Mittwoch, Mai 25, 2016

I told you so.

Wie Sie mittlerweile ja sicher mitbekommen haben, habe und behalte ich unglaublich gerne recht. Wenn mein Vorschlag, Idee, Rat was auch immer, nicht befolgt wird und es dann in die Hose geht, dann muss ich sehr an mich halten, das reflexhafte "Was hab ich gesagt?" nur triumphierend zu denken und nicht rauszuplatzen.

Ganz selten aber da wünsche ich mir, nicht recht gehabt zu haben. Ich weiss noch sehr genau, wie ich vor anderthalb Jahren prophezeit habe, dass mit diesem Konzeptwechsel die Dorfkinderkrippe binnen eines Jahres pleite ist. Was soll ich sagen? Ist sie nicht, weil die Gemeinde der Schuld einen "Rangrücktritt" gewährt hat. Deswegen werden, anstatt kurz mal innezuhalten und drüber nachzudenken, wie eine Nonprofit-GmbH, die Synergien nutzen sollte, eine seit 40 Jahren perfekt funktionierende, finanziell stabile, von einem Elternverein gemanagte Kinderkrippe so schnell an die Wand fahren konnte, spontan die Beiträge erneut um 10% angehoben.

Mir kann es eigentlich wurscht sein, ich lege auch die Anmeldebögen für die vom gleichen Träger mittlerweile etablierten Ferienbetreuungswochen mit mildem Lächeln beiseite. Mal ehrlich: ein Bogen vom Charme eines Solaranlagenförderantrags, auf dem kein bisschen angepriesen wird, was man macht, wer mit den Kindern etwas unternimmt, wo man Bilder von den Vorjahren sehen kann, wo nur draufsteht, dass man keinen Rechtsanspruch auf einen Platz hat und dass ein Tag 110CHF kostet, ich muss sagen.... da können die 17jährigen PfadfinderleiterInnen mitreissendere Flyer verfassen! (Und nein, ich verlange keine Hochglanzprospekte in Regenbogenoptik und in Comic Sans). Abgesehen davon, dass die Pfadfinder für eine Woche Lager (und das heisst 7 Tage incl Übernachtungen, mit Programm, Lernen, Gemeinschaft, Lagerfeuer, Sport und Abenteuer) 150CHF verlangen anstatt 550 CHF für 5 Tage irgendwas ohne Übernachten.
Interessehalber habe ich mir auf der von meinem Arbeitgeber veranstalteten "Holiday Camp Fair", wo sich alle Ferienlageranbieter der Region vorstellen konnten, mal Informationen gesammelt und Preise verglichen. Für  200 - 400 Franken pro Woche könnten meine Kinder eine Woche Fussballcamp im St Jakobsstadion machen oder malen oder töpfern oder Theaterspielen oder einen Filmdrehen oder Rappen lernen, eine E-Gitarre bauen, Kanufahren, Kühehüten auf einer Alm, im Zoo mitarbeiten. Oder aber für fast das doppelte in einem ungelüfteten stickigen Jugendzentrum rumhocken und nix machen. Oder vielleicht auch was ganz tolles, was man aber lieber vorher nicht sagt.

Nun ja. Ganz neu im Portfolio ist übrigens, nicht dass es heisst, ich würde hier nur lästern, ab dem nächsten Schuljahr eine Nachmittagsbetreuung der Schulkinder im Rahmen der Tagesstrukturen. Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass das nix für uns ist, aber rein interessehalber und sei es nur, um meinen Kopfschüttelmuskel zu trainieren, gehe ich natürlich zum Infoabend nächste Woche.

Und weil  manche Leute im Internet grossartig sind, habe ich jetzt dank dem jawl noch das passende Video dazu: