Samstag, Januar 08, 2022

080122 Ruckedigu und Instaopfer. Mit Grenzen

 Btw: ich war so stolz drauf, den ersten Eintrag des neuen Jahres richtig datiert zu haben und dann ... habe ich alle danach mit 21 numeriert. Läuft! (Danke für die liebe Mail an die perfekt richtige Mailadresse für Tipps, ich habe sehr gelacht :-))

Heute morgen bin ich anders als sonst ohne Brille (nicht gut) und ohne Handy in der Hand die Treppe runtergetrappelt, um die Katzen rauszulassen. Ich war so verschlafen, dass ich anscheinend vergessen hatte, wieviele Stufen die Treppe ins EG hat oder wie lang sie ist oder wie tief der Boden, ich habe also mindestens eine, vllt auch zwei Stufen vergessen und dementsprechend in Erwartung des Esszimmerbodens eine oder zwei Stufen nach unten geknallt. Was sehr gut war: ich habe die unterste Stufe (fast ganz) verpasst, wenn das nicht so gewesen wäre, wäre es ziemlich sicher mit gebrochenen Knochen oder mindestnens Bänderrissen einhergegangen. Was nicht so gut war: ganz verpasst habe ich sie nicht, ich bin mit der hinteren Fersenkante volle Möhre dran entlanggeschrappt. Mir war danach ganz schwummrig und schlecht, weil ich so durchgeschüttelt war, ich musste ohne Witz mich hinsetzen und meine Kopf zwischen die Knie hängen.... Die Ferse tat ordentlich weh, aber mal ernsthaft, es ist eine Holztreppe mit abgerundeten Kanten, wieviel sollte passiert sein? Deshalb, und weil mein Kreislauf eh ein wenig prekär war, schaute ich erstmal nicht genau nach. Ich hatte ja auch keine Brille auf und so fand ich die Blutspuren durchs ganze Haus erst später. Lol. Sehr erwachsen und professionell habe ich also ein Pflaster auf den Cut geklebt und Socken drübergezogen und ein zweites Paar Socken, als das erste Paar durchgeblutet war.

Die eigentlich angedachte Wanderung habe ich primär wegen der allgemeinen Unlust der Mitwanderer (ich würde ja auch allein wandern, wenn keiner Bock hat, möchte aber die Teenies wenigstens einmal am Tag / Wochenende / in den Weihnachtsferien an die frische Luft bringen) zu einem Spaziergang am Rhein entlang im Nachbarstädtchen gekürzt, meine Ferse war da aber auch gar nicht so unglücklich drüber, dass das in den weichen ONs ging und keine harten Wanderschuhe erforderte.

Daheim dann unter der Dusche (nach einer, weil die Sportschuhe nicht gingen, barfüssigen Crosstrainerrunde) zog ich die Socken und das Pflaster ab und naja, die Ferse ist dick und grossflächig blau, wie ungeschickt kann man sein?

Naja.

Nebeneffekt der Wanderung im Nachbarort: ich war mal wieder in einem Migros. (Exkurs für Nonlocals: es gibt hier vor allem zwei Detailhändler, beide genossenschaftlich organisiert, eben Coop und Migros, es gibt einen mittelernsthaften Graben zwischen "Coop-Kindern" und "Migros-Kindern", je nachdem, mit was man grossgeworden ist. Das Sortiment ist eben schon recht unterschiedlich, weil es viel verbreiteter als in D eben Eigenmarken dort gibt, die einen viel grösseren Teil des Sortiments ausmachen als die Markenwaren, bei Migros noch mehr als bei Coop. Aldi, Lidl und so versuchen sich auf dem Schweizer Markt zu positionieren, klappt so naja, würde ich sagen, ich habe keine Ahnung, wo von uns aus der nächste Aldi oder Lidl überhaupt wäre).

Wir hatten ja bei uns im Ort erst beides, dann hat der Coop aufgebohrt zu einem "Megastore" und der Migros war eh schon immer ein bisschen grattlig in dem 70er Jahre Hochhausbau, dunkel, eng, klein. Und hat vor ein paar Jahren anscheinend ganz zugemacht, was ich immer wieder erstaunt feststelle, wenn ich auf dem Rückweg von der Bushaltestelle dort noch mal schnell ein Brot kaufen will und .. naja,  kein Laden mehr da ist.

Also. Mir reicht der Riesencoop vor der Haustür voll und ganz, allerdings haben wir (andere Geschichte) von unserer Krankenkasse vor einem Jahr oder so eine 100CHF Migros-Geschenkkarte als ... Rückerstattung, Treueprämie oder so, weil wir für das Home-Diagnosegerät den Einführungspreis bezahlt haben, der sich im Nachhinein als zu hoch herausgestellt hat, bekommen, die halt ein trauriges Dasein in meinem Geldbeutel fristet, gleich neben der sehr abgenutzten Coop-Supercard.

