Montag, April 14, 2025

1400425

 What a day.

Es hat damit angefangen, dass ich gestern abend nach dem Lesen todmüde und eine Sekunde nach dem Lichtausschalten knallwach war. Der Hübsche schnorchelte und atmete, ich vermischte die Tasks für heute und morgen und mir wurde ganz schwindelig, wie ich das alles unterbringen sollte in einem Tag (den ich btw eigentlich freigenommen hatte wie die ganze Woche, weil halt wegen megaviel Arbeit total viele Überstunden und Osterbesuche immer nicht 100% erholsam, also dringend nötig.). Zum Beispiel hatte sich Q. mit frischem Führerschein gewünscht, heute mal mit einem von uns mit dem Tesla ein Paket abholen fahren. Bisher war immer nur der Hübsche in einem Yaris mit ihm gefahren, in der Fahrschule halt der Fahrschullehrer in einem Mini und wir arbeiten an der Anschaffung eines zweiten (kleinen) Elektroautos für ihn (wir wollten es offensichtlich nicht verschreien, deswegen hat er den Führerschein jetzt vor dem Auto), also der Plan ist schon nicht, dass er einer panzergrossen Rakete durch die Gegend rast. Oder sich mit dem Hebel zum "schalten" vertut und dann frontal in einen Zaun rast. Oder was einem sonst für Horrorszenarien einfallen nachts. Viele.

Irgendwann bin mit einer nassen kuscheligen Katzen im Bauch eingeschlafen, nur um um zwei aus einem Alptraum, in dem wir grad Jonny verloren hatten, aufzuwachen und festzustellen, dass der wirklich nicht da war (nicht überraschend, weil halt Frühling und milde Temperaturen draussen). Sansa war grad wieder reingekommen und immer noch empört über das schlechte Wetter. Ging eine Zeitlang, bis ich wieder eingeschlafen bin. Um kurz nach vier wachte ich von Sansas tiefem Miauen auf, das immer heisst "Orrrrr, ist das anstrengend, ein Tier zwei Stockwerke nach oben zu tragen". In diesem Fall war es eine kleine, quietschfidele Maus, die sich im ersten Stock zwischen Wand und Bücherregal vor Sansa in Sicherheit gebracht hatte. Ich nutzte die Gelegenheit, den Tipp eines mausefangerfahrenen Kollegen auszuprobieren und die Maus mit der Taschenlampe anzuleuchten und damit zu "lähmen". Hat erstaunlich gut geklappt und praktischerweise ist mein Arm dünn genug, um in den Spalt zu kommen und länger als Sansas Pfote, so dass ich die kleine Maus unversehrt in einem Geschirrtuch einpacken konnte. Als ich sie im Regen drausen aussetzte, traf ich dort Jonny, der draussen auf der Bank vor der Haustür auf dem Kunstfell geschlafen hatte und gern auf ein paar Snacks mit reinkam.



Weitergeschlafen bis sechs, dann noch eine halbe Stunde, weil so müde (ich snooze sonst seit der Uni nicht mehr), und so fand das Armband das:



Joah.

Dafür ging es dann eigentlich. Anscheinend war ich so müde, dass ich nichtmal Schutzspannung bei der Phyiso hinbekam und so gut dehnbar war wie noch nie. Sehr gut!

Wieder daheim kochte ich mir eine grosse Kanne Tee und einen Kaffee und machte mich an die Arbeit: ich hatte noch 3 Anschreiben zu formulieren, zwei Lebensläufe zu korrigieren, das 4. Anschreiben zu perfektionieren, das HR Tool zu perfektionieren und nichts durcheinander zu bringen.

Kurze Mittagspause mit einem Rest Suppe von gestern (eins der Rezepte, die beim Aufwärmen gewinnen und es war frisch schon gut), dann weiter. Teammeeting mit nichts fachlichem, es fühlt sich im Grossen und Ganzen so an, als wären wir vom Radar der Firma verschwunden (nicht ganz, ich habe ein paar fachliche Mails bekommen, die wie aus der Zeit gefallen wirken). Pulscheck mit den KollegInnen ergibt: nicht alle teilen transparent ihre Pläne, nicht alle haben die gleichen Prioritäten und Wünsche wie ich (ist ja logisch und auch gut, weil: müssen sich ja nicht alle auf dieselbe Handvoll Stellen bewerben wie ich), nicht alle fahren auf derselben Zeitschiene wie ich (das irritiert mich sehr).

