Freitag, November 17, 2017

TGIF

Gestern vor dem Tonklumpen-Kinderarztbesuch habe ich mein letztes Colourpop-Paket bei der Post abgeholt, weil ... ach, Glitzer, Glitzer, Glitzer geht immer. Ich habe also die Supernova Shades bestellt, ein paar Ultra Glossy Lips und .... die Palette "Golden State of Mind". Heute habe ich die grad zweimal ausprobiert, einmal direkt nach dem Aufstehen und einmal nach dem Duschen nach dem Rennen und hui,  warhscheinlich kompensiere ich meine total rosapinkglitzerfreie Kindheit, aber das IST SO SCHÖN! Vermutlich sehen meine Augen aus, als hätte ein Einhorn auf LSD in den Feenstaubtopf geniest, aber es ist so wunderschön! Obwohl ich ein Fan für immer der SuperShock-Formulierung bin, ist das schon auch wirklich toll.


So.


Ansonsten habe ich heute morgen eben Grosseinkauf gemacht (zwischendrin ist mir eingefallen, dass ich nächste Woche ja gar nicht da bin, aber die Jungs müssen ja auch essen und sie haben also alles zu Hause, um das ausgewogen hinzubekommen. Und es ist haltbar bis darüber hinaus :-)) Spontan habe ich 2 kg Miesmuscheln gekauft (ja, die Schweiz und Baden, bekannt für Seafood), weil das drei von vier Familienmitgliedern sehr gern essen und wir das schon lang nicht mehr hatten (ich hoffe, die Saison für lebendige Muscheln in Italien ist vorbei. Oder wir haben keine Zeit, da zum Essen hinzugehen.)


Dann habe ich Essenszeitschriften gewälzt und Ideen für Weihnachtsessen und Partybuffet gesammelt (es ist schön: als der November so mit all den irren Terminen und so auf mich zurollte, waren die Geburtstagsparty und Weihnachten eher Pflichtübungen und ich konnte nur den damit verbundenen Stress sehen, aber Absagen und Nichtfeiern ist natürlich auch keine Option. Lustigerweise sorgt der nun geklärte Terminplan (und das zögerliche Verhalten der Reisebezahler in Sachen Approval einer zweiten oder dritten Reise vor Weihnachten, so be it!) dafür, dass ich mich wieder richtig darauf freue, eine grossartige Party und ein wunderbares Weihnachten zu feiern.


Am Nachmittag hatten die Jungs und ich (also: eher ich. Die Jungs haben sich zu AufräumenYoutubeNetflixKatzekuscheln nach oben verzogen) sehr, sehr netten Twitterbesuch zu Kaffee und Freitagskuchen, das war wirklich sehr schön! Danke @katzentratschen fürs Rauskommen nach Suburbia!


Der Hübsche hat endlich auch Feierabend, wir machen gemeinsam Pizza und dann ist Wochenende und wir können zweimal ausschlafen. Das ist bei einer durchschnittlichen Schlafzeit von 5:30h/Nacht in den letzten Wochen eine tolle Aussicht!

Donnerstag, November 16, 2017

Rettende Routine

"Embracing Ambiguity", das muss man jetzt ja können in der Arbeitswelt, weil alles ändert sich und nix ist fix und so. Nun ja, das ist mal sicher keine Kernkompetenz von mir, ich bin ever "developing plan a-z, to cope with this f*****ing ambiguity" und so war ich ja schon sehr froh, dass der Termin für Italien jetzt endlich feststeht. Später als gedacht, geplant, gewünscht, aber ich habe endlich gebucht und kann aufhören, als Übersprungshandlung bei jedem Hüsterchen sofort den Flugplan Basel-Rom, Zürich-Rom, Dublin-Rom oder Shannon-Heathrow-Rom abzugleichen.
"See you Monday in Rome" ist auch eine schöne Art, eine Mail zu beenden, finde ich.
Ganz, ganz vielleicht habe ich nächste Woche dann noch ein minifuzziklaanes bisschen Zeit im Rom (bisher war das ja immer: "Ankunft im Hotel kurz vor Mitternacht, schnell noch was Essen, bevor die Küche um Mitternacht zu macht, schlafen, halb 7 aufstehen, heimfliegen") und meine Kollegin hat mir Ostia Antica empfohlen. Das wäre wirklich toll, wenn das klappen würde. Und alles andere natürlich auch.


