Montag, März 26, 2018

Sommerzeitsmontag

Ich verstehe das ganze Zeitumstellungsmimimimimi eh nicht, aber wir haben eine idiotensichere Methode gefunden, um das zu umgehen. Am Zeitumstellungstag lasse man ein Haus voll 8-9-Jähriger Party machen bis in die Puppen und am Zeitumstellungssonntag lasse man sich von der Truppe total übermüdeter Kinder um halb sieben aus dem Bett werfen. Der Sonntag vergeht in einer unwirklichen dämmrigen Katerstimmung, alle gehen halbwegs vernünftig früh ins Bett und ganz geschickt ist es dann noch, wenn Sie am nächsten Morgen das Kind mit Kuchen in die Schule begleiten wegen Geburtstag und Küken anschauen, und dementsprechend den Wecker eine Stunde später als sonst, also genau gleich wie sonst stellen. Kapiert? Macht nix.
Wegen Kuchen und Küken war ich dann heute statt um 7 erst um 9 im Büro und ich sags mal so: zwei Stunden weniger am Tag, das merkt man schon, von dem, was man so schafft! Abgesehen davon, dass die Zeit morgens, wo es noch recht ruhig ist, einfach fehlt.
Immerhin ist jetzt richtig Frühling hier und auch wenn ich eigentlich das Ziel habe, erst mal nix mehr zu Anziehen zu kaufen, weil: ich hab alles, was ich brauche, konnte ich bei diesem Kleid doch nicht nein sagen. (Ich habe es erstmals über mich gebracht, gleich nur S zu bestellen und ... es könnte noch schmaler sein. So sitzt es sehr gemütlich, auch nicht das schlechteste, falls ich mal wieder Linsensalat mache. Oder Kichererbsen, davon habe ich auch noch einiges auf Vorrat)


Heute dann: viele Meetings geleitet, demenstprechend viele Minutes geschrieben, mich über ostentativ desinteressierte Kollegen geärgert (ich empfinde es schon als grenzwertig unhöflich, in Meetings auf dem Laptop rumzutippen, in Marathonmeetings mit irre vielen Beteiligten, die immer nur für kurze Zeit dran sind, verstehe ich das annähernd, aber wenn eh nur 5 Leute eine knappe Stunde zusammensitzen und man dann dank fehlender Privacy-Folie auch noch sieht, dass der Tipper nicht mal kurz die Firma oder die Welt rettet, sondern ... im Internet surft, dann nervt mich das. Ich überlege mir noch, wie ich das anspreche. Immerhin kenne ich mich gut genug, dass ich weiss, dass eine spontane Unwillensäusserung sehr unsachlich ausgefallen ware und das möchte ich mir nicht nachsagen lassen.)


Zum Abschluss Performance Review und hui, es ist schon sehr grossartig, gesagt zu bekommen, dass man merkt, mit wieviel Begeisterung ich bei der Sache bin und auch anerkannt und geschätzt wird, dass ich mir halt nicht nur die Rosinen rauspicke (für fancy Glamourprojekte begeistert sein, das ist ja einfach), sondern halt auch das ganze nervige Drumrumzeug, das zum Teil halt sehr unglamourös ist, aber dafür umso mehr Arbeit macht, einfach mache. Das finde ich sehr schön, weil ich mir schon manchmal dachte: "Du bist ja auch doof, Du machst das einfach, weil es halt erledigt werden muss, andere warten bis zum letzten Moment, schreien dann "Oh Gott, das ist unglaublich viel Arbeit, das kann doch nicht Euer Ernst sein, das schaffe ich jetzt aber nicht" und hm, die Welt geht auch nicht unter. Anyway, ich freue mich und "Bleib bitte so, wie Du bist (mit ein bisschen weniger Überstunden)", was könnte man sich Besseres wünschen?


Heimweg dann mit L. und Turnkollegin, mit Besichtigung des Bachs und Weihers, ob schon Kaulquappen drin sind, mit Streicheln der Heimwegkatze (übrigens: ich werfe es mal so unverbindlich in den Raum: Wir wünschen uns, dass spätestens zum Herbst, frühestens ab August zwei Katzenbabyschwestern hier einziehen. Falls Sie also hier ungefähr aus der Gegend sind, Katzennachwuchs planen (oder auch davon überrascht warden) oder was sehen oder von jemandem hören, denken Sie doch an uns.), einer Diskussion darüber, was einen den speziell oder grossartig machen könnte (L. ist ein bisschen besorgt, dass er vielleicht nur NORMAL ist. Das kommt von den ganzen Superheldenstories...), Abendessen, sporteln, Wäsche, all das.


Selbstbeweihräucherung: das hat heute schon mein Chef übernommen, da muss ich nix mehr sagen.