Freitag, Dezember 21, 2018

und das gilt .. äh.. ab.. sofort

der Freitag passte zur ungeplant anstrengenden Woche, es kam noch ein ungeplantes Extraprojekt dazu, das ich total untypisch mal nicht mit 150% Einsatz erledigt habe, sondern, sagen wir mal: 95%. Oder 98%. Aber: erledigt und gestern wusste ich davon noch gar nichts.
Das Italiendokument ist nicht nur fertig reviewed, sondern auch mit der neuen Kollegin angeblichen und mit "Meldet euch, wenn ihr reden wollt. Ab dem 7.. Frohe Weihnachten" zurückgeschickt.
In dem Moment, als ich alles fertig hatte, machte es nochmal "Pling" und nochmal "Pling" und das waren einmal ein Report, in dem ich als Expertin zitiert werde (Merke: in Zukunft vor Lunchappointments klären, ob das "ob the record" ist.) und dann die Weiterleitung dieses Reports an die globale Kommunikationsabteilung, die da offensichtlich Fragen zu hat und die jetzt direkt mit den Experten besprechen soll.
Der perfekte Moment, um die automatische OOO-reply einzuschalten.
Danach habe ich nur noch der US-Kollegin, die um 19:00h wild Aufgaben zur Erledigung bis zum 5.1. ALLERSPÄTESTENS verschickt, geantwortet, wie auch schon die zwei anderen angefragten Kollegen, nämlich: "Wie schon vor 6 Wochen angekündigt, sind wir alle zwei Wochen nicht da, merry christmas"
und genau das werden wir jetzt zelebrieren. Bis auf die Babypute ist alles Essen schon besorgt, wir haben irritierenderweise Pommes, Süsskartoffelpommes UND 4 Fondue-Chinoise-Platten in den Tiefkühler bekommen ganz ohne Dramen, also vielleicht fehlt doch noch irgendwas. (Ach ja. Stimmt. Die Babypute. Die kommt aber in den normalen Kühlschrank und hm, da könnte es sein, dass es ein bisschen eng wird).

Heute abend noch die alljährliche Geräteturnvereinweihnachtsaufführung, wie immer sehr schön und hui, L. kann mittlerweile mehr als ich seinerzeit (nicht am Trampolin, aber sonst). Bei der Regionalpolizei möchte man übrigens auch nicht arbeiten, die müssen am Freitag vor Weihnachten im strömenden Regen abends um acht Parkkontrolle machen.... (jajaja, ich weiss, dass vor der Gemeinde ein Parkscheinautomat ist, aber ich dachte, irgendwann, zB Freitag um sechs, muss man da nicht mehr bezahlen. Naja.)

So. Jetzt aber wirklich frei.

Symbolbild von heute morgen :-)



Stressleveldurchschnitt gestern: 19
Selbstbeweihräucherung: ich bin schon froh, dass ich das Zusatzprojekt noch erledigt habe, ich würde mir die ganzen Ferien und danach in den Allerwertesten beissen wenn nicht

Donnerstag, Dezember 20, 2018

Endspurt





Das StartrekKleid sieht angezogen immer ein bisschen kürzer aus als auf dem Bügel. Also: viel.