Ich habe also um 7:50h den Reiseantrag abgeschickt, um 8:02h ("Phone hours: 8:00 - 18:00h") bei der Reisezentrale angerufen und mitgeteilt, dass das schon unglaublich dringend wäre, weil MONTAG!!!!! und, und das fand ich sehr schön, statt "Wir wissen, wie unser Job geht!" ein hörbares mildes Lächeln durchs Telefon und die Versicherung, dass ich bis mittags all meine Tickets und Reservierungen hätte. Auch ohne Anruf, weil die Aufträge nach Abreisedatum sortiert würden. Automatisch. War dann auch so. Phew.


Um 9:00h dann war das zweite Meeting des Tages, in dem ich sozusagen für meinen Kohlendioxidfootprint vorplante, es zeichnet sich nämlich ab, dass ich mit zwei Kollegen im Januar nach Indien fliegen werde. In einer "Nur noch schnell die Welt retten"-Mission mit jeder Menge Visibility, wie man so schön sagt, deswegen wird das noch spannend, wer wie begeistert das Reisebudget approved. Hui, und ich brauche einen Einladungsbrief und einen Entsendungsbrief und das gibt dann ein Business-Visum. Sehr, sehr spannend, das alles.


Unnötig spannend wurde es dann am Nachmittag, als ich einen Anruf aus dem Lehrerzimmer verpasste, dann war dort belegt, der Hübsche wusste von nix, Q. war schon daheim, meinte, er hätte L. auf dem Pausenhof mit einem Coolpack auf dem Auge gesehen, aber er wollte nicht sagen, was passiert wäre. Im Sekretariat wusste man von nichts, also war ich teilberuhigt, weil sooooo hochdramatisch konnte es ja dann wohl nicht sein.
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Trotz allem machte ich einen früheren Feierabend (ich habe sogar drangedacht, für Italien meine Sichrheitsschuhe und die geschliffene Schutzbrille einzupacken!) und kurz vor daheim rief mich L. an: er hatte sich mit seinem besten Freund um einen harten Tonklumpen gestritten und der Streit endete damit, dass der Freund L. den Klumpen ins Gesicht warf und ihn voll im Auge erwischte. Hmpf. Schon am Telefon war mir klar, dass auch wenn vllt gar nix wäre, ich das gerne abgeklärt hätte. Ich war also um viertel vor fünf nach Hause, hatte um 5 Minuten später einen Termin für halb sechs beim Kinderarzt bekommen, aus dem Wartezimmer rief ich bei der Krankenkasse an (wir haben so einen Telmed-Vertrag, bekam den Hinweis auf den bittedanke auszufüllenden Unfallbericht) und um 10 vor sechs war klar: riesiges Glück gehabt, keine Brösel mehr im Auge, keine Kratzer auf der Hornhaut, keine Verletzungen ausser einem beginnenden Veilchen und Sehtest ist auch super (mit dem Tonauge besser als ich mit Brille und beiden Augen).
Nach 12 Jahre Elternschaft kann ich also sagen, dass mich sowas nicht total kalt lässt, aber ich verfalle auch nicht mehr in Panik. Es hat perfekt gepasst, dass der Hübsche heute für sein Michelin-Stern-Essen eh mit Kollegen mitfährt und das Auto bereitstand und die Organisiertheit unserer Kinderarztpraxis ist eh zum Niederknien.
Little L. hat sich übrigens direkt nach dem Klumpenstreit mit seinem besten Freund wieder vertragen, die Welt ist also wieder in Ordnung.
Phew.

Mittwoch, November 15, 2017

Signora Capulet vom Team Vendetta

Es ist nichts neues, aber ich bin nicht gut im Vergeben und Vergessen.
Ich bin die, die messerscharf die Logikfehler und fehlerhaften Argumentationsketten und schwachen Argumente des Gegenübers aufdeckt, drin rumbohrt, mit übertriebenen, aber passenden Vergleichen nahezu ins Lächerliche zieht, "wir sind doch alle keine Engel" niemals akzeptieren würde und sich mit einem Handshake zum "Alles wieder gut" unglaublich schwer tut.
Es ist vielleicht nicht ganz fair, wenn das Gegenüber Fussball-C-Junioren sind, aber erstens war ihr Trainer und Vereinspräsident auch dabei und es gab weder eine Entschuldigung noch einen Handshake.

