Donnerstag, Oktober 07, 2021

071021 Hach. Heim.

 (Ein ganz bisschen hatte ich ja die ganze Zeit darauf gehofft, dass der aktuelle Vulkan auf Island oder ein neuer, so sehr wie die Erde gebebt hat, ausbrechen und den FLugverkehr lahmlegen würde und wir, ach, schade, noch ein bisschen bleiben müssten. War aber nix.)

Unser Wecker hat heute um 2:30 geläutet, wir sind schlaftrunken in unsere bereitgelegten Kleider geschlüpft, haben bei einem unglaublich wachen, gut gelaunten Nachtportier ausgecheckt, unser Grab&Go-Frühstück eingesammelt (die Voranmeldung hat überhaupt nicht geklappt, deswegen gab es auch kein vegetarisches Sandwich für mich, aber immerhin eins bim wenig Schinken, der sich rausnehmen liess) und dann hat uns der Hübsche durch die Nacht zum Flughafen kutschiert. Der Flug nach Zürich ist um 7:20h der vierte, der Keflavik am Morgen verlässt, wir waren uns nicht 100% sicher, wie lang die Autorückgabe dauern würde, wie lange der Check-in wegen Covid und tralalala. Autorückgabe war sehr undramatisch, der einsame Nachtschichtmitarbeiter schlug uns vor, doch erst Kinder und Gepäck am Terminal abzuladen, weil es heute morgen tatsächlich quer regnete und der Weg von der Rückgabe mit allem Gepäck zum Terminal doch unangenehm lang ist. Ein Hoch auf grosse Kinder, die man einfach mit 4 Koffern im Terminal absetzt und sie kriegen weder Angst noch laufen sie weg oder reisen irgendwo ohne uns hin (L. ist ja so ein Verlorengeh-Kandidat, aber bisher nur auf Schiffen und auch schon einige Jahre nicht mehr).

Die Rückgabe war dann "Tank voll? OK, dann bye!" sehr unkompliziert :-), und leicht angefeuchtet und wach gepustet stellten wir uns beim Check-in an. Und: Tatsächlich keine Minute zu früh, wir standen in etwa 20 Minuten, schätze ich, aber in dieser Zeit vervielfachte sich die Schlange hinter uns. 

Unsere Impfzertifikate und Einreisebewilligungen wurden genau überprüft (es ist mir tatsächlich ein Rätsel, wie die Frau neben uns im Flugzeug tatsächlich erstens nichts von diese Einreisedokument wusste, das ist nicht neu, und zweitens ohne eins ins FLugzeug kam. Sie sagte immer nur "Ich han es Certificate!" Überhaupt: echt viele Leute mussten das auf Papier noch im Flieger ausfüllen, aber gut, mir wurscht.

Auch sonst war es übrigens allen wurscht: dafür dass die Schweiz so einen Aufriss gemacht hat mit "EINREISE NUR MIT VORABANMELDUNG! WER NICHT GEIMPFT IST, MUSS DIREKT AM FLUGHAFEN TESTEN UND IN QUARANTÄNE UND NOCHMAL TESTEN!", ist es ein bisschen albern, dass in Zürich genau überhaupt gar niemand irgendwas sehen wollte. NICHTS! Nicht mal unseren Pass, das ist mir in 100 Jahren Geschäftsreisen ab/nach Basel und Zürich noch nie passiert. (Haben wir was verpasst? Sind die Schweiz und Island der EU beigetreten? Machen sie jetzt eine eigene Bande? Darf England auch mitspielen? Ist Corona vorbei? Naja, ich gehe mal davon aus, dass die Leute vom Contacttracing oder was auch immer all diese Daten von den papiernen oder elektronischen Einreisedingern genau auswerten und persönlich bei allen nicht Geimpften vorbei gehen und testen oder halt grad impfen.

Sonst: Schweiz halt :-), gelandet um 13:25h, Gepäck un alle noch mal Pipi gemacht um 13:38h, am Bahnsteig um 13:42h, im Direktzug nach Hause um 13:56h.

Hier läuft jetzt die die erste Waschmaschine (wir mussten priorisieren, was Q. morgen für die Pfadiwoche einpacken muss), aus den Koffern rieselt noch ein wenig Lavasand, Sansa kam pünktlich um halb fünf nach Hause, Jonny kam angerannt, als wir bei den Nachbarn den Schlüssel gegen Lakritzsalz und Karamell-Lakritz tauschten.

Jetzt: mal wieder selber kochen :-). Und möglichst lange von der Erinnerung zehren, das war Gold wert und Island wird immer eine Traumdestination bleiben.

