Montag, Juni 11, 2018

Limbo

Nix halbes und nix ganzes heute.
Ich habe nach der ansstrengenden Woche incl Wochenende in Italien und der Aussicht auf eine nicht minder, wenn auch anders anstrengende neue Woche beschlossen, heute von daheim aus zu arbeiten.
Morgens haben der Hübsche und ich dann erst mal Q. zum Bahnhof gebracht, der mit seiner Klasse für eine Woche in einen Nachbarkanton ins Abschlusslager der Primarschule fährt. Er ist so unendlich vorfreudig und begeistert, das ist wirklich wundervoll zu sehen.
L. vermisst ihn.... schrecklich. Er hat sich auf dem Weg zur Schule innig von ihm verabschiedet, beim Heimkommen als erstes gemeint "Was Q. wohl gerade macht?" und am Nachmittag auf einmall "Hö, hat Q. nicht langsam nachmittags aus? Ach, stimmt, der ist ja weg :-/". Auch das ist schön zu sehen!
Morgens hatte ich Gesellschaft von zwei wilden Katzen und zwei nicht wilden Parkettverlegern (Der Umbau wird so viel toller als gedacht! Heute kam die erste Teilrechnung und klar ist das ein Batzen Geld, aber holy moly, das ist es erstens allemal wert und zweitens bin ich so froh, dass wir auf die Empfehlung von Nachbarn gehört haben und "ihre" Architekten beauftragt haben. Projektmanagement und Handwerkerauswahl deluxe!)


Am Nachmittag teilte ich mir mit einem unglaublich konzentriert bügelperlenden Little L. den Küchentisch. Ich packte mein Krankenhausköfferchen (naja für zweimal übernachten braucht man ja nicht soooooo viel), und ja, ein bisschen mulmig ist mir schon. Ich habe einen Heidenrespekt davor, eben auf der Bruststation zu sein und (das ist ein bisschen doof, aber mei, so fühlt es sich halt an) wegen "Nur harmloser Nupsi" mich vielleicht zu viel anzustellen und Schiss zu haben, wo die anderen Frauen, die dort sind, wegen viel Schlimmerem dort sind und viel mehr Recht auf Angst und Sorge haben. Ich habe Schiss vor der Narkose, und zwar nicht davor, dass ich nicht wieder aufwachen könnte, sondern genau vor dem Moment, wenn ich merke, dass ich die Kontrolle verliere. Das ist mein Kryptonit. Ach ja. Und das Aufwachen, wenn mir dann wieder schlecht wird. Vor den Schmerzen habe ich keine Angst, da bin ich ganz gut im Aushalten (oder Schmerzmittel verlangen und nehmen), vor dem Verband/Pflaster abmachen und dann schwummrig warden, weil gruslig schon eher. Alles in allem: wird schon. Richtig Panik habe ich keine, aber ich habe ja noch ein bisschen Zeit zum Reinsteigern. (Bittedanke keine "Mach dich darauf gefasst, dass ...." oder "So schlimm wird das nicht" oder "Narkose ist doch voll super, genies es " oder "Denk auf jeden Fall dran, dass ..."- Ratschläge und so, ich habe mich eigentlich ganz gut im Griff und möchte dem Ganzen nicht mehr Raum geben, als es verdient.)


Nachdem es den ganzen Nachmittag in Strömen geregnet hat, habe ich L. ausnahmsweise mit dem Auto zum Geräteturnen gebracht, dafür habe ich ihm zum Abholen dann das Trotti mitgenommen, bzw. bin selber (nach einer Runde Crosstrainern frisch geduscht, ungeschminkt, ungestyled in Schlabber-T-Shirt und abgeschnittener Jeans) auf seinem Funkentrotti (das beste Geburtstagsgeschenk, das ich je gemacht habe) ins Dorf runter gefahren. Klar, dass man in so einem Aufzug dann jemand begegnet, von dem man gern hätte, dass er einen für seriös hält, in diesem Fall L.s Klassenlehrerin. Auf einem Roller mit mehrfarbig leuchtenden Rädern, der beim Bremsen (und es geht ins Dorf wirklich recht steil runter) Funken sprüht kann man sich natürlich auch nicht unauffällig vorbeimogeln und so verdiente ich mir ein paar Erwachsenenpunkte, in dem im im Flodder-Style leuchtend und funkend neben ihr herlief und wir uns unterhielten, als ware das ein ganz normaler Aufzug.


Zum Nachtisch nach dem Abendessen hatte ich übrigens den Plan, mit der gesammelten Ernte des sich bei uns im Garten irgendwie selber angepflanzten Johannisbeerstrauchs ein Crumble a la Frau Mutti zu machen. Tja. Anscheinend wirkte der Busch viel .... ertragreicher oder ich bin einfach super schlecht im Schätzen, auf jeden Fall waren es so wenig Beeren, dass ich noch eine ganze Mango und einen ganzen Apfel brauchte, um auch nur ansatzweise auf die angegebene Obstmenge von 500g zu kommen. Tja nun. Trotzdem lecker!


Stresslevedurchschnitt gestern: 42
Selbstbeweihräucherung: mich nicht verrückt gemacht.