum Zvieri machen, aber dann hatte ich beim Einkaufen wohl nur an Blätterteig gedacht und ihn nicht in den Wagen gelegt, also gab es einen der Alltime Favourites aus dem "Zucker, Zimt und Liebe"-Backbuch (Werbelink), die Mohn-Vanille-Küchlein. Und, so als Tipp unter uns: auch wenn Rezept nur 190g Mehl angegeben sind, das ist mit dem ganzen Rest mehr als genug für uns vier. Man kann aber auch alle Mengen verdoppeln und wird dann ednlcih mal die ganzen Minimuffin-Formen los. Wir hatten dann 12 Miniguglhüpfe, 12 normale Muffins und 24 Minimuffins. Reichte komfortabel für uns alle zum Heimkino, für morgen zum Frühstück, in die Znüniboxen und für die Kaffeepausen mit Kollegen im Elfenbeinturm und im Kubus. Film: super, Abendessen: Gyros mit allem. Man könnte sagen: Geht grad so.


video

Dieses Video kann man ruhig öfter anschauen. Auf den ersten Blick erkennt man Little L.s geschmackvolle Zunstar-Kleider, auf den zweiten die Löcher in den Socken, auf den dritten den Beinahezusammenstoss zwischen dem Hübschen und einem winzigen Kind, auf den vierten den Akrobaten im Hintergrund.

Samstag, Februar 06, 2016

Von der Schwimmbrille zur Guggenexplosion

Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände fanden wir uns heute nachmittag auf einmal inmitten von Tausenden guggennarrischen Fasnächtlern wieder und das kam so:
Samstag ist Schwimmkurstag und diese Woche war ich dran mit Begleitschwimmen. Little Q. wollte ausnahmsweise ohen Kurs auch mitkommen, also schaute ich beim Taschepacken extra nach, ob alle drei Schwimmbrillen in der Tasche wären. Waren sie natürlich nicht, die Erwachsenenbrille fehlte (man erkennt sie bei unseren grosskopferten Kindern nur daran, dass sie keine getönten Gläser hat, weil halt). Die Stimmung war dann nur so mittel, weil sich jeder sicher war, dass er sie nicht verloren hat (ich zB war mir nicht mal sicher, ob sie aus dem Weihnachtsurlaub überhaupt mit nach Hause gekommen war, weil ich aus Krankheits- Unihockeyfahrdienst- und sonstigen Gründen seitem gar nicht aktiv geschwommen bin, aber der Hübsche war sich immerhin sicher, dass sie vor drei Wochen noch da und letzte Woche schon nicht mehr da gewesen wäre. Man könnte jetzt natürlich fragen, warum man sie dann letzte Woche nicht gesucht hat, aber man kennt das ja: blame game hilft niemandem. Sagt man.), besonders deswegen weil ich dank Q.s Begleitung ja zum Schwimmen nun keine Brille haben würde.
Nun denn, wir haben nochmal ordentlich gesucht, nix. Ich bin also meine 40 Bahnen mit ohne Kopf unter Wasser geschwommen und mal positiv gesagt: ich hätte ja nicht gedacht, dass ich das Kopf unter Wasserschwimmen so vermissen würde!
In der Fundkiste des Bademeisters waren zwar einige Brillen, aber unsere nicht. Hmm. Nachdem wir heute abend aber eh bei einer Kollegin im Nachbarstädtchen zum Geburtstag eingeladen waren, beschlossen wir, spontan ein bisschen eher zu fahren, im Sportladen eine Brille (oder zwei, weil die von Little Q. schon ein angerissenes Band hat?) zu kaufen und ein wenig bummeln zu gehen.
Sollte ja auch nicht mehr so viel los sein, wenn wir erst spätnachmittags fahren. Ha. Ha. Ha.

Auch hier wieder positiv gedacht: wir sind extrem baslerisiert, da wir überhaupt nicht auf dem Schirm hatten, dass die alemannische Fasnacht natürlich heute in der Nachbarsstadt nur so tobt! Also haben wir erstmal eine halbe Stunde Parkplatz gesucht, uns dann durch gefühlt Millionen guggenmusizierender oder auf ihren Auftritt wartende Guggenmusiker in vollster Kostümierung gedrängt, immerhin eine Schwimmbrillle gekauft, uns einmal durch die Fussgängerzone gequetscht, kein Kind verloren, keinen Hörsturz erlitten, kein Bier drüber geschüttet gekriegt und jeder noch einen Krapfen verdrückt.

