Samstag, April 04, 2026

040426

Nach einer höllisch anstrengenden Fahrt und dem für mich und Q ersten Besuch auf der geschlossenen Station des Pflegeheims (uff) wurde der Tag doch noch leicht und entspannt.

Parken, Einchecken, Zimmer beziehen im Motel One im Westend war erfreulich problemlos.
Nach ein bisschen Sammeln machten wir uns auf den Weg in unsere alte Heimst (wir haben einmal wirklich eine Station (Tram, Hauptbahnhof) verpennt, einmal fast (U-Bahn, Sendlinger Tor), was Q. zu "Man kann kaum glauben, dass ihr hier mal gewohnt habt!" verleitet. Aber eben: in meiner Münchner Zeit bin ich nie Tram gefahren und die Anzeige an den Screens in der UBahn war sehr verwirrend.
Dann aber: Kind beeindruckt von Prunkarchitektur, der Uni, den Autoposern. Wir von wie wenig sich in unserer alten Wohnstrasse verändert hat (immer noch wie eintauchen in eine andere Welt, nur eine Querstrasse der Leopoldstrasse) und ganz besonders, dass unsere damaligen direkte Nachbarin (sorry nochmal für die lauten Parties mit Lernpostern von der Küchenfenster saugen), der Hausmeister, der unseren Twingo mit Hammerschlägen wieder zum Fahren brachte, und der quartalsweise bis zu Besinnungslosigkeit trinkende Graf immer noch in dem Haus wohnen.
Essen in  der Brezn, das war für die Carnivoren genau das richtige, ich war gerührt,  dass Q. Eine Obatzdn vorneweg haben wollte (war tatsächlich richtig gut)
Ich hatte den Plan, mit einem Aperol Spritz auf den Beginn der Miniferien anzustoßen und dann mit einer Russnhalben (jepp, heisst auf der Karte immer noch so) das Essen zu grniessen. Turns out: der Aperol Spritz war mehr als genug nach dem Tag, also: Wasser und das Gefühl, einfach schlafen zu wollen auf dem Heimweg.
Es war noch nicht soooo spät, der Hübsche schaute auf dem Zimmerfernseher noch zwei MMA-Kämpfe von ehemaligen Sportkollegen, ich bin mit zweitem Kissen über den Ohren einfach eingeschlafen.
Am nächsten Morgen hatte ich ja eine Schwimmverabresung, während Q und der Hübsche ausschliefen. 
Übliches Motel One Frühstück (muss immer an L denken, der nach 1 Woche Wien mit allem die Waffelschälchen für die Nutella, die man, gell Mami, das dörf ma?, nach dem Verwenden aufessen durfte, als das Allerbeste am ganzen Urlaub bezeichnete), dann Schwimmtasche und diesmal auch die Mitbringsel geschnappt und viel zu früh an der Bushaltestelle gewesen.
Beobachtung von aussen: lange Busse sind hier keine Gelenkbusse (zumindest nicht der, mit dem ich gefahren bin, unterwegs sah ich dann durchaus welche), sondern es hängt ein zweiter Wagen an der Anhängerkupplung, das sah sehr verwirrend aus. Es scheint ausserdem entweder ein umgeschriebenes (oder ich habe es nicht  gesehen) Gesetz zu geben, wo man einzusteigen hat, weil alle Türöffnerknöpfe, die ich probierte, keinen Effekt hatten  aber irgendeine andere Tür hat geöffnet wurde. Naja. Tickets: es gibt in der MVV-App jetzt auch die Möglichkeit,  zu swipen zum Einchecken, aber da wir als Gruppe fahren, macht das Gruppentagesticket am meisten Sinn.
Das Tram-Leg der Reise laufe ich dann, weilnich eh viel zu früh bin und der Regen aufgehört hat.