Erster letzter Arbeitstag heute, also der letzte im Büro, der allerletzte kommt morgen im Homeoffice.
Der Computeraustausch lief total undramatisch (jaja, ich weiss), ich habe jetzt die gleiche Windows-10-Oberfläche wie zu Hause und was mich am meisten irritiert, ist, dass der Cursor irgendwie ... abgepuffert fährt, wenn ich tippe, also sozusagen stufenlos, wo ich doch alles andere als stufenlos tippe.
Daheim muss ich dann noch geeignete Aufkleber für den Laptopdeckel suchen, das darf nicht unterschätzt werden.
Dann: den heute extralangen Arbeitstag (ich war um halb acht da und blieb bis sieben, ersteres wegen Computertausch, zweiteres wegen Team-Weihnachtsessen direkt danach) zu Wegerledigen genutzt. Stur durch. zB durch das italienische Dokument. Und eine indische Anfrage (Lustig: ich habe zurückgefragt, ob sie das noch vor Weihnachten wissen müssen, ihre Antwort war: «Hm, Weihnachten, wann ist das dieses Jahr?». Und ja, natürlich davor). Und durch die Italienreiseplanung für Januar. (Meine Güte, ich habe mir vorgenommen, nicht mehr «WEIL SONST DAS PROJEKT DEN BACH RUNTER GEHT» Urlaub und Wochenenden zu opfern, und dann planen sie einen Trip von Sonntag bis Mittwoch. Mein mittelgutes Verhandlungsgeschick hat mir immerhin Sonntag abend und eine Übernachtung am Zürcher Flughafen statt in Rom beschert. Beides nicht meine Lieblinge, aber lieber Zürich als Rom. Vielleicht haben sie ja auch ihr Abflussproblem gelöst.) Und Minutes verschickt und Dinge über Alufolien und China gelernt und mich in eine fruchtlose Diskussion verstrickt. Wenn Sie mal ihre Diskussionspartner ganz schnell in den 17. angeregten Zustand versetzen wollen, lassen Sie in einer schriftlich, anonym geführten Diskussion die Worte «white, male» und «privileged» fallen. Holla die Waldfee, von «Merry Christmas» auf «fragile masculinity schreit «Hitler»» in nur zwei Posts.
Merke: keine Kommentare lesen. Noch weniger drauf antworten.
(Man könnte meinen, ich brauche das und jetzt, wo ich hier die Kommentare abgestellt habe, muss ich mich auf Instagram, Twitter und sonst wo verausgaben. Naja, oder ich brauch Ferien.)
Abschluss des langen Arbeitstages mit einem sehr leckeren, aber auch sehr müden Essen im Schützenhaus (da waren wir mit einem andere Produktteam letzte Woche schon, das Auswählen auf der Speisekarte ging also recht flott), heim, duschen, Bett.


Stressleveldurchschnitt gestern: 17 (das neue Band ist auch irgendwie besoffen)
Selbstbeweihräucherung: echt viel erledigt und ganz knapp an der Kante entlang geschrammt, wo aus ich aus Übermüdung, Überarbeitung, zu vielen Gedanken fies werde und auch nicht mehr merke (oder zu spät), wann es besser gewesen wäre, aufzuhören und nix mehr zu sagen. (Ich habe hier nicht gesagt, an welcher Seite dieser Kante ich entlang geschrammt bin).



Grosse Vorfreude, morgen mit dem Furzauto zu fahren. Soviel muss auch gesagt sein.

Mittwoch, Dezember 19, 2018

Nitty gritty

Sie erinnern sich? Ich kriege morgen meinen Computer ausgetauscht und in der Email stand, dass der alte sauber sein soll, nicht nur auf Daten auf den lokalen Laufwerken, bezogen sondern auch wirklich physisch, weil die Geräte intern weiterverkauft werden.
Das hat mich ein bisschen schlecht schlafen lassen bzw zu meinem eh schon schlecht schlafen beigetragen. Erstens sieht man dem Laptop an, dass ich ihn (es?) seit über drei Jahren jeden Tag hin und hertrage, auf meine dröflzig Trips nach Italien, Irland und Indien mitgeschleppt habe, also .. es sind schon mehr als leichte Gebrauchsspuren. (ausserdem ein paar minime orange Spritzer auf der Tastatur und das "u" klemmt ein bisschen).
Das ist halt so und wenn sie streng sein wollen, sagen sie mir wieder "Schaut aus wie von der Kuh gefressen.", aber mei, was will man machen.
Was mir aber viel mehr Sorgen gemacht hat, waren die drei grossformatigen Aufkleber, die ich auf den Deckel geklebt habe, um ihn (es?) unter all den 90000 silberfarbenen Laptops einfach zu erkennen (einen Starwars-Aufkleber, einen vom Frauennetzwerk und einen von einer Schweizer Star Wars Reenactment-Gruppe, der dazu geführt hat, dass alle dachten, ich wäre ein Militarist, weil ihnen der zugegeben relativ subtile Starwars-ezug auf dem Logo entgangen ist). Die klebten bombenfest, ein bisschen angegrabbelt schon und ich hatte wirklich Bedenken, wie ich die runterbekommen sollte. Meine Standardmethoden für Aufkleber (Heatgun, Balea-Reinigungsöl, Ceranfeldschaber, Glitzischwamm oder Nagellackentferner) sind zwar super, aber alle nicht für einen recht labberigen Laptopdeckel geeignet. Ich hatte mir also heute morgen um halb acht einen Slot zum Putzen reserviert, sowohl datentechnisch als auch physisch. Daten gingen schnell, ich habe ja nur einen aufen Convenience-Copies auf dem Desktop, die aber alle auch entweder im Google Drive, auf den Share/Touchpointseiten oder den Dokumentenmanagementsystemen zu finden sind. Einfach alles (bis auf meine StickyNotes und die Bildschirmhintergrundbilder in den Papierkorb, leeren, fertig).
Antiklimax zur Aufklebergeschichte: alle drei gingen rückstandslos binnen 5 Minuten runter. Hm. Jetzt sieht der Deckel sehr nackt aus und ich muss morgen nur noch dran denken, die Antispy-Folie abzunehmen und das Webcamfensterchen mit Schiebeladen.