Dann: ein Gespräch mit der HR-Frau zu meiner langen Fragenliste. Ein paar davon hatten sich übers Wochenende nicht in Wohlgefallen, aber Irrelevanz aufgelöst, der Rest wurde geklärt und leider hat meine Contenance nur bis 2 Minuten vor Meetingende gereicht (aufgelöst von all dem Touchy-Feely, das bisher in der Kommunikation ja nicht stattgefunden hatte) und ich habe ein bisschen geweint, obwohl ich das echt nicht wollte und die ganze Zeit halt Galgenhumorspässchen gemacht habe. (Ich kann zu dieser ganzen Sache nur entweder Witze machen, weinen oder richtig wütend werden und langfristig ist es wohl am besten, wenn der "richtig wütend"-Teil niemals in einem Firmensetting rausdarf, weil das ist rotglühende, persönliche, kein Stein bleibt auf dem anderen Wut und sogar ich weiss, dass ich damit nur Schaden anrichte. Also: grosser Fokus auf Galgenhumor!!!)

Zur Beruhigung habe ich danach die Bewerbung für meine Prio-1-Bewerbung losgeschickt (für diesen neu kreierten Job hätte ich mich sofort beworben, auch wenn sie meinen nicht abgeschafft hätten!), die anderen kommen dann morgen, damit die Recruiter wissen, welchen ich mehr möchte :-).

Und dann war es so weit: Tesla-Fahren mit Q.. Ich habe das Auto auf "lässig" umgestellt (Beschleunigung eher verbrennerlike als E.Auto, ich habe direkt  aus Versehen Leute geschnitten, weil ich dachte, kommt, da flutsch ich noch schnell vorbei und dann war nix schnell), es aus der Garage auf einen grossen leeren Parkplatz gefahren und dann mit Q. dort die Steuerung und die Abmessungen mit ein bisschen Wenden, Parken, Wenden, Parken und so ausgecheckt. Dann ging es zurück ins Dorf, Kantonsstrasse, seine Prüfungsstrecke zur Tankstelle und er hat es richtig gut gemacht! Er war aber auch angemessen beeindruckt, dass besonders die Breite doch viel grösser ist als beim Mini und ich durfte zurückfahren.

Puh.

Daheim dann durchschnaufen, ein paar fehlende Sachen im Coop holen, Sportründchen, Montagspizza und ich bin so müde, ich könnte direkt einschlafen. Ich hoffe, das hält bis Licht aus.


Sonntag, April 13, 2025

130425

 Heute hatte der Hübsche uns Ausschlafen verordnet und ich habe mich brav nach allen Sansa-Weckversuchen (Hunger! Kuscheln, aber es hängt soviel Dreck im nassen Fell! Aufstehen?!) wieder hingelegt und die Augen zugemacht, bis ich halt um zwanzig vor acht wirklich wach war. Mit dem Kaffeemachen habe ich aber brav wirklich bis acht gewartet.

Dann: Internet lesen, Sportründchen, klatschnass geschwitzt und richtig wach unter die Dusche, dann schnell Frühstück parat machen, weil echt hungrig.

Die Jungs hatten Frühstückspizza von gestern abend übrig, ausserdem gab es noch ein paar übrige Semmeln, Ich habe mir das Miniwurzelbrot, das halt schon auch wirklich trocken war, getoastet und mit Olivenpaste, Brie, Paprikastreifen, Gewürzen, Bohnensprossen und so zu einem Sandwich gepackt, mit viel Tee runtergespült und war bereit für den Tag.

Für mich bedeutete der: final raussuchen, auf welche der neuen Stellen ich mich bewerben möchte, (check), zwei Lebenslaufvarianten dafür fertig machen (check) und dem Hübschen und dem Kollegen, der sich bereit erklärt hat, sie kritisch gegenzulesen, schicken (check), das Profil im Bewerbungstool finalisieren und mit Referenzen versehen (check), Cover letter für die einzelnen Ausschreibungen schreiben (1/4 erledigt), und dann, zack, incl 3 Tassen Kaffee später, hatte ich auch schon echt keine Lust mehr und es war echt recht spät. Mit dem Hübschen eine Runde frische Luft schnappen gegangen, ein bisschen weitergelesen, L. fürs Kennenlernweekend der Austauschorganisation angemeldet, Kombucha von Erstgärung in Zweitgärung umgefüllt, die Erstgärungscontainer mit frischem Tee nachgefüllt, die fertigen in den Kühlschrank gestellt, und dann meditativ fürs Abendessen geschnippelt (Cremige Mangold-Süsskartoffel-Erdnuss-Suppe mit Reis, hat allen geschmeckt und ist noch genug für mindestens 2x2 Mittagessen.)

