Samstag, Februar 24, 2024

240224 Ein Plan, ein Plan

 Plan wäre heute gewesen: gottlos ausschlafen, weil wir genau nix vorhaben, weil Q. kein Theater hat und weg muss, weil Jonny ohne Kragen keinen Lärm macht, weil wir uns keine Gedanken machen müssen, dass er abhaut, weil wir ja nicht nur softwareverriegelt haben, sondern auch physisch zugedreht. Der Plan ging immerhin soweit auf, dass ich bis halb sechs selig geschlafen habe. Dann bin ich von irgendwas aufgewacht und war verwundert, dass mich keine Katze geweckt hatte, ich hatte mit mehr Protest für das hart verriegelte Törchen gerechnet. Sansa schlief gemütlich auf dem Bettvorleger, Jonny .... hatte laut Terrassenkamera das Haus um 2:44h verlassen. WAS? Ein Blick auf die Törchen-App ergab: er hat anderthalb Stunden am Törchen rumgewerkelt. So lang hat es gedauert, das Rad, das eben verriegelt, eine Viertelumdrehung nach links zu drehen und dann halt seinen Trick mit "Mit einer Pfote den Stift runterdrücken, mit der anderen mit einer Kralle das Törchen zu sich herziehen, dann den Kopf durch den Spalt stecken und tschüss."

Mit der Ansage "mit dieser Wunde soll er auf keinen Fall jetzt schon raus" waren wir einigermassen unentspannt. Gottseidank hatten wir auf der Frontkamera gesehen, dass er guter Dinge dort um fünf nochmal entlang gelaufen war. Rufen brachte erstmal nix (man will ja auch am Samstag um viertel vor sechs nicht die ganze Siedlung wecken), der Hübsche machte sich im Pyjama auf eine kleine Runde zum Tennisplatz, aber: nix. Wir legten uns also wieder hin und versuchten zu schlafen, bis es hell wurde. Um sieben gab ich auf, zog mich leise an und während ich noch am Eincremen war, gab es einen Bewegungsalarm an der Frontkamera: Jonny wartete auf Einlass. Sehr zufrieden mit sich, der Welt und bereit für ein ausgiebiges Frühstück. Die Wunden sahen ok aus, er bekam seine Antibiotika, eine Schicht Oxplastin auf die Wunden und vor dem Törchen steht jetzt ein Regalbrett, fixiert mit dem schweren Couchtisch. Sansa muss Aus- und Einlass durch die Terrassentür /Küchenfenster anfragen. Meine Güte, was für ein Theater (und meine Güte, ist dieser Kater stur).

Wir sind dann um kurz nach sieben nochmal ins Bett und ich habe tatsächlich bis10 geschlafen. War wohl nötig.

Dann ist den Tag über this lot of nothing passiert, das wir vorhatten: Betten beziehen mit der neuen Flanellbettwäsche, das war eh schon aufwändiger geplant als normal, weil ich ja eigtl gesagt hatte neue Bettwäsche gibt es erst, wenn alte wegkommt. Jetzt hatte ich sie aber halt gekauft, also räumte ich den Bettwäscheschrank aus und auf (ich wusste nicht, WIEVIEL Kinderbettwäsche wir noch über hatten, die keiner mehr nutzt, weil die Kinder erstens ein bisschen erwachsen für "Gemüse mit Gesichtern"-Bettwäsche sind, und zweitens beide Riesendecken haben, für die wir extra Bettwäsche gekauft haben (ohne Gemüse, mit oder ohne Gesichtern). Ich hatte also beim Ikea die Flanellbettwäsche in normaler und Übergrösse gekauft und mich schon gefeiert, dass ich drangedacht hatte, dass (natürlich) die Standarddecken- und Kissengrösse in der Schweiz eine andere ist als in D. Meine normale Decke ist noch eine deutsche Decke, dementsprechend schlackert sie in der Schweizer Bettwäsche rum. Aber: wir haben für die Kinder (jetzt werden sie für Gäste aufbewahrt) vor den Riesendecken und nach der Babybettwäschengrösse normal grosse Schweizer Decken gekauft, die nehme ich jetzt mit der Ikeawäsche. Was ich nicht bedacht hatte: auch die Schweizer Übergrösse ist eine andere als die deutschen Übergrössen. Immerhin nur in der Breite, da aber signifikant. Das wurde beim Beziehen der Kinderdecken deutlich. Also, ich hatte ja sonst nix vor, habe ich die Nähmaschine geholt, die Bezüge auf die tatsächliche Deckengrösse abgesteckt und verkleinert. Puh. Parallel hat L. angefangen, in seinem Zimmer umzuräumen (dank des Bettwäschensortierens war sehr viel Stauraum im Schrank freigeworden), er möchte nämlich sein Zimmer umgestalten und davor steht halt erstmal konsolidieren. Ach, das wird cool!

