Sonntag, März 15, 2009

Püriermutter

Ich hatte mir ja seinerzeit geschworen, meinem Kind nie Gemüse in pürierter oder versteckter Form unterzujubeln. Schliesslich schmeckt Gemüse ja gut, ist gesund und mein Kind bescheisse ich ja aus Prinzip nicht.
Die entsprechenden Tipps in Rezepten habe ich immer innerlich belächelt.
Little Q. hat ja begeistert alles gegessen, Spinat, Sauerkraut, Bohnen, alles an Obst, kein Grund zu schummeln.
Er wird natürlich nicht gezwungen, irgendwas zu essen, was er nicht mag, es wird einfach alles probiert. Eine Gabel von allem ist zumutbar, deswegen gilt die Regel: es wird nicht gespuckt.

Nun hat Little Q. seit einiger Zeit einen neuen besten Freund in der Krippe, der Gemüse aus Prinzip verweigert. Und wie könnte es anders sein? Seitdem ist alles Gemüse des Teufels. Es wird zwar (unter Protest) probiert, allerdings wird der kleinste Bissen gekochtes Gemüse mit angewidertem Gesicht und viel Wasser ohne Kauen runtergewürgt, von Lerneffekt kann also keine Rede sein. Noch so kleine Karottenstücke werden aus der Bolognese gepult, alles in allem sehr unbefriedigend.
Tja, so habe ich also letztens die Hälfte der Kartoffeln im Kartoffelpüree durch Sellerie ersetzt: so begeistert hat Little Q. es noch nie verspeist (er hat dafür sogar die Fleischpflanzerl stehen lassen). (Karotten statt Sellerie funktionieren übrigens nicht, das hat er an der Farbe gemerkt.)
Lasagne/Bolognese mit einer ordentlichen Portion feinpüriertem Gemüse (Sellerie, Karotten, Zwiebeln, Knoblauch, heute sogar Paprika) ist das absolute Lieblingsessen......
Nun denn, ist halt so. Gibt wichtigere Prinzipien, die ich nicht aufgeben möchte.