In der Eingangshalle treffe ich mein Schwimmdate, werde von Kassenmann zu Eintrittspreisen beraten (ich werde mich beim Auschecken und Nachzahlen anstellen wie der erste Mensch), werde eingewiesen in die für mich (kleines Firmenschwimmbad) ungewohnten Weiten des Dantebads. Alles ist grösser, aber ich habe eine kündige Führerin. Zum Schwimmen geht es nach draussen ins 30 Grad warme Aussenbecken. Es sind nur zwei Bahnen abgeschrankt, der Rest ist freeflow und ich stelle mich. Sehr souverän gehe ich erst mal unter wie ein Stein, weil ich (Prägung ist alles) mit max 1.40 Tiefe an der Einstiegsseite rechne 🤣. Dann geht's los, Temperatur ist perfekt, das Aneinandervorbeikommen funktioniert trotz der vermeintlichen Anarchie erstaunlich gut (ich fand es recht voll, aber scheints geht noch viel mehr). Ich bin vor allem gespannt, wie sich die 50m Bahnen so machen, ich bin ja 25m gewohnt. Klappt aber super, fühlt sich weniger anstrengend an. Nach 1km bin ich noch nicht wirklich erschöpft und lege noch 600m drauf. Es wären noch mehr vor Totalerschöpfung und ertrinken gegangen, aber muss ja nicht. Meine Hände waren müde und ich spürte erstmals mein rechtes Knie (das gebrochene), also wartete ich im warmen Sprudelbecken.
Dann Dschen, fertigmachen, ich nicht Haartrocknen trotz Lungenentzündungsgefahr dadurch, dann das erwähnte uncoole Nachzahlen. Ich gebe zu, ich habe mit meiner Ungeschicklichkeit schon ein wenig kokettiert, aber der Kassenmann hat es mit einem "Aber schwimmen konnte sie schon?" an meine Begleitung noch getoppt :-)
Zum für mich zweiten Frühstück wollten wir eigtl in das Borstei-Kaffee gehen (note to self: nochmal Borstei nachlesen), aber das hat zu. Cafe Puck ist die sichere Alternative. Frühstückscroissant mit Rührei, Avocado,  Hot Honey schmeckt richtig gut! Wir reden und schwatzen und es tut so gut! Der Mix aus jeden Tag lesen, was die andere schreibt und der persönliche Austausch ist schon ein besonderes Geschenk des Internets! Wir unterhalten uns so angeregt, dass mir irgendwann die Stimme schwächelt und ich verpassen, dass der Hübsche klären wollte, was wie weiter,  ups!
Wir machen uns auf den Rückweg, ich merke auf die harte Tour,  dass sie das mit der Stammstreckenrenovierung ernst meinen (ich habe es final aber wirklich erst eingesehen, als ich am Marienplatz vor einem Absperrzaun mit Sicherheitspersonal stand :-)), laufe dann noch ein bisschen mehr bis zum Tram und juckele gemütlich durch zum Pasinger Bahnhof, wo ich Q., den Hübschen und noch mehr Freunde treffe.
Mehr Kaffee, Wiedersehensfreude und gleich die dicken Bretter an Gesprächsthemen (die anderen sassen schon eine Weile zusammen).
Das im Parkhaus voll aufgeladene Auto abgeholt, in der Hoteltiefgarage in den letzten Parkplatz gezirkelt (gestern war es halb leer), im Hotelzimmer nasses Badezeug aufgehängt und kurz Stimme und Kopf ausgeruht, dann ging es auch schon wieder nach Schwabing zurück mit der Tram (24 Jahre im Münchner Umland /München gewohnt und kein einziges Mal Tram gefahren, jetzt aber nix anderes!), nochmal mit anderer Freundesbesetzung treffen. Eigentlich wollten wir Q. das Steinheil mit den vermeintlich grössten Schnitzeln Münchens zeigen (der Hübsche und ich haben dort gern nach dem von uns betreuten geologenpraktikum gegessen, auch weil man da mit den Essensmarken der TUM zahlen konnte, die Teil unserer Bezahlung waren. So richtig meterlange Schlangen an Paperfitzeln, wie Kinokarten früher). Wir haben aber verpasst zu reservieren und so gehen wir halt woanders hin.
Das war ein sehr voller, sehr schöner Tag!

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