All das ging relativ lang, aber gsd hatte ich nicht nur abstruse Bettwäschengrössen im Ikea gekauft, sondern auch TK Zimtschnecken, die erstaunlich gut wurden. Jetzt läuft die 3. Waschmaschine, wir haben uns auf ein Abendessen geeinigt, das alle mögen, es gab genug Kaffee, dass ich mich halbwegs als Mensch fühle und morgen probiere ich das mit dem Ausschlafen nochmal. Q. hat zwar Theater, muss aber erst um 8 aufstehen, das ist ohne Runde um den Block zwischendrin für mich ja eh ausschlafen.

Gegessen: 

irgendwann dann zum Frühstück Käselaugenknoten und ein halbes Gipfeli

Zimtschnecke

Vegi-Crunchwraps zum Abendessen


Gelesen: das Lagercrantz-Buch. Mag an meiner Gestresstheit die letzte Woche liegen, aber ich komm nicht rein, respektive mich nervt die der weiblichen Hauptfigur vom männlichen Autor in den Mund / Kopf gelegten Worte und Gedanken so unendlich. Das ist echt schlimm. Und ich habe jetzt halt psychisch kranke Ermittler auch gesehen / gelesen. Es langt langsam und nur weil jemand als Autist / Bipolar / Depressiv / OCD beschrieben wird, macht das die Story nicht besser UND ich wage zu bezweifeln (gerade nachdem ich bei der vermeintlichen Gedankenwelt einer Frau definitiv sagen kann, dass der gute Herr Lagercrantz sich das halt so ausgedacht hat, aber nicht recherchiert oder mal mit einer Frau gesprochen hat, ob das Sinn macht), dass die Darstellung der Innenwelt des bipolaren Professors für irgendwas Hans Rekke in irgendeiner  Weise realistisch ist.

Gesehen: "Wilder" fertig.


Von der Wunschliste nehme ich mir heute grad mal drei Fragen, weil sie alle gewissermassen zusammenpassen:

Die erste steht gar nicht auf der Wunschliste, sondern in den Kommentaren (die moderiert übrigens seit ein paar Wochen der Hübsche für mich, weil ich keine Lust mehr habe, Trollkommentare unvermittelt in meiner Mailbox zu sehen. Jetzt schaue ich alle heilige Zeit auf die Spamliste, wenn ich mental dafür bereit bin. Er macht das super, ist ein bisschen weniger streng als ich das wäre, aber das ist ok).

Entschuldigung, ich finde die Contentwunschliste nicht, haber aber eine Frage bzgl. "viele gute Pasta" gekauft. Hatten Sie nicht Mal einen Pastamaker? Ich überlege, ob ich einen haben möchte (vermutlich very late to the Party...). Ich bin aber unsicher, ob das eins der Geräte ist, die anfangs total spannend sind und dann mangels alltagstauglichkeit in die Abstellkammer wandern.

Immerhin steht "Entschuldigung" vornedran, aber mal ganz ehrlich: was soll ich denn noch tun, um die Wunschliste auffindbar zu machen? Sie ist in der Sidebar verlinkt und in jedem einzelnen Post, in dem ich eine Wunschlistenfrage beantworte. Auf einen Link klicken würde ich jetzt echt mal als Grundwissen vorraussetzen, wenn man im Internet unterwegs ist. Das geht genauso, wie Sie das mit dem Kommentieren gemacht haben, also im Prinzip sind Sie ganz nah dran. Mir ist es übrigens letztendlich wurscht, ob was in der Wunschliste gefragt wird oder aber, wenn es wie hier zB; ansatzweise mit dem Inhalt des Posts zu tun hat, in den Kommentaren. Was ich aber ein bisschen, wie sag ichs höflich, suboptimal finde, ist, nicht mal die Suchfunktion des Blogs zu verwenden. Ich habe über den Pastamaker und was ich davon halte, in aller Ausführlichkeit (und auch kürzer) schon mehrfach geschrieben, das finden Sie sicher. (Ach, was solls, hier ist es, erster Eintrag, wenn man "Pastamaker" ins Suchfeld tippt)

Auch in der Wunschliste kann man in dem Tab "Erledigt" all die Fragen finden, die schon gestellt und beantwortet wurden incl Link zur Antwort, das wäre auch ganz nett, wenn man das machen würde, bevor man eine neue Frage reintöckelt, sonst wird die Sache ja für mich und auch für Sie ein bisschen langweilig, wenn ich immer nur schreibe "Hab ich hier schon geschrieben")

Jetzt aber die zwei Fragen, die tatsächlich auf der Wunschliste stehen:

