Montag, Februar 06, 2012

Offline rocks!

Mittlerweile ist nicht mehr nur Little Q. krank, nein, es hat gestern abend auch mich erwischt und heute morgen dann Little L.. So ein Zwangspausentag bietet sich direkt an für den, für Sie wahrscheinlichsten langweiligsten Post ever, aber mir stinkt das Ganze so, dass ich es loswerden muss.
Also. Wie schon lang und breit ausgeführt, wollen wir dieses Jahr im Sommer mit den Jungs erstmals eine richtig grosse Reise unternehmen. Dank unserer Freunde vor Ort war das Ferienhaus selber recht fix gefunden und fixestens gebucht, da fehlten dann nur noch Flug und Mietwagen. Und als Onlineshopper aus Prinzip und durch diverse Fernsehwerbespots darauf getriggert, dass ja heutzutage jeder alles selber besser und günstiger buchen kann als das gute alte Reisebüro, habe ich also bei den diversen Onlinereisebüros angefangen, Preise zu vergleichen.
Ist ja an sich nicht so schwer: Start in Basel (oder? Zürich? Frankfurt?), Ankunft in San Diego, Heimflug so, dass Little Q. pünktlich in die erste Klasse kommt. Langer Rede, kurzer Sinn, ich habe die für uns vermeintlich günstigste Verbindung (zeit- und geldmässig) gefunden: Basel-London-LA-San Diego-Chicaco-London-Basel, dazu einen Mietwagen und ein günstiges Angebot, weil bei BA "Raus aus dem Winter"-Sale war. Gültig bis zum 24. Januar. Füge Mietwagen und Reiserücktrittversicherung hinzu, gib Sitzpräferenzen, Passnummern, Essenswünsche ein, Kreditkartennummer ein, fertig, Zeitaufwand: ja, so ca. 2 der heiligen freien Abende. Fertig? Nein, weil "Die Kreditkarte konnte nicht verifiziert werden, überprüfen Sie Ihre Daten oder kontaktieren Sie Ihr Kreditkartenunternehmen".
Also, alles nochmal eingegeben, abschicken, fertig, aber ""Die Kreditkarte konnte nicht verifiziert werden, bitte....blablabla". Ein drittes Mal alles eingeben, mit diesem Namen kann man sich ja vielleicht mal vertippen, wieder nix. Also: die sauteure Servicenummer anrufen, rausfinden, dass das Kreditkartenlimit immer noch auf Studentenniveau liegt und damit kommt nicht mal einer von uns auf die andere Seite der Welt. Am nächsten Morgen habe ich also, gewappnet mit ganz vielen Begründungen und Versicherungen, dass wir ganz sicher immer pünktlich zahlen würden etc. bei meiner Bank angerufen und um eine Verfünffachung des Limits gebeten. Wieder was gelernt, weil anstatt mich rechtfertigen zu müssen, hiess es: "Und bis wann brauchen Sie die Erhöhung, weil 10 Minuten geht das schon.".
Also, mit frisch erweiterter Kreditkarte wieder an den Rechner (natürlich wieder an einem freien Abend, weil bei aller laid back-Attitude, Ferienbuchen während der Arbeitszeit, das wäre dann doch frech), alles noch mal eingegeben, beschlossen, dass ich doch normales Essen und nicht asiatisch vegetarisch möchte, Kreditkartendaten eingeben, fertig. Aber nein, weil "Die Kreditkarte konnte nicht verifiziert werden". Ich habe mal kurz in die Tischkante gebissen, auf dem Hometrainer einen Stapel Kalorien verbrannt und wieder bei der Servicenummer angerufen. Da hat sich dann rausgestellt, dass zwar bei jedem meiner vergeblichen Buchungsversuche das Kreditkartenlimit nicht für den Gesamtbetrag reichte, aber die niedrigeren Beträge wie Mietwagen und Versicherung jedesmal geblockt wurden. JEDESMAL! Ich hatte also auf der Kreditkarte Mietwägen für über 2200 Euro reserviert, das Gesamtlimit langte also schon wieder nicht für den Gesamtbetrag. Die nette Dame an der Hotline sagte mir aber zu, dass die Buchhaltung im Laufe des nächsten Vormittags diese Buchungsanfragen löschen würde, dann würde es noch zwei Werktage dauern, bis der Betrag beim Kreditkartenunternehmen gelöscht werden würde und dann könnte ich problemlos buchen.