Die Länge des obigen Absatzes illustriert sehr schön meine Neigung, mir über Nichtigkeiten viel zu viele Gedanken zu machen. Aber wie mal ein Kollege so schön gesagt hat: Wenn man noch Kapazitäten für sowas hat, kann es einem nicht so schlecht gehen.

Sonst so: mal wieder einen ganzen Tag im Turm verbracht, leider kein Schnee, aber winterliches Gefühl, das beim schnellen Sausen zur Kantine in "urks, es regnet ja" umschlug. Naja.ber ach
Den grössten Teil des Tages habe ich übrigens tief vergraben in die Details des gestern aus Italien agenkommen revidierten Riesendokuments, das für Januar gebraucht wird, verbracht. Ich dachte, das wird ein schneller Review, aber ach.... ich muss mal nachschauen, was "verschlimmbessern" auf italienisch respektive englisch heisst. Ich habe es nur ungefähr zur Hälfte geschafft, so an die 70 Seiten, habe aber schon über 120 Kommentare. Ich prophezeie mal mutig, dass wir das nicht in der ersten Januarwoche approved haben werden und noch mutiger, dass das ein Riesenspass wird, das mit der im Projekt neuen Kollegin und den italienischen Counterparts abzustimmen.
Aber: es hat gutgetan, sich mal wieder mehrere Stunden am Stück in eine Sache vergrabe zu können. Ging relativ gut auch deswegen, weil im Turm schon fast alle weg sind (ich beobachte einen Trend, inden zwei Wochen VOR Weihnachten in irgendeinen Süd-Urlaub zu fahren), und der Rest sich mit Tina Dico auf den Noise Cancelling-Kopfhörern ausblenden liess. So sehr, dass ich fast vom Stuhl gefallen bin, als mich ein Kollege antippte und mir meine Post vorbeibrachte. (Was sagt mit das eigentlich, wenn mir die Leute eher glauben, dass ich in der Unterwasserrugby-Sektion unseres Sportclubs bin als in der Yoga-Abteilung? Note to self: da muss ich mich auch entweder abmelden oder mal die andere Gruppe ausprobieren. Hoffentlich mit ohne Anfassen und Eincremen)

Daheim:
Sansa hat sozusagen ihre Unschuld verloren und zwar im viel wörtlicheren Sinn als dieser Ausdruck normalerweise verwendet wird: neben einer dritten Ikea-Stoffgurke (wo holt sie die denn immer nur her?) hat sie heute auch ihren ersten Vogel erlegt. Vor dem Bücherregal im Wohnzimmer. Hmpf.

Geschenke einpacken für den Austausch Richtung Heimaturlaub mit dem Schwesterlein morgen und für unsere Nanny, sich für alle ein bisschen freuen, dass das Unihockeytraining ausfällt und Q. erstens ganz ohne Nachdenken seinen kratzenden Hals auskurieren kann und wir zweitens gemeinsam Abendessen können, eine Runde Crosstrainer strampeln, die Reka-Einzahlung fürs nächste Jahr erledigen, mit Q. ein bisschen Tacheles reden (sozuagen "performance review" und "goal setting" in einem), L. vorlesen und dann wars das auch schon.