Das langt auch wieder mit Fasnacht, aber ehrlich! (Ach ja, wir haben mal "nur" eine Ersatzbrille gekauft, ich gehe ja eigentlich fest davon aus, dass die verschollene heute oder morgen wieder auftaucht, jetzt, wo Ersatz da ist)

Freitag, Februar 05, 2016

WMDEDGT 02/16

You know the drill? Willkommen zum fröhlichen Tagebuchbloggen im Februar! Die Liste zum Eintragenist unten.

Freitag ist im aktuellen Alltag ein bisschen mein Crazy Day. Wegen kein Parkplatz bei der Arbeit fällt der Wochengrosseinkauf nach der Arbeit jetzt ja weg, ich bin nicht bereit, mehrere Stunden am Samstag dafür zu opfern, mich erst in den überfüllten Supermarkt zu drängen und dann Stunden am Grenzübergang zu stehen (und nein, ich bin immer noch nicht bereit, den Grosseinkauf beim doppelt so teuren Schweizer Supermarkt vor der Haustür zu machen). Aktuell sieht der Freitag morgen so aus:
Mein Wecker klingelt um 6:00h, bis 20 nach sechs habe ich das Bad für mich, für fertig machen, schminken, tralalala, dann schüttle ich Little Q. aus dem Bett, der Freitag schon um 7:40h Schule hat. Little L. kann (und hat heute) noch weiterschlafen. Während Little Q. sich anzieht, starte ich unten das Laptop, logge mich ins Firmennetzwerk ein, beantworte schon ein paar Mails, die über Nacht kamen (das ist das Grossartige bei der Arbeit mit asiatischen und amerikanischen Kollegen, es gibt rund um die Uhr was zu tun….) mache ich uns Frühstück, packe die Znüniboxen in die Schultaschen, mache alles parat, dass der Roomba saugen kann, dann frühstücken wir in trauter Zweisamkeit. Um sieben läutet oben der Wecker und die zweite Schicht steht auf. Q. und ich verlassen um 20 nach sieben das Haus, er in die Schule, ich zum Einkaufen. Das geht morgens (nur die Rentner mit seniler Bettflucht und ich. Ein Traum) und ohne Kinder ratzfatz (Die Diskussionen um Ü-Ei ja oder nein fallen direkt vor der Kasse weg, werden aber dann daheim geführt, weil „Mami, ich hatte es extra auf den Einkaufszettel geschrieben!“). Inclusive Drogerieeinkauf (das sammle ich so immer für einen Monat oder so) war ich um 9:00h wieder zu Hause. Der Roomba hat brav gesaugt, ich nehme also die Stühle wieder vom Tisch und logge mich wieder ins Firmennetzwerk zum Arbeiten ein. Ich muss einerseits ein Kick-off-Meeting für ein standortübergreifendes Team nächste Woche terminieren (incl Videokonferenzraum im neuen Elfenbeinturm, mal sehen, wie das so klappt…) und muss aus gegebenem Anlasse extragut kontrollieren, dass ich „Kick-off“ und nicht „Dick-off“ in die Einladung schreibe. Dann sind für alle unsere Produkte im April sogenannte Strategiepläne fällig, die sich aus Input der einzelnen Funktionen zusammensetzen. So muss jede Funktion ihren eigenen Plan für ihren Teil des Produkts abliefern. Und weil ja alles schön abgestimmt werden soll, kaskadiert sich eine lustige Runde aus Deadlines von der endgültigen im April zu einer ersten nächste Woche, wo die Pläne von Wirkstoffseite (ichichich), Galenik/Verpackung und Qualität schon abgestimmt sein sollen. Das Ganze für vier Produkte logischerweise mal vier, das ist …. einiges. Zwischendrin telefoniere ich mit meinem Kollegen im Büro, der das Gleiche für seine Produkte machen muss und ein paar Tipps über wiewaswoundwoher braucht.
 
