Dienstag, Juni 02, 2026

020626

 Heute hbe ich viel, viel besser geschlafen als gestern, was keine Kunst ist, weil gestern habe ich gefühlt überhaupt nicht geschlafen und tatäschlich war ich alle zwei Stunden knallwach und konnte ewig nicht einschlafen.

Frühstück: schnelles Marmeladenbrot (ich bekomme irgendwie jeden Frühsommer Aprikosenmarmelade von unserer lieben Nachbarin, die sich jedesmal entschuldigt, dass sie nicht so süss ist, weil sie sie lieber säuerlich mag, und ich sage jedesmal, das ist super, ich nämlich auch).

Dann: losradeln, in shorts und Radltrikot, aber mit Regenhose und Regenjacke dabei, am Nachmittag soll die Hölle losbrechen regentechnisch.

Schwimmen: geht gut, heute ist es auf einmal leerer als zB gestern, wo es für deutsche Pfingstferien und Montag recht voll war.

Dann: relativ entspannter Arbeitstag, es sind viele Leute weg, es gibt zwar viele Baustellen, aber nichts, was lichterloh brennt und mich zum Löschen braucht, deshalb komme ich dann auch zu Sachen, die ich schon lange als "das hat noch Zeit" depriorisiert habe. (Sie haben immer noch Zeit).

In einem Meeting gemerkt, wie viel das Framing und die initiale Reaktion ausmacht. Es gibt im Rahmen eines zeitkritischen Projekts eine Verzögerung, die wurde heute im Projektmeeting kommuniziert. Die Reaktion der Projektleitung (die in mein Team rapportiert) war: "Ja, das müssen wir sofort eskalieren, kann ja nicht sein, dass das einfach so hingenommen wird, da muss der Betriebsrat konsultiert werden, da kann man jetzt nicht nur auf Tagschicht weiterfahren und so tun als ob nix gewesen wäre, und am Wochenende Skifahren gehen" Die Reaktion auf der kommunizierenden Seite war (nicht so heftig, wie sie gewesen wäre, wenn ich auf der anderen Seite gewesen wäre, und vermutlich auch der schon längeren Zusammenarbeit in dem Team geschuldet): "Ja, ok, ich weiss das seit gestern, ich wollte das jetzt halt mal kommunizieren, ob es einen Impact auf die Gesamttimelines hat, kann ich doch nicht abschätzen, der Projektplan liegt ja bei Dir. Ausserdem arbeiten wir hier seit April Dreischicht, mehr geht nicht.".

Ich bin ja in diesem Team als "Schweiz" drin, eigentlich müsste ich gar nicht dabei sein, aber eben, solche "zwischenmenschlichen Probleme" zu vermeiden oder zu sortieren, das geht nicht von allein in dem Team, deshalb muss ich das machen. Am Anfang hatte ich da Hemmungen, weil ich mit dem Level an Aggression überhaupt nicht umgehen konnte und mir jedesmal dachte: "Hab ich das grad richtig gehört?!"


Also: es wäre so einfach gewesen zu sagen: "Danke für die Info, das ist natürlich nicht so toll. Wissen wir, ob es Massnahmen gibt, wie wir diese Zeit verkürzen können, zB Schichtplananpassung? Wenn das schon das Minimum ist, schaue ich mir das im Kontext des Gesamtprojekts an und muss je nachdem eskalieren, dass es einen Impact auf die Timelines hat, dann muss das zurückgespielt und priorisiert werden."

Mein Learning: ich fange das jetzt so früh wie möglich ein und falls das nicht gelingt, gebe ich klares Feedback, dass bitte nicht zu allererst mit Schuldzuweisungen und Verdacht der Inkompetenz oder Egalheit um sich geworfen wird und das Drama an die Wand gemalt, sondern halt mal sachlich analysiert. Meine Güte. Mittlerweile kriege ich das ohne Herzklopfen und Schweissausbrüche hin, bin aber immer noch perplex, was da einfach so ungefiltert rausgehauen wird....

Also. Das war der entspannt Arbeitstag, Mittag habe ich mit Buch und dann Spaziergang draussen, solange es noch nicht schüttete, verbracht. Am Nachmittag für die gute Laune ein "Pride-Cupcake" (Geschmack: Joah),



 dann nochmal eine gute Stunde Meetings, während draussen ein Wolkenbruch niederging, dann: gut eingepackt heimradeln und als Abendprogramm den Auk ausleeren und saubermachen (das klappt ja alles sehr gut, aber nach 8 -10 Wochen sind da immer Läuse dran und das ist halt auch doof und eklig)

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