Sonst so: Haben Sie gesehen? Die Nominierungen für die Goldenen Blogger sind raus! Schauen Sie mal rein, es gibt viele tolle Nominierungen (ja, auch ein paar, die ich... furchtbar finde, aber tja nu).
Meine Favoriten sind


Abgestimmt wird am 28. Januar online, d.h wir können alle mitmachen ohne nach Berlin zu müssen!

Ich bin immer noch ganz platt von der Spiegel-Relotius-Affäre. Ich finde das gesamte Konzept von Storytelling ja eher schrecklich, wo man sich die Wahrheit so zurecht biegt, dass es halt spannend wird. Wenn das Ganze dann nicht nur genutzt wird, um, lassen Sie uns ehrlich sein, Sachen zu verkaufen oder Stories in belanglosen 08/15-Blogs ein bisschen weniger langweilig zu machen, sondern in "echten Reportagen", hui. Hui. Gerade in Zeiten, wo eine spezielle Klientel immer gleich "Fake-News" schreit, ist so etwas fatal...

Nun aber noch zu den wirklich weltbewegenden Dingen: das Auto bekam ein neues Software-Update. Pünktlich für "Driving Home for Christmas" kann es jetzt
  • ein Lagerfeuer am Centerscreen machen incl da drum rum ist es besonders warm
  • einen Romantikmodus
  • und (besonders wichtig, wenn man mit Kindern verreist) furzen


Stressleveldurchschnitt gestern: 25
Selbstbeweihräucherung: die Kurve im Gespräch mit Q bekommen

Dienstag, Dezember 18, 2018

All the feelz

Heute abend war es für den inneren Ausgleich wichtig wie selten, mich auf dem Crosstrainer auch physisch müde zu strampeln. Emotional war der Tag nämlich extrem anstrengend, ich bin sozusagen gefühlserschöpft. (Und jetzt auch körperlich, das passt dann wieder).
Es fing damit an, dass mich Google Photos so weckte:

Sieht nett aus, man könnte denken "Oh, schau, so schön, wäre cool, wenn es am Samstag auch wieder schneien würde, dann würden wir wieder in den Wald gehen zum Christbaum holen anstatt einen schon geschlagenen auf dem Werkhof vom Förster zu kaufen".
Was ich aber dabei denke: "Puh, dieser Tag ist jetzt 8 Jahre her. Wir hatten die bis dato schrecklichste Nacht unseres Lebens überstanden und wussten nicht, dass es noch munter weitergehen würde. Der Hübsche hat für Q. Normalität geschaffen, während er in Gedanken bei Little L. und mir auf der Intensivstation bei der Elektrokonversion war." Mittlerweile ist ja alles wunderbar, es ging so glimpflich aus, wie man es sich nur hätte wünschen können, ich denke jedes Jahr, dass ich jetzt aber wirklich drüber weg bin, und trotzdem, wenn ich an diese Bilder sehe, schiessen mir immer noch die Tränen in die Augen.

