Samstag, Oktober 15, 2022

151022 Chilbiwochenende

 Uh, ich war richtig kaputt gestern abend und bin eingeschlafen wie ein Stein! Heute morgen von hungrigen Katzen geweckt worden, gefüttert, eine Stunde später rausgelassen, noch eine Stunde später war ich dann wach genug zum Kaffeemachen.

Samstagsfrühstück in Ruhe daheim hatten wir lang nicht mehr in voller Besetzung, das war schön. Q. musste dann als erster weg, der Stand der Pfadiabteilung auf der Dorfchilbi wollte aufgebaut werden.

Mir wurde es kurz sehr, sehr schlecht, weil ich (ich lerne es offensichtlich nicht mehr) zu ungeduldig mit Schwarzteetrinken war und ihn direkt dem Gipfeli hinterhergeschüttet habe. Langsam könnte ich doch wissen, dass ich Schwarztee nur mit einer ordentlichen Grundlage im Magen vertrage.

Dann: allgemeines Rumgepussel, immer noch Urlaubswäsche, Bettwäsche, Kinder für das Samichlausweekend der Pfadis anmelden (dafür musste ich die Impfpässe neu fotografieren, L. hat doch jetzt eine Tetanusspritze ausser der Reihe bekommen (und den Beweisangelhaken mit eingeklebt bekommen)).

L. war mit seinem Freund auch auf der Chilbi verabredet und der Hübsche und ich .... haben heute mal abgewunken. Mal sehen, wie das Wetter morgen ist, wenn es nicht regnet, gehen wir vielleicht auf einen Fonduebengel und einen Aperol Spritz runter. 

Q. hat noch eine Schicht am Stand, danach gibt es noch eine Verabredung am Schiessstand, der Hübsche und ich haben ein Date mit Hazel Brugger in Basel. (Die Tickets habe ich auf dem Weg in den Italienurlaub in einer sehr wackeligen Internetsituation aus dem Auto gebucht und dann eine Zeitlang vergessen und ich war sehr froh, dass ich nicht aus Versehen den Islandurlaub drüber gebucht habe.)

Heute also: Schweizer Comedy und wie cool ist es, sich überhaupt keine Gedanken um Kinderbetreuung oä machen zu müssen (eher darum, dass Q. einen Schlüssel mitnimmt, aber naja, zur Not muss er auf der unglaublich bequemen Bank vor der Tür warten, bis wir heimkommen. Falls Sansa ihn lässt.)


Freitag, Oktober 14, 2022

141022 pffffft

 Wecker läutete heute wieder um sechs, es hilft ja nix.

Die Kinder durften nochmal ausschlafen, der Hübsche und ich ... nicht.

Der Kalender war mehr als voll (besonders für einen Freitag, das ist auch Geschichte, dass ich da ausgleichen konnte, was ich den Rest der Woche mehr gearbeitet habe), deshalb war ich froh, direkt nach dem Frühstück noch eine Sportrunde einlegen zu können.

Ab dann: schnelles Durcharbeiten der aufgelaufenen Emails. Dank Handy im Urlaub dabei und naja, mangelnder Selbstdisziplin, wusste ich schon, welche Klopper auf mich warteten, bis Mittags hatte ich den Rest auch durch und eine sehr lange, aber vollständige To Do Liste. Mein Kollege, der das aktuell mühsamste Produkt mit mir teilt, hatte heute frei, hat sich aber in das schon vorab vereinbarte Meeting vom Fahrrad aus eingewählt und wir haben binnen einer knappen halben Stunde den Staffelstab übergeben. 

Es war so viel zu regeln, dass ich (und das will was heissen) fast die Zeit zum Mittagessen verpasst hätte.

Mit dem Hübschen gab es dann einen schnellen Salat mit dem letzten Bratkäse, der noch über war. Könnte sein, dass das jetzt diie Umstellung von Mittagssalat zu Mittagssuppe war.

