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Sonntag, Dezember 21, 2014

Mein 1997

Asche auf mein Haupt, da gröhle ich vor über einem Monat bei Percanta rum, dass ich auch ein Jahr will, und dann merke ich nicht mal, dass ich eins bekommen habe. Ich bin das mit dem Kommentieren nicht so gewohnt...
Also: es gibt feste Stichpunkte, anhand derer man SEIN Jahr beschreibt. Ich habe 1997 bekommen, was ja sozusagen mein Schicksalsjahr war, in jeder Hinsicht. Meine Eltern haben sich getrennt (was ein Euphemismus ist, es war die Hölle), ich war das erste Mal länger weg von daheim, der Hübsche und ich, und das ist für mich das Wichtigste, haben unsere Beziehung von "Kommilitonen" auf "jetzt aber richtig" geändert....

Alter: Fast nur 20, ab Dezember dann 21.

Beziehung: Tja. Anfang 1997 war ich noch mit meinem Freund aus Schulzeiten zusammen, allerdings knirschte es seit dem grauenvollen Silvester in der Hütte, die seit Jahrtausenden im Familienbesitz des Freundes war, ordentlich im Gebälk. Im März dann tat ich das erste Mal in meinem Leben etwas Spontanes und rein aus dem Bauch Entschiedenes und zack, waren der Hübsche und ich ein Paar. Das gab natürlich erst mal Drama im Freundeskreis, man gab uns "Maximal einen Monat", aber alles in allem haben mittlerweile die meisten eingesehen, dass es schon gut so war. Ich war also den grössten Teil des Jahres 1997 auf rosa Wolken unterwegs.

Beruf:
1997 war so ziemlich das allercoolste Jahr meines Studiums (5./6. Semester Chemie), ich habe nämlich die Sommersemesterferien forschenderweise in San Diego verbracht und sozusagen den Grundstein für meine seit dem latent bestehende Sehnsucht nach der alternativen Realität, in der ich bei der Biochemie geblieben wäre und nach Kalifornien gegangen wäre, gelegt.
Wieder zurück habe ich brav weiter in München studiert, das Ziel: Diplom und Doktorarbeit fest im Blick ;-)

Musik:
Ich muss es gestehen: in San Diego habe ich mir eine Jewel-CD gekauft und "Foolish Games" rauf und runter gehört und den Hübschen sehr vermisst.
Ausserdem habe ich No Doubt gehört, dazu California-Gute-Laune-Musik, ich habe immer noch meine aus dem Radio dort aufgenommene Mix-Kassette, nur mittlerweile kein Abspielgerät mehr. Darauf waren Chumbawamba, The Verve Pipe , ich mag die immer noch sehr, sehr gerne (anders als "mimimimi"-Jewel)




Ach ja: ich habe mich dort zum ersten Mal für Konzertkarten in aller Herrgottsfrüh angestellt. Und zwar für die erste endgültige Abschiedstour der Rolling Stones, zwar nicht für mich, sondern für Arbeitskollegen, aber es war trotzdem lustig ;-).

Haare:
Ich hatte ja meine ganze Studienzeit über eine Unfrisur zwischen kinnlangem Bob und Kurzhaar, also: meistens irgendwas dazwischen. In meiner Zeit in San Diego habe ich allerdings mit dem Erblonden angefangen, weil ich das Sommersonnesurfer-Lebensgefühl durch grosse Mengen "Sun-in"-Spray unterstützte. Das führte dazu, dass meine aschblonden (wer hat sich dieses Wort eigentlich ausgedacht? Ich dachte ganz lang, es hiesse "arschblond" und genauso fand ich diesen mausbraunen Ton auch) Haare auf einmal hellblond wurden. Bis auf eine mittelkurze dunkelrote Phase bin ich dem Blond in verschiedenen Nuancen bis heute treu geblieben (mein alltime-Favourite "Orchideenblond" ist ja leider nicht mehr erhältlich, ebenso wie "Perlblond", deswegen heute ein erster Test mit "Kristallperlblond", man wird sehen)

Sport
Tja, das war 1997 ein bisschen eine Übergangsphase, ich hatte zwar versucht, das Trampolinspringen und das Turniertanzen während den Studium weiterzumachen, aber ersteres klappte nach den angebrochenen Wirbeln nie wieder so unbeschwert wie davor und zweiteres gab ich wegen Inkompatibilität mit meinem und meines Tanzpartners Studium UND den tanzunfähigenwilligen Freunden irgendwann dann auf. Leider. Beides.
In Sand Diego entdeckte ich dann (zwangsweise, wegen von Kollegen mitgeschleppt werden) Aerobic und Yoga für mich und damit begann eine lange Fitness-Studio-Ära für mich. Bauchbeinepo, Latin Dance, Mixed Impact, TaeBo, Poweryoga, Bodytoning, Step, Step Dance, Step Latin Dance, Pilates (das nur einmal, ich bin kein guter Powerhousebaumeister), Pump, you name it. Nur bei "Body Combat" und "Zumba" habe ich die Waffen gestreckt

