Donnerstag, Februar 08, 2018

"Liquid Congrats"

Seit einiger Zeit schreiben wir unsere Einkaufszettel nicht mehr auf einen Zettel, sondern notieren alles, was wir brauchen in „Wunderlist“. Das ist eine nette App, man kann verschiedene Listen machen, die Listen mit Leuten teilen, Sachen als extrawichtig markieren, Bilder hochladen (wenn man zB dem Mann Kosmetikshoppingaufträge für USA gibt und sich aus Jobgründen statt der eigentlichen Nuancenbezeichung der Foundation dann „H1N1“ gemerkt hat und der dann total überzeugt in drölfzig Dutyfreeshops und Kosmetikcountern den Ladies dort erklärt, dass das SEHR WOHL EINE FARBE IST, MEINE FRAU WÜRDE NIEMALS LÜGEN!, ja, da hätte dann ein Bild vielleicht geholfen), Erinnerungen terminieren und bestimmt noch viel mehr. Vermutlich gibt es noch zig andere Apps, die das auch können oder noch besser sind oder ökologischer oder was auch immer, aber wir nutzen halt die.

Anyway. Ich fand es ja erst schon total praktisch, dass man dann beim Einkaufen abhaken kann, was man schon hat und je weiter man kommt, desto kürzer wird die Liste, nicht desto genauer muss man schauen, was noch nicht durchgestrichen ist (und wenn der andere am Einkaufen ist, kann man ihn anhand der abgehakten Dinge genau im Laden verorten. Oder sich freuen, wenn zB "Was Leckeres zum Zvieri für Deine Frau, sie mag besonders gern Windbeutel" abgehakt wird)

Der Hübsche hingegen hat sich köstlich amüsiert, dass ich beim Eintöckeln der einzelnen Punkte halt eher quick and dirty agierte und man dann halt ein bisschen kreativ beim Einkaufen sein muss. Ich fand das jetzt nicht so schlimm, dass man sich zB WOCHENLANG über „Wir brauchen noch „Butteeeee“ lustig machen müsste. Es fördert auch das kreative Denken, wenn man sich überlegen muss, in welche Richtung man auf der Tastatur abgerutscht sein könnte, um bei „Trsubeb.äpfel“ zu landen und was* man damit gemeint haben könnte.



Irgendwann habe ich festgestellt, dass man Wunderlist auch via PC befüllen kann, da passieren mir dann weniger Tippfehler, aber die Mobilität ist halt ein bisschen weg. Wenn mir beim Pausenboxenbefüllen auffällt, dass die Minisalamis aus sind, ist schnell etwas salamiähnliches ins Handy getippt, aber zum Laptop laufen, aufklappen, einloggen, oh, schau mal, neue Mail, hmhmmm, 20% sale im Lieblingsklamottenladen, 34 neue Mentions auf Twitter, da läuft ein Eichhörnchen, was wollte ich nochmal? ist eher unpraktisch.

Meine totale Erleuchtung für den Prozess (und nicht nur den, sondern auch Whats App Nachrichten, Tweets und ach, praktisch alles) kam jedoch erst vor relativ kurzer Zeit, als ich spontan von einem Kollegen sein Telefon über die Trennwand gereicht bekam mit den Worten: „Du, du hast doch auch ein Samsung-Telefon, erklär mal meinem Schwiegervater mal, wie die Spracheingabe funktioniert.“ Die was? (Dem wem?) Und überrumpelt wie ich war, habe ich sozusagen als Onlinesupport etwas gefunden, von dem ich gar nicht wusste, dass es das gibt, nämlich die Spracheingabe auf der Smartphonetastatur. (Und ein paar gesundheitliche Themen vom Schwiegervater des Kollegen) Und auch wenn das für Sie vermutlich ein alter Hut ist, mir war das total neu und dem Hübschen auch (YESS!!!!!).
Seitdem sind die Wunderlisteinträge viel ordentlicher. Einen kleinen Rückschlag gab es nochmal, als ich das auch via iPhone machen wollte und dann so was rauskam:


Aber jetzt weiss ich auch, wo man die Sprache dafür umstellen kann und ab jetzt: super. Meine Sprachsteuerung kann übrigens auch Satzzeichen, die vom Hübschen nicht. Sagt er. Diesen Post habe ich aber trotzdem altmodisch getippt.