Die Kinder haben dann irgendwann auch mal gefrühstückt und sich dann zu Schulsachen zurückgezogen. Ich bin froh, dass sich die Anzahl Tests in der ersten Schulwoche noch in Grenzen hält und die Jungs mittlerweile erstens beide sehr selbständig lernen und zweitens auch einsehen, dass es und wieviel nötig ist.

Kleines Zwischenabenteuer: Sansa entwischt diesmal mir durchs offenstehende Dachfenster und stolziert erst sehr König(in) der Löwen-mässig auf dem First herum. Dann kommen Elstern und Krähen und verbitten sich das Eindringen in ihr Reich und greifen sie an. Und dann fängt es auch noch zu schütten an. Logische Idee der kleinen Katze mit dem grossen Ego: bester Platz ist jetzt UNTER den Solarpaneelen. Ist also da auch mal durchgefeudelt. 

Vor dem letzten Meetingblock bis 20:00h habe ich mir dann Q. geschnappt und wir haben gemeinsam alles für die Freitagspizza vorbereitet und sogar noch die erste Hälfte der letzten "Rings of Power" angeschaut  Vielleicht ist das der Trick: Zeitinseln zwischendrin zu finden anstatt durchzuarbeiten?

Sonst: der Kimchi fermentiert munter vor sich hin, ist beim Entlüften mal ordentlich durch die Küche gespritzt. Könnte sein, da habe ich noch viel Spass mit :-)

Für die Kinder habe ich dann noch Funktionsunterwäsche nachbestellt (meine Güte, ich frage mich, wo die noch hinwachsen! Die Sachen, aus denen sie jetzt rauswachsen, sind mir mittlerweile schon zu gross. Wobei ich ja L.s vorvorvorletzte Wanderschuhe übernommen habe und da hat es sich definitiv gelohnt, gute Qualität einzukaufen, die sind wirklich toll.), ich habe die letzten Arzttermine in meiner "In den Herbstferien mache ich alle Vorsorgetermine aus" abgemacht (Gyn-Kontrolle für mich, Vit D Kontrolle für L.) und jetzt bin ich sowas von bereit fürs Wochenende. Und Pizza.