Naja, ich habe also Little L. besonders fest geknuddelt heute morgen und bin dann nach ein bischen frühmorgendlichem Arbeiten ins Nachbarstädtchen gefahren, Strubbellook in zivile Bahnen lenken lassen und dabei ein, zwei Überstunden loswerden. Wäre alles entspannter gewesen, wenn ich nicht zeitlich sehr knapp in Folge den Nupsi-Kontrolltermin im Brustzentrum gehabt hätte und deshalb "Sorry, ich habe nur kurz Zeit" auf die Speedvariante ohne Kaffee, ohne zweite Haarwäsche und mit nicht mal der Gala ganz durch (Immerhin so weit, dass ich weiss, dass die Queen süssen Gewürztraminer zum ChristmasDinner serviert und man sagen muss, dass man den mag, sonst ist es unhöflich. Bei Königs ist es auch nicht immer alles toll!) gedrängt hätte, um dann nach Basel zu sausen.
Mehr als rechtzeitig war ich also da, und ... wartete. Ich wusste ja, dass alles gutartig war, dass die Kontrolle auch nichts anderes ergeben würde und so. Eigentlich. Und dann sass ich im Mammographiewartezimmer. Unter Broschüren zu "Krebs im Alltag", "Lebensfreude trotz Krebs", "Krebs, und dann?". Neben Frauen, die bleich und zittrig und wortlos nebeneinander sassen. Und wartete und wartete und wartete. Und nach einer Dreiviertelstunde war ich, obwohl ich ja wusste, dass alles gut war, einfach innerlich durch.
Die Untersuchung war dann, naja, meine Güte, toll ist das nicht, aber ich hatte schon ein paar Blasenspiegelungen, ich bin ganz gut im Sachen aushalten. Es ist nach wie vor alles gut, ich durfte praktisch nicht gehen, bevor ich nicht glaubhaft versichern konnte, dass die Take-home-Message des Tages "Es. ist. alles. in. Ordnung. Und. das. bleibt. auch. so." ist. Ich bin ja selber nicht so ein Empathieprofi und eher im Fettnäpfchen als zwischen den Zeilen daheim, und so war ich echt beeindruckt, als er während der langen Ultraschalluntersuchung auf einmal meinte: "Ach, Sie müssen sich übrigens überhaupt keine Gedanken machen, weil ich grad eine Zeitlang überhaupt nichts gesagt habe und da extra genau schaue, das heisst nix schlimmes, ich will mir nur die Narbe genau anschauen." Weil: ungefähr 30 Sekunden davor hatte ich mir gedacht: "Na super. Langes Schweigen beim Ultraschall. Been there, next stop Biopsie."
Also. Nix schlimmes, ich habe halt viele kleine und ein paar nicht so kleine Fibroandenome, produziere noch Hormone und deshalb solldarfmuss ich in einem Jahr nochmal zur gleichen Kontrolle kommen, um das Wachstum dieser "GUTARTIGEN,  das müssen Sie sich immer sagen" Knubbel zu beurteilen. Tja. Dann halt.



Leicht derangiert (ich sag nur: Ultraschallgel unter Seidenbluse.) landete ich endlich bei der Arbeit, wo ein Meeting das nächste jagte, gipfelnd in dem "Annual Contribution Review", zu dem mein Chef mich gestern bestellt hatte. Ich wusste nicht genau, was erwarten, weil eigentlich ist der Performance Review, wie das bis letztes Jahr hiess, immer eher kurz vor der Lohn-/Bonusrunde im April, dachte ich zumindest, aber wer weiss das schon so genau. Auf jeden Fall war ich nicht ganz darauf vorbereitet, welche Lobrede mein Chef vom Stapel liess. Sogar ohne jede Einschränkung, an der ich sonst gerne mal ewig weiter drauf rumgedacht habe. (Kein Augenrollverbot mehr!) Ich bin (und war auch im Gespräch) echt ehrlich und habe gesagt, dass das Jahr viel anstrengender war als ich gedacht hätte und dass ich auch finde, dass ich das alles "schon ganz gut" hingekriegt habe und dass das nur ging, weil ich meinen Job (und die Gruppe) wirklich von Herzen gern mache (und habe). Dass das gesehen und gewürdigt wird, freut mich natürlich wie ein Schnitzel, auch wenn ich danach ein wenig sinnieren musste, ob das nur deswegen so gesehen wird, weil man mir alles auf 100m gegen den Wind vom Gesicht ablesen kann, sei es dass ich begeistert, traurig, erschöpft, genervt, frustriert oder  im Durchbeissmodus bin, und weil ich das und alle Erfolge und Misserfolge auch immer sehr offen kommuniziere. Und ob vielleicht andere Kollegen, die nicht ganz so offene Bücher sind, mindestens genausoviel leisten, aber das nicht so gesehen wird, weil sie nicht damit hausieren gehen? Naja, ich bin dann anscheinend doch nicht vollends gegen Anflüge des Imposter -Syndroms gefeit, weil meine Güte: ich habe mich echt richtig reingehängt das Jahr (naja, immer eigentlich, aber dieses Jahr gabs extraviel zum Reinhängen) und da ist es toll, wenn das gesehen und gewürdigt wird.
Punkt.
Tagesabschluss war dann noch ein Meeting, in dem über "Role of the QPL in the approval process of process performance analysis reports now and in the future" diskutiert wurde. Das war Gottseidank emotional eher neutral, wie so eine Art Sorbet in diesem fulminanten Gefühlsmenü heute.