Dienstag, November 14, 2017

Back to the glue factory

Vielen Dank für Ihre Kommentare zum gestrigen Post! Keine Sorge, ich bin stur genug, um nicht MEIN Konzept in Frage zu stellen, ich war nur überrascht, dass es einen anscheinend gar nicht so kleinen Teil vom Internet gibt, mit dem ich nichts anfangen kann und der mit mir genausowenig anfangen kann, wenn ich die „blank stares“ im Publikum mal für mich übersetze .



Aaaaaanyway, es geht hier ja trotzdem weiter. Zum Beispiel mit dem Italienprojekt. So weit, so gut, allerdings viel langsamer, als ich alter Optimist das gedacht hätte. Mein Reiseplan hat sich mittlerweile viermal verschoben, anstatt ursprünglich morgen bis vielleicht Sonntag bin ich mittlerweile bei Montag bis vielleicht Freitag gelandet. Morgen mache ich das mit den Kollegen aus Irland fix. Das wird dann insofern spannend, weil ich damit gerechnet habe, bei dem Pass-Termin im Konsulat, für den ich schon alle Unterlagen parat und in verschiedene Sichtmappen sortiert habe (Original Q., Original L., Originale für beide, Kopien für Q., Kopien für L., Antrag Q mit Foto, Antrag L. mit Foto und natürlich das beglaubigte Ding), dabei zu sein.
Jetzt wird das vermutlich nix und ja, auch wenn ich dafür da beglaubigte Ding habe, bin ich wenig ratlos, weil in den Unterlagen steht, dass die Pässe beider Eltern in Original und Kopie vorgelegt werden müssen. Kopie ist natürlich kein Thema, aber das Original wird mit mir zusammen in Italien weilen. Hm. Vermutlich würden die allermeisten Menschen sagen: „jaja, passt schon, ist ja logisch, dass das nicht geht, ausserdem haben sie ja letztes Mal den Pass schon geprüft, die Beglaubiger haben das auch gemacht, anders geht das ja nicht“. Ich hingegen habe mal an das Konsulat geschrieben und hm. Mal sehen, ob sie noch antworten (jajajaja, ich weiss, kein Drama, zur Not verschieben wir den Termin und auch wenn wir dann die neuen Pässe nicht mehr rechtzeitig bekommen, ist das nicht schlimm, weil man bis zu einem Jahr mit einem abgelaufenen rumhampeln kann, aber eben.).


Und weil ich grad schon dabei bin, mich mit fast klaren Fragen in die Nesseln zu setzen, habe ich noch ein Riesendurcheinander ausgelöst, als ich aus Gründen ein neues, vereinfachtes Vorgehen für Reisebuchungen vorgeschlagen habe, anstatt es einfach zu machen. Jetzt hat sich rausgestellt, dass alles neu ganz anders ist und es könnte sein, dass es noch komplizierter wird als bisher. Und zwar nicht nur für mich, sondern auch noch für fünf andere Kollegen. Ups. (Irgendwann schaffe ich von „Better safe than sorry“ auf „It’s easier to ask for forgiveness than for permission“ umzuschalten. Vielleicht.)

Montag, November 13, 2017

Bloggen: ja, aber...

Ich habe ja lang (anderthalb Tage :-)) hin und her überlegt, ob ich über die Swiss Blog Family jetzt was schreiben soll oder nicht. Ich war schon so weit, das ich gesagt hätte: "Ach komm, lass gut sein.", aber dann hat Susanne von Ich lebe! Jetzt! heute einen so schönen, ehrlichen Post darüber (und mehr) veröffentlicht, dass ich mir dachte: "Komm, ein bisschen was sagst Du auch noch dazu." (Gehen Sie den doch schnell mal lesen und kommen dann zurück, okay?)

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Gelesen? Okay, dann geht's jetzt hier weiter.


Man kann natürlich jede Art von Kritik, die ich übe, mit der Frage abbügeln: "Warum gehst Du dann zu sowas eigentlich hin? Zweimal?" und ja, die ist durchaus berechtigt. Andererseits wurde ich diesmal ja eingeladen, an der Podiumsdiskussion "Bloggen: Hobby oder Beruf?" teilzunehmen. Das war übrigens auch das Gesamtmotto der Konferenz und ... ja, ich hätte mir ein wenig mehr zur Hobbyseite erwartet als ... sorry, gar nichts. Und nein, für mich sind nicht alle diejenigen, die vom Bloggen nicht leben können, per se Hobbyblogger, dazu reiten mir gerade die typischen Eltern/Mamablogger zu sehr darauf rum, dass das ja mal alles Arbeit und sein Geld wert wäre.
Nun ja. Ich habe ein paar andere Vorträge gehört als Suse, weil ich zB unbedingt wissen wollte, was denn das berühmte SEO und Storytelling nun eigentlich sind und was das bedeuten soll. Ich meine: Lästern oder aus Prinzip Verweigern ist schön und gut, aber man sollte wenigstens wissen, worüber man lästert oder was man verweigert, nicht dass man es am Ende doch macht :-).