Donnerstag, Oktober 13, 2022

131022 Hausfrauentag

Während der Hübsche heute wieder zurück ins Büro ist, habe ich mir noch einen Tag frei gegönnt, respektive einen Tag Überstundenabfeiern, weil da komme ich eh nicht hinterher, es war ja einiges zu erledigen, was wegen Wegfahren nicht passiert ist.
Ich bin gegen sieben aufgestanden, habe mit dem Hübschen gefrühstückt und mal wieder eine Coronatest gemacht (alle, rein interessehalber): Auf dem Hinflug haben wir uns schon mal nicht angesteckt.
Dann: Sportelrunde, dann Zeug, will heissen: Wäsche abhängen, waschen, teil trocknen, teils aufhängen, mehrere Male. Mit Kindern mit Erwachsenengrössen ist Wäsche auf einmal sehr viel.
Ich habe die Kinder geweckt und gebeten, bis zu meiner Rückkehr vom Wocheneinkauf angezogen, gezähneputzt und gefrühstückt zu sein und zu wissen, wieviele lange Hosen noch passen neben den Outdoorhosen. Bisher haben sie nämlich immer noch nur kurze Hosen getragen und als es darum ging, für den Flug lange Jeans zu holen, ging das allherbstliche "Mir sind alle Hosen zu klein"-Lamento los. Im März heisst es: "Ich hab überhaupt keine kurzen Hosen mehr, die passen". 
Vor dem Grosseinkauf bin ich nochmal beim letzten verbliebenen Bankautomat des Dorfs vorbei, Bargeld abheben, anscheinend gab es die letzten Tage bei Coop Schwierigkeiten mit Kartenzahlung.
Dann: Wocheneinkauf, anstandslos mit Karte gezahlt, daheim waren ... naja, ein Teil der angefragten Sachen erledigt. Und: es braucht erstaunlicherweise keine neuen Hosen.
Beide setzten sich an Schulsachen, einmal Physik, einmal Mathe und Deutsch (wie oft genau lernt man die Doppelkonsonantenregel? Ich habe das Gefühl, das kommt seit 2020 JEDES JAHR dran)
Wäsche raus, Wäsche rein.
Dann ging es mit dem Auto ins Nachbarstädtchen, die die letzten Wochen dunkelrot matt Acrylnägel waren rausgewachsen und wann, wenn nicht an meinem Hausfrauentag, sollte ich mehr Zeit haben, sie neu machen zu lassen? Diesmal nicht mehr mit Farbe, sondern durchsichtig und Untergrund für einen meiner Millionen NAgellacke.
Ausserdem hatte ich den Auftrag, für L. Parfum mitzubringen (erledigt. Das Kind riecht sehr, sehr gut jetzt) und die Idee, für unsere Bank vor der Haustür eine neue Auflage mitzubringen, da die doch schon etwas in die Jahre gekommenen Kissen zu dem strahlend neu gestrichenen Haus gar nicht mehr so gut passen. Ich hatte Ikea-Schafsfelle vor Augen, aber dann gab es im Depot im Nachbarstädtchen auch Felle und sogar Kunstfelle, bei denen ich kein schlechtes Gewissen haben muss, dass ich auf einem Babyschaf sitze.
Sieht allerdings so aus, dass ich da in Zukunft eh weniger drauf sitzen würde, Sansa hat das nämlich sofort für sich reklamiert. Und sieht auch sehr Sansa Stark-like aus! (Und hat sich auch so benommen. Der grosse Nachbarskater sass nur in der Nähe, sie ist hin, hat ihm ein paarmal kräftig auf den Kopf gehauen, ihn gewürgt und als er stoisch sitzenblieb, sich wieder auf die Felle gesetzt)



Wirkt majestätischer als ihr Zweitwohnsitz, die Schachtel, in der die Wolle für das letzte Strickprojekt geliefert wurde.

Dann: mit L. Deutsch, Mathe, Geopgraphie und Französisch angeschaut (hach, die Ferien könnten schon noch ein bisschen länger gehen), mit Q. die Folge "Ringe der MAcht", die wir letzte Woche verpasst haben, dann Essen machen (Carbonara für die Jungs, Pasta mit cremiger Tomatensosse und Knoblauchcrunch für mich, der Hübsche ist beim Sport und muss nehmen, was überbleibt), dann noch eine Folge "Lost" und schon ist der Tag rum.

Ah, noch was: Ich habe Kimchi angesetzt und zwar nach diesem Rezept (ich wollte eines ohne getrocknete Garneen). Ich habe ein bisschen mehr gemacht, es sind 2 2L EInmalgläser voll geworden und ich sags mal so: es war nicht die schlaueste aller Ideen, die Würzpaste mit u.a. 60g Chiliflocken fein gemahlen mit den Händen unter CHinakohl und das geraspelte Gemüse zu mischen. Also: zum Mischen schon, aber meine Hände und Unterarme haben noch Stunden später gebrannt wie Feuer! (Unfermentierter Testbissen war schon mal sehr, sehr lecker!)

Ach, noch was: heute in Bayern den 5. Impftermin für jemand ausgemacht. Anders als beim Hausarzt, der die Impfung ausreden wollte, liess sich der Termin im Impfzentrum problemlos buchen. Ich hoffe, das klappt auch so. Für mich selber einen Grippetermin bei der Arbeit übernächste Woche, immerhin etwas.