So.
Stressleveldurchschnitt gestern: 52
Selbstbeweihräucherung: kein einziges Mal richtig geheult. 

Montag, Dezember 17, 2018

Fast forward

Gestern abend war dann nochmal kurz spannend, weil uns aus Unachtsamkeit beide Katzen im Stockfinsteren und ohne Halsband noch mal ausgebüchst sind (wir hatten nach dem Raclette-Gelage alle Fenster und Türen im EG auf zum Lüften, die Katzen währenddessen im Westflügel Obergeschoss eingesperrt, und als wir sie wieder runterliessen, hatten wir vergessen, dass die Haustür sperrangelweit auf stand. Ups.) Aber: beide kamen auf den ersten Ruf sofort nach Hause, Sansa allerdings nicht allein, sondern ... nein, immer noch nicht mit einer Maus, sondern einem Regenwurm, der sich im puscheligen Eichhörnchenschwanz verfangen hatte. Ups.).



 Heute dann der Start in die letzte aktive Woche vor Weihnachten und ich scheine in meinem Leben gar nix gelernt zu haben, weil ich wirklich davon ausgegangen bin, dass die recht ruhig werden würde, nur weil ich alles, was ich auf meiner ToDo-Liste stehen habe, prakisch durch habe. Ich habe verdrängt, dass andere Leute erstens nicht so weit voraus planen (auch immer wieder lustig, wenn es um Geschenkideen, Wunschlisten etc. für Weihnachten geht....) und vom Jahresende regelmässig überrascht werden, andere schnell vor Jahresende eine heisse Kartoffel schnell noch jemand anderem zuwerfen wollen, und drittens manche Sachen einfach nicht planbar sind.
Und so habe ich heute meine letzte Runde reguläre Teammeetings abgehalten (3x je eine Stunde Call, einmal in der kleinsten quiet booth, die wir haben, die ist echt eine Herausforderung für meine Rollkragenpanik,

dann Meeting Minutes fertig schreiben und zum Review verschicken), schnell für das neu eingeführte, wöchentliche Reporting die High- und Lowlights der letzten Woche(n) zusammengestellt (ich muss dann immer an meinen ersten Chef denken, der uns immer an unsere "Sätzli" erinnerte), Anfragen beantwortet, Reisepläne für Januar geschmiedet, NIEMANDEN zum Mittagessen gefunden und dann halt allein sehr lecker in der Markthalle gegessen,

mit Kollegen Strategien besprochen und einvernehmlich die nötigen Meetings erst für Januar geplant, und, ganz wichtig, es geschafft zumindest ein Stockwerk allein im Lift zu fahren, so dass es für ein Aufzugselfie meines aktuellen Lieblingsoutfits reichte.


Sonst so:
es fehlt noch genau ein Weihnachtsgeschenk. Da wissen wir aber nur, das wir noch erfahren, was das sein soll. Ich atme innerlich in eine Tüte, weil die Zeit, in der ich entspannt eines auf dem Weg durch die Stadt hätte besorgen können, vorbei sind, Lieferfristen sowieso, und sich in mir trotzdem alles innerlich sträubt, mit leeren Händen unter dem Baum zu sitzen und zu sagen: Tja, Wir haben gefragt. Ganz oft. (Der Hübsche ist zumindest äusserlich cooler, mal sehen, wie es rauskommt am Schluss. Aktuell trägt es immerhin ein bisschen zu meiner Kieferdauerverspannung wegen Zähnezambeissen bei. Aber: es ist ja die staade Zeit, da knirsche ich nur ganz leise.)