Chrissie möchte wissen:

Wie kommt es, dass Ihre ursprüngliche Anlage des Blogs ("Das hier ist mein persönliches Blog im ursprünglichen Sinne: eine Art Tagebuch im Internet") sich so ins Dialogische erweitert hat mit dieser Fragenliste? Was ziehen Sie selber daraus?

und begründet es mit:

weil: ... es mich ehrlich gesagt ein bisschen irritiert. Ich lese Sie schon lange gerne, kann auch die Befriedigung, die es wohl verschafft, wenn sich wildfremde Leute so für einen interessieren, nachvollziehen,aber das ist doch jetzt das Gegenteil von Tagebuchbloggen: nicht mehr für sich selbst schreiben, sondern für andere.


Und Poupou schliesst sich an mit der Frage:

Zu weiter oben: das Dialogische würde mich auch interessieren. Sie sprechen die Leser*innen ja immer wieder direkt an, war das eine bewusste Entscheidung? Es gibt ja auch Blogs, die eher nur so vor sich hinschreiben und völlig unbeirrt von etwaigem Publikum wirken

Die Antwort auf beide Fragen ist ganz einfach: weil ich Lust drauf hatte. Manchmal ist es ein bisschen fad, jeden Tag zu schreiben "aufgestanden, gefrühstückt, gesportelt, gearbeitet, mittaggegessen, gearbeitet, abendgegessen, Serie geschaut, schlafen gegangen", aber manchmal sind die Tage halt entweder so, oder die spannenderen Sachen kann man aus Gründen nicht schreiben, oder ich bin zu müde und erschöpft, um irgendwas interessant zu betrachten. Da sind so random Fragen für mich eine willkommene Abswechslung. Mich mag den "Lag", den ich im Fragenbeantworten habe, weil ich ja eigtl nur eine am Tag mache, und mir deshalb meist ein paar Tage lang überlegt habe, was ich jeweils antworten werde. Ich mag es auch, dass ich durch die Fragen (manchmal) dazu gebracht werde, über Dinge nachzudenken, über die ich noch nie nachgedacht habe (wie zB, was mir Altgriechisch für mein Leben bringt, was ich von meinem Studium im aktuellen Job noch brauche, was für Berufe der Kinder für mich ein rotes Tuch wären (Kommentar Q dazu übrigens. "Das ist literally alles illegal, Mami"), etc), oder DInge, die mir so selbstverständlich erscheinen, aber aufgeschrieben dann doch erstaunlich komplex sind. (Das gilt natürlich nicht für alle Fragen, s. die oben.)

Alles in allem ist das Blog hier für mich einfach eine Privatversanstalting in dem Sinne, dass ich einfach genau nur das mache, was ich möchte. Ich schreibe, was und wie ich will, ich bin keiner Form, keinem Spannungsbogen, keinem SEO, keinen Sponsoren, keinen Leserzahlen, keinem Contentplan (lol) verpflichtet, ich schreibe, was und wie es mir Spass macht. Und wenn mir woanders etwas auffällt, das ich interessant finde, dann probiere ich das aus, vielleicht macht es ja Spass. Wenn nicht, höre ich wieder auf. So einfach ist das, es ist hier kein grosser Masterplan und keine grosse Theorie oder Philosophie dahinter.

Zwei Sachen möchte ich aber noch loswerden, die mich seit dem Posten der Frage (s. Lag beim Beantworten) tatsächlich beschäftigen:

1. es ist schon ein bisschen lustig, dass man sich "irritiert" über die Fragenliste zeigt, indem man eine Frage genau dort postet.

2. Den Rest der Begründung finde ich gelinde gesagt unverschämt und übergriffig. Ich schreibe, was und wie ich will, ob das jetzt wirklich nur der Tagesablauf ist oder eine war story aus alten Zeiten in der Produktion oder aber die Antwort auf die Frage "Wie organisieren Sie sich beruflich?" ist, ist doch nun kein Qualitätsmerkmal oder soll ich Sie in Zukunft um Erlaubnis fragen, wenn ich mal was anderes schreibe als was genau heute passiert ist? Fühlen Sie sich hinters Licht geführt, wenn ich behaupte, Tagebuch zu schreiben und dann steht da noch was anderes? Und dann meinen Sie also die "Befriedigung, dass sich wildfremde Menschen für einen interessieren" zu verstehen? Das ist ja schön für Sie, sagt aber vllt mehr über Sie aus als über mich, weil: mir gibt das überhaupt keine Befriedigung. Ich finde es im Gegenteil tatsächlich in vielen Fällen irritierend, was Leute interessiert, aber mei, man steckt nicht drin, hm? Aber mir jetzt zu unterstellen, ich würde die Fragenliste führen, um mich in dem brutal krassen Internetfame zu suhlen, das ist schon ein bisschen albern, eine Unterstellung (Projektion vllt, wenn wir schon am Hobbypsychologisieren sind) und halt einfach Quatsch. Meine Güte.