Zum Ende des Wochenende /Anfang der Frühlingsferien der Kinder noch eine unglaublich fade Folge "Battlestar Galactica" alle zusammen, dazu eine Sheetmaske der Marke "VT Worldwide Amazing", ich meine, das kann ja nur gut sein, und dann zum Einnorden eine Folge "Black Mirror" mit dem Hübschen. 

Morgen dann in der Früh Physio und keine Ferien, anders als geplant... sondern halt Bewerbungstralala fertig machen. Nun denn.

Samstag, April 12, 2025

120425

 Der Tag fühlt sich ein bisschen gestohlen an, weil EIGENTLICH sollte ich die Bewerbungen und die angepassten Lebensläufe fertig machen, aber UNEIGENTLICH brauchte ich dringend einen Tag Pause von dem ganzen Drama, um morgen all das fertig zu kriegen. (grad gesehen: ab morgen regnet es die ganze Woche, wie cool ist es, dass wir heute noch das schöne Wetter genutzt haben. Und auch: wie gut, dass es morgen regnet. Der Rhein und der Schluchsee sind so niedrig, das ist echt schlimm!)

Wir haben heute also den Wecker um sieben gestellt, haben um acht gefrühstückt und sind nicht ganz viertel vor neun, weil das von mir mit Saugnäpfen ans Dachfenster geklebte Vogelhäuschen runtergefallen ist und erst mit einer Grillzange aus der Dachrinne gefischt werden musste und dann hatte ich noch das Handy im Haus vergessen, losgefahren. Wir waren mit meinen zwei Schwestern und insgesamt 3 kleinen Neffen, einem Mann, einem Hund und hier auch allen +1 verabredet (Lustigester Spruch des grössten kleinen Neffen, auf die Ansage, dass er heute die S. kennenlernen wird: "Cool, ich hoffe, sie ist ein Junge.").

Es war so, so, so schön zu sehen, wie alle zusammenpassen, in wechselnden Konstellationen schwatzen und sich austauschen und Spass haben, jedeR auf jedeN schaut und hach. Als wir nach dem Waldpfad und der Seeumrundung im Rothausbiergarten sassen und wild durcheinander geredet, gelacht, Essen getauscht wurde, Kinder zum Spielplatz flitzten, auf verschiedenen Schössen sassen, kam irgendwann der Küchenchef (?) vorbei und meinte: "SO eine grosse Familie, mit so vielen Kinder, so schön!" 

Der Hübsche hat gestern gesagt, ich soll endlich aufhören, immer alles zu relativieren und Lob uneingeschränkt annehmen, auch wenn ich weiss, es wäre NOCH besser gegangen, und mich über schöne Sachen uneingeschränkt freuen und es war auch wunderschön. Schade trotzdem, dass es halt nur drei von vier Schwestern sind und das beide unserer Elternteile aus welchen Gründen auch immer keinen Anteil daran haben wollen. Umso schöner, dass wir drei und alle drumrum uns haben.

Die Heimfahrt war für mich als Fahrerin unglaublich anstrengend, weil einfach Horden von Motorradfahrern mit Todessehnsucht einfach wie die Irren die kurvigen Schwarzwaldstrassen rauf und runtergeheizt sind. Auffahren auf 50cm, Überholen in der Rechtskurve bei Gegenverkehr, in zweiter Reihe fahren, sie sind einfach alle, alle, alle irre! Ich hatte Angst, entweder einen frontal zu erwischen, der halt den Gegenverkehr überholt, einen vors Auto geschleudert zu bekommen, der nicht mehr reinschneiden konnte, zu sehen, wie einer vom Gegenverkehr zermatscht wird, das Auto und ich waren sehr, sehr nervös. Aber: alles gutgegangen, alle in meiner Verantwortung heil geblieben. Puh.

Daheim: Betten frisch beziehen, aktiv nicht an das Arbeitsdrama denken, mit Aperol Spritz auf der Terrasse diesen Blogeintrag schreiben und dann den Pizzateig, den ich gestern wegen Zahn auf Hinweis des Hübschen, dass man Pläne auch ändern kann, nicht in Pizza verwandelt habe und stattdessen McD habe kochen lassen, reaktivieren.

Nach dem Essen schauen wir alle gemeinsam "Live, die, repeat" an, den der Hübsche irgendwie wieder entdeckt hat und an den ich mich null erinnere.

