Samstag, Juli 28, 2018

Sturmfrei!

Gestern abend haben wir, wie gefühlt die ganze Welt, Frisch geduscht und im Pyjama auf die Mondfinsternis gewartet. Erst haben wir in die falsche Richtung geschaut, dann... tja. Die Bilder, die der Hübsche mit der Spiegelreflex gemacht hat, sehen schon toll aus, aber so insgesamt ist man halt doch durch Livestreams von der ISS oder dem zum Mars (oder dran vorbei)cruisenden Spaceman verwöhnt, und ein blasser rosa Mond (ohne dramatische Hintergrundmusik) ist nur so mittelspannend. Nett war es, gefühlt alle Nachbarn im Dunkeln im Pyjama draussen zu treffen und das Pärchen, das sich wieder einmal lautstark stritt (ich bin nicht mehr ganz auf dem laufenden, ob das noch dieselbe ist und ob das Baby, das dort manchmal gehütet wird, irgendwie dazugehört), hatte sicher nicht mit so viel Publikum gerechnet. Als der Mond dann wieder aus dem Schatten herauskam (bittedanke keine Erklärung, wer da wo herauskam und wie das astronomisch korrekt ausgedrückt wird), fand ich es ann aber doch nochmal sehr hübsch und holte Q. nochmal aus dem Bett.

und ja, erst haben wir den Mond in der falschen Richtung vermutet.

Wie gut, dass wir eine Drohne haben, die ums Haus herumschauen kann

Das Oberdorf: ein Eldorado für Fans des rechten Winkel









Heute morgen dann: früh aufstehen, weil die Kinder ja heute ins SoLa abreisen. Ordentlich sonnengecremt, mit einem ordentlichen Frühstück im Bauch und Lunch im Rucksack* ging es zum Bahnhof und ach, das wird sehr super! Die Wölfli müssen eine sehr, sehr schweres Paket nach Lummerland bringen  und die Pfadis wurden spontan vom einem Milliardär zu einer Weltreise eingeladen. Dafür bekam jeder einen persönlichen Reisepass mit Platz für 15 Stempel, das ist so unglaublich liebevoll vorbereitet! Ich bin ja mal gespannt, ob Q. sich entscheidet, doch die ganzen zwei Wochen zu bleiben. Bisher möchte er nach einer Woche heim, aber ich schätze mal..... mit 30% Wahrscheinlichkeit bleibt er dort.

Wir wussten dann erstmal gar nicht, was tun, der Hübsche nickerte weg, ich schnitt ein Geburtstagsshirt für Q. zu (er hat genaue Vorstellungen) und machte dann auch noch ein Nickerchen. Mit einem extreme kuscheligen Jon (er ist sooooo süss! Sansa natürlich auch, aber sie hält lieber ein bisschen Abstand). Ich bin gestern zum ersten Mal seit Januar mit einer schnurrenden Katze im Arm eingeschlafen und war grad mal sehr wehmütig. Aber Jon macht es nix aus, wenn sein Fell nassgeweint wird.











Der Hübsche hatte dann noch eine grossartige Idee für Q.s Geburtstag (der ist nämlich sehr, sehr wunschlos glücklich oder eher unglücklich, weil ihm nichts einfällt. Falls Sie zB Sekundärliteratur zu den Avengers empfehlen können, das ware super. Er hat gestern ganz unglücklich gemeint, dass er zB kein Buch findet, in dem die unterschiedlichen Features der verschiedenen Generationen von Ironman-Anzügen einmal eingehend betrachtet und bewertet werden), für die wir erst in einen Stoffladen (meine Güte. Ich bin der Nähwelt ja schon einige Zeit entwachsen, aber auch zu meinen aktiven Hochzeiten wäre ich hoffentlich von dem Geschiss genervt gewesen, mit dem die Frau vor mir stundenlang Kinderjerseys ausgesucht hat) und dann in das Carhartt-Outlet mussten. Na, haben Sie eine Idee, was das werden wird?

Auf dem Rückweg besorgten wir noch was (auch für den Geburtstag) bei Ikea und jetzt gibts Marillenknödel.

Stressleveldurschnitt gestern: 18
Selbstbeweihräucherung: Die Semmeln verteidigt. Und mit dem Hübschen eine sehr gute Idee auf den Weg gebracht


*Die Katzen, nech? Das meiste Essen lecken sie nur an, aber bei jeder Art Aufschnitt drehen sie hohl. Ich habe, ich schwör, eine Zehntelsekunde die Schachtel mit dem Aufschnitt aus den Augen gelassen, weil ich L fragte, ob er eine Scheibe Essiggurke auf sein LKW* möchte, und zack, rannte Jon mit  4 Scheiben kaltem Braten im Maul davon und Sansa schlug die Krallen in den Parmaschinken. Als wir ihnen alles abgejagt hatten, die belegten Semmeln in Tüten und die in die Rucksäcke verpackt hatten, wollten wir uns zum Frühstück setzen, da fingen die Katzen an, die Rucksäcke aufzubeissen. Street credibility like a pro! (und dann ab ins stille Zimmer, sorry).

*Leberkasweckle :-) (Obwohl mir bei "Weckle" statt Semmel die Fussnägel zucken und man hier natürlich auch nicht Leberkas, sondern Fleischkäs sagt, aber ich mag die Abkürzung)