Beim SEO weiss ich leider nach wie vor nicht, was es ist und was es einem bringen soll ausser einem Google Page 1-Eintrag zu beliebig abstrusen Themen wie "Topfentorte" oder "Lila Weihnachtskeks". Irgendwie muss man sich dazu allerdings Reichweite kaufen, weil umsonst gibt es nix und irgendwie, da ist mir aber der Zusammenhang ein wenig abhanden gekommen, hilft es auch noch, wenn man juicy Themen anbringt, weil "Sex sells". Oder Herztransplantationen. Ja. Ich glaube, ich mache kein SEO.

Beim Storytelling ist es ein bisschen anders, Lovey Wymann war so unglaublich begeistert und engagiert bei der Sache, das war wirklich herzerwärmend und ansteckend. Fast. Wenn nicht bei mir hängengeblieben ist, dass Storytelling einerseits nichts anderes ist, als wir früher in der Schule Erlebniserzählungen zu schreiben gelernt haben (Ich habe nicht nur den einzigen Chemiker geheiratet, der nicht gerne kocht, ich bin vielleicht auch die einzige Bloggerin, die es nicht schon zu Schulzeiten und noch davor geliebt hat, Geschichten zu schreiben. Ich fand es im Fall superdoof.) und sich mein Hirn nicht andererseits an dem Satz aufhängen würde: "Eine Geschichte muss nicht wahr sein, nur bei der Message darf man keine Kompromisse machen". Und das finde ich für alles ausser Fiktion (und Kolumnen in Elternzeitschriften und Gratissupermarktheftchen) einfach schäbig. Ich lese Blogs, weil mich die Menschen dahinter interessieren, nicht die Parabeln, die sie total verfremdet aus irgendwas stricken, was sie glauben, dass bestimmt irgendjemand mal passiert sein könnte, um damit zu illustrieren, dass Mütter es halt schon auch nicht immer leicht haben. Mit einem Augenzwinkern.

Tja, und dann die Podiumsdiskussion. Es hätte eigentlich alles sehr schnell vorbei sein können, weil ich ja eigentlich dachte, wir wären uns alle einig: "Jede(r), wie er/sie mag". Okay, das ist jetzt vermutlich nicht direkt eine spannende Diskussion, und deswegen verstehe ich auch, dass ein bisschen gebohrt und provoziert wurde. Währenddessen (und, wenn ich ehrlich bin, immer noch) fand ich es dann aber echt unangenehm (unhöflich, unfreundlich), dass ich das Gefühl hatte, man würde mir nicht zugestehen, dass ich professionelle Blogs (und damit meine ich ehrlich gesagt all die, die ihr Blog als Mittel zu Zweck, sei es als Portfolio, mit Werbekunden, mit dem Ziel, Texte als Kolumnen zu verkaufen, als Magazin, mit bezahlten Kooperationen und auch als Markenbotschafter) einfach nicht mag. Und nicht lese, weil sie mir nicht gefallen, weil ich sie einfach langweilig finde. Weil sie nichts in mir zum Klingen bringen. Nichts auslösen. Ausser den Gähn- und Aufgenrollreflex. Manchmal. Wenn ich so etwas lesen wollen würde, dann würde ich auch Elternzeitschriften (oder Supermarktzeitungskolumnen oder die Apothekenrundschau) lessen. Das mache ich aber auch nicht und ich finde nicht, dass ich mich dafür rechtfertigen muss.
Wenn ich jetzt unglaublich stolz wäre auf mein Blog, das ich högscht professionell seit einem Jahr gemäss allem, was ich in SEO- und "Wie blogge ich erfolgreich"-Workshops gelernt habe, aufgezogen habe, und das eins meiner beruflichen Standbeine wäre, jo, dann fände ich es vermutlich auch doof, wenn mir eine, die das seit vielen Jahren einfach nur aus Spass macht, ohne irgendwelche Regeln zu befolgen, und die nicht mal die Extraklicks, die sie durch eine Verlosung generiert, zu schätzen weiss, sagt, dass sie "solche Blogs nicht mag".
Ich auf der anderen Seite bin mir nicht sicher, ob ich es unverschämt finde oder ... naiv, dass ich mit vorwurfsvollem Ton gefragt wurde, warum um alles in der Welt ich denn ein öffentliches Blog hätte, wenn mich Leserzahlen und Reichweite (und das, was man da rausholen könnte) so gar nicht interessieren.

