200426
Oder auch T-6 Arbeitstage bis prereads, T-10 Arbeitstage bis LT-Präsentation.
Und so fühlt es sich auch an.
Aufgewacht perfekte 2 Minuten vor Weckerläuten um halb sechs (erholt genug, um eigentlich gleich aufstehen zu können, entspannt genug, um sich nochmal für die 2 min ganz gemütlich unter die Decke zu kuscheln und richtig aufzuwärmen.
Frühstück: Skyr, Crowdfarming (letzte Kiste, nicht totally sold, die ersten beiden waren viel besser) Orangen, Blaubeeren, Granola
Radeln: super, in der Früh reichen dünne Handschuhe und ein Pulli unter der Jacke und über dem Badeanzug, ausserdem normale Jeans, nicht die Softshellhose (am Ende noch mit Thermounterwäsche)
Schwimmen: auch super. Ich schwamm im grossen, wegen Aquagymnastik um halb acht nicht abgetrennten Teil des Beckens, zwischendrin neben der Kollegin, die ich letztens als "kleinen Schmetterling" bezeichnete, also schwimmtechnisch. Heute war sie u.a. am Rückenschwimmen und das ist unabgeschrankt ja nun nicht ganz einfach. Wir haben uns einmal kurz berührt, als wir aneinander vorbeischwammen, aber es war tatsächlich so ein leichter Touch der Hände unter Wasser. Trotzdem entschuldigte sie sich danach in der Umkleidekabine. (Ich mache das nicht an Männern/Frauen fest, weil ich ja schon von RückenschwimmerINNEN einfach brutal über den Haufen geschwommen wurde, aber es war schon nett. Nicht, dass es was zu entschuldigen gab, aber es war ein netter Gesprächseinstieg. Wir haben dann Ideen, wie man sich bei dem Layout unserer Schwimmhallendecke orientireen kann, ausgetauscht.
Dann, nach eben 13km Radeln und 1km Schwimmen, war ich so entspannt, wie den ganzen Tag nicht mehr: (die Antenne habe ich noch runtergebügelt und Lungenentzündung habe ich trotz nasser Haare all year long immer noch nicht):
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| Sehen Sie, wie schön aufgeräumt der Umkleideraum ist?! |
Der Tag begann dann direkt superwild. Ich hatte mir einige Zeit geblockt neben dem Irrsinn, den Portfolio Review mit meinen zwei Kolleginnen vorzubereiten, weil ich ein erfahrungsgemäss sehr anstrengendes, herausforderndes Meeting am Abend leiten würde und einen genauen Schlachtplan dafür haben wollte. Diese reservierte Zeit zerrann mir zwischen den Fingern, weil: mein Chef wichtige Punkte hatte, die spot-Kontrolle der Datenerhebung, die wir auswerten müssen, ergab, dass wir alle Daten kontrollieren müssen (ich bin slightly shocked: wir haben zu dritt 100 Kommentare mit Korrekturhinweisen assigned, zum Teil schlossen sich daran dann kilometerlange Chatdiskussionen oder F2F Diskussionen (immer mit mir, die anderen beiden haben heute von daheim gearbeitet) an, für etwas, was wir zum zweiten Mal machen, wofür es mehrere Infoveranstaltungen gab, Reminder, ausgefeilte Anleitungen und dann .... kommt als Kommentar irgendwann "I am not good in following the rules". Bruder, dann bist du halt hier im falschen Job... (Erstmals jemanden erlebt, der sich offen AI verweigert. Was heisst: offen.... letztendlich hat er mich eine Stunde extra arbeiten lassen, damit er das, was sein Job ist, macht. Ob das Tool jetzt "irgendwas mit AI" heisst oder "Helmut"... Und ja, ich verstehe viele der Bedenken, die die Leute gegenüber AI haben, bin sicher selber keine superbegeisterte Userin und möchte nie wieder künstlich erzeugte Podcasts hören oder "beautified slides" sehen oder "Visuals", in denen irgendwelche niedlichen Comicfiguren oder Superhelden unsere Arbeit machen, sehen. Aber: "Alles mit AI" zu boykottieren, wird nicht klappen, wenn die Firma eine klare AI-Strategie hat, seinen Job dann deswegen nicht machen hat weniger Effekt als eine Dose Suppe auf die Glasplatte vor einem Monet zu schütten für Klima. (ich hätte keinerlei Hemmungen, dieses Verhalten zu eskalieren, aber das wird genau null Effekt haben aus Gründen... und ja, ich kann in dem Fall eine gewisse "let it burn" -Haltung verstehen, aber finde es nicht fair, dass ich es bin, die es ausbaden muss.)
