170526
Eigentlich wollten wir (und dann irgendwann nur noch L. und ich) die Bergsaison heute einläuten und hatten eine Übernachtung auf dern Doldenhornhütte (zum Eröffnungswochenende nach dem Neubau) gebucht. Aber eben. Eisheilige, die ihren Namen verdienen und Schnee und Regen und kalt, also: nein. Wir haben fristgerecht storniert, waren eh beschäftigt mit Lernen und Üben für die letzte krasse Testwoche, aber raus wollten wir dann doch noch.
Heute sollte das Wetter ja besser sein, also habe ich uns eine Tour im Schwarzwald gesucht und zwar irgendwas "spektakuläres" (es musste ja den verpassten Oeschinensee halbwegs wettmachen). Also: Ravennaschlucht und dann noch ein bisschen länger. Wir waren dann doch zu dritt, sind um 8 daheim aufgebrochen und waren um kurz nach neun die zweiten auf dem Wanderparkplatz. Ich dachte erst noch: "Ja, soooooo überlaufen ist das dann doch nicht", aber als wir am Busparkplatz vorbeikamen, standen dort 8 Viking-Cruise-Busse, die ausgeladen wurde. (Kreuzfahrtschiffe und die Menschen damit fahren: dass es das einfach gibt und zwar immer mehr, zeigt schon, dass die Menschheit ihren Untergang echt verdient hat. Naja.)
Das berühmte Viadukt, das ich tatsächlich nur von Bildern mit dem Weihnachtsmarkt drunter kenne, fand ich auf dem Hinweg dann gar nicht soooo beeindruckend, auf dem Rückweg dann fuhr gerade ein Zug drüber: das ist schon krass! (Überhaupt wäre die Zugstrecke da das Höllental schon eine beeindruckende Fahrt, glaube ich! Ich wurde schon ein bisschen nervös, als extra dastand, dass das jetzt der letzte Parkplatz vor dem Hölltental wäre und der hiesse "Tschuuderegg", weil man dort ins Höllental schauen kann und sich richtig fürchten).
Wir sind dann in die Schlucht gelaufen und waren erst tatsächlich ob der zig-Selfie-Chinesinnen not really amused, aber hey: nach 100m hatten wir die alle hinter uns gelassen und für die nächsten Stunden trafen wir genau niemanden mehr.
Die Schlucht ist malerisch, sehr hübsch, Wasserfälle, Mühle, Säge, Wasserfälle, Bach (viele neue Vögel für die Merlin-App). An der Ravenna-Säge ging es steil den Berg weiter nach oben bis zum Pikettfelsen (wir haben uns überzeugt, dass die Aussicht tatsächlich gut ist --> auf dem Feldberg hat es noch ziemlich viel Schnee). Als wir oben rauskamen, war ich ein bisschen (nicht ernsthaft) besorgt, dass dass das doch eine arg lange Runde werden würde, wir hatten nicht ansatzweise die Hälfte und waren schon eine Zeitlang unterwegs. Aber: die Strecke obenrum verlief dann fast eben, zT über Feldwege und kleine Strassen, an Weilern vorbei und dann irgendwann waren wir in Breitnau. Alle wären sehr froh umd ein echtes WC gewesen und einen Kuchen hätten wir auch gut vertragen. Ausserdem hatten wir keine 50Cent-Münze und die grossen Kinder hätten gern die Holzkugelbahn ausprobiert. Das einzige offene Cafe/Restaurant in Breitnau ist im Altersheim und so haben wir dort echt leckeren Kuchen und Birnenminzschorle gespeist (und vier Fuggerl bekommen). Wir sorgten für viel Aufsehen ("Ja, die wollen draussen sitzen, obwohl es kühl ist, die sind ganz raufgelaufen, denen ist warm!") :-)
Dann: Kugelbahnpause, im Ort ein bisschen verlaufen (wenn man sich wirklich bemüht, geht das), dann über Wiesen und immer kleinere Waldwege wieder nach unten, irgendwann landeten wir in der hinteren Ravennaschlucht. Ich packte meine Stöcke aus (es ging ziemlich steil bergab), erst kam uns eine Mountianbikerin (ohne e, sehr beeindruckend) entgegen, und ab der Ravennasäge.... ein ununterbrochener Strom an Turnschuh- und Ballerina"wanderern", die entweder aus Kreuzfahrtbussen ausgespuckt worden waren, Instagramtipps gefolgt waren oder auf Klassenreise waren. Das war ziemlich nervig (halt auch, weil keiner von denen mit Gegenverkehr auf schmalen Brücken oder PFaden umgehen konnte (aka: wer als erster auf der Brücke ist, geht rüber, man wartet auf der anderen Seite, bis frei ist, oder man lässt an Ausweichstellen vorbei) und einfach stumpf draufloslatschten. Krassester Typ: mit zwei Krücken und Turnschuhen. Ich meine: da geht es steile Treppen nach oben, der Pfad selber braucht auch eine gewisse Trittsicherheit. Naja.
Wieder unten war der Wanderparkplatz dementsprechend auch knallvoll, wir freuten uns auf einen antizyklischen Heimweg gegen den Rückereisestau aus Süden und es ging sich gerade noch aus, dass ich in Dreck und Speck aus dem Auto sprang und den Hübschen noch zur Bushaltestelle für die Abreise zum Flughafen (heute abend fliegt er nach Seoul) begleiten und ein paarmal fest drücken konnte.
Das war ein sehr, sehr gelungener Tag!





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