Morgen dann: Butter bei die Fische und 4 Hüte in den Ring werfen oder so.







Freitag, April 11, 2025

110425

 Puh.

Mit dem Hübschen wieder da einerseits viel ruhiger gewesen, andererseits war es in der Nacht halt auch viel lauter. Meine Güte, diese Mann atmet und schnarcht und rankelt! Aber es ist schön schöner mit als ohne. Und viel schöner ohne Kopfschmerzen.

Frühstück habe ich heute vergessen, weil ich beim Kaffee schon gesehen habe, dass die Stellenausschreibungen für die neugeschaffenen Positionen eben da sind. Keine unendlich grossen Überraschungen, kein unendlich grosser Pool, aus dem ich schöpfen kann / will. Letztendlich brauche ich ja auch nur 1 Job :-).

Noch vor der Physiotherapie um 8 hatte ich einen Schlachtplan zusammengestellt. Physio dann; huiuiuiuiui, au. Ich hätte nicht gedacht, dass es noch Bewegungen und Winkel und Druck an und mit meinem Arm gibt, den wir noch nicht ausgereizt hätten, aber doch, au.

Daheim dann mein Freitagsmeeting mit meinem Supplychain Kollegen, heute weniger produktbezogen, das war ja zu erwarten. Bis 11 dann weitere Sichtungen, eine Mail an die HR-Dame, die uns gestern ermutigt hatte, ALLE Fragen zu stellen, eine Mail an die Arbeitnehmervertretung mit einer Prozessfrage, und dann eine Stunde lang ein ... Coaching-, Rat-, Hilfe-, Schlachtplanschmiedegespräch mit einem Kollegen, den ich als Rolemodel bezeichnen würde, in jeder Hinsicht. Ich habe sehr viel Input bekommen, sehr viel, was ich genau so eh geplant habe, respektive schon aufgegleist, ein paar Sachen zum Bedenken und vllt Anpassen und so viel Support und wirklich handfeste Hilfe. Einen weiteren solchen Kollegen habe ich dann noch angeschrieben und auch dort die Supportzusage bekommen und dann war es auch schon mittag. Weil wir noch nicht einkaufen gewesen waren und halt einen Riesenpakchoi und noch genau 6 Eier hatten, gab es das hier.

Dann: Einkaufsrunde (incl genau ausgewählter Osterhasen für alle grossen und kleinen Kinder in der Verwandtschaft) und dann mein erstes Gesrpäch jemals mit dem für mich zuständigen Arbeitnehmervertreter. Viel gelernt, meine Güte.

Die HR Frau fand meine Fragen ganz schön viele (ja, ok, alle halt!), wir werden montags reden.

Zur Einleitung des Wochenendes und als Zeichen des Feierabends holte ich mir drei Gummiwürmer zum Blogeintragschreiben. Und, es ist eigentlich fast unglaubwürdig, so vom Timing her, beim dritten knirscht es auf einmal und ich merke immerhin noch vor dem Draufbeissen, dass mir der Scheisswurm die grosse Goldfüllung am linken Backenzahn unten gezogen hat (Sie erinnern sich? Die von vor 1999, bei der der Zahnarzt im Winter ein bisschen skeptisch war, ob sie mitsamt dem Restzahn rausbrechen würde, wenn er die bröcklige Füllung vorne dran  "nur flickt". Sie kam nicht direkt raus, sondern halt, wie es sich gehört, am Freitag nach Zahnarztfeierabend.) Es ist alles scharfkantig, ich habe Angst, dass noch mehr kaputt geht und anfängt weh zu tun, und praktischerweise ist einer der drei Notfallzahnärzte für den Aargau heute ungefähr 100m von unserer Haustür weg und ich kann in einer Stunde hingehen. Meine Güte, was noch alles... (möchte jemand 1.5kg -3 Stück Gummiwürmer?)

(Nachtrag: ich bin in aaaw, weniger als 2h nach Rausbeissen ist die Goldkrone wieder drin und der Gummiwurm freigesprochen. "Die wäre so oder so rausgekommen in der nächsten Zeit" Wie cool ist das denn? Auch nix mit Provisorium oder so, einfach final wieder drin. Das ist das absolute Highlight meiner Woche! Oke, die Latte lag schon echt niedrig, zugegeben)

Donnerstag, April 10, 2025

100425

 Heute war ein echt wilder Tag mit so viel verschiedenen emotionalen Dingen.