Aufenthaltort: 
Tja, zum einen mein Kinderzimmer unter dem Dach meines Elternhauses, mit den dunkelblau-gelb-selber gestrichenen Wänden, dann war ich immer mehr beim Hübschen und seinen Eltern zu Hause und, ganz legendär natürlich, meine erste eigene Wohnung in Pacific Beach, San Diego. Ich hatte, warum auch immer, mir für die drei Monate eine unmöblierte Wohnung gemietet, ausgestattet mit Ausleihmöbeln von meinem Chef (unter anderem mit einem Telefon, mit dem man zwar telefonieren konnte, das aber nicht klingelte. Wenn ich einsam war (und das war ich schon ein paarmal), hob ich immer mal wieder den Hörer ab und manchmal war am anderen Ende jemand dran) und Campingmöbel, die ich im lokalen Target geliehen hatte. Ach ja: und dann habe ich dort meinen ersten total online organisierten (auf einen Mac mit Linux drauf, Doppelneuland für mich) Urlaub gemacht, nämlich mit dem Hübschen, der zu Besuch kam den Highway Number One rauf bis Sonoma Valley, dann zurück über den Yosemite National Park. Hach, das war schon ziemlich grossartig. Auch wenn meine Forschungsarbeiten nur so mittelspannend waren, ich habe dort unglaublich viel über mich gelernt, bin ein bisschen erwachsener geworden, und Freunde fürs Leben gefunden.


Tja. So war das 1997. Wenn jemand auch so einen etwas anderen Jahresrückblick über ein Jahr machen möchte, meldet Euch doch, ich schicke Euch dann ein Jahr! Ich bin mir sicher, ihr seid dabei schneller als ich.

Freitag, Juli 13, 2007

Getting ready for the heat

Hier am Oberrhein gab es heute schon einen Hitzetesttag, so dass Little Q. und Au-el schon morgens um neun in das Planschbecken im Park geschickt wurden. Da wir mit leichtem Gepäck unterwegs waren, waren weder Handtuch noch Badehose geschweige denn unsere Standardsonnenausrüstung dabei. Sonnencreme aber schon, das frisch eingelassene Wasser (ja, man lernt dazu als Mutter. Solche Sachen passieren nur, wenn man nachmittags geht) war eh im Schatten, also wurden die beiden nur mit Hut und Sonnencreme bekleidet ins (eis)kalte Wasser geschickt. Ich denke, trotz Julisonne vernünftiger, als die prüden amerikanischen Mütter, die ihre Kinder in Jeans und T-Shirt baden geschickt haben.
Ansonsten:
  • Grillgut für morgen taut auf,
  • Planschbecken wurde auf Dichtigkeit getestet
  • Morgen früh kommt bei allen drei Familienmitgliedern überschüssige Wolle ab (bei mir muss heute abend noch gefärbt werden. Schande übrigens, Orchideenblond war aus, "Glossy glänsssend" kommt mir nicht auf den Kopf, gibt es halt "extra helles Naturblond")
  • Schlafen ist im Moment katastrophal, Einschlafterror, gefolgt von Nachtterror, Wachphasen, Aufstehen spätestens um viertel nach fünf und untertags mutiert mein sonst so liebes Kind durchaus mal zur Terrorfratze (besonders gerne in überfüllten, überhitzten Pendlerzügen). Besonders gerne dann, wenn der nach mangelndem Nachtschlaf dringend benötigte Nachtschlaf handwerkerbedingt sehr spärlich ausfällt.
  • Probefahrt auf dem Geburtstagslaufrad der Wahl verlief heute im Veloladen übrigens problemlos. Auch ein spektakulärer Sturz konnte Little Q. nicht vom Weiterüben abhalten.
  • Und wenn es drauf ankommt, hat mein Sohn ein Gedächtnis wie ein Elefant: in der Bäckerei am Bahnhof verlangt er jetzt nicht nur immer "Feine(s) B(r)ot", sondern auch ein "Noggi Hea" (=Schoggiherz, dass er das erste Mal zum Trost und die Male danach...gezwungenermassen geschenkt bekam).
Nun denn, schönes Wochenende allerseits.

Montag, Februar 12, 2007

Nachmacher

in Sachen Haarfarbe: nachdem die Lise so selten Fotos von sich zeigt, habe ich mir mal selber zumindestens ein Bild von ihrer Haarfarbe gemacht. An sich habe ich mir ja geschworen, nicht mehr zu experimentieren, d.h. kein Reinfallen mehr auf schön klingende Nuancen, aber ich hätte ja schon einen Sündenbock gehabt, wenn "Orchideenblond" nix gewesen wäre. Ist aber schön, und ich weiss jetzt ein bisschen, wie die Lise aussieht.

