Donnerstag, November 05, 2020

051120 #WMDEDGT Corona-Edition, die achte

 You know the drill, right? Es ist der 5., d.h. es heisst wieder "WMDEDGT?" (kurz und knackig für "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?").


Das heisst, heute trifft sich der Freundeskreis Tagebuchbloggen sozusagen hier und verlinkt sich in der Liste unten.

Das ganze hat im April 2013 seinen Anfang genommen (d.h wir machen das seit über sieben Jahren?! Ich dachte, es gibt Blogs erst seit 2015 :-)!) in einer Tagebuchblogwoche und hat sich irgendwie verselbständigt.

Die Regeln zum Mitmachen sind einfach:
  • über den heutigen Tag tagebuchbloggen (ohne Werbung)
  • verlinken, mehr dazu findet sich am Ende dieses Posts.
Ich habe heute ziemlich gut geschlafen, die Temperaturen unter dem offenen Fenster sind genau richtig für mich: Decke, Fleecedecke, Loopschal, den ich mir über die Ohren ziehe, und es wird so schön kalt, dass mein Gesicht beim Schlafen ganz kalt wird.
Kurz vor Wecker aufgewacht (Katzenpiepsen für Gesellschaft beim Frühstück), erster Blick auf die Wahl-Seite von CNN, nix Neues seit gestern beim Schlafengehen, aber ich erlaube mir eine nun doch recht optimistische Einstellung zum Ausgang..
Q. ist beim Frühstück högscht aufgeregt (ich finde das ja sehr spannend, als ich in dem Alter war, hat mich nationale und internationale Politik schon eher wenig interessiert, auf gar keinen Fall in diesem Detailgrad. Ich sehe Q. mit seiner Begeisterung für grosse Datenmengen und Details und dieses Wissen teilen als zukünftigen John King....).
Während alle frühstücken, sitze ich schon am Computer (ist ausnahmsweise am Frühstückstisch erlaubt), checke die Mails aus USA und China, die über Nacht kamen, es gibt nur eine Baustelle und weil Leute, die produktionsnah arbeiten oder mal gearbeitet haben, für IMMER early birds bleiben, führe ich schon um halb acht das erste Telefonat, um einen zeitlich sehr ungünstigen Deviation Record zu besprechen. Eigentlich alles kein Drama, aus Gründen muss alles sehr schnell gehen, und deshalb verspreche ich, an den entsprechenden Stellen Druck zu machen, und während ich das noch so sage, fällt mir ein, dass das meinen Verhandlungsstil eigentlich ganz gut trifft: "nett, aber nervig" (und wenn ich nicht mehr nett bin, dann ist die Kacke wirklich am Dampfen)
Ich schicke zügig zwei grosse Dokumente ins Approval, habe einen virtuellen Check-in mit meinem Chef (er interpretiert den sichtbaren Teil meiner Home-Office-Installation als "Ui, auf Eurer Rheinseite ist wohl Sommer!", dabei habe ich nur Morgensonne in Q.s Zimmer, deshalb das Fenster offen und nur ein Langarmshirt an. Die Fleecedecke mit Wärmflasche, in die ich mich weiter abwärts gewickelt habe, und die Wollsocken sieht er nicht :-)), ich kommen endlich weiter als "Mhm, eigentlich könnte ich mein Handy mit Q.s Boombox koppeln und gemütlich Musik hören bei der Arbeit", weil praktischerweise ein Ladekabel für die Box auf Q.s Schreibtisch liegt. Ganz boomerlike höre ich den Soundtrack von "Crazy Beautiful", den der Hübsche und ich in unserer ersten gemeinsamen Wohnung und unserem ersten Auto rauf und runter gehört haben und fühle mich ganz boomerlike richtig jung damit. Mit meiner Decke über den Beinen, der Wärmflasche im Rücken, dem Kräutertee (immerhin so einen hippen neuen mit Koala drauf, "King Kalypto" oder so, den ich für L. gekauft habe, zusammen mit "Alpaki". Beide riechen wie nasses Heu, aber L. mag den Alpaka-Tee, ich den Koala-Tee) vor mir.
Kurz vor Mittag gibt es noch ein Abschlussmeeting zu eine Projekt, das ich frisch angerissen vor einem Jahr übernommen habe und das wir heute offiziell erfolgreich beendet haben, mit ungefähr dem 5fachen Durchsatz verglichen mit der ursprünglichen Planung und einer dreimal so langen Laufzeit, aber hey: alles geklappt!
Zum Mittagessen kommt L. nach Hause, der Hübsche geht, er hat nämlich einen Grippeimpftermin auf dem Werksareal reserviert.
Auch bei L. in der Klasse wurde ausführlich über die US-Wahl gesprochen, ich finde das wirklich cool.
Der Hübsche kommt frisch geimpft mit Katzenbegleitung vom Werksareal zurück, L. geht zurück zur Schule, ich mit frischer Wärmflasche zum nächsten Meeting.