Angefangen eigentlich mit gestern Abend, wo die Migränetablette nach einer Stunde aufgegeben hat und ich solche Kopfschmerzen hatte, dass ich fast geweint hätte. Ich war so kaputt, dass ich um 10 ins Bett bin, ohne meine Abendskincareroutine zu erledigen (das ist mir nach Licht aus siedendheiss eingefallen und ich habe es nachgeholt. Wenn schon müde und traurig und Kopfweh, dann aber mit dewy glass skin) und ohne die Sachen, die nicht in den Wäschekorb gehören, nach dem Baden aus dem Bad zu räumen. Das habe ich heute morgen dann mit Schrecken festgestellt. Das mag jetzt albern oder alltäglich erscheinen, aber das ist mir nicht mehr passiert, seit die wilde Parties in unserer Studentenwohnung in Schwabing Geschichte sind. Ich bin wirklich not in a good place.

Anway. Heute morgen ohne Kopfweh aufgewacht, Q. noch ein "hier, gegen Unterzucker"-Viel Erfolg bei der Fahrprüfung-Paket hingestellt (das Knoppers hat er daheimgelassen, weil er es nicht mag, den Proteinriegel hat er im Auto geschmolzen, aber das Fokuswasser hat er getrunken, yay), meinen besorgten und bebastelten Teil des Abschiedsgeschenks für meine Kollegin eingepackt und durch die Morgensonne ins Büro geradelt.

Erfolg: nur per Email ein Rezept für mein Triptan bekommen. Ich habe die Migränediagnostik ja mit einer Gratisprobepackung von drei Schmelztabletten verlassen, die habe ich jetzt aufgebraucht. (Und bevor Sie mir wieder erklären, dass Triptane rezeptfrei sind: keine Ahnung, wie es in D ist: in CH sind sie rezeptfrei, wenn eine Migränediagnostik durchlaufen wurde und man ein Rezept zum Start hatte.). 

Dann: viel Katastrophisieren und Informationsschnipsel und Gerüchte teilen, ich möchte das alles gar nicht und bin deshalb im Moment sehr ungern im Büro.

Skurriler Moment: Checkin mit meiner Kollegin aus Japan, die ich mentore. Weil wir operativ nix machen können/konnten, hat sie mir erzählt, dass ihre Eltern nächste Woche kommen und auf einmal hat sie mir so viel persönliches erzählt wie nie zuvor (und wie noch nie eine Person aus Japan). Ich habe mich richtig geehrt gefühlt und vielleicht werde ich nächste Woche helfen müssen, zwei älteren Japanern durch die Immigration in Zürich am Flughafen zu kommen (ich glaube nicht, aber ihr hat es sehr geholfen, mich im Fall der Fälle zu Hilfe rufen zu können).

Checkin mit einer ehemaligen Kollegin, Infosammeln zu den neuen Stellen in der Nachbarabteilung (ich kann eine weitere Kategorie von der Liste "vllt bewerbe ich mich da auch noch, einfach zur Sicherheit" streichen)

Mittagessen mit zwei Kollegen von früher, die (wie alle) mir versichern, dass ich alles viel zu schwarz sehe und endlich mal einsehen soll, dass ich logisch den Traumjob aus dem Pool der neuen Stellen bekommen werde. Ich tue mich damit tatsächlich schwer (das klingt wie kokettieren, aber eben: ich sehe immer das, was fehlt auf der Checkliste, die der perfekte Kandidat für den Job erfüllen soll, und mir fallen auf Anhieb superviele KollegInnen ein, die genau das mitbringen. Dafür natürlich einen Teil der Sachen, die ich mitbringe, nicht. Aber eben.)

Dann: etwas skurril, ein Abschiedsapero einer lieben direkten Kollegin, die aus verschiedenen, nachvollziehbaren Gründen Ende letzten Jahres gekündigt hat. Das zu einem Moment, wo alle anderen KollegInnen von ihr unfreiwillig at risk sind, ihren Job zu verlieren (dazu s. unten). Wir haben trotzdem ein schönes Geschenk zusammengebastelt, der Apero war legendär, es war eine erstaunlich schöne Stimmung. Und ich habe sie so gefeiert für die Schilder am Essen, die so ziemlich genau die "highlights" beschreiben, mit denen sie und wir uns in den letzten Jahren so rumgeschlagen haben.









Dann direkt im Anschluss eine von so vielen Infosessions über was wie wo und ich merke, dass ich (das war jetzt die bisher 4.) schon ein bisschen übersättigt und der ganzen Sache müde bin und nur möchte, dass es vorbei ist. Morgen nächster grosser Meilenstein. Zwischendrin kommt die Nachricht, dass Q. seine praktische Fahrprüfung bestanden hat, wie cool ist das denn?!!!

