Sonntag, März 07, 2021

Serviceblogpost: Wie das mit der Crowdfarming-Avocadobox war

 So, ich bin ja nicht so (und vielleicht interessiert es meine Urenkel auch mal am Stück, wie wir das gemacht haben, vermutlich nicht, aber naja) und so müssen sich Interessierte das nicht stückchenweise aus den einzelnen Posts der letzten Wochen zusammenfrickeln.

Bestellt habe ich 4kg (20 Stück) von La Reala (ich wollte Bio-Qualität und sonst habe ich mir da keine besonderen Gedanken gemacht.) am 8. Februar.

Geliefert wurden sie am 17. Februar, einen Tag eher als ursprünglich angegeben und insgesamt 6 Tage vor dem Termin, den DHLin der Sendungsverfolgung angab. Wie man hier sieht, war die Verpackung recht minimalistisch, der Boden des Pakets ist mit so eingedelltem stabilem Papier ausgelegt, that's it. Der Paketbote hat das Paket nicht wirklich mit der aufgedruckt erbetenen extremen Vorsicht und Liebe behandelt, geschweige denn in waagrechter Position transportiert, aber das ist halt so und dafür muss eine Verpackung ausgelegt sein.

Ich war tatsächlich etwas geknickt, als ALLE 20 Avocados noch grasgrün und steinhart waren, aber naja, besser so als schon angematscht.



Im Paket lag eine Anleitung zum Reifen lassen (lagern im Paket, dunkel und bei 18-24Grad, wenn sie dunkel und weicher werden, sind sie reif und man kann das dann noch ein bisschen verzögern, indem man sie in den Kühlschrank legt.) und so habe ich das Paket zu meiner Pilzfarm in unser stockdunkles Dachkammerl gestellt.

Nach 2 Tagen Lagerung, auf dem Zettel stand "bis zu 7 bis 10 Tage") habe ich mal nachgesehen und zack: 1 war schon dunkel und fühlte sich weicher an.



Der Hübsche und ich haben sie uns am Tag danach zum Frühstück geteilt (Sie wollen ja immer Rezepte wissen: Nussbrötchen, Avocadospalten, Crema di Balsamico, Maldon Sea Salt (noch besser wäre Saltverk Lakrids Salt, aber haben wir halt nicht), Pfeffer) und sie war super. Halt eine Avocado :-), ganz ohne Makel, mit einem Hauch von Biss noch, also einen Tacken länger hätten wir sie liegen lassen können.





An Tag 4 der Lagerung sieht der Kisteninhalt so aus: es tut sich also was.


Tag 5 der Lagerung: die nächsten zwei Avocados sind bereit, es gibt DAS Coronaessen, das wir schon lang nicht mehr hatten. (Es ist für mich mit dem Lockdownsommer verbunden und heute fühlte es sich schon sehr nach Sommer an)

Tag 7 der Lagerung: Holla, jetzt werden einige reif! Ich nehme die reifen oder fast reifen raus, eine kleine wird direkt zu Avocadobrot zum Frühstück verarbeitet, zwei grosse zu Guacamole als Abendessenbestandteil, 3 kommen in den Kühlschrank, um den Reifeprozess ein wenig zu bremsen.
Die geöffneten Avocados sind immer noch makellos, schmecken perfekt und ich habe sie noch kein bisschen über (ich spüre allerdings einen leisen Anflug von Stress, dass ich die Kiste jetzt echt genau beobachten muss und nix verpassen darf, damit nix schlecht wird)







Gemüse, Ikea-Vegibällchen, Vegidöner"fleisch", Fladenbrot, Feta, Knoblauchjoghurt, Mangosalsa, Guacamole

Ich mache meine Guacamole so (und ja, ich weiss, dass einige von ihnen drauf schwören, dass in die einzig wahre Version KEIN Knoblauch rein darf und KEINE Tomaten und manche finden Koriander schlimm und/oder Kreuzkümmel, aber das ist mir wurscht. Diese Variante schmeckt uns am besten und ist dem nachgestrickt, was ich in Südkalifornien kennengelernt habe.)

Tag 8: es gab Avocadobrot zum Frühstück (ganz ehrlich  könnte ich das problemlos 20 Tage hintereinander essen ohne, dass es mir über wäre und damit wäre der Kas bissn. Stattdessen gibt es heute abend aus der Captn Cook App "Sommerliche Pasta mit frischen Kräutern", da werden Spaghetti mit Avocadocreme und Grillgemüse und Gurkenstückchen und Zucchininudeln und Zitrone gemischt.



Tag 11: Mittlerweile sind alle Avocados, die noch über sind, in den Kühlschrank umgezogen. Sie sind alle weich, und zwar so weich, dass ich sie im Laden nicht mehr kaufen würde (so oben, am schmalen Teil, wenn es da schon sehr nachgibt, verstehen Sie, wie ich das meine?), weil sie erfahrungsgemäss dann schon viele braune Stellen haben, vermutlich von anderen Testdrückern. Diese aber waren bisher alle makellos und zwar wirklich: ohne den leisesten Hauch von braun oder angedetscht.
Damit es nicht NUR immer wieder Avocadobrot gibt, habe ich mir eine Bowl mit Stampfkartoffeln und Shiitakepilzen und Frühlingszwiebeln und eben Avocado gemacht. Das war jetzt ... keine Offenbarung, aber halt eher von der Kombi her, einzeln war schon alles super.

Wir haben auch nochmal Tacos gegessen mit ordentlich Guacamole und jetzt habe ich noch 4 Stück übrig.

06.03. Nach der einen oder anderen Avocado, die in Würfeln in gemischten Salat gewandert ist, war es heute soweit: die letzte, allerallerletzte wurde standesgemäss in ein Avocadobrot (auf einem Laugenkäseknoten) überführt und war immer noch lecker.






Fazit: kann man sehr gut machen, ich habe neben unseren Standard"rezepten" nur zwei neue Sachen ausprobiert, und habe Avocados immer noch nicht über. Ganz im Gegenteil. Vom Geschmack her waren sie superst und ich habe noch nie so makellose und perfekt reife Avocados gegessen. Schon gar nicht 20 Stück kurz hintereinander! Die Familie fragt schon, wann wir die nächste Box bestellen (ich überlege, ob ich mich dann vllt auch traue, eine Ziege zu adoptieren, weil wer 20 Avocados in 2 Wochen essen kann, kann vllt auch mehrere kg Ziegenkäse in einem Jahr essen? Da wäre ich aber anders als bei den Avocados auf mich allein gestellt.)