Mittwoch, Oktober 12, 2022

121022 Home, sweet home

 Der Wecker läutete kurz vor vier, geschlafen habe ich superschlecht (alle anderen auch, glaube ich, es wurde laut geschnarcht, im Schlaf geredet und ich habe der Reihe nach alle geschüttelt und gerüttelt, dass sie endlich leise sind.), aber am Flughafen ging alles superglatt. Ich hatte am Vorabend sogar noch unsere Sitze so umgewechselt, dass alle Fensterplätze tatsächlich Fensterplätze waren, nicht einer mit nur Wand wie auf dem Hinflug.

Ich habe 3h gelesen und eine halbe Stunde geschlafen, zack, waren wir bei gefühlt Sommertemperaturen in Zürich. Die Airtags haben es diesmal gar nicht spannend gemacht, den Direktzug haben wir auch ganz gemütlich erwischt und naja, dann habe ich die Wehmut über den Islandabschied beiseite geschoben und mich in ein Eskalationsvorbereitungsmeeting eingewählt, um meinen Chef zu briefen. Das hatte ich gestern noch in der Umkleidekabine der Blauen Lagune mitbekommen, als eine Kollegin mich anchattete "Bist du wirklich weg oder willst du nur Deine Ruhe haben?" und ich mit "eigentlich beides :-)" antwortete. War aber dringend und ich konnte sie mit ein paar Kontaktdaten glücklich machen. Heute dann das Zugtelefonat und da gehen sie hin, meine Vorsätze, es ruhiger angehen zu lassen.

Daheim kam Sansa direkt angerannt und probierte aus, ob das "Küchenfenster wird geöffnet, wenn ich aufs Fensterbrett springe" jetzt endlich wieder geht. Ja, tut es. Jonny trafen wir bei einem Spaziergang, er versucht uns weisszumachen, dass er praktisch überhaupt keine Snacks bekommen hat, während wir wegwaren und ein Topf Schmand eine angemessene Wiedergutmachung wäre.

Sonst: Koffer ausgeräumt, erste Wäsche durch, Rest sortiert, Ritualsbestellung ausgepackt und alles abgewaschen, weil der Karma-Weichspüler (pun intended) nicht zugeschraubt war und über alles drübergelaufen ist. Waren auch Handtücher drin, die riechen jetzt direkt super. Von den Nachbarn das Crowdfarming-Paket mit Sensation-Mangos abgeholt. Die Früchte sind super, aber die Administration wird ein bisschen .... sloppy. Es gibt keine Emails mehr, dass die Pakete verschickt werden, sie kommen plus minus drei Tage um den angekündigten Termin und die letztes Jahr noch so liebevollen Zettel mit der Obstbeschreibung sind mittlerweile recht gschlampert aus Textbausteinen zusammenkopiert "Sie erhalten in dieser Kiste Biozitronen und Mangos (nein). Diese Sorte Avocados (NEIN!) haben eine besonders dünne Haut und werden nicht schwarz beim Reifen. Mangos sind klimakterische Früchte (und dann ging es korrekt im Text weiter)"

Irgendwann wurde ich sehr hungrig und froh, dass der Reiskocher direkt fertig war und der vor dem Wegfahren vorgekochte Linsen-gemüseeintopf nur aufgetaut werden musste.

Jetzt bin ich platt, ein bisschen traurig, dass ich nicht mehr in Island bin und sehr froh, dass es den Katzen gut geht (Jonnys Biss / OP-Wunde ist super gut verheilt, die Fäden sind raus und die Haare flaumen schon wieder nach), und auch, dass ich morgen noch richtig frei habe. 