Danach: Nachbesprechung, heimradeln, Gemüsekorb nicht vergessen, die Kinder und den Hübschen begrüssen, der von der Messe wieder da ist.

Wir machen ein Ründchen draussen und normalerweise wäre es so, dass die Messegeschichten die spannenden sind und ich mich freue, mir die erzählen zu lassen. Heute musste ich soviel aufgestaute feels loswerden, der Hübsche hat einsortiert, ist nicht immer meiner Meinung, verzweifelt ein bisschen, weil ich alles so schwarz sehe, naja, aber eben: es tut gut, das rauslassen zu können, gegenüber den allerallermeisten Leuten tendiere ich zu Galgenhumor deluxe und alle denken, ich stecke das alles super weg. Naja. Ab der Hälfte bin ich bereit für Messegeschichten, die wie immer grossartig sind.

Daheim will der Backofen ein Softwareupdate machen und kann danach AI. Also: Gargut erkennen und direkt korrektes Kochprogramm einleiten. Wir hatten kaltes Abendessen vorgesehen und nach Kameraputzen einen Toast reingelegt. Der wurde nicht als Gargut erkannt, soweit schon mal ganz ok, würde ich sagen.

Jetzt: Feierabend.

gelbe Bete, Kohlrabi, Pastinake (oder Petersilienwurzel?), Kresse, Rucola, ein RIESEN-Pack Choi, MAngold, gelbe Karotten, Radieschen, DIE EIER, Chicoree, Schnittlauch, Süsskartoffeln

 Wunschlistenfrage:

Welche Konsequenzen hat die Abwicklung Ihrer Abteilung? Werden den Mitarbeitern andere Stellen zugewiesen oder müssen sich alle aktiv auf andere Stellen bewerben oder ist die Abwicklung gleichzusetzen mit einer Kündigung?

Generell ist sowas natürlich unternehmens- und auch länderabhängig, weil es verschiedene gesetzliche Vorgaben gibt und natürlich unterschiedliche Verträge und Sozialpläne.

Generell ist es so, dass man bei uns, wenn sich die Tätigkeit um nicht mehr als 30% ändert, "gemapped" wird, d.h. die neue Stelle vllt anders heisst und/oder organisatorisch woanders hängt, aber  man einfach dorthin gepackt wird und sich ausser den 30% nichts ändert.

Falls die Änderung der Rolle grösser als 30% ist oder die Stellen halt nicht mehr existieren werden, ist diese Ankündigung mehr oder weniger die Ankündigung der Kündigung. Je nach Reorganisation gibt es neue Stellen, die evtl ein bisschen ähnlich sind und für die die betroffenen Mitarbeiter eine Art Early Bird-Recht für Bewerbungen bekommen, aber eben: das ist keine Garantie für nix. Wenn man nach der Besetzung der neuen Stellen immer noch nichts hat, bekommt man seine Kündigung und die unternehmens- und länderspezifischen Kündigugnsfristen und Sozialpläne greifen.

Mittwoch, April 09, 2025

090425

 Den Morgen nach Kirschmarmeladenbrioche mit einer Sportrunde gestartet, das ging eigentlich ganz gut. Nach dem Duschen habe ich dann beschlossen, heute statt einem meiner Standardparfums "Flotholt" aufzulegen, das riecht echt speziell und hat sowohl von dern Intention als auch von dem, was ich mit dem Geruch verbinde, sehr gut zu heute gepasst. (Was nicht dazu gepasst hat, waren ungefähr 20 Grad und Sonne und wehende Obstbaumblüten draussen, aber gut, irgendwas ist immer.)

Der Tag startete erst recht optimistisch, ich habe herzlich gelacht, als ich passend zur Situation eine Headhunteranfrage mit dem Titel "Karrierehighlight" in der Inbox hatte. Dieses Highlight wäre ein Job in Freiburg gewesen, der halt zum einen unglaublich langweilig und uninspiriert klingt und geeignet für entweder einen mittelguten Einsteiger oder jemanden, der sich mental auf die Rente vorbereitet und halt noch 3 Jahre arbeiten muss, damit der Wohnwagenurlaub in Sardinien, jedes Jahr ausserhalb der Schulferien auf dem selben Campingplatz und der Pizzeriamann grüsst einen mit Namen bezahlt werden kann und man sich die Anzahlung für enien Dauercampingplatz dort leisten kann. Das Gehaltsband lag ohne Witz, mir tut das leid für alle Freiburger mittelguten Berufsanfänger und Fastrentner, im besten Fall deutlich unterhalb von 40% meines jetzigen Grundgehalts (ohne Bonus, den gibts dort aber auch nicht, dafür aber ein Jobrad). So wird das nix mit dem Dauercampingplatz. Ich habe also höflich geantwortet, dass ich ganz sicher nicht heute um drei mit ihm telefonieren will und das einzige, was mich an der Sache interessiert, ist: wie kommt man auf die Idee, sowas als Karrierehighlight anzupreisen?