Mittwoch, Oktober 06, 2021

061021 Reykjavik reloaded

 Wie auch schon 2014 schliessen wir unsere (diesmal nur unglaublich kurze) Islandreise mit einem Tag in Reykjavik ab.

Wir sind gemütlich durch die Strassen gebummelt, haben die beeindruckende Harpa (die Oper/das Heim des Symphonieorchesters und der Reykjavik Bigband) von aussen und ein bisschen von innen bewundert.


(Sehr süss: im Modell ist sogar der Keller mitgebaut!)

Wir haben uns, auch wie 2014, das Isländische Penismuseum von aussen angeschaut (letztes Mal war es uns Erwachsenen zu peinlich dort reinzugehen, heute wollten die Kinder auf gar keinen Fall rein, weiss nicht, ob es an unserer Begleitung lag oder eben an überhaupt.). 



Wie kann man bitte im Museumscafe KEINE Würstchen als Special Offer haben?

Apropos Würstchen: L. hat die Herausforderung angenommen, das beste Hotdog Südwestislands zu küren und sich durchgefuttert.


Fazit: das bei Helgis Streetfood direkt unterhalb des Vulkans war das beste (war auch eins mit dem Vulkantütchen, also "the world's most popular icelandic hotdog").


Ich hatte eigentlich auf dem Plan, den legendär leckeren Apfelkuchen mit warmer Karamellsosse, den es letztes Mal in JEDEM Cafe gab, nochmal zu finden, habe das aber leider nicht geschafft. Es gab gestern im Fontana einen so ungefähren, aber da war die Karamellsosse keine Sosse, nicht warm und irgendwie falsch. Heute habe ich überhaupt keinen gefunden, dafür aber wieder Kaffee bei den Reykjavik Roasters (sie haben die kleine Röstmaschine aus dem Gastraum genommen), ein Stück Vinarbraut aus einer Hipsterbäckerei (die anderen haben eine Vanilleschnecke und ein Pain au Chocolat gegessen) und ein Probierstückchen "Blaubeer-Lakritz-Schnecke"; das erstaunlich lecker war!

Wir sind jeder auf Mitbringseljagd gegangen, ich habe zB unsere Lakritzsalzvorräte neu bestückt. Da passt es perfekt, dass die erste Lieferung unseres adoptierten Crwodfarming-Avocadobaums ziemlich zeitgleich mit uns daheim ankommen wird. Nussbrötli, Avocadoscheiben, ein paar Tropfen Crema die Balsamico und Lakritzsalz ist das BESTE ESSEN DER WELT!

Ausserdem bin ich beim "66° North-Solid perfume" schwach geworden, es heisst "Utilkyt" und soll den Duft von Reinkommen nach langem Draussensein in der Kälte porträtieren. Ich habe mir die feste Form gekauft und naja, spätestens, wenn es leer ist, muss ich wiederkommen :-).


Wir haben die Orte besucht, die wir das letzte Mal besucht haben, wie das riesige 3D Modell von Island im Rathaus.


Jetzt sind die Koffer gepackt, das Grab & Go Frühstück für morgen bestellt, ich habe nochmal bei der Autovermietung angerufen, wie das mit der Rückgabe funktioniert, weil "erst" ab 6 geöffnet ist und wir planen, um 4:30 aufzuschlagen. Kein Problem "There is wrong information on the internet" (ein Satz, der ja vielseitig einsetzbar ist :-)), es ist 24/7 geöffnet.

Gleich gehen wir in die preisgekrönte Bar unseres Hotels, einmal Happy Hour, dann Abendessen im Coocoo's Nest am Hafen und dann läutet auch schon morgen um halb drei oder so der Wecker. (Ich versuche mir das mit "Vielleicht sehen wir Nordlichter!" schönzureden, aber naja.

Ich bin so unendlich froh und dankbar, dass wir uns diese Auszeit gegönnt haben, ich und wir waren einfach nur durch. (Bisschen fies, dass in der Schweiz Corona noch nicht so vorbei ist wie hier, das war schon sehr schön, ohne Maske und ohne alles!)

Kleine Anekdote: ich stand in einem Buchladen und guckte so rum, auf einmal drehte sich eine Frau um, hielt mir ihr Handy vor die Nase und strahlte: "I am negative!" grinste und meinte: "Hey, that's great for you. And for me, tbh :-)" und sie war peinlich berührt, weil sie mich mit ihrer Freundin verwechselt hatte. "You know, this means, I can go home tomorrow without quarantine". (Für die Schweiz habe ich die EInreiseformulare ausgefüllt und wir brauchen nur diese QR Codes und unser Impfzertifikat, das sollte reichen).

