Mittwoch, Oktober 20, 2021

201021 Alman / Bünzli

 Ich arbeite mich ja in meinem Hinterkopf immer noch daran ab, eine neue Routine für die Woche zu finden. Das war früher einfach: 4/5 Tagen immer gleiche Verbindung zur und von der Arbeit, Freitag Homeoffice. Danach war auch alles einfach: jeden Tag immer daheim, immer nur arbeiten, irgendwann davor Sport machen.

Jetzt: an welchen Tagen gehe ich ins Büro? Habe ich in beiden Reservierungstools meine Anwesenheit registriert? Ist Spucktesttag? Wie komme ich ins Büro? Habe ich für den Fall einen Parkplatz reserviert? Wann mache ich SPort, wann haben welche Kinder wie lang Schule, wer braucht das Auto, was zieh ich an, was pack ich ein, tralalalalala.

Das muss anders werden, ich habe für so Quatsch keine Kapazität. Als eine Massnahme habe ich heute feierlich mein U-Abo (abgelaufen am 23. März 2020) verlängert und fahre jetzt IMMER mit dem Zug.

Sonst: echt voller Arbeitstag, die Urlaubsentspannung ist dahin, es haben sich all die Baustellen, wie hätte es auch anders sein können, natürlich nicht von selber erledigt. Oder werden überhaupt ohne mein Schubsen und Ziehen erledigt. Das fühlt sich nicht so richtig toll an. (ich darf nicht unfair sein: es gibt auch jede Menge Langzeitprojekte, die sich einem Abschluss nähern, ich sage nur "Jumbojet", es gibt viele die flutschen und naja, halt die anderen).

L. kam heute mit seinem Freund nach Hause und sie haben nach Verdrücken eines grossen Stapels Pfannkuchen gemeinsam erst gelernt, dann gezockt. Q. hat sich nach dreieinhalb Jahren mit dem ÖV ur Schule pendeln erstmals auf dem Heimweg verfahren, ist aber dann doch nicht im französischsprachigen Jura gelandet.


Sonst: laaaaaaaaaange Abendrunde gemacht, weil erstens der Kopf Auslüften benötigte, und zweitens Jonny halt einfach nicht auffindbar war. Als ich bedröppelt nach einer knappen Stunde den Heimweg antrat, kamen mir Nachbarn mit Hund entgegen und meinten:"Ah, Katze abgeholt?" und ich so: "Naja, ich wollte, aber ich hab ihn nicht gefunden." und sie zeigen schräg hinter mich: "Äh, und wer ist das?" und da sass Jonny und ich hatte offensichtlich meine Runde nur am falschen Ort angefangen, und er war schon langsam müde vom Warten und nächstes Mal geht er fei ohne mich heim!

So, ich muss mir jetzt was für morgen zum Anziehen rauslegen, ich glaube, ich mach was ganz wildes und ziehe Kleid mit Strumpfhose und Stiefeln an. 


Ach ja: ich habe heute zum ersten Mal jemanden beim kantonsärztlichen Dienst gemeldet. Mal sehen, ob die selbstgestrickten Rechtfertigungen auch professioneller Überprüfung standhalten. Ich bezweifle es. (Meine Güte, ey)