Naja.

Dann skurril motiviert gewesen, eine eigentlich nervige Tätigkeit aus meiner Nochrolle zu erledigen, ich nehme an, man muss die Feste feiern, wie sie fallen.

Sonst unglaublich viel Zuspruch aus meinem Netzwerk erhalten, das tut schon ziemlich gut. Andererseits: Mein kritisches Ich denkt ab dem 10. Mal: "Aber du bist so gut, erfahren, du findest bestimmt was" in immer lobpreisenderen Varianten: joah, wenn ihr das so betonen müsst, ist es wahrscheinlich gar nicht wahr und ihr schreibt das jedesmal, wenn jemand so was passiert. Naja. Man muss halt immer einsortieren, von wem das kommt und das entsprechend einsortieren. Auch anstrengend auf die Dauer, weil meine Güte, all the feels, das ist mir ein bisschen viel. (Es tut aber schon gut, dass man gesehen wird und meine Arbeit in den verschiedenen crossfunctional Teams, die ich geleitet habe, halt geschätzt wurde. Sie hätten ja alle einfach auch gar nichts schreiben können.)

Skurrilster Moment gestern und heute mit zwei Kollegen aus einer der Abteilungen, die ich sehr spannend finde, Tipps zur Bewerbung:

"Nur so als Tipp: hau richtig auf die Kacke, wenn du denkst, du übertreibst, dann leg noch eine Schippe drauf, echt ALLES breitwalzen." (Auf Nachfrage war dann ein Lebenslauf von einer DIN A4 Seite nicht so gut angekommen)

vs

"Nur so als Tipp: die mögen hier eher kurze Lebensläufe, nicht elendslang jeden Pups auswalzen" (Auf Nachfrage dann: "Eher maximal 7 Seiten, aber keine 20.").

Damit denke ich bin ich ganz gut im Mittel.

Anyway. Am Abend dann das Townhall der noch eins übergeordneten Abteilung, die neben allem auch auf die Umstrukturierung einging und naja, dann habe ich halt echt gemerkt, wie es bei aller "Ohren steif halten" und "Chunt scho guet"-Einstellung halt doch zehrt. Ich bekam mörderische Kopfschmerzen (als das Gesicht heiss wurde, habe ich meine letzte Migränetablette aus der Probepackung genommen, ich muss morgen Nachschub organisiseren), sogar die hat Mühe. Ich wurde ein bisschen arg gefühlig, als nach dieser Info noch mehr schockierte Emails und Chatnachrichten eintrudelten, und mir klar wurde, dass ich die freien Tage, die ich nächste Woche vor Ostern tatsächlich nur ganz für mich eingeplant hatte, halt löschen werde, um alle Infos für die Bewerbungen zu sammeln und die so gut wie möglich und so gut unterfüttert wie nur irgendmöglich rausschicken zu können. (Ein schönes Gefühl, wenn alle, die man nach Referenz / Recommendation fragt, alle uneingeschränkt zusagen.)

Naja. 

Ich werde heute aber nix mehr machen, sondern mich in eine heisse Badewanne legen und ganz verwegen, schon wieder ein alkoholfreies Bier trinken. (Morgen weiter Skurilitäten deluxe ausserdem: Q. hat Fahrprüfung und der Hübsche kommt wieder heim, da freue ich mich drauf.)

