Montag, November 24, 2008

Nebenkriegsschauplätze

Ich weiss, ich bin harmoniesüchtig/-bedürftig. Ja, dazu stehe ich.
Ich habe lernen müssen, dass ich für einige Dinge, die in der Vergangenheit sehr schief gelaufen sind (harhar, welch Euphemismus), nie eine Entschuldigung bekommen werde, einfach weil der anderen Seite die Einsicht fehlt, einen Fehler gemacht zu haben (oder böse gesagt, überhaupt fehlbar zu sein). Ich habe diese Dinge nicht vergessen, auch nicht verziehen, ich habe für den Umgang mit meinen Kindern, meinem Partner und überhaupt meinen Mitmenschen daraus gelernt und lasse sie ansonsten auf sich beruhen.
Vielleicht ist das ungesundes Verdrängen, vielleicht bin ich deswegen ein oberflächlicher Mensch, dem schöner Schein wichtiger ist als geklärte Fronten.
Allerdings weiss ich für mich, dass ich mit einem Dauerkrieg und vielleicht klaren, aber auch verhärteten und nicht mehr zu kittenden Fronten nicht in Frieden leben könnte.
Und deswegen möchte ich auch in Zukunft am liebsten keine Frontberichte/Propaganda/Anklagen/Schuldzuweisungen von anderen Familienmitgliedern hören, in denen der Berichterstatter selber natürlich die weisseste Weste von allen hat und der Böse immer der andere ist.
Ich möchte mir nicht andauernd Gedanken darüber machen, wem ich was erzählen darf, ohne des Hochverrats in einem Konflikt schuldig zu werden, der nicht der meine ist und dementsprechend behandelt zu werden. Ich bin kein Beichtvater, ich bin in diesem Kampf kein Alliierter (hallo, Schweiz = neutral, das war schon immer so), ich will einfach nur meine Ruhe. Ich brauche meine Energie im Moment für andere Dinge. Wirklich.
Die erste, der ich das nun überzeugend beibringen muss, bin ich selber.