Montag, März 09, 2026

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Die Katzen sind heute (per definitionem der französischen Tierärztin damals) 8 Jahre alt. Ich fand ja lang (also: in etwa 8 Jahre lang) 8 das coolste Alter, das man erreichen kann. Für mich war es dann etwas enttäuschend, aber für die Katzen kann das durchaus passen. Die beiden sind ein bisschen älter und gesetzter, kein bisschen weiser, aber immerhin wird sich jetzt eher in der Nähe des Hauses geprügelt und nicht mehr ganz so lang weggeblieben. Es ist lustig: sie sind jetzt nicht total innig miteinander, aber haben doch ein anderes Verhältnis als zu anderen. Gut, Jonny ist zu (fast) allen anderen Katzen, Katern nicht so, eh freundlich, aber Sansa lässt niemanden so nah ran an sich ohne auszuflippen wie Jonny. Er wird auch regelmässig (relativ ruppig) geputzt und dann bekommt er zum Abschluss ein paar mit ohne Krallen draufgehauen. Beide sind sehr viel anhänglicher als auch schon, Sansa schläft sehr gern bei mir, Jonny gern bei den Kindern auf der Bettdecke. Ich bin sehr froh, dass wir die beiden kleinen Banlieue-Outlaws bei uns haben!

Sonst: lockere Gartenneugestaltungsweiterplanung, wir brauchen noch einen Elektriker für die geplante Beleuchtung und um den Batteriespeicher nochmal ab und dann wieder anzuhängen.

Bei der Arbeit war "Gestern war international Women's Day", das äusserte sich (für mich) v.a. in Süsskram, einmal lila eingepackte Schokoküsse und dann... aber schauen Sie selber. Und nein, es ist nicht nur mein dirty mind, das da auf diese Assoziation kommt. (Besonders schade: sie haben richtig scheusslich geschmeckt)



(Es hätte noch Vorträge und Diskussionspanel gegeben, aber ich bin nur auf der Warteliste dafür gelandet und für einen Livestream hat es mich dann auch nicht genug interessiert).

Sonst: sehr viel Sommergefühl draussen (also: für mich reicht das so, für andere halt vermutlich Frühling, es blühen alle Bäume, bei uns auf dem Balkon zB auch schon der Aprikosenbaum vom letzten Jahr), heute genossen beim Mittagsspaziergang zur Apotheke, um mein Migränemedikament auf Dauerrezept nachzufüllen (klingt trauriger als es ist: der Weg dahin ist wirklich schön).

Sonst alles nicht spektakulär, viel Arbeit halt.

Ich möchte Ihnen aber drei Bücher ans Herz legen, die ich letztens gelesen habe, und die mir jenseits meines normalen Konsums extrem gut gefallen haben:
"Weltalltage": Das fand ich wirklich spannend, einerseits wegen der Geschichte (zwei Freunde wohnen zusammen, er kümmert sich seit gefühlt immer um sie, weil sie gesundheitlich eingeschränkt ist. Als er psychisch erkrankt, kehren sich die Rollen um, aber nicht wirklich, es geht viel um Umgang miteinander, Anspruch, wie viel "muss" man als Freund aushalten?), andererseits aber wegen der Form. Die Ich-Erzählerin schreibt ihr Erstlingswerk, nämlich die Geschichte von ihnen beiden als Roman. Man liest einerseits das Buch, andererseits ist man Zeuge der Entstehung. Sie übt mit Form, wie Listen, Alphabet, Highlights, es geht darum, wie viel einer Geschichte, die nicht (nur) die eigene ist, darf man erzählen? Wieviel darf man verfremden, anpassen, "besser" machen? 

"Eden": Island ist eh immer gut, aber das hier ist wirklich grossartig! Eine isländische Linguistin kauft ein heruntergekommenes Anwesen auf dem Land, um dort  Bäume zu pflanzen. Es geht um Sprache (isländisch), um Stadt-Land-Mentalitätsunterschiede, um Migration, um Familie, um so viele Themen, die aber nicht plakativ ausgewalzt werden, sondern immer wieder nur angetönt werden, so dass man erahnt, dass sie entweder im Hintergrund ganz viel Raum einnehmen und die Ich-Erzählerin aber nicht drüber reden will, oder aber die Ich-Erzählerin sich da wirklich keine Sorgen / keinen Kopf drum macht, ihr das aber von aussen immer wieder angetragen wird.

"Mama und Sam": Sarah Kuttner beschreibt (stark autobiographisch), wie sie nach dem Tod ihrer Mutter rekonstruiert, wie diese einem Love Scammer auf den Leim gegangen (diese Beschreibung ist zu kurz gefasst) ist. Ich finde es, estrem berührend, in so eine "Beziehung" blicken zu können (die Chatnachrichten sind wohl original), und andererseits den Blick einer mittelalten erwachsenen Tochter mit einer sehr schwierigen Beziehung zu ihrer Mutter (duh....) auf das Ganze. Der Gefahr eines voyeuristischen Ausschlachtens entgeht sie durch ihre liebevolle und offene Betrachtung des Ganzen TROTZ ALLEM.

So. Jetzt Feierabend.

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