Liebe Mitdiskutantinnen, und viel mehr meine lieben Leserinnen und Leser,
ich schreibe zwar vor allem darüber, was mich beschäftigt und bewegt, aber mein Blog lebt wie alle Blogs vom Austausch. Es gibt so viele Menschen, die ich nie kennengelernt hätte, Gedanken, die ich mir nie gemacht hätte, Sorgen, die ich mir nie gemacht hätte, Freudensprünge, die ich nie gemacht hätte, Augen, die ich bedeutend weniger gerollt hätte, Tränen, die ich nie geweint hätte, Tage und Abende, die so viel langweiliger ohne die Einblicke in Ihre Gedankenwelten gewesen wären, das ist etwas, das man nicht mit Geld aufwiegen kann.
Und wenn ich mir die Blogstatistik der letzten Jahre so anschaue (Blogger hat den Counter erst 2010 eingeführt oder ich habe ihn erst dann gefunden), fanden Sie das alle auch nicht langweilig genug, um nicht immer wieder hierherzukommen. Mehr als 19 846 849 mal.
Ja, Bloggerstatistiken. Kein Google Analytics tralalala, weil: mir wurscht :-).


Anyway, es war eine lehrreiche Erfahrung, ich bin mir jetzt noch sicherer, dass ich mein Blog nicht ansatzweise professionalisieren möchte, auch wenn das heisst, dass mein Krustenbratenrezept niemals auf Seite 1 bei Google landen wird und mein Einbindetutorial für Schulbücher mit nichtklebender Folie mit oder ohne geschminkte Hände nur von wirklich verzweifelten Bloglesern gefunden werden wird. Und dass der Post über die nackte Frau auf der Strasse immer noch gern gefunden wird (und vermutlich die Suchenden sehr enttäuscht.)


Und für unser aller Seelenfrieden werde ich auch auf keine Bloggerkonferenz mehr gehen, wie professionell sie auch organisiert sein mag (und in dem Zusammenhang finde sogar ich Professionalität grossartig und man kann es nicht besser machen als Severine, Katharina und Martin!)

Sonntag, November 12, 2017

"Nur was ich schätze, kann ich schützen"

(Ich habe beschlossen, den Blogpost "Warum ich nie wieder auf eine Bloggerkonferenz gehen werde" jetzt erstmal im Entwürfeordner liegen zu lassen und mich wichtigeren Dingen als SEO (still no clue, what this is supposed to be) und Storytelling (danke, nein danke, ich erzähle, was zu erzählen habe, nicht irgendwas zusammenfabuliertes, nur damit es ... was eigentlich? Mehr Leser anlockt?) zuzuwenden, nämlich dem MFM-Projekt, an dem Little Q. dieses Wochenende teilgenommen hat.


Darauf gebracht hat mich die Mutter seines besten Freundes, die nach einem Prä-Pubertätsworkshop für ihre Tochter gesucht hat und dabei auf das Projekt gestossen ist. .


Ich war am Anfang etwas skeptisch, mein Kind für so ein sensibles Thema in fremde Hände zu geben und habe deswegen dem Projekt genau hinterherrecherchiert, um einerseits sicherzustellen, dass das Kind nicht von ... Fundamentalchristen oder so indoktriniert wird ("Wer sein Pfyffli anlangt, dem fällt es ab"-artig) oder aber in einer wilden Hippiekommune landet. Was ich fand, beruhigte mich dann doch


Das Projekt ist ursprünglich in Deutschland als "Zyklusshow" entstanden, um Mädchen vor der Pubertät altersangemessen, spielerisch und unverkrampft darauf vorzubereiten, was in der Pubertät mit ihrem Körper passiert. Das Ganze wurde dann auch für Jungs entwickelt und kam vor einigen Jahren in die Schweiz.


Die Mädchen hatten also ihren Termin schon im Sommer (es gibt jeweils einen Elternabend vorab und dann einen ganztägigen Workshop) und waren sehr angetan, haben aber zur Enttäuschung von Q. und seinen Kollegen nichts rausgelassen.


