Freitag, September 11, 2020

110920 Halbtagsjob

 Heute morgen wie gerne am Freitag mit bohrenden Kopfschmerzen über dem rechten Auge aufgewacht. Kopf ist die neue Schulter respektive: hängt ja alles zusammen, es sind ja eh vermutlich Verspannungskopfschmerzen von der rechten Schulter. Und ja, ich weiss, woher es kommt, ich weiss, dass ich zuviel arbeite, aber im Moment kann ich da nur inkrementell was dran ändern. Das tue ich übrigens auch und deshalb war der Tag, egal wie stressig, darauf ausgerichtet, um Punkt nach dem Mittagessen Schluss mit Arbeit zu machen.

Ich hatte ja mein Unterbewusstsein mit der Ausformulierung der Antwortemail beauftragt und es hat gute Arbeit geleistet. Ich habe also höchstkonzentriert den Vormittag durchgearbeitet mit zwei, drei kurzen Videocalls (Google Hangout/Chat/Mail/Meet etc hat sich im Zusammenspiel echt inderaktuellensituation nochmal extrem verbessert) mit Kolleginnen zum Abklären der Marschrichtung respektive Check der eigenen Wahrnehmung. (Als die Kollegin, die ich als absolute fachliche Koryphäe und extrem coole Socke in Meetings und unglaublich strukturiert bewundere, dann zu einem Streitpunkt meinte: "Und ganz ehrlich, mir ist das echt sch...egal, wer das zahlt, am Ende kommt das alles aus dem selben Topf, da mische ich mich nicht ein.", da fand ich das so befreiend, das war kaum in Worte zu fassen.)

Neben dem aktuellen Feuerlöschen und Vermitteln und Organisieren trudelten dann, fast ein bisschen vergessen, Erfolgs- und Vollzugsnachrichten für andere lang aufgegleiste Projekte ein. Feierstimmung kam nicht auf, aber nachdem wir uns im Team als KPI gesetzt haben, dass wir die Zusammenarbeit mit anderen Funktionen mit "Jubelpunkten" aus unserem internen System anfeuern wollen, habe ich kurz vor Mittagessen noch einen Stapel "Danke für die Zusammenarbeit, damit wurde ein substantieller Beitrag zu xy geleistet"-Anträge verschickt und ein paar Leute mit einem Grinsen ins Wochenende geschickt (bisschen fühlt es sich an wie Freunde kaufen, aber naja)

Wocheneinkauf ist erledigt, ich experimentiere ja am Finetuning der im richtigen Rhythmus selbstaktualisierenden ewigen Einkaufsliste in "To Do", die auch noch dem Supermarktdurchlauf angepasst ist (wir haben aktuell ein bisschen viel Zitronen und Reibekäse, da muss ich noch anpassen), so dass ich nur für Spezialsachen Neueinträge brauche.

Jonny haben wir heute mittag mal wieder ein ganzes Stück von daheim getroffen, er hat sich vor einem Kollegen, der gerade sein Rad durch das Firmendrehtor bugsieren wollte, durchgedrängelt und musste sich direkt dahinter erst mal im Pharmastaub wälzen, so dass wir nur hörten: "Chum, etz geh uf d syte, büsi!"

Q. hatte heute Sporttag. Das ist hier das Äquivalent der Bundesjugendspiele, gegen die vor ein paar Jahren selbsternannte Justice Warriors, deren eigene Erfahrungen damit ungefähr 100 Jahre her sind, was natürlich nicht heisst, dass sie nicht eine starke Meinung über das aktuelle Geschehen haben, eine Welle machten, die irgendwie aber auch ganz schön versandet ist und ausser dem einen oder anderen Talkshowauftritt, Radiointerview und Erwähnung im Frühstücksfernsehen nicht wirklich etwas bewirkt hat, oder? (bei uns früher hiess das ganz unspektakulär "Sportfest". Hier ist das alles zusammen eine Sportnote, am Nachmittag gibt es noch ein Fussballturnier, fertig. Ich habe nicht den Eindruck, dass auf Kinderseelen herumgetrampelt wird, aber was weiss ich schon, ich bin ja bekanntermassen auch ein Klotz.) Q. freute sich vor allem, dass er erst um 11 da sein musste, und dass ich wegen frühem Wocheneinkauf Sushi als Mittagessen-To-Go für ihn besorgen konnte.

L. bekam den 4. Tag in Folge Besuch von seinem allerbesten Freund seit immer und ich bin so froh, dass die beiden ihre Freundschaft über die Zwangsklassenteilung nach der dritten Klasse hinwegretten konnten (bin immer noch nicht in der Lage, das Thema abzuhaken und finde es immer noch so eine unglaublich doofe Idee, das zu machen. Aber hey: ich bin  natürlich keine Pädagogin. Hat bestimmt einen tieferen Sinn, ohne Not Freundschaften auseinanderzureissen). Ich habe dem anderen L. vorgeschlagen, dass die beiden sich gegenseitig daheim ein Schrankfach einrichten könnten und vielleicht eine Zahnbürste platzieren.

Ansonsten habe ich heute den ganzen Tag ohne Schwindeltabletten (dafür mit Ibuprofen gegen die Kopfschmerzen, irgendwas ist ja immer) verbracht und nicht gespuckt, sondern im Gegenteil eine lockere Crosstrainerrunde eingelegt. Es wird.

Ich freue mich aufs Wochenende, allein das Ausschlafen wird toll. Ich würde ja gern was unternehmen, die Kinder haben jedoch angemeldet, dass sie Englisch (L) und Französisch, Chemie, Deutschvortrag und Englischvortrag lernen müssen. IRGENDWAS IST IMMER!

Gegessen:

Toast mit dem letzten Obatzdn

Tortellini mit Salbeibutter und Tomaten

Freitagspizza


Gesehen: "Away" und "Plot against America" (gestern schon viel über Charles Lindbergh nachgelesen. Gar nicht so ein Schätzchen, wie ich dachte!)

Gelesen: "Das Buch Ana" nimmt Fahrt auf, nach ungefähr einem Drittel Rumgeeier wird das auch langsam Zeit.

Stressleveldurchschnitt gestern: 45

Selbstbeweihräucherung: das Mittagessen nur um eine halbe Stunde nach hinten verschoben und dann Schluss gemacht  (nur kurz drei Emails am NAchmittag beantwortet). Und "Weitere Bedenken bezüglich der Gesamtprojektorganisation würde ich Dich bitten, gerne an [Chef] zu adressieren, der nach meinem Verständnis in die Diskussionen mit dem Projektteam eingebunden / über den aktuellen Stand informiert ist." ist ein würdiger Ersatz für meine erste Idee auf Englisch