Mittwoch, Februar 28, 2018

Put put

Immer noch kalt, aber ich habe das Gefühl, es wird milder. Oder ich bin schon dran gewöhnt. Oder meine neue Skijacke, die ich heute anhatte, ist wirklich, wirklich warm.


Little L. hat übrigens neu nach den Ferien in der Schule das Thema "Huhn". Auf dem Weg vom Turnen am Montag vom Dorf nach oben hat er mir mehr oder weniger alles erzählt, was er sich am ersten Tag schon aus dem Vortrag von jemand von einem Tierschutzverein gemerkt hat. Neben Haltungsbedingungen und den verschiedenen Anforderungen für die Label Käfig, Freiland, Bio und noch irgendwas anderes ging es auch um Sandbaden, Kükenschreddern, "Hühner sind keine Vegetarier und manchmal fressen sie sogar Mäuse" (das kann ich mir immer noch nicht ganz vorstellen) und "Sie müssen immer wieder Steine fressen, damit wird das Essen in ihrem Magen dann zu so einer Art Smoothie zermatscht" (ich habe jetzt Kopfkino von Mäusesmoothie) und endete mit "Können wir auch Hühner halten?"


Damit warten wir jetzt nochmal ein bisschen, was ich aber grossartig finde, ist wieviel Herzblut L.s Lehrerin in das alles steckt (also: jetzt nicht nur in die Hühner, das war mit den Eichhörnchen, Pinguinen, dem Einmaleins und dem Abschätzen von Grössenordungen und was noch nicht alles, genauso). Gestern hat jedes Kind ein Ei zum "Brüten" bekommen, das sie (RUSSENPEITSCHE!) immer sicher und warm halten sollten. Gottseidank kein echtes, weil kein noch so guter Eierflieger hätte Little L.s Ei auf dem kürzesten Weg vom zweiten Stock, wo ihr Klassenzimmer ist, bis ins Erdgeschoss, wo es ihm aus der Achselhöhle ("Da ist es superwarm, Mami!") rutschend aufschlug, beschützen können.
Ausserdem brüten sie aktuell gerade auch 10 echte Eier aus (also: nicht in Achselhöhlen, Umhängetaschen, Hosen- und Jackentaschen oder Kapuzen, sondern in einer echten Brutmaschine. Sie hoffen, dass sie bei ein paar das Schlüpfen beobachten können und planen, sich eine Woche um die Küken zu kümmern, bevor sie die dann im Sekretariat schreddern (NEIN, NATÜRLICH NICHT!) auf einene Bauernhof kommen. (Wobei L., glaube ich, schon ein bisschen darauf hofft, dass wir uns das mit "Ne, danke, wir brauchen kein Huhn" noch mal überlegen.). Ich finde das so schön, zu sehen, wie da jemand seinen Beruf mit Liebe und Begeisterung ausübt und ich hoffe, dass sie das lange beibehalten kann, und hoffentlich Befriedigung daraus zieht, wie begeistert ihre Schuler das an. und aufnehmen. Wir sind echte Glückspilze, dass unsere beiden Jungs das jeweils ihre ersten drei Schuljahre erleben durften und dürfen.


Sonst so: ich hatte heute in Training zum Thema "Blablabal new oversight model" und gestern abend hat ein Kollege nur kurz gemeint "Haha,Abteilung xy sucht das neue oversight model" und es könnte sein, dass ich mich darüber köstlicher und länger amüsiert habe und  mit dem Kollegen aus Neuseeland, neben dem ich sass, sehr viel Spass hatte, weil wir immer auf "Someone is going to cry, for sure!", "Wait, the next show will be the re-styling!" "und als es dann darum ging, wer in Zukunft Core und wer nur Extended Member sein wird, da ist mir leider ein "Und für dich habe ich leider kein Foto" rausgerutscht.


Sonst: gute Neuigkeiten aus Italien, ist man ja so auch nicht mehr gewohnt, Kollegen aus Italien empfehlen auf gar keinen Fall über Neapel zu reisen, weil keine Autobahn über die Berge, das will keener, der es vor allem eilig hat von A nach B zu kommen. Italientrip angeplant, dann noch TC mit Italien, mit gemischten Gefühlen, weil erstens alles ganz dringend schnell unterschrieben werden muss, andererseits aber eben noch ein paar Punkte aufgefallen sind, die so nicht bleiben können. Einer von denen ist schon lange ein Diskussionspunkt und wir kamen da nicht so richtig vorwärts, hatten uns zähneknirschend auf einen Kompromiss geeinigt, heute morgen dann die Ansage: "Ja, unser Management hat entschieden, dass wir das doch anders machen und zwar noch viel weniger so als ihr das wollt." Tja nun. Wir wollen das ja nicht nur so, weil wir es halt so wollen, sondern.... weil es wissenschaftlich richtig und korrekt und aus GMP-Sicht gefordert ist. Ich Fuchs (also: das war gar nicht so geplant, aber es ging sich so aus und war wirklich gut!) habe aber meine italienische Quality-Kollegin mit ins Call genommen und die hat dann auf italienisch die Details ausdiskutiert (ich habe durch das Projekt so viel Pharma-Produktions-Italienisch aufgeschnappt, dass ich dem Ganzen durchaus folgen konnte und -auf Englisch- mitdiskutiert habe, und so sind wir immerhin wieder beim ursprünglichen Kompromiss gelandet mit Aussicht auf: "Langfristig muss das anders werden."