Selbstbeweihräucherung: „Clear your head“-Marsch heute durch Schneetreiben, Kollegen in Brasilien, die mich sonst, glaube ich, für unglaublich mühsam und stur halten, aus vollstem Herzen für eine sehr gute Leistung gedankt, Mittagessen mit einem alten Freund nicht zum Networken in Jobdingen genutzt, weil er offensichtlich Redebedarf in anderen Dingen hatte, obwohl ich das eigentlich wollte (und alle, die uns beim Mittagessen zusammen sahen, das auch dachten und die Gerüchteküche kocht. Das ist so ein Schulhof hier...), also vielleicht war das doch nicht so gut gemacht. Andererseits habe ich es nicht übers Herz gebracht und es wäre heute einfach in die Hose gegangen, weil es einfach nicht gepasst hat. Dafür gehen wir in zwei Wochen nochmal. Die Gerüchteküche anfeuern.

*ist ja logisch: „Trauben“ und „Äpfel“ und statt auf dem Enter ist man auf dem Punkt gelandet. In etwa.

Kommentare:

kaltmamsell hat gesagt…

Hmmmm - ich überlege noch, ob ich so eine Einkaufs-App ausprobiere. Letzthin habe ich Herrn Kaltmamsell "Weltfrieden" auf seinen (Papier-)Einkaufszettel geschmuggelt - das müsste mit einer App unbedingt auch gehen.

Queergedacht.de hat gesagt…

Für mich ist wichtig, dass ich meine Einkaufsapp ohne Brille lesen kann da ich nämlich nur zum Lesen eine Sehhilfe benötige. Meiner App kann ich diktieren, was auf den "Zettel" soll. Da kommen aber auch manchmal merkwürdige Dinge zustande: Wenn ich z.B. "Mehl" sage, steht auf dem Zettel "Mail". Nun ja, ich weiß halt, was ich damit sagen wollte.

Lockenfuchs hat gesagt…

Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich beim Eintippen in unsere Wunderlisten extrem penibel bin. Ich korrigiere die Einträge meines Partners dann schon mal auf Groß- und Kleinschreibung, wie sieht das denn sonst aus... (Hat halt jeder so seine Spleens ne?) Was ich praktisch finde, ist dass man die Einträge auch händisch sortieren kann, also zB in der Reihenfolge der Supermarktabteilungen. Das mache ich bei langen Listen sehr gerne, dann muss ich weniger scrollen.
Aber ja, tolles Tool, unabhängig von der präferierten Eingabmethode ;)

Anonym hat gesagt…

Hi. Genauso geht es mir mit Wunderlist auch. Ich bin da ziemlich schmerzbefreit was Schreibfehler angeht und ich erinnere mich eigentlich immer, was gemeint war. Aber meinen Sohn macht das fuchsig, der korrigiert mir dann gern die Einträge 😀 birgit

Anonym hat gesagt…

ich hab das schon verstanden, dass du keinen tipp möchtest für eine andere app. ich gebe ihn trotzdem: bring (https://www.getbring.com/#!/app). sortiert die sachen so, wie sie im laden stehen. äusserst praktisch.

Anonym hat gesagt…

Kurze Info:
Wunderlist ist eine super App, die von Microsoft aufgekauft wurde.
Leider wird sie nicht mehr weiterentwickelt, steht aber noch zur Verfügung. (Es gibt zukünftig keine Bugfixes und Updates mehr!)
Microsoft setzt auf die "Nachfolger"-App To-Do, die ebenfalls vom Wunderlist-Team entwicklt wird.

Liebe Grüße
Alex