Dienstag, September 15, 2020

150920 Crazy days

 Heute nacht um drei musste ein Kind aufs Klo, das ist ja an sich gsd schon lang kein Grund mehr für mich aufzustehen (aufwachen tue ich doch meist, weil WAS IST LOS? KOTZT WER? EINBRECHER?!), dabei ist aber die kleine Katze aufgewacht und hat gedacht, wir alle hätten verschlafen und es ging eine Zeitlang, bis wir alle wieder geschlafen haben. Dann kam Jonny um halb sechs und dachte, es wäre wirklich Aufstehzeit, aber naja, ist halt so.

Arbeit: keine wirkliche Entspannung, das liegt einerseits an den beiden Riesenproblemblöcken, die ich in no time zu bewältigen habe, aber zu einem signifikanten Teil auch an der Attitüde einiger Teammitglieder. Ich glaube, das Beispiel mit dem brennenden Haus hatte ich schon mal gebracht, oder? (Ja, habe ich, Punkt 4, anderer Zusammenhang, aber genau das, was ich grad fast nochmal geschrieben hätte) Nun ja, in diesem Zusammenhang war es dann extrem erfrischend mit einem mir bisher unbekannten Kollegen aus der Logistik eines Standorts, den ich bisher auch nicht kenne zu telefonieren, weil: egal wo, egal wer, Produktions-/LogistikkollegInnen sprechen überall die gleiche Sprache. Gemeinsames Mantra, wenn man auf dem richtigen Fuss startet (und ja, dabei hilft es, die gleiche Sprache zu sprechen, auch wenn ich jetzt mit meinem Wechsel auf die Qualityseite eigentlich per definitionem auf der anderen Seite stehe, die man wachsam beäugt): "Es isch wies isch, mach mas beschdi drus".

Das Problem wird nicht kleiner, wenn man sich NICHT angiftet und ein bisschen Galgenhumor mitbringt, aber das Beseitigen macht viel mehr Spass (und weniger Zähneknirschen und Kopfschmerzen). Immerhin habe ich es schon soweit geschafft, dass mir diskret mitgeteilt wird, wenn an mir vorbei eskaliert wird und ich feiere mich für den Spin, den ich der eigentlich zu dem Zeitpunkt schon verschickfertigen Zusammenfassung daraufhin gegeben habe, der anscheinend einiges an Wind aus welchen Segeln auch immer genommen hat. Ich bin noch meilenweit davon entfernt, mich wie Frau Novemberregen aus reiner Freude am Vorgang zu streiten, aber ich werde besser.

Nun denn. Q. hatte seinn Englisch- und seinen Deutschvortrag (den haben wir gar nicht zur Probe gehört, soweit kommts also!) heute und ist ganz zufrieden. L. ist einfach glücklich, so wie es im Moment läuft, macht in jeder freien Minute mit seinem besten Freund ab und diese Phasen muss man auch mal zelebrieren.

Das Stundenabbauprojekt lief heute nicht so toll (ich habe um viertel vor sieben angefangen zu arbeiten, habe eine halbe Stunde Mittagspause INCL Kochen gemacht, habe bis auf zwei Sturzkaffees und ein paar Mal Klo keine einzige Pause gemacht, aber immerhin das letzte Meeting bis halb sieben auf dem Crosstrainer abgestrampelt. Was ich auch im Homeoffice gelernt habe: die Diskussion und Agenda so zu antizipieren, dass man in dem Moment, wo man was sagen muss oder möchte, gerade bei Atem ist und nicht entmutet und erstmal alle mit creepy Keuchen erschreckt), vielleicht bin ich deshalb so kaputt, wie ich halt kaputt bin, sowohl kopfmüde als auch körpermüde.

Der Hübsche darf aussuchen, ob wir als nächstes "Little big lies" oder wie das heisst anschauen oder "Succession", ich häkle einfach eine Stunde und dann gehe ich schlafen, morgen wird ein spannender Tag, ich muss arbeiten wie bekloppt hole meine Gleitsichtbrille (ich bin so gespannt, ob mir schlecht wird und halleluja, gottseidank kann das Auto ganz alleine fahren!), gehe mit L. zum Zahnarzt, da können ja gleich zwei Sachen gut gehen!

Gegessen:

Honigzopf

Pflaumen

Couscoussalat mit gebratenen Pilzen

Ikea-Gemüsebällchen, Rest Couscoussalat, gebratene grüne Bohnen (der Rest hatte die veganen Fleischbällchen, Kartoffelbrei und die fertige Ikea-Sosse, die ich ultragruselig finde, aber die Familie war unglaublich ob meiner Kochkünste, was will man mehr)


Gelesen: zwei Seiten von "Das Buch Ana"

Gesehen: s.o

Stressleveldurchschnitt gestern: ich bin zu erschöpft, um zwei Stockwerke raufzulaufen, aufs Handy, das dort am Laden ist, zu schauen, wieder runterzulaufen und die Zahl hier einzutöckeln. Das sagt auch was.

Selbstbeweihräucherung: die Fassung bewahrt, in den allermeisten Fällen heute. (und alle, die behaupten, Multitasking ginge nicht: ich habe heute in einem Meeting ein extrem komplexes Thema einem Publikum, das keinerlei Hintergrund dazu hat, erklärt, eine Entscheidung vorgeschlagen und endorsed bekommen und parallel in 5 verschiedenen Chatkanälen 5 verschiedene andere Themen weiterbegleitet, ohne ein einziges Mal die Produktnamen zu verwechseln oder ein einziges Mal ins falsche Chatfenster zu tippen. (Habe ich erwähnt, dass ich müde bin? Ja? Gute Nacht)