Um halb 12 werfe ich den Backofen mit Pizzastahl (Werbelink) an, der muss ja eine gewisse Zeit vorheizen. Dann werkle ich weiter, bis um viertel nach 12 Little Q. heimkommt. Während er seine Schultasche auspackt, belege ich uns schnell zwei Flammkuchenböden, einen langweilig kindertauglich mit Quark, Speck, Käse und keinen Zwiebeln und einen mit Quark, Aprikosensenf, Radicchio, Kürbiskernen, Meersalz, geräuchertem Scamorza und Preiselbeerbalsamico. (Der Furby würde sagen „Kannmanessenkannmanessen!!!!!!“).
 
Heute Mittag essen nur Little Q. und ich zusammen, Little L. hat Waldtag und kommt erst um kurz nach eins nach Hause, mittaggegessen hat er im Wald. Q. muss nochmal los und seine Mappe mit einem zu unterschreibenden Test abholen, die er in der Schule hat liegen lassen. Scheints gibt es eine Strafaufgabe, wenn man den Test nicht unterschrieben am nächsten Schultag wieder anbringt….
Während Little L. den Waldtag abduscht und Little Q. noch ein paar Mal mit sinkender Laune zwischen Schule und daheim hin und her fährt, weil die Tür zu und der Hausmeister, ach, egal, die Sache mit Hirn und Beinen, man kennt das, arbeite ich noch ein bisschen weiter.
 
Als endlich klar ist: das wird heute nix mehr mit dem Test, weil kein Abwart, kein Lehrer mit dem richtigen Schlüssel zu finden ist, schreibe ich also einen Entschuldigungsbrief für keine Unterschrift und wir hoffen, dass das für keine Strafarbeit reicht.
 
Draussen fühlt es sich bei strahlendem Sonnenschein und über 15Grad so sehr nach Frühling an, dass sich die Kinder mit ihren Büchereibüchern erstmal raus in die Sonne setzen, dann mit Nachbarskindern um die Häuser toben und ich mich weiter, genau, den Risikobetrachtungen widmen kann.
Irgendwann reiche ich Apfelschnitze und Fasnachtschüechli nach draussen, gönne mir einen Milchkaffee und auch ein bisschen Obst und Knabberei.
Als die Sonne weg ist, wird es kühl und die Jungsmannschaft drängt ins Haus zurück, Richtung Minecraft.

Um kurz vor fünf bringe ich Little Q. zum Unihockeytraining in die Schulturnhalle, wo sich Freitag abend gefühlt das ganze Dorf trifft. Bei parallel Fussball-, Unihockey- und noch irgendwas Training ist für jeden was dabei.
Daheim heize ich (schon wieder!) den Pizzastahl vor, diesmal aber wirklich für Pizza. Dann nähe ich noch schnell ein gestern abend besticktes Shirt für mich zusammen (Bilder gibt’s noch nicht, aber es ist wirklich gut geworden), fange an, das Pizzazeug zu schnippeln, dazu gibt es ein „Hoch die Hände, Wochenende“-Glas Rotwein.
Um halb sieben holt der Hübsche Little L. ab und wir geniessen die „BESTE PIZZA FÜR IMMER!!!!“.
Es zieht sich alles ein bisschen und es ist halb neun, bis die Jungmannschaft im Bett ist, ich Pippi Langstrumpf vorgelesen habe und Q. feststellt, dass er "noch Shampoo in den Haaren" hat. Also nochmal unters Wasser, föhnen, nochmal ins Bett.
 
Ich verschwinde um viertel nach neun mit Buch in die lang ersehnte heisse Wanne, danach gehts auf die Couch, eine, zwei, viele Folgen "Fargo (2. Staffel)" auf Netflix schauen.








Donnerstag, Februar 04, 2016

Nur Dinge

Für den Fall, dass jemand glaubt, hier leben nur superkluge, brave, höfliche, selbstbewusste und vernünftige Überkinder:
Little L.: "Du, Mami, heute beim Turnen, da war in der Halle eine Tür, die war offen und da drin stand eine Trinkflasche von mir."
FB: "Aha, woher weisst Du das denn?"
L.: "Also, das ist genau die mit den Aliens im U-Boot in der Stadt drauf, mit dem Deckel, der so schwer abzuschrauben geht. Also die, die ich am Dienstag beim Turnen vergessen habe. Ach: hab ich vergessen zu erzählen: ich hab am Dienstag die blaue Alienflasche beim Turnen vergessen. Ach und ich weiss, dass es meine ist, weil es war der Aufkleber mit meinem Namen und Adresse drauf."
FB: "Das ist ja super, dass Du die gefunden hast. Hast sie in die Spülmaschine getan?"
L: "Nein, ich hab sie lieber nicht mitgenommen, weil man darf in das Zimmer da eigentlich nicht rein."