Und so waren die beiden anderen Mütter und ich also letzten Donnerstag auf dem Elternabend für die Jungseltern und erfuhren im Schnelldurchlauf, was die Jungs am Samstag über besprechen würden.
Es ging um die biologischen Aspekte von "Wie entsteht ein Baby?", "Wie verändert sich mein Körper in der Pubertät?", "Was MUSS ich dann machen?", "Was darf ich dann machen?", "Was passiert bei den Mädchen?" und alles, was damit zu tun hat.


Das Ganze wird spielerisch in eine "Wir sind Agenten und müssen das Überleben der Menschheit sichern"-Handlung eingebettet und richtet sich ausdrücklich an Jungs VOR der Pubertät, so etwa im Alter von 10-12. (Q. und seine Kollegen sind alle drei 12, waren unter den Älteren, aber es hat ihnen sehr viel Spass gemacht. In ein, zwei Jahren fänden sie es vermutlich kindisch).


Auch wenn Q. prinzipiell über die technischen Aspekte der Fortpflanzung längstens Bescheid weiss, war das doch sehr, sehr hilfreich. In geschütztem Rahmen alle Fragen stellen zu können, die einem auf der Seele brennen, zu sehen, dass die anderen das auch nicht wissen oder ähnlich abenteuerliche Vorstellungen haben, niemand wird ausgelacht, das ist ein wunderbarer Ansatz.


Der Kursleiter schilderte schon beim Elternabend, was so die brennenden Fragen sind, und zum Teil lassen sie einen schmunzeln, zum Teil auch ... betroffen werden. Es geht um "Muss ich mich sofort rasieren, wenn das erste Barthaar wächst?" "Wo muss ich mich überall rasieren? Wachsen die Schamhaare nicht so lang, dass sie aus kurzen Hosen rausschauen oder dass man drüberstolpert, wenn man sich nicht rasiert?" "Bei mir sieht das anders aus, BIN ICH NORMAL?!" (Ein bisschen lustig sind auch die Standardantworten auf so Schätzfragen wie "Wie viel Blut verliert eine Frau während einer Menstruation?", die Jungs vermuten im Schnitt zwischen 5 und 7 Litern.) All diese Fragen werden ernstgenommen und beantwortet und die Grundaussage ist: "Ihr seid alle einzigartig, ihr seid alle normal und ganz grossartig, so wie ihr seid."



Für Q. und seine Freunde war das ein grossartiger Tag und ich bin froh, dass sie die Möglichkeit hatten, das in diesem halbanonymen (sie kannten sich drei, den Rest der Kinder nicht) Setting zu erleben. Auch wenn der Kursleiter meinte, es mache nahezu keinen Unterschied, ob so ein Kurs im Klassenverband oder in neutralem Mix abgehalten würde, denke ich mir, dass dieses Setting so viel besser für die drei war.



Ich kann Ihnen, falls Sie Kinder in dem Alter haben, diese Kurse nur wärmstens empfehlen! Es gibt as Projekt in sehr viele Ländern, vielleicht finden Sie ja einen Termin bei Ihnen in der Nähe.

Samstag, November 11, 2017

Morgen dann wieder

Ich war heute den ganzen Tag auf der Swiss Blog Family und .... man könnte sagen: ich bin übersättigt, ich habe genug vom Internet (für heute), ich muss reales Familienleben nachholen oder so.
Ich schreibe vermutlich noch ein bisschen reflektierter darüber, weil heute direkt würde mein Fazit lauten: Super organisiert, aber #alleirre oder #allebekloppt oder: "Leider muss ich mein Blog genau hier beenden, weil das ist ja total dilettantischer Quatsch, sorry for bothering you all these years, bitte kommen Sie zurück, wenn  ich SEO verstanden habe und Storytelling und Community Building und  Google Analytics und eine langfristige Partnerschaft gefunden habe, für die ich als Markenbotschafter total authentisch influencen kann, weil meine Zeit ist ja schliesslich Geld wert, das darf man nicht unterschätzen, geschweige denn unter Wert verkaufen" (nur Spass, aber ALTER VERWALTER!)


So werde ich jetzt duschen, das Flamingo-Kleid




(es war übrigens das gefährliche Kleid und wenn nicht die nette Kollegin von .... twinswins oder so ähnlich im Waschraum gewesen wäre, hätte es einen ähnlich peinlichen Moment gegeben) gegen Pyjama und Kapuzenjacke tauschen und morgen gehts dann hier as unprofessionell as ever weiter.