7 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Eine Suchfunktion wird, wenn man die Seite über das Smartphone liest, nicht angezeigt.

Brigitte hat gesagt…

Und das bringt MICH zu meiner alten Frage zurück, warum sich Leute über Bloginhalte (also private, nicht frauenfeindliche, rassistische, antisemitische oder faschistoide Inhalte) aufregen. Ein Klick und das Problem ist weg.
Einen schönen Sonntag!

Frau Brüllen hat gesagt…

@Anonym: Das stimmt so nicht. In der Mobilansicht nicht, das ist so, aber man kann auch auf dem Smartphone einfach auf die Webversion wechseln. Ich bin mir sicher, Sie schaffen das!

Frau Brüllen hat gesagt…

@Brigitte: well. Das wäre zu einfach, nehme ich an.

Anonym hat gesagt…

Darf ich hier ein ganz Einfaches "Danke für's Mitlesen- und Teilnehmenlassen" hinterlassen? :) Liebe Grüße aus der Oberpfalz

Anonym hat gesagt…

Oh, da hab ich ja was angerichtet. Ich wollte KEINESFALLS übergriffig und unverschämt sein und bitte um Entschuldigung, dass das so angekommen ist. Ich war wirklich einfach nur neugierig. Ich lese private Blogs nicht, weil ich mich für Hefezopfrezepte oder Pastamaschinen interessiere, mir also irgendwelche Anregungen für mein eigenes Leben holen will, sondern weil es mir Vergnügen bereitet, in die Innenansicht eines fremden Menschen schlüpfen zu dürfen. Etwas pathetisch gesagt: weil es mir die Möglichkeit gibt, neben dem eigenen Leben im Kopf noch andere „mitzuleben“. Wenn man da auf jemand Interessantes stößt, ist das toll und faszinierend und man denkt sich da gerne rein, genau wie bei einem guten Roman. Nur ist der Unterschied zum guten Roman: Es schwebt immer die Frage drüber, warum der/die BloggerIn sein/ihr Leben (und ggf. das der Familienmitglieder) mit aller Welt teilt, was seine/ihre Motive sind, was er/sie davon hat. Tagebuchblogs haben ja immer was von „Truman Show“, nur dass die Blogger sich, anders als der arme Truman, dem freiwillig aussetzen. Das fasziniert mich, da möchte ich mehr drüber erfahren.

In diesem Sinn war meine Frage zu verstehen: Natürlich müssen Sie mich NICHT um Erlaubnis fragen, bevor Sie dies oder das schreiben, natürlich fühle ich mich NICHT hinters Licht geführt, wenn Sie hier Fragen beantworten, meine Güte, das hab ich doch nirgends gesagt. Es ist einfach: Sie interessieren mich, ich folge Ihrem Leben und Ihren Gedanken gern (und ich liebe Ihr „Naja“). Sonst würde ich hier ja nicht lesen. Und da ich wie gesagt eher schwer verstehen kann, warum jemand überhaupt öffentlich Tagebuch führt (jetzt wird’s tatsächlich hobbypsychologisierend: genau weil mir das fremd ist, faszinieren mich solche Blogs vielleicht…?), fand ich diese Erweiterung Ihres Bloggens ums Fragenbeantworten interessant (vielleicht das bessere Wort als „irritierend“, das war daneben) und wollte gerne wissen, was Sie dazu bewogen hat. Mehr nicht, da sollte NICHTS mitschwingen, dass ich das irgendwie doof finde. Und Sie haben es mit Lag und Abwechslung und „Dinge reflektieren, über die man sonst nie nachgedacht hätte“ ja auch gut beantwortet, jetzt versteh ich es besser.

Also: nichts für ungut, es war eine einfache Frage und kein Affront.
Chrissie

Frau Brüllen hat gesagt…

@Chrissie: Danke für die Klarstellung! Ich finde es tatsächlich interessant, dass Sie das Thema "Warum tut sie das?" so sehr beschäftigt :-) (Wobei sich dieses Frage ja nicht nur bei den mehr oder weniger strengen Tagebuchbloggern stellt (oder auch nicht), sondern bei allen, die privat(es) bloggen).
Zumindest für mich steckt da viel weniger dahinter, als Sie zu vermuten scheinen: ich mach das halt. Weil halt. :-) (Sorry fürs verbale Austicken, ich bin offensichtlich erstens übermüdet und zweitens empfindlich auf vermeintliche Angriffe / Unterstellungen, das ist eine ungute Kombination)