Dienstag, Oktober 11, 2022

111022 Time to say goodbye

So, heute heisst es für uns umkehren, so schade das auch ist.
Eigentlich hatte ich den Plan, alle Wasserfälle, die wir auf dem Hinweg wegen Sturm im Nacken nicht anschauen konnten, heute in aller Ruhe zu geniessen.
Tja. Das Wetter hatte ein bisschen andere Pläne, es schüttete aus Kübeln. Egal, durch knallharte Instarecherche habe ich uns einen wunderbar skurrilen Platz zum Aufwärmen und für sehr leckeren Kaffee / warme Schoggi rausgefunden: das Skool Beans Café, einen ehemaligen Schulbus, der sehr liebevoll zu einem Cafe ausgestaltet wurde. Leider war die Cafekatze Sir Jeffrey aus Wettergründen daheim, aber naja, man kann ihn ja auf seinem Instaaccount besuchen.
Ganz ohne Wasserfall ging es halt nicht und der Skogafoss fehlte noch auf meiner Liste.  Nicht alle wollten mitkommen, was gut war, weil jemand (tm) meine Jacke in eine Riesenpfütze hatte fallen lassen und ich mir jemand anderes (tm) Jacke leihen konnte.
Sonst: joah, nass. Und als ich dann übernahm,  erstaunlich bergig und neblig UND nass.
Aber: wir haben es zu dem recht skurrilen Hotel Vogar in der Nähe des Flughafens geschafft und sogar noch einen Slot in der Blauen Lagune ergattert UND L. ist immer noch ein umsonstes Kind (ich hatte ganz vergessen, dass man da verbuchen MUSS)
Somit sind wir dann so bereit, wie es nur geht, für die Abreise (nicht so)

101022 ice, ice, baby




Hu, was für ein Nachmittag und was für eine Nacht! Ich dachte wirklich, die Hütte würde wegfliegen. 
Aber: wir waren tatsächlich 2014 in derselben Hütte, das war dann ein wenig beruhigend, dann würde sie wohl noch eine Nacht stehenbleiben.
Und so ging dann heute morgen die Sonne auf:
EIGENTLICH ist die Fahrtstrecke von hier zur Gletscherlagune nur 1:40h, ich plante ursprünglich 2h ein, dann war ja Sturm und ich dachte: vielleicht lieber 3h, weil wir nur ganz vorsichtig fahren können. Wir bestellten also das Frühstück, das es hier erst ab 8 gibt, als Bags schon gestern abend und waren um 7:08 on the road. Nur 10 Minuten vorher waren die Strassen vor road.is von "impassable" auf grün gesetzt worden. Und .... wir sahen einen traumhaften Sonnenaufgang über berauhreiften Lavafeldern:
Es war noch ein bisschen windig, aber nicht dramatisch. Zwischendrin rief der Guide an und meinte, sie würden den Tourstart eine Stunde nach hinten schieben, um dem Wind auf dem Gletscher noch eine Chance zum Abflauen zu geben. Und so waren wir 2h zu früh dran, aber naja, besser so als anders. Und ausserdem gibt es schlechtere Orte, als Jökulsarlon im Morgenlicht um zu warten.
Für gestern waren noch deutliche Worte auf dem Whiteboard (der Guide erzählte uns später, eigentlich wäre der Sturm sooooo schlimm nicht gewesen, aber vor 10 Tagen war ein schlimmerer, da hatte man die Strassen später geschlossen und jede Menge Touristen waren in den Bergen "gefangen", weil sie davon überrascht wurden und die mussten dann alle gerettet werden. Und der Parkolatz vor der Gletscherlagune, der voller Kiesel liegt, wird immer gesperrt, weil die im Sturm fliegen und bei allen geparkten Autos die Scheiben einschlagen)
Bisschen Wind war noch:

Und deswegen heisst es "Diamond Beach":

Anders als letztes Mal hat niemand an Eis geleckt. Und reingefallen ist auch keiner.