Dienstag, Oktober 05, 2021

#WMDEDGT 10/2021 Corona-Edition 19

You know the drill, right? Es ist der 5., d.h. es heisst wieder "WMDEDGT?" (kurz und knackig für "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"). 

Heute trifft sich der Freundeskreis Tagebuchbloggen sozusagen hier und verlinkt sich in der Liste unten.

Das ganze hat im April 2013 seinen Anfang genommen in einer Tagebuchblogwoche und hat sich irgendwie verselbständigt.

Die Regeln zum Mitmachen sind einfach:
  • über den heutigen Tag tagebuchbloggen (ohne Werbung)
  • verlinken, mehr dazu findet sich am Ende dieses Posts.

Hier so:
WIR WERDEN SEHEN, wir sind heute, so alles glatt geht hier schnorcheln, dann da aufwärmen und im Restaurant des offiziellen Kochs des isländischen Parlaments essen.

Kurzfassung: jupp, genauso war es, gute Nacht.

Bisschen länger: 
aufgestanden, gefrühstückt (ich habe ein bisschen ein schlechtes Gewissen, weil L. ja noch Kind hier im Hotel ist und deshalb umsonst frühstückt und ich keine Ahnung habe, ob DIESE Mengen da einkalkuliert sind.), aufgebrochen Richtung Thingvellir. Den Nationalpark an der Spalte zwischen Eurasischer und Nordamerikanischer Platte und Gründungsstätte des ersten isländischen Parlaments neunhundertirgendwas haben wir auf unserem letzten Trip ausgelassen, weil die Jungs besichtigungsmüde waren und anders als das Heringsmuseum in Siglafjördur, das ich immer noch gut habe, war das dieses Mal in Reichweite.
Vor dem Schnorcheln hatten wir allerdings keine Zeit mehr für nix, weil wir ein bisschen knapp dran waren (ich sag nur: "Ach, ich glaube, ich nehme doch noch eine Waffel." "Ach, dann hole ich mir auch noch ein Gipfeli").


Der Zebrastreifen am Treffpunkt für die Tauch/Schnorcheltouren ist sehr nett ausgeschildert.
Schnorcheln: wir hatten einen Family-Tour nur für uns 4 bei Dive.is gebucht. Unser Guide Chris half uns mit dem doch anspruchsvollen Equipment: weil das Wasser in der Silfra-Spalte zwischen der Eurasischen und der Norcamerikanischen Kontinentalplatte ganzjährig so ca 2 Grad hat (es kommt direkt von einem Gletscher im Hochland), taucht / schnorchelt man in einem Trockenanzug, d.h. über lange Thermounterwäsche (EIGENE!) und dicke Socken (eigene!) bekommt man einen warmen Overall und dann "schlüpft" man in den Trockenanzug. Es zeigte sich, dass L. für seine Grösse irre grosse Füsse hat (ach), der ANzug an sich war ihm nämlich reichlich, die Füsse aber stiessen überall an. Für mich und meine Rollkragenpanik war das Durchquetschen des Kopfs durch die Gummidichtung am Kopf eine echte Herausforderung, aber ich war mir nicht sicher, ob ich nicht unterschrieben hatte, dass ich mit "confined spaces" voll gut umgehen könnte, und ausserdem wollte ich natürlich auch nicht mit Wasser volllaufen.
Es wurde noch weiter abgedichtet, zB mit einem Gummihalsband ("I have to tighten this, it is supposed to feel like elves trying to choke you, but not being really strong enough"), Tape an den Handgelenken etc,.
Der Rest wurde erst an der EInstiegsrampe angezogen (Neoprenkappe, Handschuhe und natürlich Maske/Schnorchel und die Flossen), es war nämlich eine recht lange Schlange. Es dürfen immer nur 6 Personen aufs Mal rein, die einzelnen Gruppen müssen sehr viel Abstand halten. DAs wird von einem Parkranger beobachtet. Und auch wenn es mir recht voll vorkam, der Guide meinte, es wäre heute nur so viel losgewesen, wie an einem ruhigen Wintertag sonst. In den letzten Monaten haben die Besucherzahlen wieder richtig angezogen, allerdings sind über die Coronapause viele Guides abgewandert und so strampeln die verschiedenen Unternehmen ganz schön.
Dann also Einstieg und ungefähr 45 Minuten ruhiges Treiben durch die Spalte. Es war unglaublich beeindruckend, das Wasser kristallklar, von oben sieht es aus wie ein harmloses bisschen Wasser, aber in Wirklichkeit geht es da drölfzig Meter runter!
Es war auch UNGLAUBLICH kalt, halt 2 Grad (die man so direkt nur an einem kleinen Teil im Gesicht gespürt hat, also bevor alles taub wurde), aber auch alles andere, besonders Hände  (in den vollgelaufenen Neoprenhandschuhen), Kopf (die Kappe ist auch nicht 100% dicht und halt die Füsse) wurden schon auch ordentlich kalt.
Aber: was für ein Erlebnis! (der Guide erzählte bei heisser Schokolade und Keksen zum Aufwärmen, dass man im Winter die Anzüge vor dem Ausziehen erstmal mit heissem Wasser übergiessen müsse, weil sie auf dem Rückweg zum Parkplatz sofort steif frieren würden)
Wir haben eine ganze Dropbox voller BIlder bekommen, die wir erstmal sichten und sortieren müssen (die kommen dann mit all den Bildern aus des Hübschen grosser Kamera im grossen Bilderpost), aber dieses Highlight möchte ich Ihnen hier und heute schon mit auf dem Weg geben. Rot und Schwarz sind einfach nicht meine Farben.



