Mittwoch, Dezember 09, 2020

091220 "Trödelkantone"

 Heute nacht hat mich der Hübsche sauber reingelegt, er hat nämlich irgendwann das Fenster auf meiner Seite zugeschoben. Das macht er normalerweise, wenn sein Armband brummt, als Warnung, dass gleich der Wecker läutet (ich finde das sehr nervig, weil wenn ich um 5:59 wach sein wollen würde, würde ich mir ja den Wecker auf 5:59 stellen anstatt auf 6:00h). Ich seufzte also und machte mich bereit für Weckerklingeln und aus dem Bett springen in eben einer Minute. Ein paar Minuten später klingelte immer noch nix, mir wurde sehr warm, weil das Fenster ja zu war, und ich schaute endlich auf die Uhr: 5:11h. Ich kann mit diesem erratischen Handeln nicht umgehen. Es ist schon total irrational, sich für den Wecker vorher wachbrummen zu lassen, noch irrationaler, als Reaktion darauf nicht aufzustehen, sondern das Fenster zuzuschieben und noch viel irrationaler, das auch einfach so ganz ohne Brummen zu machen.

(Nein, ich bin nicht unflexibel. Gar nicht.)

Sonst so: normaler Arbeitstag, bei den KollegInnen im Hintergrund sieht man entweder Weihnachtsdeko oder weihnachtliche engeblendete Hintergründe (Bei mir entweder in Q.s Zimmer den Lichtervorhang und die Konstruktionszeichnung des Millenniumfalken, im Wohnzimmer das Pulp-Fiction-Banksy-Bild, bei L. im Zimmer das Babyfaultier mit Kaugummi-Bild)

Ich war zwischendrin zeitlich verwirrt und dachte, es wäre nächste Woche schon Heiligabend, aber nein...

Am Nachmittag (Mittwoch ist der heilige freie Nachmittag. Überall.) waren Q. und L. (und zwei Freunde von L, mit denen er ihren Axolotl-Vortrag für morgen übte und zockte) da und es war tatsächlich ein bisschen laut im Hintergrund.

Draussen war es sehr scheusslich, nasskalt, aber zu kalt für Schnee, also wirklich nur scheusslich.

Fanden die Katzen auch, sogar Jonny kam um kurz nach zwei heim, legte sich in Lenni Bettkasten auf die Gästebettsachen und da schläft er seitdem. Sansa musste all die Video-Meetingpflichten allein erledigen.

Die Fotobücher, die ich am Sonntag bestellt hatte, sind da, d.h. morgen abend wird eine Runde Pakete gepackt und in Richtung all derer geschickt, denen wir sie normalerweise persönlich überreicht hätten.... aber so ist das halt dieses Jahr.

Ich habe mich ja lange zurückgehalten mit Kritik an den gesamten politischen Entscheidungsprozessen in der Coronapandemie, weil ich mir immer dachte: ich möchte das alles auch nicht entscheiden müssen.

Aber der neueste Stunt der "Trödelkantone", die sich jetzt, anstatt mit eingekniffenem Schwanz endlich ihren verdammten Job zu machen und halt IRGENDWAS zu machen, vom Bundesrat beleidigt sehen und ihre nach gestelltem Ultimatum ENDLICH mal beschlossenen Massnahmen wieder zurückziehen, bis der offizielle Entscheid über die lächerlichen nationalen Massnahmen nächste Woche gefallen ist, das wäre albern, wenn es nicht so traurig wäre und letztendlich Menschenleben kosten wird. (Die Schweiz hat weniger Einwohner als Bayern. Die verteilen sich auf 26 Kantone. Von denen muss, darf, soll, kann, möchte JEDER allein entscheiden, wie mit der Pandemie umgegangen wird. Das ist ungefähr so, wie wenn sich in Bayern immer drei Landkreise zusammentun würden und ein Parlament und tralalala bilden... Ich möchte den Kantonen sicher nicht jede Kompetenz absprechen, aber der Überblick übers grosse Ganze, über die Kantons- und vielleicht sogar Landesggrenzen hinaus, der kann doch da gar nicht da sein, ganz zu schweigen von einer soliden Expertise. Bei einer Fussball-WM wundert sich auch keiner, wenn die Faröer-Inseln nichts reissen....). Anyway, wir bleiben eh daheim, ist uns ja letztendlich wurscht, ob man jetzt in Basel Land immer noch ins Fitness-Studio oder abends ausgehen bis 11 kann....

Gegessen:

Special K

Tortellini mit Salbeibutter, Cocktailtomaten und geräuchertem Raclette überbacken

Kürbis-Wähe und Fenchel-Orangen-Salat


Gelesen Jo Nesbö

Gesehen: "Damengambit" und "Alien Worlds" mit den Kindern (Deutschland 1986 habe ich nach 3 Folgen wegen unerträglich platten Klischees dargebracht in traurigem, schlechtem deutschem Fernseh-Schauspiel (in seiner schlimmsten Ausprägung) aufgehört. Mir ist total egal, was mit wem passiert und dann muss ich mir das auch nicht anschauen.

Stressleveldurchschnitt gestern: 25

Selbstbeweihräucherung: Die Schere, die mir im Kammerl beim Geschenkpapierrausangeln zwischen die Stühle gefallen ist, rausgefischt (mit Taschenlampe!), anstatt, was schneller gegangen wäre, zu denken "Fuck it, dann biste halt weg" und eine andere aus der Küche zu holen