Freitag, September 18, 2020

180920 Naja

 Wer hätte das gedacht, dass ich mal einen Freitag feiern würde, weil ich trotz einer höllisch anstrengenden Woche KEINE Kopfschmerzen bis zum Übergeben haben würde? Das ist ja praktisch Achtsamkeitslevel drölfzigmillionen!  (Ohne Witz, ich bin ja ganz schnell dabei, den Fehler oder die Schwäche oder fehlende Coolness/Abgeklärtheit/Wissen bei mir zu suchen, aber die Gespräche mit KollegInnen, die zum Teil seit ungefähr 1000 Jahren in dieser Rolle sind und das alles vorwärts rückwärts seitwärts mit verbundenen Augen, mit links und in Spiegelschrift können,  diese Woche haben mich einerseits beruhigt, weil "ES LIEGT NICHT AN MIR!" und andererseits geängstigt, weil "Wenn die schon so am Rad drehen, wie viel mehr sollte ich durchdrehen?". Und ja, nicht erst, seitdem ich dem Hübschen versucht habe, die Thematik zu erklären, weiss ich, dass das, was bei uns allen im Moment für buchstäblich schlaflose Nächte und durchgekaute Beissschienen sorgt, für Otto-Normalgelegenheitspatient nur für ein total verständnisloses "Hä?!" sorgen würde. Ändert nichts an der Brisanz der Sache. Notiert btw unter "Dinge, die ich gerne mal mit Menschen jenseits meiner direkten Arbeitsbubble abgeglichen hätte.")

Ansonsten: ja, alles super. Nix besonderes neues, ein weiterer Homeoffice-Arbeitstag, ich trage seit Monaten keine Schuhe jenseits von manchmal Flipflops oder halt Wanderschuhe, wenn wir mal wandern gehen, ich habe meine T-Shirts viel mehr und meine bürotauglichen Kleider praktisch gar nicht getragen, ich würde mir gerne mal wieder was Schönes/Nettes/Tolles/Teures gönnen, aber mal ehrlich? Ich trage keine Schuhe, keine Kleider, ich habe Makeup bis ans Ende meines Lebens und darüber hinaus, ich brauche keine schicke Laptoptasche, um den Computer vom Esstisch in Q.s Zimmer zu tragen, ich brauche keinen schicken Rucksack, um mein Zeug ins Büro zu tragen. Und ja, ich weiss sehr wohl, wie first world und privilegiert diese "Problemchen" sind.

L. und ich waren heute nachmittag gemeinsam einkaufen, respektive Pakete abholen, die einerseits Deko-/Aufräumboxen für sein neu gestaltetes Zimmer beinhalteten, andererseits von mir ausgewählte Kleinigkeiten für die, Corona hin, Corona her, kommende Weihnachtszeit mit Klassen- und Freundewichteleien beinhalteten. Zum Thema Zimmer: so, so cool! ich feiere L. ja sehr für seinen Hybridgeschmack zwischen "teeniecool" und "aaaaaaaaw, so süss!" und genau das spiegeln die Kissen, die Bilder und die Kisten wieder.

(Für das Kleingedöns ist das höchste Lob: "Boah, Mami, Geschenke hast du echt drauf.")








Beim Abendenssen (totaler Eskapismus: Pizza auf dem Pizzastahl, draussen auf der Terrasse bei Lagerfeuer genossen) haben wir erst in Erinnerungen über vergangene Urlaube geschwelgt. Es scheint ja verschiedene Schulen für Urlaub mit Kindern zu geben,  die einen sagen: was soll man in die Ferne schweifen,  für die Kinder ist alles toll, wir hingegen waren halt fast immer da, wo WIR hinwollten und haben das ganze dann mit Kinderbedürfnissen abgeglichen. Ich habe natürlich keinen Vergleich (doch, ein bisschen schon, ich war als Kind nämlich erst IMMER in Dänemark und dann IMMER auf Korsika und es war fast immer toll, bis auf die hardcore Pubertätsurlaube, aber da hätten wir egal wo hinfahren können und ich hätte es doof gefunden), auf jeden Fall  fand ich unsere Familienurlaube immer toll und die Kinder auch, auch wenn sich L. natürlich an ganz andere Dinge aus seinem ersten USA-Trip erinnert als ich. Die Story, wie er in Seaworld unter der Klotür durchgetunnelt und verschwunden ist, und die, wie er vor dem Godafoss stand und selbstbewusst meinte: "AHA! Wenn ein Wikinger seine Götzenstatuen da runter wirft, gibt es ein Schild, aber wenn ich eine GEFUNDENE  ANGEBISSENE KAROTTE runterwerfe, dann sagt ihr "Geh nicht so nah an den Rand"?!", die bleiben natürlich legendär.  Anyway, wir haben es geschafft, uns fast ein wenig in die Haare zu geraten ob der Urlaubsplanung 2021 und 2022, weil es natürlich nicht nur von der politischen Entwicklung abhängt (USA erst wieder post-Trump), sondern auch von der epidemiologischen (Transatlantikflug 2021? Nicht unbedingt!) und der klimatischen (Kinder: "Skandinavien ist NICHT Strandurlaub, wie wir das meinen!" vs Eltern: "Wir fahren in den Sommerferien nirgends hin, wo es heisser ist als daheim"). Aber in a good way, weil wir natürlich mehr oder weniger unbeschwert Pläne für alle Eventualitäten machen. (Mein aktueller Plan für post-Trump und post Covid: Vancouver -- Kayak-Camp mit Kingfisher vor Vancouver Island - Roadtrip über  Seattle - Portland-Napa-San Francisco-(evtl Yosemite) -L.A. - Big Sur - San Diego und dann chillen in Del Mar)

Nun denn, das alles ist Zukunftsmusik. For the time being freuen wir uns auf Ausschlafen morgen, Pfadi-Übung, Stadtbummel in Basel, und so Kleinkram wie die Einmalmaskenetuis, die ich, it's a first, via eine Instagram-Werbung bestellt habe. Und planen zB keine Kurztrips für die anstehenden Herbstferien, because crazy Infektionszahlen in der Schweiz (NICHT in unserer Gegend, aber die Schweiz ist natürlich überhaupt sehr klein).

Gegessen:

ACHTUNGACHTUNG keinen Honigtoast, sondern Special K mit roten Früchten (mit einem Schwapp Schwarzwaldmilch, weil kalt kriege ich Hafermilch nicht runter)

Reste (= Tomatensuppe mit Reis für mich, Erbsencurry mit Reis für den Hübschen, Schupfnudeln mit Speck und Ei für L.), weil nur 35min MIttagspause

Freitagspizza

Gelesen: "Das Buch Ana"

Gesehen: "Succession"

Stressleveldurchschnitt gestern: 36

Selbstbeweihräucherung. KEIN KOPFWEH