Dienstag, Juni 19, 2018

Back to the glue factory

Erste Nacht mit Storen vor dem Gaubenfenster: schon noch ein bisschen besser als ohne :-).


Erster Morgen mit Morgentoilette aus dem neuen Badschränkchen: gar nicht mal so praktisch, weil ich noch nicht alles hochgeräumt hatte und nur Skincare ohen Zahnbürste und Schminksachen zu erstaunlich viel Lauferei zwischen den Stockwerken führte. Immer in Katzenbegleitung.


Erster Tag nupsifrei gearbeitet. Ging gut, ich wäre ab Mittag um ein Coolpack froh gewesen und das Tragen der schweren Messengerbag auf der rechten Seite (weil halt) durch die heisse Stadt über Mittag war auch nur semiangenehm. Aber eine weite Bluse (und der Quetsch-BH) lassen allfällige Unsymmetrien nicht auffallen.
Das mit dem "Ich red da vorne weg nicht gross drüber" lief nur so mittel. Ein Teil der Kollege wusste nix, ein Teil (irritierenderweise inclusive der, mit denen ich sonst mit am meisten teile), hat sich mit meiner vagen Ankündigung zufrieden gegeben, ein Teil mittelnaher Kollegen hat einfach nicht aufgehört zu fragen "ABER WAS DENN JETZT GENAU?!" und da konnte/wollte ich dann nicht sagen "Geht dich nix an" oder "Sag ich nicht" und die wussten dann eigentlich alles, ein ganz kleiner Kreis war mit Absicht in alles eingeweiht. Als ich heute (nach für die Kollegen gefühlt ewiger Abwesenheit, weil ich ja direkt vorher noch in Italien war) wieder zurückkam, war das Halo gross (was ja schön ist, so vermisst zu werden), aber skurrilerweise hatte sich anscheinend die Meinung verbreitet, ich wäre an den Nieren operiert worden. Das wusste ich natürlich nicht, und so war ich etwas irritiert von Anfragen wie "Kann ich mal sehen! (Äh.... nein?!)  und "So krass, dass Du schon wieder auf den Beinen bist, bei meinem Schwiegervater ging das ewig, bis der wieder richtig pinkeln konnte" (Äh. Kopfkino!), meine Kollegen dafür etwas irritiert ob meiner Antworten auf ihre Tipps zur Narbenpflege ("Ich habe die immer bei der Physio durchgeknetet bekommen!", "Pass bloss auf, dass die nicht zu viel Sonne abbekommt!", "Echt, genäht? Ich dachte, das macht man heute laparoskopisch!"), und wir haben alle herzlich gelacht, als sich klärte, dass ich über meine Brust, sie über meine Niere redeten. Der geht es übrigens gut. Merke: Diskretion ist nicht so meins.


Sonst: Den Vormittag mit meiner tollen neuen Frauen-Coachinggruppe verbracht, das war ein wunderbarer Einstieg. Ich mag diese gesammelte, sehr diverse Frauenbrainpower, die sich da gefunden hat. Wir haben da übrigens ein "Strengths Profile" dafür erstellen müssen, das ist wieder so ein Test, wo dann anhand von drölfzig Millionen Fragen in 400 Schattierungen ausgewertet wird, was die bekannten Stärken sind, was die unbekannten, also, was man echt gut könnte, aber zu wenig macht, was angelerntes Verhalten ist (also: was kann man gut, aber es kostet einen viel Energie) und was die Schwächen sind. Alles kein Rocket science, aber mal wieder net zum Drübernachdenken.
Der Einladungslink zu dem Test kam am Morgen der Nupsi-OP und ich dachte mir, dass ich vielleicht nach der OP nicht auf der Höhe sein könnte und erledigt ist erledigt, also habe ich das in der halben Stunde, bevor sie mich zur OP abgeholt haben, ausgefüllt. Passend wie die Faust aufs Auge ist meine Hauptstärke nach dem Test "Time Optimiser", gefolgt von "Action", "Prevention", "Personal Responsibility", Organiser", "Drive" und "Resolver".  Sozusagen die Stellenbeschreibung für Erledigirl.


Mittags auf dem Weg ins Turmbüro noch die Abschluss-Glitzeranhänger für das Stricktuch besorgt. Die Anleitung verlangt nach "xilion mini pear pendant 8mm", ich finde die im Internet allerdings entweder in Packungsgrössen von 144 Stück (ich brauche 7 in entweder farblos, grau oder blau) für 25£ oder aber einzeln für 0.33$/Stück, aber an die 20$ Versandkosten und das ist doch Quatsch. Ich habe also im lokalen Bastelladen nach glitzrigen Anhängern gesucht und was gefunden, was nicht perfektestens, aber good enough ist.


Zurück im Turmbüro haben mich schon zwei Chilipflanzen von einem Kollegen erwartet, die die Kollegen brav für mich gewässert hatten. Ich hatte noch ein Treffen mit dem Prozesschemiker für "mein" neues Produkt, was mal wirklich ein ganz neues Produkt (neu, wie: für diese Krankheit gibt es bisher keine Therapie, das Produkt ist noch nicht auf dem Markt und so neu, dass es erst ganz frisch einen INN hat.) ist. Das war echt mal wieder schön, praktisch back to the roots in Sachen Verfahrensentwicklung, erweitert um meine Produktionserfahrung und den Businesshintergrund, der in den letzten Jahren verstärkt dazugekommen ist.


Ausserdem: die 230 aufgelaufenen Emails durchsortiert und in eine To-Do-Liste für morgen verwandelt, heim, schlapp gefühlt, Kopfweh, matschig, und erst daheim kapiert, dass ich ja morgens noch drangedacht hatt, genau für solche Fälle ein paar Kostbarkeiten aus meiner Krankenhausversorgung mitzunehmen. Nun ja. Zusammen mit einem Eiskaffee ("Shakerato", wie der Nespressionista sagt) und Marillenknödeln zum Abendessen wurden die Lebensgeister wieder geweckt.


Wach genug, um mit dem Hübschen noch die 4 Paxe, die er in der Mittagspause mit seinen Kollegen und ExFreunden in der Knallhitze in den 2. Stock geschleppt hatte, aufzubauen :-).




Stressleveldurchschnitt gestern: 43. (Entspannung und ich, ne. Das wird nix mehr)
Selbstbeweihräucherung: Im Coaching Circle tatsächlich eine sehr erhellende Erkenntnis gehabt. Kann ich aber nix drüber verraten, weil: confidential.