Und nach einem letzten Kaffee etc ging es los: der Guide von Glacier Trips holte uns und die beiden Mitwanderer mit einem Superjeep ab, fuhr uns an den zum Gletscher nächst gelegenen Parkplatz (ich werde es nie verstehen: die Kinder sind einfach tief und fest eingeschlafen, während der Jeep ruckelte und schaukelte und holperte..., wie damals bei der sehr rauhen Rückfahrt mit Seawolf-Adventures in Kanada) und stattete uns mit Helmen, Steigeisen und Klettergurten aus. (Wir Almans trugen natürlich den in der Anmeldung verlangten Outdoorgear, waren auch froh drum, sahen aber nicht alle topcool aus, während das Instapärchen, das noch mit dabei war "We live all across Europe!" in niegelnagelneuen nudefarbenen Wildlederstiefeln, salbeifarbenem Daunen-Trenchcoat und Wollleggins (sie) und Teddyfellhose, Moonboots und Lack-Daunenjacke aufkreuzte (er). Man muss dazusagen: sie haben die Tour bis auf den letzten Teil, so es halt nass und eng und klettrig wurde, anstandslos bewältigt. Keine Ahnung, wie.)
Erster Stop nach einer halben Stunde über Geröll: die diesjährige Eishöhle unter dem Vatnajökull.  Sie wird durch Bäche, die unterhalb des Gletschers durchfliessen, gebildet. Und ging sehr sehr weit rein. Und ich war froh um den Helm und dass mir das mit meiner Platzangst erst kurz vor "gleich kann man wieder stehen" eingefallen ist.







(Bisschen scary: 30m Eis über einem)
Wer happy ist, muss nicht gut aussehen :-)
Ich denke, ich werde auch meine Brotzeit für den Seniorenheimausflug irgendwann in einer der knallbunten Znüniboxen mitnehmen, die einfach nicht kaputt gehen,
Steigeisen angeschnallt und los gings auf den Gletscher.
Der sah eher nach Wüste aus, weil im Laufe des Sommers immer mehr vulkanische Asche entweder freigesetzt oder draufgeweht wird und es recht dreckig aussieht. Aber: Unser Guide brachte uns zu einer riesigne "moulin", die sich bilden, wenn Schmelzwasserbäche einen Strudel bilden und sich nach unten durcharbeiten. In diesem Fall.... wurde das riesig! Wir sind ungefähr ... 30m tief runtergestiegen (an einem Fixseil angeseilt, z.T hatte es Stufen. Unten ging es dann unendlich wirkende Spiralen und Kurven, in denen unten ein Bach sprudelte weiter. Es wurde immer enger, immer blauer und irgendwann stürzte sich der Rest des Bächleins (ein signifikanter Teil war mir oben in einen Wanderschuh gelaufen) wie in einer Rutschbahn in die Tiefe. Das war alles so unglaublich schön!!!!










Wieder draussen ging es wieder nach oben und rechts rum um das "loch" wieder zum Ausgangspunkt zurück



Die Rückfahrt war wieder sehr ruckelig, wir hatten jede Menge Sonne abbekommen und Erinnerungen getankt. Doch, ich bin sehr froh, dass ich das gebucht habe UND dass es trotz Sturm geklappt hat!
Abschiedsfoto bei fast schon Sonnenuntergang.
Anders als in einem Sommerurlaub in Island wurde es auf dem Heimweg dann stockfinster und naja, ganz schön unheimlich, dann durch die stockdunklen, flachen Sander zu fahren.... aber: wir haben sogar noch lecker Burger gegessen und dann... das müssen Sie mir einfach glauben, oben bei unserem Hüttchen dann noch ungefähr 10 Sekunden lang Nordlichter (das Gefühl war gar nicht so atemberaubend, weil sie sofort wieder weg waren, kaum dass jeder schnell gerufen hat "Oh, ich muss mein Handy holen, schnell, ich brauch mehr Handyzeit, wo ist es?"

Hm. Hm. Morgen haben wir noch eine lange, schöne Fahrtstrecke vor uns (diesmal ohne Sturm im Nacken) und dann.... wars das auch schon wieder. Hm.

Sonntag, Oktober 09, 2022

091022 Riders on the storm

So weit, so gut, unser Plan ging auf.

