Mittwoch, März 03, 2021

030321 Montagsfrage (hö?) und überhaupt

 Ich weiss nicht, wie oft ich heute statt "03032021" "03033031" geschrieben habe.

Joel hat beschlossen, etwas für die Tagebuchblogger zu tun und uns aus unserer "ES IST JEDER TAG GLEICH!"-Hölle zu helfen und zwar mit einer Montagsfrage.

Und nein, ich habe das nicht verpennt, sondern am Montag wird die Frage gestellt und man hat eine ganze Woche Zeit, sie zu beantworten und die Antwort zu velinken.

Die erste Frage ist:

 Die Pandemie hat uns alle gelernt zu verzichten. Welche zwei Dinge/Umstände fehlen dir am meisten und warum?


Ich glaube, ich bin schrecklich langweilig, für mich sind das
1. Reisen können und 
2. andere Menschen treffen und feiern können
(an einer sehr nahen dritten Stelle käme übrigens vermutlich schon: das Büro und meine Kollegen)

Reisen ist für mich DER Ausgleich für alles und die Highlights jeden Jahres. Ich tanke nirgends so gut auf wie in einem abenteuerlichen Urlaub voller neuer Eindrücke. Und zwar nicht nur auf der eigentlichen Reise, nein, auch die Ideenfindung, die Planung, die Detailplanung, die inskleinsteDetailplanung und die lange Vorfreude (und nicht zu vergessen: die Erinnerungen. Davon zehren wir alle gerade aktuell.) sind vermutlich genauso viel wert. Vor ein paar Tagen habe ich ein neues Duschgel aufgemacht und das letzte Mal, dass ich dieses Sorte in Gebrauch hatte, war 2018 in den Herbstferien, als wir halbspontan eine Woche nach Malta geflogen sind. Seitdem bin ich unter der Dusche sehr nah ans Wasser gebaut (und Malta war einer der unspektakuläreren Urlaube, die wir gemacht haben). Ich werde sogar wehmütig, wenn mir Google Fotos die 100Millionen absolut gleich ausschauenden Bilder, mit denen ich meine 10000 Arbeitsialientrips, die alles andere als erholsam waren, dokumentiert habe, vor den Latz knallt.

Menschen: Ich habe das grosse Glück, mit meinen 3 absoluten Lieblingsmenschen durch diese irre Zeit zu gehen. Das ist wirklich toll, wir streiten kaum, wir sind ein grossartiges Team. Nichtsdestotrotz vermisse ich .... andere Menschen. Wir erleben ALLES gemeinsam, wir haben praktisch keine Erlebnisse, die wir miteinander teilen können, die die anderen drei nicht aus eine anderen Winkel des Hauses selber miterlebt haben. Wir bekommen ausser Arbeit und Schule wenig Input von aussen, ich merke, wie ich wunderlich werde und, so habe ich es heute einer Kollegin geschrieben, "zu der anstrengenden Person werde, die Dir schon von weitem zuwinkt und dir eine halbe Stunde lang ein Ohr abkaut und alle Details aus ihrem Leben erzählt incl aller Peinlichkeiten und alles von Dir wissen will, obwohl Du sie nur flüchtig kennst und eigentlich nur kurz das Altpapier rausbringen wolltest." Ich möchte diese Person nicht sein, ich möchte meine Freunde, meine Familie, meine Kollegen wieder treffen, lachen, feiern, essen (auch mal was, was ich NICHT gekocht habe), trinken, lästern, trauern, mich mitfreuen, anderen zu hören, anderen etwas erzählen und dabei keine Angst haben müssen.

So weit, so langweilig, aber für mich steht das alles vor den offensichtlichen anderen Punkten wie "Mein Büro, meine Kollegen, "Einkaufsbummel (auch in D)", "Mal wieder allein sein" und weit vor "Kino", "Essen gehen", "Museum", "Konzerte", "keine Maske mehr tragen müssen" (das war jetzt ungehordnet, auf "keine Maske mehr" freue ich noch viel mehr als auf Kino.

Soweit, so gut. Arbeit war heute wieder lang, aber nicht so irrwitzig lang und vielleicht schaffe ich es irgendwann tatsächlich, auch mal zwischendrin abzuschalten und richtig Pause zu machen und das nicht erst hinzukriegen, wenn das letzte Meeting wirklich vorbei ist, weil dann ist gern auch mal der Tag vorbei.

Gegessen:
Letztes Stück Kuchen
Spinattortellini mit Salbei-Basilikumbutter und Salat (mit der vorletzten Avocado)
Ofengemüse. Sehr viel Ofengemüse

Gelesen: "Mädchen, Frau, etc." (Wirklich ein Genuss!)
Gesehen: "Das Team" (ich arbeite noch dran, das Präsident Petrov auf einmal ein netter dänischer Europol-Kommissar ist" und "WandaVision" (das ist wirklich, wirklich toll!)

Stressleveldurchschnitt gestern: 31
Selbstbeweihräucherung: ein ewig dräuendes Arbeitsthema angegangen, es ist immer noch nicht toll, aber nicht sooooo nervig wie gedacht