Dienstag, April 08, 2025

080425

What a day


Ente und ich schauen die Morgenstimmung an


Geschlafen wie erwartet, wobei: stimmt nicht. Ich bin wie erwartet trotz müde katastrophal eingeschlafen (erst war Sansa lang weg, dann waren draussen Kack-Fussballkinder, die geböllert und geboomboxt haben (beides zwischen 11 und Mitternacht, finde ich auch für “es fühlt sich nach Sommer an” ein bisschen arg spät unter der Woche, besonders das Böllern wohlweislich in einem Weg, in dem SIE nicht wohnen und von ihren Eltern die Ohren langgezogen bekommen), dann war Jonny auch nochmal draussen und als er endlich reinkam, war es kurz nach Mitternacht und ich habe schnell die Augen zugemacht). Ab dann habe ich aber ganz gut geschlafen, halt nur nicht lang. Ich hatte mir den Wecker auf viertel vor sechs gestellt, ich hatte nämlich um 8 eine physische Verabredung mit meinen alten Betriebskollegen zum Kaffee (wie es sich gehört in einem Kellerraum ohne Fenster unter dem Produktionsbetrieb und halt um acht. Früher waren wir da schon mindestens eine Stunde im Büro respektive im Betrieb unterwegs, um für die Morgensitzung alle Infos zu sammeln. Heute… hatten drei von uns ein bisschen Mühe, rechtzeitig zu sein. War aber trotzdem nett, obwohl ich ein bisschen Hemmungen ggü einem der Kollegen hatte, von dessen Linkedin-Posts ich weiss, dass er während Corona mindestens eine falsche Abzweigung Richtung Querdenker/Schwurbler/Coronaleugner/Trump-und Putinversteher genommen hat. Ansonsten war das Meeting auch ein bisschen schizophren, weil einer von uns heute mit sehr viel Zuversicht in ein Feedbackgespräch zu einer Bewerbungsrunde für einen grossartigen Job gehen konnte (mir kommt dann zum ersten Mal die Rolle zu, sagen zu können “Schaut an, ich habe ihn seinerzeit eingestellt!”), während ich halt, naja, am Nachmittag offiziell erfahren würde, dass unsere Abteilung in den nächsten Wochen abgewickelt wird. Aber: auch das grossartig, dass man diese beiden Pole offen ansprechen und stehen lassen kann respektive sich mit dem einen mitfreuen und mit der anderen mitleiden kann.
Dann, und das war der zweite schizophrene Teil heute: ein 4stündiger Workshop zu “Wir retten die Welt, Impact für Site xyz”, den mein Weltrettungskollege und ich gehostet haben. Das ist doppelt schizophren, weil das ja v.a. vom Jöbli her kommt, das ich zu “latest end Q2” zurückgebe, aber natürlich immer mit der Aussage: “In meiner tatsächlichen Rolle bleibe ich natürlich dabei”. Jetzt ist es “latest May 30st” und “ab dann bin ich übrigens ganz weg”. (Was auch immer weg bedeutet). Ich dachte, es würde total weird werden, aber hey, meine intrinsische Motivation und Fokus können mehr als ich dachte und so hatten wir einen richtig guten Workshop, ich habe freiwillig die Minutes übernommen und werde sie so zusammenfassen, dass wer auch immer übernimmt, das einfach aus der Schublade ziehen kann.
Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, waren wir mit dem Workshopteam richtig richtig fancy essen in der ehemaligen “Direktionskantine”, die jetzt unser Firmen-Fine-Dining Restaurant ist. 4 Gänge (es wären 5 incl Käse gewesen, aber ich brauche immer allen Platz, der geht, für den Dessertwagen) Sternecuisine und dann erstmals heute in mein “Heimstockwerk”, in dem die absolute Weltuntergangsstimmung herrscht. Ehrlich gesagt hätte mir nichts besseres als eben dieser Workshop für heute passieren können.
Joah. Dann noch ein bisschen “business pretending we continue”, viel Galgenhumor, und dann eben das entsprechende Townhall Meeting (das, wie passend, als Webcast ohne Räumlichkeit dazu stattfindet. Auch ein Zeichen.). Was soll ich sagen... Bauchgefühl ist halt auch nur Menschenkenntnis und Lebenserfahrung manchmal. (Es wird irgendwie werden, aber meine Güte, ich möchte nie SO werden.). Ein Kollege hat "going offboard in style" wie hier ab Minute 1 als Mindset für die nächsten 2 Monate vorgeschlagen und naja, es hat was davon.

Nachbesprechung mit dem besten Kollegen im firmeneigenen Pub respektive davor mit *gönn dir* einem alkoholfreien Bier, ganz ohne Bödeli. 

Dann heimradeln bei Traumtemperaturen und grosse Freude über das frisch geputzte Haus (unsere Putzhilfe war letzte Woche krank und auch wenn wir eher ordentlich sind und zwischendurch auch saubermachen, ist es halt …. schon ein Unterschied und jeden Dienstag eine Freude, dass das nix ist, worum wir selber uns kümmern müssen).

Jetzt noch eine Runde Sport, um die Schritte vollzukriegen und dann hoffentlich ein besserer Einschlaf als gestern.