Samstag, Februar 14, 2026

140226

 Fallenstinstag, wie es die alten Erkan-und-Stefan-Fans nennen (naja, Fans, das alles ist ja überhaupt nicht gut gealtert, aber gefügelte Worte sind halt trotzdem geblieben).

Bei uns zu Hause stapeln sich Valenstinstagsblumen, Theaterblumen, Theaterkostüme, die nicht verwendet wurden und zurück ins Pfadihaus müssten, Theaterkostüme, die verwendet wurden und zurück ins Pfadihaus müssten oder gewaschen und dem normalen Gebrauch wieder zugeführt werden müssten, Stapel mit Wintersachen ("Mitnehmen!"), Reiseproviantvorräte, und viel Wäsche, die gewaschen und verräumt (oder mitgenommen) werden muss.

Es wird, wir haben jetzt wirklich endlich alle frei!

Gestern war ein anstrengender Tag (der Hübsche und ich haben gemerkt: wir haben ein Thema, bei dem wir uns nicht einig werden, nämlich Platten für die Terrasse. Vorgabe war: nicht zu dunkel, damit man sich im Sommer die Füsse nicht verbrennt, tauglich für die Gegebenheiten und nicht zu dunkel, damit es im Wohnzimmer nicht zu dunkel ist. Der Hübsche hätte gern Betonoptik gehabt, ich ... nicht. Ich bin damit in einem Hightechbad ok, weil das ja dann fast so ein bisschen ironisch wirkt, aber auf einer Terrasse sieht es dann halt aus, wie betoniert und nicht fertig. Ich hätte gern grosse Schieferplatten gehabt, aber das wäre wegen dunkel eh nicht gegangen. Wir haben uns jetzt für silbergraue Keramikplatten in Holzoptik geeinigt. Im Katalog haben wir noch gesehen, es gäbe Keramik auch in Metalloptik, so zB rost. Wenn man das Gefühl haben möchte, auf einem von Piraten gekaperten Öltanker zu leben, ohne bei jedem Kratzer Tetanus zu bekommen. Bei uns jetzt: Wie wenn man ein Holzdeck hätte, aber ohne Spreissel in den Füssen).



Dann: grosses Theater, nämlich Ls Klassentheater. Ich war ja sehr, sehr aufgeregt, Q. hatte dasselbe Stück vor drei (?) Jahren aufgeführt. Er war damals der Regisseur, L. war Henry, also der Sohn, der das absolut Böse in Form von Kain verkörpert. Joah, ....

Wie bei Q. damals auch schon, war ich total hin und weg, wie krass gut die Klasse das gemacht hat. Das Stück war natürlich anders interpretiert (Q.s Klasse hatte den Bruch zwischen Rolle und Schauspieltruppe, die sich streitet, mit Bühnenhochdeutsch und Schweizerdeutsch geregelt, L.s Klasse mit Bühnenhochdeutsch und Englisch (als IB-Klasse mit Schwerpunkt Englisch bietet sich das an). Sie haben sich die Seele aus dem Leib gespielt, getanzt, gesungen, geschrieen, geweint und, klar, ich bin voreingenommen, aber ich wusste nicht, dass das in L. steckt. Ich hatte Angst um ihn und fast Angst vor ihm!

Was ich auch richtig schön fand: was für ein Zusammenhalt unter den Jugendlichen (und Lehrpersonen) besteht. Wie bei Q. auch kam die gesamte Pfadileitertruppe zum Zuschauen (Q. hat sooooo viele Theater schon gesehen), aus L.s alter Schule kamen Freunde, er hatte seinen (und Q.s) ehemaligen Klassenlehrer und den Werklehrer (via Insta) on short notice eingeladen und anstatt zu sagen: "Wtf, Freitag abend habe ich echt besseres zu tun, als ehemalige Schüler in einer engen Aula spielen zu sehen", kamen sie vorbei und haben sich mit ihm und allen anderen ehemaligen Schülern angeregt und interessiert unterhalten. Aus Q.s Klasse kam auch noch eine Kollegin, die damals eine Hauptrolle in dem Stück hatte, um zu sehen, wie die Youngsters es jetzt machen. Und SchülerInnen aus den Parallelklassen kamen und waren einfach total begeistert! 

