Freitag, Mai 08, 2015

A Camp

Mittlerweile ist ja hier die ganze Familie (wobei: der Hübsche hält sich bisher elegant raus) pfadisiert. Ich bin aus Versehen Elternrat geworden, Little Q. ist zum Leitwolf seines Rudels geworden und Little L. ist schon fast 1 Jahr dabei, obwohl die Wölfli eigentlich erst ab der ersten Klasse sind.

In zwei Wochen geht es ins Pfingstlager, da wird ca 10km mit dem Rad hingeradelt, dann Zelte aufgebaut, Latrinen geschaufelt, und dann drei Tage über dem Feuer gekocht, Pfadidinge gemacht und auf gar keinen Fall die Unterwäsche gewechselt oder geduscht.

Für Little L. ist es überhaupt keine Frage, dass er da "Klar, Mami, der Rest von meinem Rudel geht auch und ich darf neben Little Q. schlafen" mitfährt. Ich weiss noch, wie doof ich es fand, dass ich erst mit 12 ins Kirchenzeltlager mitfahren durfte, und wie grossartig ich das dann fand und so beisse ich meine Gluckenzähne zusammen und hoffe, dass sie Little L. unterwegs nicht verlieren, dass er in der Nacht keine Angst bekommt, und nicht durch Pfadiaufnahmerituale (ich habe Dinge gehört wie "Im Kofferraum von einem Auto, Mami, Mehlwürmer! Die anderen haben alle gekotzt, so cool, echt!") traumatisiert wird und konzentriere ich auf die Vorbereitung.

Und so habe ich irgendwie unseren armen Kindern, die ja nie mit uns in den Campingurlaub fahren dürfen, weil ich in meinem Leben genug gecampt habe,  versprochen, dass wir vor dem Pfila nochmal im Garten zelten. Und weil ja eigentlich heute der einzig schöne Tag vom Wochenende sein sollte, machen wir das heute. (Und ja, ich habe mich im Wetterbericht verschaut und es ist nur von einem schönen TAG die Rede gewesen und so haben wir gegen Spätnachmittag bei anrollendem Gewitter das Zelt aufgebaut und jetzt nieselt es schön, aber ich habe ja nie behauptet, dass ich flexibel wäre.).

Ich erinnere mich, dass ich früher, bevor ich Rücken und hygienische Grundbedürfnisse hatte, sehr gern in Zelten geschlafen habe.

  • Im Kirchenzeltlager zB, bevor ich mir das Bein aufgeschlitzt habe,
  • im Garten bei meinen Eltern mit meiner Schwester zusammen in einem klassischen so dreieckigen, honiggelben Zelt, das war immer toll, bis auf das eine Mal, wo wir noch vor der endgültigen Schlafenszeit wieder ins Kinderzimmer zurück mussten, weil wir uns so sehr gekloppt haben wegen weiss nicht mehr, aber ich hatte sicher recht
  • auf unserem Kalifornienroadtrip 1997 in der Halfmoonbay, in Sonoma in den Bergen, aus Versehen vor den Toren des Folsom State Prison, in Yosemite
  • und das letzte Mal auf unserem Wandertrip quer über Korsika, wo ich aber schon fast Rücken hatte und eher so keine Lust mehr auf Zelten danach.

Heute freue ich mich richtig drauf, weil wir ja erstens nicht in einer Gemeinschaftsdusche und Küche uns und Geschirr waschen müssen, weil wir ein sauberes Klo und warmes Wasser in Reichweite haben und ganz besonders, weil wir Proficamper natürlich die grosse Matratze unseres alten Bettes ins Zelt geschleppt haben und somit alles für alte Rücken parat ist.

Der Hübsche möchte jetzt auch noch die Katze mit ins Zelt zum Schlafen nehmen, das finde ich persönlich eine nur so mittelgute Idee, aber das diskutieren wir noch aus.
Im elterlichen Garten mit R.L. Stevensons "Schatzinsel" fast durch. War in der 5. Klasse, weil vorher hatte ich Kurzhaarfrisur, danach dann Brille.
Ajaccio, 1999 (?) Mein Lieblings H&M-Shirt und ich.
Half Moon Bay, 1997. Bauchfrei konnte man damals totally noch tragen.