Samstag, Januar 09, 2016

Verhext

Mein Claire-Underwood-meets-Gwyneth-Paltrow-in Sliding-Doors-Haarschnitt hat sich mittlerweile etabliert. Was sich ebenfalls etabliert hat, ist das Nachschneiden nach etwa 6 Wochen. Und weil die Hairstylistin meines Vertrauens högscht begehrt ist, mache ich diesen Termin immer direkt nach dem Schneiden aus. Am liebsten gehe ich Samstag morgen oder Freitag nachmittag, sonst ist das immer kompliziert mit ohne Auto bei der Arbeit etc. (Merke: wegen Tagesparkplätzen erkundigen).
Leider musste der letzte Nachschneidetermin vor Weihnachten wegen 37 Meetings am Homeofficetag ausfallen, weil ich bis nach 18:00h im Büro war und "Ich muss zum Friseur" nicht als valide Entschuldigung gilt (glaube ich). Ich habe also angerufen, um den Termin zu verschieben und wegen Weihnachten und alle brauchen da Frisur und dann waren wir "Skifahren" und überhaupt, aus den 6 Wochen optimierter Differenz wurden 10 Wochen. Weil ich fast immer Schal gegen Nacken trage, stehen die viel zu langen Nackenhaare mittlerweile keck ab, ich habe sozusagen eine MeckiFrisur am unteren Hinterkopf, es wurde also wirklich Zeit. Ich habe mich wirklich auf den Termin heute mittag gefreut. Ich hatte eine kleine ToDo-Liste fürs Nachbarsstädchen, Little Q. wollte mitkommen für die Mission "Taschengeld in Levelpacks (Amazonwerbelink) investieren", gestern abend hat mir der Hübsche die Haare in "Kristall-Eisblond" nachgefärbt* (Little Q. heute morgen: "Mami, warum sind Deine Haare so weiss?"), wir haben den Hübschen und Little L. zum Schwimmkurs verabschiedet, sind ins Auto gestiegen und losgefahren. Trotz Little Q.s Dauergebabbel ("Mami, weisste, in Lego Dimensions, das mit den Levelpacks das funktioniert so, habe ich eigentlich schon erzählt, was die anderen Kinder für Vortragsthemen haben und dass ich mit dem Plakat schon fast fertig bin...") klang das Autofahrgeräusch irgendwie komisch. Auf der geriffelten Garagenausfahrt dann wieder normal und oben auf der Strasse dann wieder komisch. Ich bin also direkt auf den nächsten Besucherparkplatz unserer Siedlung gebogen, ausgestiegen (im trömenden Regen) und einmal ums Auto marschiert. Jippieh! Plattfuss hinten links. Gnahhh. Ich habe sicherheitshalber das Auto mal stehenlassen, bin mit Q. zum lokalen Reifenhändler getrappelt (im strömenden Regen), der aber leider zu hatte. Ich habe den Friseurtermin also wieder mal abgesagt, nach dem Schwimmkurs dem Hübschen beim Reifenwechsel assistiert (wie schön: in der Betriebsanleitung des Autos ist eine detaillierte Anleitung zu, Reifenwechsel enthalten) und statt Kopfhautmassage zu geniessen habe ich in einer Übersprungshandlung die Küchenschränke ausgeleert, ausgemistet (WER HAT DEN SCHOKOPUDDING MIT MHD 2006 BEI DEN LETZTEN MALEN VOR MIR VERSTECKT?! und warum haben wir drei Pakete Perlgraupen und 2.3 kg Basmatireis?), umsortiert (5S ftw!), Cookies gebacken, Lego Dimensions Figuren stattdessen online bestellt, ein Beach Condo in Del Mar reserviert, eine Hütte im Sequoia National Park gebucht und gebadet. Der Reifen wird am Montag getauscht und jetzt brauche ich nur noch einen Friseurtermin. Und einen Haargummi.

* Der optimierte Schneide-/Färbetakt von 6 Wochen sorgt dafür, dass der Ansatz nie zu stark zu sehen ist, meiner Meinung nach ist Färben vor dem Schneiden insofern geschickt, dass die durchs Färben am meisten beanspruchten Haarspitzen dann grad abgeschnitten werden. Ausserdem muss ich dann nicht im Friseurspiegel den im nassen Zustand platt gescheitelt extrem deutlichen dunkleren Ansatz sehen. Und ja, man könnte auch beim Friseur färben lassen, aber für mein mangelndes Sitzfleisch ist eine Stunde Waschenschneidenfönen schon grenzwertig lang, wenn ich dann noch eine Extrastunde für Färben sitzen muss, schläft mir der Hintern ein. Und zwei Stunden Gala und Bunte machen mich total hohl im Hirn. Netflix auf dem heimischen Fussboden ist da schon angenehmer. Und Kristall-Eisblond ist der legitime Nachfolger des legendären "Orchideenblond"