Daheim Eislaternen mit Kerzen bestückt, Steuererklärung eingetütet, Sportprogramm nach vorsichtigem Start am Montag wieder auf das normale Mass hochgefahren: läuft und tut gut. So sehr.


Mittags mit den Kollegen aus dem alten Büro (mittlerweile verteilt in alle Winde, aber ich Fuchs habe bei meinem Gehen damals einen monatlichen "reunion lunch"-Termin eingeführt, den wir seit fast drei Jahren einhalten) gegessen, erstaunlich fade Falafel aus der Kantine, über die Hochzeit, für die das Kleid ist, geplaudert (ich bin ja schon froh, dass ich so was nicht mehr organisieren muss. DAMALS war ich ja noch jung und tiefenentspannt, heute wäre das .... anders.), abends mit den Kindern in Schichten (erst L., dann Q., der beim Training war) Flammkuchen gegessen, mich gefreut, dass das Superburschigeschenk als "Beiladung" abgeholt wurde (der Hübsche jat nach der Auftragserteilung auf einmal lauter katastrophale Reviews über das Unternehmen gelesen und ist nun sehr nervös))




Selbsteweihräucherung: das italienische Problem haben wir echt gut gelöst gekriegt. Ich bin echt stolz auf mich, dass ich nicht in meiner (in dieser Situation wenig zielführenden) direkten Art von "So geht das nicht, das ist inakzeptabel, so interschreibe ich das nicht und compliant ist das mit nix" gelandet bin, sondern einmal klar gemacht habe, was mein Problem mit dem Ganzen ist und dann die Kollegin rangelassen habe. Wobei ich kurz überlegt habe, das Lied vorzuspielen, aber das wäre auch der falsche Zeitpunkt gewesen, deshalb hier nochmal:




Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Oh ja, bitte das Lied abspielen, zu großartig! Herzlich, Sunni

Katrin hat gesagt…

Ich kann Ihnen aus Erfahrung versichern, dass Hühner Mäuse fressen. Also wenn sie vorher eine Katze getötet und liegen gelassen hat. In unserem Fall. Dann mit großem Vergnügen.

PaulineM hat gesagt…

Brillianter Song!

Caramelia hat gesagt…

Der Compliance Song ist ja genial. Ich hätte das SO oft schon gebraucht, wo finden Sie diese Schätze nur?? Sensationell gut.

nocheinglaswein hat gesagt…

Das Lied - der Hammer - habs gleich in meinem Büro verschickt - überall summen, pfeifen, ...

Frau Brüllen hat gesagt…

Das Lied hat uns unser Chef mal zur Audit-Vorbereitung (ich glaube, es war Swissmedic) geschickt :-)

Frau Brüllen hat gesagt…

@Pauline: danke für die Info! L. und ich haben v.a. überlegt, wie so ein Huhn eine Maus erlegt. L.s Freundin hatte die Idee, vllt mit dem Fuss so lange draufsteigen, bis hinüber, aber Katze ist natürlich elegant!

kaltmamsell hat gesagt…

Hühner fressen alles. Ich habe die Hühner meiner italienischen Tante zu Testzwecken mal mit Holzkohle gefüttert (also also Kind): War schnell weg.

Anonym hat gesagt…

Ein Bild von der Eislaterne hier oder auf Instagram wäre super! Lg Madita

kvinna hat gesagt…

Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie ein Huhn eine Maus erlegt und gefressen hat und die war quietschfidel - jedenfalls zu Beginn der Aktion. Nachher nicht mehr.

Im Hühnerauslauf meines Großvaters hatte ich eine Henne beobachtet, die offenbar aufgeregt versuchte, an etwas zu gelangen, das sich hinter einer an die Wand des Hühnerstalls gelehnten Steinplatte befand.

Neugierig, wie ich heute noch bin, ging ich hin und richtete die Platte auf. Eh' ich noch begriff, dass es eine Maus war, die da panisch davon flitzte, hatte die Henne schon zugehackt und rannte mit dem sich windenden Pelztier davon.

Wie Hühner das nun einmal so machen, schließlich könnten die Artgenossinnen ihnen den Leckerbissen wegschnappen wollen.

Das Ende der Maus konnte ich dann aus der Entfernung mit ansehen und verschweige mal den blutigen Rest.

Caramelia hat gesagt…

Ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass auch vermeintlich vegetarische Haustiere (in meinem Fall Kaninchen) durchaus töten können. Unser Kampfkarnickel Felicitas hat Tauben in ihr Futterhaus im Garten gelockt (aka Körnerfutter draussen verstreut), diese dann, sobald sie im relativ kleinen Häuschen waren, erschreckt. Die Taube ist hochgeflattert, hat sich den Kopf am Dach gestoßen und war benommen, um sodann von Felicitas totgetrampelt zu werden. *hüpf hüpf hüpf* Taube tot. Und das ganze nicht nur einmal. Unsere zwei Kaninchen haben sich auch mit Begeisterung über das Trockenfutter der Nachbarskatze hergemacht ...