Freitag, November 11, 2016

Visitenkarte? Och nöööö

Ich gehe morgen auf die erste schweizer Elternbloggerkonferenz, die "Swissb Blog Family". Das ist zwar nicht meine erste Bloggerkonferenz, ich habe mich ja immerhin zweimal ins Getümmel bei der re:publica gestürzt, aber das waren soooooo viele Leute, da ging man als einzelne eh unter, es gab keine Teilnehmerliste und mal ehrlich? ein paar 1000 Blogs und Twitteraccounts nachzulesen, um rauszufinden, wen man vielleicht trifft, das mache nicht mal ich. Morgen ist das alles eher viel familiärer, es gibt eine Liste der Teilnehmerinnen (ich habe das Gefühl, richtig divers ist das morgen nicht, wobei: Frauenzählen ist ja nur ein Teilaspekt von Diversity....), von denen ich ein paar sogar schon lange lese, ein paar habe ich sogar schon ein paarmal getroffen, da freue ich mich schon sehr drauf. Das Gros kenne ich aber nicht, ich habe das Gefühl, meine Filterbubble ist nicht (mehr) so besonders elternbloglastig. Ich bereite mich aber ja nun auf alles und jedes vor und so bin ich also seit ein paar Tagen dabei, immer mal wieder bei den mir unbekannten Bloggern vorbeizulesen.
 
Heute ist mir dann siedendheiss eingefallen, dass das ja vielleicht auch die anderen machen. Und seitdem überlege ich krampfhaft, was ich denn heute bloggen soll. Ich wollte ja eigentlich ein paar lose Enden erledigen, zB die Hermes-Geschichte fertig erzählen, vom Happy End der #lepralove-Story erzählen, und genau dann ist mir eingefallen, wie das das letzte Mal ja schon ein wenig sideways ging, als Little Q.s Klasse genau an dem Tag googlen übte und Q. ihnen von "meine Mami hat ein Blog, wie ihr wisst nicht, was das ist, ich zeigs euch!" erzählte und die gesamte 5c incl Klassenlehrer meine Fusshornhautberichte las. Also nicht das perfekte Thema für einen ersten Eindruck.
Andererseits: was solls, ich neige eh dazu, in verkrampften Situationen nur um angestrengtes Schweigen zu vermeiden draufloszubabbeln, dann ist das ja schon mal ein ganz guter Anfang.
 
Also: Hermes. Mir war ja zugesichert worden, das Paket wäre dann am Montag spätestens in dem Pakethop, von dem die Sendungsverfolgung die ganze Zeit schon behauptete, da würde es liegen und auf mich warten. Am Mittwoch (zwei Tage Puffer wegen Erfahrung) bin ich also extra eher aus der Arbeit nach Hause und mit dem Auto über die Grenze gefahren. Geschickterweise war die Bundesstrasse gesperrt, das war aber erst direkt an dem "Durchfahrt verboten"-Schild und der Strassensperre ca 400m vor dem Hermesladen angezeigt. Im Nachhinein hätte ich das Auto an der Strassensperre stehenlassen sollen und laufen, so bin ich der ausgeschilderten Umleitung praktisch den halben Schwarzwald rauf und wieder runter gefolgt und war EINE STUNDE später im Hermesladen. Mit einer Laune, die schon nur so mittel war. Als es dann wieder hiess: "Ne, das Paket ist nicht da!", ja, also.... sagen wir so: der Paketshopmann, der mich das erste Mal noch die Geschichte selber mit dem Hermes-Gebietsleiter besprechen liess, behielt das Telefon lieber selber, weil "die Kundin ist zu Recht sehr verärgert." Es stellte sich raus: das Paket lag immer noch in dem 10km entfernten Getränkemarkt, wo es nie hätte hinsollen und der mittlerweile auch zu hatte. Ich bin nach einem kleinen Rumpelstilztänzchen auf dem Parkplatz also wutschnaubend wieder ins Auto gestiegen und eine weitere DREIVIERTELSTUNDE durch den Stau nach Hause geschlichen. Am nächsten Morgen habe ich in dem Getränkemarkt angerufen, ja DEM Getränkemarkt, und tadaaaaaaa, es hiess: "Ja, das Päckli stoht do scho es Wieli." Am Abend also wieder: Auto, Grenze, Pampa, Getränkemarkt. Endlich, endlich, endlich durfte ich mein Paket in die Arme schliessen. Die Getränkefrau wollte erst wissen, warum ich denn erst so spät käme, unterbrach meine wutschnaubende Schilderung der totalen Hermes-Inkompetenz allerdings souverän recht bald mit "Da bin ich ja schon sehr froh, dass das überhaupt nicht mein Problem ist."
 
Und zu #lepralove: das schreibe ich wirklich wann anders, sonst gruselt es morgen alle vor mir.