Ich war immer noch nicht richtig stinkig, weil auch nach den zwei Werktagen wäre es immer noch vor dem 24. Januar. Nur leider bekam ich den ganzen Tag über keine Bestätigung, dass die Buchungsanfragen gelöscht worden wären, auf erneute (nicht mehr ganz so entspannte Nachfrage) hiess es, ja, das könne schon dauern, die Buchhaltung hätte megaviel zu tun und überhaupt, das würde schon alles werden.
Vier Tage später (ich hatte schon das Limit meiner Schweizer Kreditkarte erhöhen lassen, um evtl. doch auf diese Karte zu buchen) kam endlich die ersehnte Mail mit der Bestätigung, dass die Buchungsanfragen gelöscht worden wären. Leider, leider kam dieser Löschauftrag nie, nie, NIE beim Kreditkartenunternehmen an und alle meine durchaus höflichen (okay, die ersten drei) Anfragen beim Internetreisebüro wurden zunächst mit Standardantworten ("Da war das Wochenende dazwischen, da können aus zwei Werktagen schon mal 4 werden") abgespeist, irgendwann dann gar nicht mehr beantwortet. Die Kreditkartenleute konnten mich immerhin soweit beruhigen, dass solche Buchungsanfragen nach zwei Wochen automatisch aus dem Kreditkartensystem gelöscht würden und dann hätte ich wieder mien gesamtes Limit. Das wäre übrigens am 1. Februar der Fall. An sich super, aber damit wäre das Angebot natürlich längstens abgelaufen.... Nun ja, nachdem mittlerweile auf meine Anfragen beim Onlinereisebüro überhaupt niemand mehr antwortete, hatte ich dann doch irgendwie Hemmungen, meine nächste Kreditkarte in den Ring zu werfen und die Reise darauf zu buchen. Und es kam, wie es kommen musste, die Löschaufträge kamen nie bei der Kreditkartengesellschaft an, das Angebot war dann irgendwann abgelaufen, für die neue Summe hätte auch das erhöhte Gesamtlimit nicht gereicht und ich hatte so langsam schon gar keine Lust mehr auf Ferien.....
Der neue Plan sah also vor, das erste Onlinereisebüro mit Verachtung zu strafen, bei einem anderen alles nochmal zu suchen, einzugeben und dann hoffentlich mit der zweiten Kreditkarte zu buchen und schweren Herzens 1500 € mehr zu zahlen. Tja, und dann sah ich beim Wochengrosseinkauf vor dem Supermarkt ein kleines Reisebüro, in das wir spontan reinmarschierten und nach einer guten Stunde wieder raus: mit einer professionell gebuchten Reise (Abflug ab Frankfurt, Flughafenübernachtung im 4 Sternehotel, Autoparken für die gesamte Zeit incl., grösseres Mietauto und nur eine Zwischenlandung) für, ohne Witz, 500€ weniger als das beste Angebot, das ich online gefunden hatte.
Ich muss sagen, so sehr ich ein Fan des Onlineshoppings bin, der Vergleich von

  • Mindestesn fünf ruinierten Abenden, einem Vermögen in Telefonhotline-Kosten, Unmengen an Nerven und letztendlich einem deutlich schlechterem Angebot und
  • einer guten Stunde, perfekter Beratung incl. eben Alternativen, auf die ich nie gekommen wäre, wie das Übernachten in FFM incl. Autoaufbewahrung dort, zu einem günstigeren Preis (und das ganze Kreditkartengehampel wurde durch Rechnungsstellung sowieso umgangen)
ist relativ eindeutig, oder?
Nun denn, heute morgen habe ich noch die alten Pässe zur Botschaft geschickt, d.h.ich kann demnächst anfangen, online die Einreiseformulare für die USA auszufüllen. Braucht man ja keine Kreditkarte für, oder?

Ach ja: und für die, die wissen wollen, welches Onlinereisebüro es war: es war eins von den Grossen, nicht swoodoo, nicht opodo, nicht ebookers, weil die sind schon vorab bei der Bedienerfreundlichkeit rausgeflogen ;-).