Sonntag, Juni 07, 2026

070626

So, heute also Wandern. L. wollte ja mehr Schweizer Berge, wegen Wetter ist unsere erste Hüttentour ins Wasser gefallen, heute hatten L., der Hübsche und ich Zeit und das Wetter sah ok aus. Ich hatte uns die Gratwanderung vom Klingenstock zum Fronalpstock am Stoos rausgesucht, dachte, das wäre nett zum mal reinkommen. Dann wurde ich etwas nervös, als ich las, WIE VOLL das ist am Wochenende und dass man nur in eine Richtung gehen kann / soll, weil SO VIELE LEUTE (und auch bisschen nervös, weil "kein Spaziergang, ausgesetzt, schwindelfrei, Kettensicherung).
Dann aber fand der Hübsche raus, dass der Sessellift zum Klingenstock erst ab nächsterm Wochenende fährt und ich dachte mir: das ist unsere Chance. Das ist ein zusätzlicher 2stündiger Anstieg von 680 .Höhenmetern, das machen nicht soooooo viele. Und für uns lohnen sich insg 3h Fahrt schon eher für 4.5 Stunden reine Gehzeit als für 2.5.
Wir sind heute also dann kurz nach sieben (ich bin nicht explodiert, als wir erst um 7:12 aus der Garage fuhren, aber es war nicht leicht.) Richtung Stoos aufgebrochen. Der Verkehr war dann um die 10 MInuten weniger als ich gestern untertags geschaut hatte, also ging sich alles gut aus.
Dann: die steilste Standseilbahn der Welt. Ich bin schon mal mit der gefahren, als wir irgendeinen Workshop in dem Hotel da oben hatten, aber da war mir nicht bewusst, WIE steil das ist (auf dem Runterweg dann noch mehr).
Der Weg durch das autofreie Dorf war dann ohne Skier und 12 Jahre später oder so auch nicht mehr so anstrengend wie beim ersten Skikurs in den Alpen der Kids damals.
Der Wet zum Klingenstock war schnell gefunden (haben auf dem Weg noch zwei Amerikaner enttäuscht. "Do you know, where the Klingenstock chairlift is?" "Not exactly, would assume somehwere this way. But it does not really matter, as it is not operating until next weekend. Trail to the summit is btw this way :-)") und es ging relativ angenehm über Almwiesen mit und ohne Kühe nach oben. Wir haben noch Schnee gesehen, es war relativ matschig, aber ging noch recht gut. Je weiter wir raufkamen, desto kühler, und zwar nicht wegen Höhe, sondern wegen Nebel / tiefhängender Wolken.









Waren jetzt nicht die allerbesten Voraussetzungen für die Gratwanderung, die, wie der Name sagt, rechts und links einen Abgrund hat, aber halt auch mit einem spektakulären Panorama in alle Richtungen wirbt.




Irgendwo hinter uns

Nach nicht ganz zwei Stunden waren wir am Gipfel und haben erstmal Pause gemacht. Mit frischem Kaffee, sehr leckeren Sandwiches und allen anderen, die mit uns auf ein sich Lichten des Nebels warteten und hofften.






Unten sieht man, was man sehen würde, wenn man was sehen würde.

Irgendwann haben wir aufgegeben und sind halt auch mit ohne Fernsicht los. War für den Anfang vielleicht gar nicht soo doof, der Hübsche hat es nicht so mit Höhe und wenn man nicht sieht, wie weit es runtergeht, geht es dann wirklich runter?









Die (unglaublich steilen) Wiesen waren ein Blütenmeer!




Langsam, langsam hoben sich die Wolken

Der Weg war jetzt ... schon kein rollstuhl- oder kinderwagengängiger Feldweg, zwischendrin wurde es auch noch steiler und weniger gut ausgebaut als hier, aber sooooooo krass ausgesetzt war er jetzt auch nicht.

Erste Ahnung des Vierwaldstätter Sees unten

Drei Murmeltiere, die den Spass ihres Lebens hatten (und richtig laut pfeifen können!)



Mehr See




Je später es wurde, je mehr Sonne durchkam, je näher wir dem Fronalpstock kamen, der ja vom Sessellift von unten bedient wird, desto mehr Leute. Ich mag mir nicht vorstellen, WIE voll es da wird, wenn eben an beiden Seiten der Lift hochfährt. Der Ausdruck "Gratwanderung" täuscht ein bisschen, vor dem Fronalpstock geht es nämlich ordentlich steil runter und dann nochmal ungefähr 300hm wieder steil rauf. Dann ist man oben und gut isses. Aber: diese letzte Steigung kamen uns so viele Leute entgegen, die ganz offensichtlich mit dem Sessellift raufgekommen waren und auch wieder runterfahren wollten und "ein bisschen rumlaufen" oben eingeplant hatten, aber keine Wanderung. Standardschuhwerk dünne sockenartige Sneaker, und damit halt den steilen Berg runter. Schon da hatten einige Menschen konditionsmässig richtig Mühe und ich frage mich wirklich, was ihr Plan war: der gesamte Gratweg ging erstens die gleiche Steigung und mehr wieder rauf, insgesamt 5, 6 km und dann halt ohne Lift nochmal über 600m den schlammigen Hang runter. Oder aber den steilen Hang zum Sessel wieder rauf (aber das bis 4, weil dann macht der Feierabend) oder aber den Fussweg ins Dorf runter, der auch nochmal ...6,700hm ausmachte. Keine Ahnung, nicht mein Problem, aber diese Leute muss ich als Publikum im Kopf behalten, wenn ich eine Wegbeschreibung lese und mich dann frage, ob der Weg zu krass für uns ist.


Angekommen am Fronalpstock (See im Hintergrund)

Wir haben am Fronalpstock ein spätes Mittagessen zu uns genommen, dann, weil müde und keine Lust auf mehr Knieschmerzen als nötig, den Sessellift nach unten genommen. Die Standseilbahn nach unten war dann sehr, sehr beeindruckend, 110% Steigung sind Achterbahnfeeling pur. Nur kontrollierter, nicht wie im Silverstar.

Wieder unten haben wir uns im Parkhaus in nichtstinkende Klamotten umgezogen, der Hübsche und L. haben im Auto gechillt und ich habe uns nach Hause geschuckelt.

Das war ein wunderschöner Tag! (mir tut mein Arm mit der gebrochenen Schulter weh, ich glaube, der war die Wanderstöcke nicht gewohnt. Morgen wird es rausgeschwommen!)



 

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