Freitag, Oktober 10, 2014

Das Internet und so

Während ich die letzten Tage mit den Jungs bei Frau Rage in den Bündner Bergen weilte, hatte ich nicht nur wegen zwischendrin kein Netz und kein Akku offensichtlich mehr Distanz zum Internet / meiner Filterblase als auch schon. (überhaupt sehen von 1600 bzw. 1890m viele Dinge viel kleiner aus als sonst, aber das kennt man ja)
So haben mich das #DIYgate und die darauffolgenden Hasstiraden und Gegenrants maximal die Augenbrauen irritiert lupfen lassen, ich habe da nicht mal eine Meinung dazu (und wenn ich eine hätte, dann wäre sie in etwa so oder noch eher so), heute morgen aber, als ich mich physisch ans Kofferpacken machte und auch mental wieder auf den Abstieg in die Niederungen des Alltags vorbereitete, wurde an anderer Stelle erbittert drum gestritten, wer als erster gesagt habe, dass man sich im nein, ich werde den Ausdruck, über den vor allem gestritten wurde, (den ich übrigens nicht mal besonders gelungen finde, aber ich habe auch keine schottischen Wurzeln, die man dafür vielleicht braucht,) nicht benutzen Elternblognetzwerk ach so toll unterstützt und wie toll die Gemeinschaft da wäre und dass das ja die alten Dorfstrukturen ersetze. Ich persönlich halte das weder für eine bahnbrechende Erkenntnis noch für zutreffend, wenn man sich den Ton des Streits zwischen Elternbloggern da mal anschaut. Man könnte meinen, da ginge es um die Doktorarbeit eines Verteidigungsministers ;-).
Nun ja, ich fand es da auf dem Berg, so ohne Akku und Netz und mit einem gewissen Abstand von allem gar nicht übel und hatte auf dem Heimweg dann tatsächlich erst mal so gar keine Lust mehr auf Internet und all das "sich selber so unglaublich wichtig nehmen" und habe schon überlegt, ob ich am Ende die rp15 nächstes Jahr sein lasse und vielleicht sogar eine Twitterpause mache (Blogpause geht ja nicht wegen Neujahrsvorsätzen), aber dann ist mir eingefallen, dass ich erstens ohne das Internet Frau Rage nie kennen gelernt hätte und diese wunderbaren Tage in den Bergen so nie stattgefunden hätten, dass wir näcshtes Wochenende schon wieder auf dem Weg zu den nächsten Internetfreunden sind, dementsprechend kann das ja alles so schlecht gar nicht sein.
Und dann ist mir noch eingefallen, was ich gestern nacht geträumt habe, und das ist was, wofür ich überlege, eine Crowdfunding-Aktion zu starten und das geht ja auch nur mit Internet und deswegen muss ich jetzt mal anfangen, da ein Bedürfnis zu wecken, weil die Menschen ja gar nicht wissen, was sie bisher verpassen. Ich habe nämlich heute im Traum Schokoküsse gekauft (mit dem Hübschen zusammen, der garnz realistisch im Traumsupermarkt am Zeitschriftenregal stand und laut geseufzt hat) und neben den Klassikern hellbraun/dunkelbraun/weiss/mit Kokos und Erdbeersaisonware gab es, halten Sie sich fest, eine Packung mit Schokoküssen (grosse, nicht kleine), die waren mit Glitzerpuder überzogen. Es gab grün, silber und gold. Gefüllt waren sie mit der klassischen Schokokusscreme, die grünen schmeckten nach Karamell, die goldenen nach Vanille und die silbernen nach Champagner. Sagte die Packung, gekauft habe ich sie nicht, weil der Traumhübsche so sehr seufzte und (zu Recht) bemerkte, wir wären in dem Laden, weil Kartoffeln, Milch, Joghurt und Erdnussbutter fehlten), deswegen konnte ich sie nicht probieren, aber die Idee finde ich superst. Also, ich werde dem Internet schon noch erhalten bleiben. Wenigstens, bis es glitzernde Schokoküsse gibt.