Samstag, Oktober 11, 2014

Früher Sohn

Kaum sind wir wieder daheim und das Kind kann könnte im eigenen Bett schlafen, wandert er wieder. Wobei: gewandert ist er in den Bergen auch, also auch von seinem in mein Bett, aber da hat er dann weiergeschlafen, so bis acht oder so. Hier kam er heute morgen und 5:44h und fragte, ob er schon aufstehen und "Lotta aus der Krachmacherstrasse" anhören könne. Und als ich das nicht soooo toll fand, und meinte: "Um acht", da fragte er alle 10 Minuten, wann es denn 8 sei. "Weil: erstens, Mami, kann ich die Uhr noch nicht lesen und zweitens habe ich gar keine."
Als ich ihn dann um 6:32h auf den Wecker mit der Projektion der Uhrzeit an die Decke verwies, dauerte es nur noch 6 Minuten, bis er meinte "Juhuu, jetzt ist da eine acht, ich kann aufstehen, okay?"
Irgendwann bin ich dann mitaufgestanden, hilft ja nix, wir hatten eh viel vor und so konnte ich mein Sportelprogramm auf dem Crosstrainer grad erledigen. Ist eh am schönsten bei Sonnenaufgang.

Ich darf eigentlich eh nix sagen, ich war ja genauso. An normalen Wochenenden ist es auch niemandem aufgefallen, wenn ich um 6 oder früher angefangen habe zu lesen, nur wenn wir alle bei meinen Grosseltern übernachtet haben, da galt die Regel: "Vor halb acht wird sich nicht bewegt". Und so lag ich da auf dem bezogenen prall ausgestopften Sofa und betrachtete das Bücherregal meiner Grosseltern (Hoimar von Ditfurth: "So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen" blieb mir auf ewig in Erinnerung, neben "Die Greueltaten der Roten Armee"), die wunderbar weichgezeichneten Porträtfotos meines Vaters und meiner Onkel, zählte die Krickerl an der Wand und rechnete aus, wie lange die Nasensalbe in der Schreibtischschublade schon abgelaufen war,  zählte die Sekunden runter, bis es endlich halb acht war und ich lesen durfte. Also: alles genetisch ;-)