Hammer, wirklich! (Sie haben all das in nur ungefähr 6 Wochen auf die Beine gestellt, neben der Schule!)

L. und seine Theaterkollegen sind dann noch ein bisschen durch Basel gezogen (keine Ahnung, was da gestern los war, auf dem Hinweg ist uns schon unglaublich viel Polizei aufgefallen, und sie wurden dann mehrfach von unglaublich aufdringlichen Jesus-Freaks belästigt, die sich ihnen aufgedrängt haben und mit ihnen beten wollten. Immerhin ist der relativ (kunst)blutverschmierte L. nicht von der Polizei aufgegriffen worden...

Heute dann: L. war zum Aufräumen früh in der Schule, Q. im strömenden Regen mit dem Pionierfahrzeug der Feuerwehr die Dorfhauptstrasse absperren, der Hübsche und ich haben erst erschöpft ausgeschlafen, dann ausgiebig gefrühstückt und dann Zeug erledigt: unseren mittlerweile auf enorme Grösse angewachsenen Zimmerdschungel korrekt mit Wasser versorgen. Dabei habe ich gesehen, dass unsere eine Strelizie, die wir aus importierten Samen von unserer Hochzeitsreise nach Maui und Kauai gezogen haben, d.h. die sind 23 Jahre alt... , nach der einen Blüte von vor ein paar Wochen eine zweite bildet!




Dann: alle Betten neu beziehen, Bettwäsche und all die andere Wäsche sortieren und .. tadah, waschen, Wäsche abhängen, den Mini waschen (nicht in der Waschmaschine), Recyclingzeug wegbringen, ein paar saisonal passende Süssigkeiten zum Kaffee kaufen,



 durch den strömenden Regen radeln und Katzenfutter besorgen. Im Fressnapf wurde ich dann von einem, sagen wir mal, etwas ungepflegten und dementsprechend riechenden Mann angesprochen, ob ich denn Punkte sammeln würde und auf mein "nein" gefragt, ob er meine Paybackpunkte haben könne, er hätte wenig Geld. Auf mein etwas überrumpeltes "Ja, klar" ist er mir dann gefolgt und hat mir die ganze Zeit immer wieder erzählt, dass er wenig Geld hätte. Hm. Fand ich dann tatsächlich ein bisschen nervig, weil... ich stöbere eigentlich gern im Fressnapf rum und schaue mir die neusten "lustig" benamsten Katzenfutterschöpfungen an, ausserdem war ich auf der Suche nach einem neuen Katzenbett für Jonny. Naja. An der Kasse dann hat er seine Payback Karte vorgehalten und ich dachte, das wars jetzt und er verschwindet, die nächste Person nach Punkten anhauen. Aber nein, er ist immer noch rumgelungert, bis ich meinen Einkauf (das war einiges) bezahlt hatte, dann ist er mit mir aus dem Laden raus (das fand ich dann richtig unangenehm) und hat mich bis zu meinem Rad begleitet, mir nochmal die Story von wenig Geld erzählt und sich dann getrollt. Und ich habe den gesamten Heimweg dann damit gehadert, ob ich jetzt eine paranoide Person bin, die in allen nur das schlechteste sieht und er wollte nur nett sein und sich dann mit den neuen Punkten im Kaufland gegenüber ein Bier holen oder einen Krapfen oder beides oder was auch immer, oder eine total naive Person, die übers Ohr gehauen wurde und der jetzt via welchen Readout auch immer über die Paybackkarte die EC-Karte geleert wird. Ich habe dann beschlossen, dass vermutlich einfach alles ok ist, aber meinen PIN habe ich trotzdem geändert. So strange alles (andererseits: heutzutage hat kaum noch wer Cash dabei, um was soll man den sonst fragen, wenn man etwas braucht....).

Naja. 

Jetzt ist die nächste Wäsche fertig und das Essen für heute abend steht auch: Artischocken mit frischem Brot und Mayodip, ich freu mich!

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