Wir sind also um fünf Uhr morgens aufgestanden, haben alles zusammengefasst und (das war bisschen fies) zu aus der Küche wehenden Kaffee- und sonstigen Frühstücksgerüchen das Hotel verlassen. Mit ohne Frühstück, weil das gibt es erst um sieben und nein, keine Ausnahme und nein, auch kein Frühstückspaket zum Mitnehmen. Nun ja, das habe ich bisher so auch noch nicht erlebt, aber gut.
Die Fähre war sehr leer, keine Ahnung, ob alle schon am Abend vorher gefahren sind oder erst am Tag drauf, aber letztendlich ist es ja auch wurscht. Die Fahrt aus dem dunklen Hafen an den riesigen Felsen vorbei und der angedeutete Sonnenaufgang, das war magisch! 
Ausserdem gab es Kaffee mit free refill, das Meer war noch sehr ruhig und so ging es die kurze Strecke zum neuen Hafen (übrigens: die Fähre läuft elektrisch, das habe ich erst realisiert, als ich die Riesenladesäule am Hafen sah), anstatt 3h zum für uns deutlich ungünstiger gelegenen alten Hafen.
Wir hatten ja die Anweisung,  besten vor 12, auf jeden Fall vor 14:00h an Vik vorbeizuschauen, weil dieses Stück Strasse meist als erstes gesperrt wird und zwar VOR dem Sturm und bevor die Autos de Berg runterpurzeln.
Nachdem wir eben die kurze Fährstrecke gefahren waren, war das locker drin (anderenfalls wäre es ein bisschen knapper geworden, weil wir 2h später 100km weiter entfernt losgefahren wären.) Die Fahrt in den Sonnenaufgang war ... magisch!


So reichte es für einen Abstecher an den schwarzen Strand, den wir 2014 in tristen Wetter ganz für uns hatten. Heute im eisigen Morgenlicht mit ein paar mehr Leuten, unter anderem einem Brautpaar mit Fotograf. Die Braut trug Jeans unter dem Kleid, der Bräutigam Pudelmütze zum Anzug.
Weiter ging es, einmal noch Moos-Mondlandschagt fotografieren und schon waren wir in Hunkubakkar angekommen.  Wir haben tatsächlich dasselbe Häuschen bekommen wie vor 8 Jahren, nur dass statt einem 1er Klappbett für Q. Nun ein ausgewachsenes Boxspringbett für Q. und L. drinsteht (und der Hübsche und ich L. nicht zwischen uns nehmen)
Wir hatten sogar noch Zeit,  ein paar km weiter zu fahren und den Canyon Fjaðrárgljúfur anzuschauen. Als wir gerade zum Auto auf dem winzigen Parkplatz an der Kiesstrasse zurückkommen, parkte gerade eine Rangerin, schimpfte mich ein bisschen, weil ich nicht auf dem Wwg, sondern auf dem Gras nebendran gegangen war. Nur ein paar Schritte, ich schwör!!!, und fragte dann: "You know about the storm? You rallye should get insider!", aber als wir erklärten, dass wir Bescheid wüssten und  nur 5 min die Strasse runter übernachten würden, musste sie lachen und meinte: "in that case you shouöd go right at the end of the road and check out the other angles of the canyon"
Skurril war: bis dahin war immer noch nix von Sturm zu spüren. Die verschiedenen lokalen Wetterapps überschlagen sich, in Nordisland ist Blizzard und wir hören ja auf die Leute, die sich auskennen. also: ab ins Häuschen, wir haben Proviant, warm, W-LAN und warme Klamotten.
Mittlerweile ist die Wetterwarnung für hier auf rot gesprungen, es soll bis zu 180km/h Windgeschwindigkeit gegeben, die ganze Hütte wackelt und das ist genauso viel Abenteuer, wie ich möchte. (Ich kann mur grad nicht ganz vorstellen, wie wir morgen die Gletschertour machen sollen oder da hinkommen, aber die veđur.is war bisher auch stundengenau korrekt, also wird das wohl klappen.