Irgendwann hatte ich noch eine halbe Stunde für Mittagspause und war kurz versucht, ein Sandwich am Schreibtisch beim Arbeiten zu verspeisen. Aber: ich musste raus, die Cafeteria ist eh fast unten, also habe ich mit dem Sandwich eine Runde im Stechschritt um den Park und das Viertel gedreht, und danach weiterge"hustlet".
Es war nicht leicht, pünktlich zum Arzttermin wegzukommen, aber ich habe es geschafft. Im Lauf des Tages habe ich gemerkt, wie ich mich innerlich tatsächlich auf schlechte Nachrichten mit OP oder was auch immer vorbereitete, ausserdem sehr lange Wartezeit beim Arzt, die es tricky machen würde, pünktlich zu meinen Folgemeetings zu kommen. Ich war null darauf vorbereitet, erstens nach 2min im Wartezimmer dranzukommen und ... dass das Ding, was nochmal überprüft werden sollte, einfach weg ist. Ich wusste gar nicht, dass das eine Option war! Also: mehr als genug Zeit zum Heimradeln gehabt (ürbigens: es war so warm, dass ich die Jacke ab liess und nur in dem flatterigen ärmellosen TShirt radelte), daheim aus halbem Auge gesehen, dass der Garten nicht fertig, aber viel besser als auch schon ist. Zwei Meetings, das zweite davon das schwierige. War auch schwierig, anders schwierig als gedacht. Ich habe es geschafft, mich nicht total off track in sidediskussionen ziehen zu lassen, ich habe es nicht ganz geschafft, dass immer in freundlichem Ton hinzukriegen. War aber auch schwierig, weil halt ein Teil der Kollegen die waren, mit denen ich den ganzen Tag über in zum Teil haarsträubende Chatdiskussionen verwickelt war und ich mir die ganze Zeit dachte: "Ihr habt mir den ganzen Tag gestohlen!!!!". Naja. Wir kamen dann noch zu einem Schluss, den ich direkt verschriftlicht habe, weil: morgen wird nicht besser. Uff.
War dann sieben, als ich den Computer zugeklappt habe (und nur noch ein, zweimal kurz auf, um letzte Kommentare zu schreiben / beantworten.)
Gemütliches Abendessen mit allen Jungs (ich habe, weil die vielleicht allerletzte Kürbissuppe der Saison so viel wurde, statt Montagspizza nochmal Kürbissuppe gegessen, heute statt mit dem asiatisch gerösteten Wirsing mit angebratenen Pilzen, Kräuteröl und weil der Hübsche sagt, ich sollte auf mehr Protein achten, einem halben Packerl Seidentofu gewürfelt als Einlage. örks. Ich mag Tofu sehr gern und fand die Vorstellung von Seidentofu superwiderlich. Ich habe ihn dann aber mehrfach als Einlage in misoartigen Suppen gegessen und fand ihn grossartig. In Kürbiscremesuppe: wärgs.)
Dann noch eine Runde um den Block mit dem Hübschen, wir haben nicht genug geredet heute, dann bettfertig machen, mit dem Hübschen noch eine Folge schauen und dann.... ab ins Bett, morgen geht der Irrsinn weiter.


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