Nach diesem Abenteuer haben wir dann noch den Nationalpark und die verschiedenen historischen Stätten besichtigt:



Kein Schild ohne Grund, nehme ich an


Und dann ging es weiter nach Laugarvatn, zum Aufwärmen. Sehr, sehr, sehr angenehm!

Essen waren wir dann ein Haus weiter im "Lindin". Ich war sehr gespannt, die Google-Rezensionen schwankten zwischen "Superst" (so ca 80%) und "Was für ein unfreundlicher Besitzer!" (Rest). Ich bin bei sowas ja immer ein bisschen skeptisch, weil ich finde, dass es schon auf den Hintergrund einer solchen Bewertung ankommt. Ich habe auch das Gefühl, dass die isländische Art mit der amerikanischen nicht 100% zusammenpasst.
Naja, wir hatten reserviert, wurden extrem freundlich willkommen geheissen ("Oh, I went to school in Switzerland"), bekamen eine Einführung in die Gegend, welcher Vulkan kann was, lernten, dass der Besitzer praktisch schräg gegenüber von unserem Hotel wohnt, tralalala, alles sehr nett, Essen perfekt, alles super.
Dann kam um viertel vor acht eine Gruppe an (an der Tür hing ein handgeschriebener Zettel: "Today we close at 20:30, we had a crazy busy day") und fragte fröhlich nach einem "Table for 13?" Naja, ich fände es ja eigentlich überall und jederzeit ganz schön mutig, ohne Reservierung zu dreizehnt anzutraben, noch mehr, wenn es das einzige Restaurant in 30km Umkreis ist, und naja, halt schon fast zu. Der Besitzer fragte als erstes: "This is a joke, right?" und als es keiner war, erklärte er, dass das schon ginge, sie könnten halt nicht a la carte bestellen, sondern er würde nachschauen, was in der Küche noch da wäre und das gäbe es dann und wenn ihnen das nicht passen würde müssten sie halt gehen, weil "Sorry, this is not something you do. I mean, THIRTEEN!" (ich bin ein bisschen neugierig auf die Google-Rezension dazu)

Heimfahrt durch die dunkle isländische Nacht (keine Nordlichter gefunden), fertig für heute.
JETZT ZUM KLEINGEDRUCKTEN: 
Post-DSGVO-Reminder: wenn Sie sich auf die Liste eintragen, geben Sie Daten von sich frei. Was Mr. Linky damit macht, steht hier. Wenn Sie das nicht wollen, sollten Sie sich nicht eintragen. 

UPDATE: Bitte beim Eintragen beachten: Mr Linky erkennt keine Umlaute (alles mit Pünktchen oder Strichelchen oder Schlängelchen unten oder oben drüber. Ausser ein "i") oder scharfes s oder so, darauf bitte beim Nameneingeben achten, sonst zeigt es ein leeres Feld an

Montag, Oktober 04, 2021

041021 Halbinsel Reykjanes

Heute habe sogar ich bis Weckerläuten um halb acht geschlafen, waren die Beine und der Kopf doch müde genug von gestern.