Danach raucht mir der Kopf und ich brauche frische Luft, also kurzes Ründchen bis zum Werkszaun, ich treffe Jonny, den ich eigentlich bei den Nachbarn auf den Sofa vermutet hatte, er ist auf dem Werszareal, ein bisschen in den grossen Teich dort gucken. Er galoppiert mit mir nach Hause, verzieht sich aber schnell nach draussen, während ich mich daran mache, Dokumente für eine Non-Profit-Organisation zu sammeln, die eine Offerte für ein Medikament von uns haben möchte. 
Während ich nur ganz kurz die Augen ausruhe auf dem Instagram-Stream von Kingfisher, bei denen wir letztes Jahr (erst letztes Jahr?) unser Kayak-Camp gebucht hatten, kommt eine Chatanfrage aus Kanada, allerdings nix mit Kayak oder Natur, sondern es geht um einen ... E2E-APQR (wissen Sie alle noch, was das heisst?).
Lässt sich schnell regeln, ich setze mich wieder an die Dokumentensuche, kurz vor "jetzt aber wirklich Feierabend" kommt noch ein Anruf, der dringende Klärung benötigt. Gottseidank sind die Kollegen in San Francisco schon wach und können direkt rausfinden, ob es sich um einen Schreibfehler oder einen Fehler mit Riesengschiss als Folgen handelt. (Ersteres).
Um den Kopf zu lüften, mache ich mich auf den Weg ums Quartier, ich habe über den Nachmittag bohrende Kopfschmerzen entwickelt (ich ziehe schon wieder so die Schultern hoch beim Arbeiten, das ist nix...). Jonny finde ich nicht, ich frage unterwegs bei den Nachbarn, ob er da wieder auf dem Sofa sitzt wie gestern, aber nein. Ich laufe noch die Extrarunde zur Autobahnbrücke (mein Kopf dankt es), und einen grossen Bogen nach Hause. Ich treffe all die Hunde, die Jonny so mögen, werde abgeschleckt (irks), aber kein JOnny. Ich bin ein wenig genervt, weil eigentlich möchte ich nur noch sporteln, kochen, essen und nicht nochmal raus, ihn suchen (jajaja, ich weiss, dass ich das nicht müsste), und wer sitzt direkt vor der Haustür, schaut mich anklagend an, sogar zu faul um einmal ums Haus zum Katzentörchen zu laufen: ja, genau, Sir Jon. Umso besser!
L. hatte sich mit seinem Freund verabredet, Q. schaute weiter Wahl-Footage, der Hübsche fing an, ein wenig zu leiden wegen Impfung und bereitete sich auf das, wie nennen wir es, Memorial-Zoom-Meeting mit Freunden, Kollegen und der Partnerin seines vor genau einem Jahr so unerwartet verstorbenen Kollegen vor. 
Kurzer Blick auf die Uhr zeigte: erst kochen, dann sporteln, also würfelte ich einen Hokkaido-Kürbis, schnibbelte Lauch und Zwiebeln, verrührte Käse, Eier, Sahne, Milch und stellte die Kürbiswähe (ohne den Speck) in den Ofen.
Dann endlich: eine Stunde Crosstrainergestrampel, Duschen, Salatmachen, Essen (zu dritt, der Hübsche bekam einen Teller vor dem Computer geliefert), Tagesschau (Peter Düggeli!), Kopfschütteln über Trump, ein paar Arbeitsmails beantworten, um einen Tag Verzögerung durch Zeitverschiebung zu sparen, leicht fassungslos gewesen ob einer Antwort auf eine von mir (vermutlich zu ausführlich) aber sehr deutlich erklärenden Email, die entweder echt dreist ist (die Antwort) oder aber zeigt, dass keiner der Adressaten den Knackpunkt verstanden hat. (Habe noch kurz und prägnant geantwortet, um niemanden mehr zu verwirren: "Wir können uns gern telefonisch unterhalten, aber das Problem ist nicht dadurch gelöst, dass ihr den Zeitpunkt Eurer Wunschlieferung nach vorne verlegt, es muss gelöst werden, von Euch." Nicht mehr sehr nett, immer noch nervig)
Jetzt werde ich noch ein Vermögen im Legostore lassen, eine Überraschung zusätzlich zum Weihnachtsgeschenk für Q. bestellen, und dann mit dem Hübschen "Handmaids Tale" weiterschauen. Und schauen, was Sie so den Tag über gemacht haben.


JETZT ZUM KLEINGEDRUCKTEN: 
Post-DSGVO-Reminder: wenn Sie sich auf die Liste eintragen, geben Sie Daten von sich frei. Was Mr. Linky damit macht, steht hier. Wenn Sie das nicht wollen, sollten Sie sich nicht eintragen. 

UPDATE: Bitte beim Eintragen beachten: Mr Linky erkennt keine Umlaute (alles mit Pünktchen oder Strichelchen oder Schlängelchen unten oder oben drüber. Ausser ein "i") oder scharfes s oder so, darauf bitte beim Nameneingeben achten, sonst zeigt es ein leeres Feld an.