Morgen habe ich übrigens letzte Nupsi-Nachkontrolle ("Eigentlich müsste man das nicht nochmal anschauen, aber hm, jetzt wurden halt doch beidseitig Biopsien gemacht und da sagt unser Protokoll dann doch, dass man nochmal kommen sollte nach einem halben Jahr") und ich rede mir ein, dass ich total cool bin deswegen. Bin ich natürlich nicht, allein deswegen nicht, weil ich einem Arzt, den ich kaum kenne (die längste Zeit, die wir zusammen in einem Raum verbracht haben, habe ich verschlafen) meine Brüste zeigen muss und bei aller Rampensauattitüde, das geht dann doch ein gutes Stück aus meiner Komfortzone raus.
Zur Ablenkung habe ich mich ein wenig (zu viel) in den Untiefen von Instagram herumgetrieben und bin dabei auf den Satz gestossen "Der Hirntod bringt Menschen nicht um". Sie meinen jetzt vielleicht, dass das so aus dem Zusammenhang gerissen keinen Sinn gibt, aber aus Gründen verlinke ich den Account hier nicht und deshalb müssen Sie mir glauben: Auch im Zusammenhang des sehr langen Posts macht der Satz nicht viel mehr Sinn. Hat aber irgendwie was und ist mal was anderes als das zu Recht verpönte "Was uns nicht umbringt, macht uns hart". Ich bin gespannt, wie die ersten Kollegen zB in einem Risk-Assessment reagieren, wenn ich bei der Risikobewertung einfach mal sage: "Der Hirntod bringt Menschen nicht um."

Stressleveldurchschnitt gestern: 53 (ich sag ja: entspannen ist anstrengend)
Selbstbeweihräucherung: Kopf über Wasser gehalten, ich Lemming.

Sonntag, Dezember 16, 2018

Tage zum Festhalten

So wie ich die eine Nacht, in der der Hübsche widerwillig schon in Ludwigshafen war (gestern beim Kollegengeburtstag einhellig festgestellt: wir sind alle untauglich für den deutschen Arbeitsmarkt. Wir sind das höfliche, freundliche, durchaus entspannte und familiäre Schweizer Arbeitsleben gewohnt und wollen es nicht missen.), Q. Stunden zum Einschlafen brauchte und L. dann eine Woche Magendarm für alle damit einläutete, dass er sich und mich nachts um zwei von oben bis unten vollkotzte und ich allein im vollgekotzten Schlafzimmer mit weinendem vollgekotzten Baby in einem vollgekotzten Pyjama und Haaren und einem interessierten Kleinkind ("Was het de Nenni usegschpuckt?") mit der Aussicht auf dringende Arbeitstermine am nächsten Tag und der viel dringlicheren Frage "Erst duschen oder erst Bett abziehen?" (Bett. Immer das Bett!) als: "Das merke ich mir, so schlimm wird es nie wieder!" abspeicherte, so speichere ich Tage wie heute als "Und dann auf einmal wurde es so" ab:
Wir haben alle drei bis neun geschlafen, im Bett Kaffee getrunken und geschwatzt, um 10 kam L. von der Übernachtung bei seinem Freund nach Hause, wir haben gemütlich gefrühstückt, gedandelt, mit den Grosseltern telefoniert, ein bisschen für die Schule geübt (Q. französisch, L. englisch, beide ohne Motzen), dann sind wir nach Basel auf den Weihnachtsmarkt incl verkaufsoffenem Sonntag gefahren (total entspannt mit dem Zug, weil Eisregen und überhaupt: verkaufsoffener Sonntag in der Stadt? Sicher nicht mit dem Auto!), es war bis auf die etwas bedrückenden, obwohl farbenfrohen Betonpoller ("City safe") sehr schön, wir konnten ohne schlechtes Gewissen schon um fünf einen Glühwein trinken, gemütlich bummeln, pubertär spontan einsetzende schlechte Laune abfedern, und durch die wunderbar beleuchtete Stadt ging es wieder heim zu einem Raclette-Gelage. Der einzige Nachteil an grossen Kindern: zwei Baumstriezel sind nicht mehr mehr als genug für die ganze Familie und so war ich ein bisschen hungrig.

Stressleveldurchschnitt gestern: 18
Selbstbeweihräucherung: mich (fast) gar nicht von der auf einmal rabenschwarzen Stimmung eines nicht näher genannten Ü10- und U15 Mitglied der Familie runterziehen lassen

Verkaufsoffener Sonntag in ganz Basel? Nein. Ein unauffälliger Autoladen hat zu und so konnten wir das Model 3 nur durch die Scheibe besichtigen

Grundvoraussetzung für einen entspannten Weihnachtsmarktbummel: mittelguter Glühwein (7CHF) in geschmackvollen Tassen

Sieht viel aus, ist aber schon aus, wenn man von "Oh, den Stiefel müssen Sie da zurückgeben, wo Sie ihn bekommen haben, der ist alt" zurückkommt.

