Dienstag, Juli 25, 2017

#noerdstrom Tag 17: Løkken

Wer hätte das gedacht: nachdem wir beim ersten Checken des Wetterberichts für Nordjütland diese Woche noch in Stavanger kurz in Schockstarre und dann in Zweckoptimismus verfallen sind ("Ja mei, besser als da wo wir wandern wollten. Und wir haben ja voll viel Platz und Kamin und Whirlpool und Sauna!"), schien heute den ganzen Tag die Sonne. Von den Temperaturen her sind die 18-22°C hier genau mein Wohlfühlbereich dazu der Wind, der Sorgen wegpustet (das von den Katzensittern schickte Video unserer beim Bürsten laut schnurrenden Katze trug massgeblich zur Sorgenfreiheit bei!), das ist einfach perfekt.

Die lokale Fauna begrüsste uns heute morgen übrigens nicht mit einem Hasen im Vorgarten, nein, diesmal war ein kleiner Vogel durch die grosse Terrassentür ins Wohnzimmer geflogen und fand nicht mehr raus. Während Little Q. und ich noch Strategien zum Fangen abwägten ("In der Schule haben wir das mal mit einem Handtuch gemacht!" "Ich hab bei meinen Kanarienvögeln früher immer da Zimmer abgedunkelt!") hatte der Hübsche das Vögelchen schon in seiner Hand und liess es draussen frei. Trotz kleinem Dotz gegen eine Scheibe von innen flog er anscheinend unverletzt seiner Wege.

Ansonsten kann ich stolz vermelden, dass unsere Wäsche endlich trocken ist :-), dass wir endlich einen Briefkasten für die einzige handgeschriebene Karte, die wir verschicken (Little L. an seine Klasse, gekauft am ersten Tag in Oslo im Wikingermuseum, allerdings gabs da und in GANZ Norwegen keine Briefmarke dafür, erst in Dänemark), gefunden haben und das Thema nun auch vom Tisch wäre.

Ausserdem habe ich mir zum zweiten Mal in diesem Urlaub Blasen an den Händen geholt (das erste Mal war beim Abseilen am Buarbreen), und zwar beim Lochgraben am Strand. Kollateralschäden eines wunderbaren Tages.

Eben: wir waren mehr oder weniger den ganzen Tag am Strand. Dank Wind kam es einem draussen kühler vor als es war und dafür im Wasser (16°C) wärmer, als man das zB daheim bei 38°C finden würde. Die ganze Familie hat gebadet und fand es super. Little L. hat unglaublich viele Löcher gegraben (und graben lassen), ich habe ein (okayes, aber der erste Band hörte mit Cliffhanger auf, deshalb musste ich es lesen) Buch ausgelesen und ein neues (amazon Affiliatelinks) angefangen. Ich weiss nicht mehr, wer es im Internet empfohlen hat, aber es lässt sich sehr, sehr vielversprechend an.

So war das 2011 (was waren die da niedlich und winzig)

Reenactment 2017







Es war ... windig :-)

Strandkabinchen gehen immer noch :-) (Sie sehen aus wie Dobby!)




Der Hübsche ist eine Runde Rennen gegangen (und weiss jetzt, wie anstrengend Gegenwind ist), wir haben eine Sonnenuhr gebaut, unsere alljährliche Urlaubswasserflasche Sand abgefüllt (das machen der Hübsche und ich, seit wir das erste Mal zusammen in den Ferien waren. Bei der Abreise von Kauai damals waren wir uns nicht sicher, ob wir verhaftet werden würden wegen Pflanzendiebstahl oder so. Diesmal ist es, dem Anlass angemessen, eine norwegische Wasserflasche voll dänischen Sands).

Wegen immer noch Traumwetter haben wir die Abendessenpläne von Nudeln mit Sosse auf Grillen umgeändert und dafür noch schnell im Ort eingekauft. Ich weiss nicht, ob wir uns mittlerweile angewöhnt haben, sehr wenig Fleisch zu essen, oder ob die dänischen Supermärkte auf Urlauber mit unglaublichem Fleischhunger ausgelegt sind, aber Würstl nur in 5kg-Paketen und minimum 8 Nackensteacks in einer Packung, das ist mal ... hui. Nun ja, müssen wir halt nochmal grillen.
Beim Salat- und Bruschette-Machen habe ich dann noch ein wenig über Projektionen, Anmassung und Heiligenverehrung, sei es nun katholisch oder virtuell, nachgedacht, und dann irgendwann gemerkt, dass ich da für mich selber zu einem Schluss gekommen bin, der für mich Sinn macht und dank dessen ich aufhören kann "IHR HABT DOCH ALLE KEINE AHNUNG" zu denken, den ich aber (ich bin doch nicht irre :-)) für mich behalten werde.

Jetzt ist das Essen fertig und weil draussen schon alles fürs Abendessen vorgesehene Brot verdrückt wurde  ("Wir dachten, das wäre so eine Art Apero") und ich das fürs Frühstück gedachte anbrechen musste, habe ich das Gefühl, ich sollte da schnell mal rausgehen, um noch was abzubekommen.