Tschüss, Alienflasche. Das mit dem Deckel war eh immer doof.

Mittwoch, Februar 03, 2016

Romantikprofi

Little Q.s bester Freund* hat mit seiner Familie letztes Jahr in einem Iglu in den Schweizer Bergen übernachtet und das war so grossartig, dass ich schon letztes Jahr beschlossen habe, dass wir das auch machen werden.
Das habe ich dann so lange vergessen, bis ich nach unserem Skiurlaub im Grünen unbändige Lust auf mehr Schnee verspürte und anfing, für die Fasnachtsferienwochenenden, an denen nicht nur die Kinder und ich frei haben, sondern auch der Hübsche, nach freien Übernachtungsplätzen in den Igludörfern zu stöbern.
Das war natürlich viel zu spät und alle Wochenendübernachtungen, also Freitag auf Samstag oder Samstag auf Sonntag waren längstens ausgebucht.
Da fiel mir Fuchs aber ein, dass wir in Basel und Umgebung natürlich auch den Fasnachtsmontag** frei haben, der aber in vielen Kantonen kein Feiertag ist. Und tadaaaaa, in Engelberg, was für uns am nächsten wäre, ist da zwar nichts mehr frei, aber in Gstaad, was jetzt auch nicht soooo weit weg ist, können wir da noch ein einem Iglu schlafen. Mit Schneeschuhwanderung, Käsefondue, Whirlpool unter dem Sternenhimmel, perfekt. Und weil ich mich grad so freute, buchte ich uns noch das Apero-Plättli mit Käse, Wurst und Prosecco für zwei dazu. Beim Zusammenrechnen des "Warenkorbs" kam dann noch eine positive Überraschung: weil Sonntag auf Montag ja kein Wochenende ist, zahlen wir auch nur den günstigen*** "Unterderwoche"-Tarif.

Das habe ich alles genauso dem Hübschen erzählt, mit grosser Betonung auf "Unterderwochetarif" und was das verhältnismässig für ein Schnäppchen wäre.

Soweit alles super, alle freuen sich riesig drauf, wir nehmen auch noch die Skisachen mit und werden noch zu ein, zwei Skitagen kommen, perfekt.

Heute, beim Mittagessen mit meiner Schwester kam dann das Gespräch auf ihre Pläne für Valentinstag, die der Arbeit wegen relativ trist ausfallen, und da fiel es mir siedendheiss ein (und ja, in Anbetracht dessen, dass ich eigentlich gerade etwas Mitfühlendes hätte sagen wollen und sollen, mag die Tatsache, dass ich das auch direkt rausgesprudelt habe, etwas ... unempathisch gewirkt haben, war aber nicht so gemeint, ich schwör!): "Shhhhiiiiit, Valentinstag, das ist der 14., oder? Da sind wir ja in diesem Iglu!"

Was ja an sich perfekt wäre (und auch ist), wenn ich nicht leider damit die Chance verpasst hätte, meinen Teil des Romantikkontos in unserer Beziehung bis zum Anschlag aufzufüllen mit der Ansage "Schatz, den Valentinstag verbringen wir ganz romantisch unter dem Sternenhimmel im Schnee" anstatt "Boah, ich hab das Hammerschnäppchen für den Sonntag vor der Fasnacht gemacht!"


Ach ja. Und für all die verliebten Turteltäubchen, die sich den 15. Februar extra frei genommen haben, um den Valentinsabend in romantischer Zweisamkeit im Whirlpool unter dem Sternenhimmel zu verbringen .... sorry, die Kinder, die sich erst im Schnee wälzen und dann eine Arschbombe in den Pool machen, das sind dann wohl unsere.


* und seine Freundin, was super passt, die beiden sind nämlich Zwillinge, aber das tut hier nichts zur Sache
** Nicht zu verwechseln mit Rosenmontag, das kann ja jeder, in Basel ist die Fasnacht eine Woche später.Um den schon fastenden Katholiken zu zeigen, wie es Protestanten krachen lassen können oder so.
*** Und ja, günstig ist hier mit einem Augenzwinkern zu lesen, weil ein Igludorf in den Schweizer Bergen mit Käsefondue aus Schweizer Käse, das ist nie günstig.