Wer erkennt mein Beuteschema beim "nur mal kurz gucken" im Sephora? (Holla, "Goddess of  Volcano" und die Edelsteinlinie von Hudabeauty und die Weihnachtsedition von Too Faced, die schreien ganz laut meinen Namen!)


Die Globus-Weihnachtsdeko besticht dieses Jahr durch...

Understatement.


Locker aus der Hüfte, weil das Tram kam: Basel zu Weihnachten ist einfach traumhaft!

Jemand war müde.

Samstag, Dezember 15, 2018

I'm a party girl in a party wohohorld

Wenn meine Kollegen meine hochqualitativen popkulturellen Referenzen schon nicht zu würdigen wissen, dann muss halt das Blog herhalten.

Gestern abend war ich ja mit einer Freundin auf dem Tina Dico-Konzert und es war einfach grossartig. Ich muss gestehen, nach dem Supporting Act waren wir beide (und auch der Rest des Publikums) maximal irritiert, aber naja gut, entweder war sie angetüdelt oder anderweitig, ach mir fällt kein richtiges Wort ein, oder halt einfach grad mal 25, auf jeden Fall: das war nix. Aber echt einfach gar nix.

Aber: Tina Dico war einfach wundervoll, freundlich, unaufgeregt, authentisch, mitreissend, lustig, nachdenklich, einfach grossartig. Ich habe mich auch sehr gefreut, dass das Publikum ein so gutes war. Es waren lauter echte Fans, die die familiäre Atmosphäre und die Nähe genossen haben. Es ging dann alles in allem doch bis elf, und ich war dann (mit ganz viel Rennen, weil die Tram fahrlanmässig um 23:20 am Bahnhof ankommen sollte und meine S-Bahn auch um 23:20 abfahren sollte.) um viertel vor 12 daheim, dann noch Duschen, bisschen Schwatzen und ja, ich war schon ziemlich froh, dass ich mich nur einmal umdrehen musste, als der Wecker morgens um sechs läutete. Q. und der Hübsche mussten da nämlich raus, weil: Unihockeyspiel.
Das war dann noch unnötig kompliziert, der Spielort war nämlich verlegt worden, was keiner wusste, und so wanderte die Mannschaft mit allem Gedöns in aller Herrgottsfrüh durchs eiskalte Basel, dann war der Trainer der Gegner verschollen, der Schiri hatte verschlafen und verloren haben sie auch noch.
L. und ich hingegen haben ausgeschlafen, im Bett noch ein wenig Musik gehört (unter anderem die Originalaufzeichnung von "Adam's House" zum 50 Geburtstag von Prinz Frederik, das ich gestern abend eben mit Akustikgitarre und vorgestelltem Symphonieorchester gehört hatte), Frühstück geholt und sehr gemütlich in den Tag gestartet.
Heute ging es dann nämlich schon weiter mit Feiern, L. ist bei seinem besten Freund einen runden Geburtstag mit Übernachten feiern, wir waren bei meinem Lieblingskollegn zum Feiern eines runden Geburtstags (ohne Übernachten) eingeladen und Q. blieb auf eigenen Wunsch allein daheim.
(Hat er super gemacht: wir haben gemeinsam eine Pizza für ihn vorbereitet, den Ofen so programmiert, dass sie zur Wunschzeit fertig war, er hatte sich, ganz old school, einen Film aus der Schulblibliothek ausgeliehen und ist dann irgendwann ins Bett.)

Wir haben lecker gegessen, getrunken, gelacht, über erneuerbare Energien, Elektroautos, Wildschweine, Hochhäuser, multiresistente Keime, Notenschluss, Noelinis, Instrumente und Hochhausbaustellen geschwatzt und jetzt, hilft ja nix, müssen wir noch des Hübschen Gin-Kalender aufarbeiten. Ich habe einen "Cherokee Gin", laut Anleitung mit Birnenspalten, der Hübsche einen "Royal Dock Navy Strength" mit einem "Dash of Bitter" und wie der Furby sagen würde: "Kann man machen, kann man machen!"

Stressleveldurchschnitt gestern: 16
Selbstbeweihräucherung: fast in das schmale Parkfeld gepasst.