Heute also haben wir vor dem Migros geparkt, haben eh noch Käsefondue für abends gebraucht und ausserdem, wir nähern uns dem eigentlichen Punkt der Story, hatte ich auf Insta heute Werbung für "Pataclette". Wie lecker sieht das denn aus? Und wir praktisch wäre es, beim kleinen Raclettehunger eine fertig gefüllte Kartoffel aus dem TK zu ziehen und binnen weniger Minuten feinsten Käse in Kartoffel geniessen zu können wie an einem Chilbi- oder Weihnachtsmarktstand oder auf einer Skihütte? 

Anscheinend gibt es diese vorgefertigten Kartoffeln nur bei Migros, nicht bei Coop, das passt doch hervorragend.

Nun ja. Lange Suche, Mitarbeiterbefragung, die TK-Truhen sind über den gesamten Laden verteilt, niemand hat je von "Pataclette" gehört, wir konnten gerade noch so verhindern, dass uns Röstiplätzli gefüllt mit Frischkäse aufgedrängt wurden.

Ist natürlich absolut korrekt, ich hätte auch direkt die Filialabfrage machen können: im gesamten Umkreis um unsere PLZ gibt es in keinem Migros "Pataclettes". Haben wir also unser Fondue, Essig und Senf mit der Geschenkkarte bezahlt, irgendwann werden wir den Rest noch los.

Mir liessen die Pataclettes allerdings keine Ruhe und ich recherchierte also die Möglichkeit der Onlinebestellung. Wie auch Coop bietet Migros Hauslieferung an, Mindestbestellwert 99CHF, Lieferkosten 7.90CHF. Ich habe also ein Migros-Online-Konto eröffnet, meine Cumuluskarte damit verknüpft, festgestellt, dass ich aus irgendeinem Grund 15CHF in Bons hatte, ausserdem die erste Lieferung umsonst wäre und dass es 3 Sorten Pataclettes gibt (Raclette, Vacherin und Gruyere, jeweils in 6er Packs für 9.90CHF). Um damit auf den Mindestbestellwert zu kommen, muss man einige bestellen, ich habe also 9 Pakete Käsekartoffeln in den Warenkorb gelegt, mit Gyozas den Rest bis MIndestbestellwert aufgefüllt, meine Bons aktiviert, mit kurzem Blick auf den bis zum Rand mit vorgekochtem Essen gefüllten Tiefkühlschrank einen Liefertermin in relativ weiter Zukunft gewählt, mit dem Kalender abgeglichen, damit ich tatsächlich wirklich da bin, weil ich sonst 20CHF Pfand für die TK-Box bezahlen müsste, weitergeklickt und hatte dann zur Zahlung die Wahl zwischen Kreditkarte, Rechnung und TWINT (niemand möchte jemals irgendwas mit TWINT bezahlen), aber keine Geschenkkarte. Ich habe also zurückgeklickt, bis ich zum Bereich "Geschenk"/"Code" kam, habe meinen Geschenkkartencode eingegeben und ...... "dieser Code ist nicht gültig". Hmpf. 

Ich las also das sehr Kleingedruckte auf der Geschenkkarte, da stand nichts von "im Onlineshop einlösbar", nur "Auch mit Smartphone verwendbar". Also habe ich die Migros-App auf dem Handy installiert, mit meinem Migros-Konto verknüpft, da war sogar mein Warenkorb voll Käsekartoffeln und Gyozas noch gespeichert. Ich gab wieder alles ein, hatte mir den Liefertermin sogar gemerkt, aber den Code wollte es schon wieder nicht. Ich war ganz, ganz, ganz kurz versucht, halt einfach per Rechnung zu zahlen, dann habe ich nochmal kurz überlegt, ob ich wirklich fast 100CHF für 54 Käsekartoffeln zahlen möchte, von denen ich nicht mal weiss, ob sie wirklich gut sind und, um die im Tiefkühlschrank unterzubringen, ich die nächsten 3 Wochen im Akkord Suppe und Curry essen müsste, und die Antwort war: nein.

Mir ist aber eingefallen, dass Q. ja anders als ich täglich aus unserem Kaff rauskommt und manchmal beim Migros am SBB Schinkengipfeli kauft. Er besitzt jetzt eine Migros-Geschenkkarte, auf der noch fast 72CHF drauf sind und vielleicht gibt es ja in dem Migros-Food-Stand mal die Pataclettes, dann kann er sie dort probieren, so als Stellvertreter.