Frühstück war wie gestern sehr lecker. Das Hotel ist ein Icelandair-Hotel und scheint vielen Reisegruppen als Startpunkt der fertig durchchoreographierten "Island per Bus in x Tagen" zu dienen. (Die Jungs nennen es liebevoll "Rentna's Paradise" und helfen in der Buffetschlange gerne aus, wenn jemand mit dem Waffeleisen überfordert ist. Mein next level nach der  Briefingpräsentation bei uns im Wohnzimmer wäre ein Flipchart an der Rezeption: "Brüllens on tour: Programm heute:, bitte packen:, Treffpunkt:"

Das war bei uns heute (ohne Flipchart) die Halbinsel Reykjanes. Bei der Fahrt vom Flughafen (und heute halt andersrum) wirken die kargen endlosen Lavafelder ja ein bisschen trostlos/fad, aber: es gibt spannendes! Zb die etwas skurril mitten im Nichts aufgestellte Brücke über die Kontinentalspalte zw der eurasischen und der nordamerikanischen Kontinentalplatte:
Es war übrigens heute durchgehend sonnig, kalt und stürmisch. Also: richtig, richtig, richtig windig.
Es tut mir fast ein bisschen leid für all die Leute, die mir besorgt, scheinheilig, schadenfroh prophezeit haben, dass der Urlaub wegen "falsche Saison, sorry, dass Ihr so doof seid" bestimmt ein voller Reinfall werden würde "nicht traurig sein, Island ist schon sehr toll, nur halt jetzt nicht". Weil erstens waren wir voll bereit für Regen, Wind, kalt, Schnee und hätten uns auch darüber gefreut, und zweitens haben wir halt eher Nebel, Wind, Sonne, kalt, habe ich Wind erwähnt? Und es ist alles andere als scheisse, sorry!

Wir sind dann weitergefahren an die Klippen von Reykjanesviti. Man fährt da durch ein Geothermiegebiet, riecht das auch und überall steigen Dampfwolken auf und stehen futuristische Kraftwerksbauten mitten im Nichts.
Die Klippen sind sehr beeindruckend. Trotz Sturm ist keiner runtergefallen.
Weiter ging es zu "Gunnuhver", das sind heisse Quellen, in denen nach der Legende eine Hexe zu Tode gekocht wurde. Heisse Quellen klingt so harmlos.... der Boden ist dort so heiss, dass man ihn nicht betreten kann, es stinkt bestialisch und durch den Wind wurde der heisse Dampf echt schnell.
Ab dann mussten wir uns ein wenig beeilen, wir hatten ein Date mit Otto, unserem Tourguide für die Vulkanwanderung. Es war ja lang nicht wirklich klar, ob der Vulkan noch aktiv sein würde (mitte September hat er noch munter einen Lavastrom über einen der Wanderwege geschickt) und weil ich ungern uns als "diese 4 doofen Touris, die von der Lava erfasst wurden" oder "von der Lava eingeschlossen und mit Helikopter gerettet werden mussten" oder "von den Dämpfen bewusstlos wurden und gerettet werden mussten" in die Geschichte eingehen sehen wollte, habe ich uns einen Tourguide gebucht. Jetzt sind wir halt die doofen Touris, die mit einem Bergführer den ausgeschilderten Fußweg vom Parkplatz zum Nachbargipfel von der Vulkanspalte latschen und von dort auf die erkalteten Lavamassen starren. Macht nix, lieber so rum. Ausserdem hat uns Otto viel über seine sonstigen Abenteuer erzählt und hatte Trockenfisch (wie Bananenchips nur halt aus Fisch. Ich mag schon Bananenchips nicht) und irgendwas aus Schafskopf (Hard nono) zum Probieren dabei. Und ohne Otto wären wir evtl nicht die ganze Strecke im Gegenwind hochgestiefelt (ich hatte zwischendrin echt Sorge, es würde uns L. wegwehen) und hätten nicht den doch noch glühenden Teil Lava gesehen. (Sieht man vermutlich auf diesen Bildern nicht, ich hoffe auf die Bilder aus der grossen Kamera)

bestes hotdog auf dem Parkplatz!
Auf dem Rückweg gaben wir uns noch Seltun, eine weitere geothermische Stätte angeschaut, die Begeisterung für Schwefel in all seinen Oxidationszuständen hielt sich mittlerweile in Grenzen bei der U18-Fraktion:
Ein schnelles Foto vom Kleivarvatn noch (sorry, Lonely-Planet-Autoren, den Rundweg um den See als "netten Spaziergang" zu framen ist ein bisschen albern, der See ist halb so gross wie der Zürichsee. Da spaziert man eine ganze Zeit lang!), dann zurück nach Reykjavik, essen, duschen, umpacken, morgen wird es richtig abenteuerlich!