Freitag, Februar 16, 2018

Abbrecher

Die Nacht auf heute wr eher so mittel, der Hübsche hat sich nämlich eine richtig fiese Erkältung eingefangen und deshalb eh schon mies geschlafen. Dazu fuhren die ganze Nacht Räumfahreuge und immer wieder donnerte es, als ob die Russen kurz vor Saas-Grund stünden, weil versucht wurde, durch Lawinensprengungen die Skigebiete zu sichern.


Morgens schneite es immer noch und hatte ausserdem im Dorf nahezu hochsommerliche Plusgrade. Little L war warüber sehr happy, endlich konnte er einen Schneemann bauen.


Als wir mit dem kleinen Skizug in Richtung Pisten fuhren, donnerte es immer wieder und der Fahrer meinte, noch ware alles geschlossen, man würde sehen, was an Pisten geöffnet werden könnte.


Zum Skikursbeginn öffnete wenigstens eine der Gondelbahnen, die Kinder verschwanden mit ihren Kursen, eine zweite Bahn öffnete und der Hübsche und ich machten uns auch auf den Weg nach oben. Ich fand es eigentlich ganz angenehm, mal bei nicht soooooo kalten Temperaturen zu fahren, nur der gestern beim Schlitteln geschlagene blaue Fleck am Schienbein störte.
Der Hübsche hingegen war gar nicht gut beieinander und als auch noch die zweite Gondel zugemacht hatte, als wir im Tal angekommen waren (die Kinder erzählten später, die Leute da drin hätten eine Stunde ausharren müssen, weil die Gondeln auf halbem Weg nach oben gestoppt und rückwärts wieder ins Tal gezirkelt wurden), beschlossen wir als erstes, das Skifahren für heute gutsein zu lassen und dann, als wir so durch den Matsch und die braunen Schmelzwasserbäche zu Skidepot platschten, auch heute einfach schon abzureisen. Wir brachten also unsere Skier schon ins Auto (Saas Fee ist autofrei und zwar nicht unenldlich gross, aber mit Skigepäck zwei, dreimal durchs Dorf zum Parkhaus, da kommt man dann auch auf seine 16000 Schritte), räumten in der Ferienwohnung alles, was nicht saubere Autofahrkleidung und Bestandteile eines schnellen Nudelmittagessens war, zusammen und auch ins Auto und waren pünklich zur Siegerehrung der Kinder wieder am Platz.
(L. war einerseits stolz auf seinen 4. Platz, allerdings hatte er mit uerschütterlichem Selbstvertrauen ja eigentlich mit Gold gerechnet, Q. war über seine Goldmedaille hingegen mehr als erfreut), liefen durch den Matsch zurück, assen unsere letzten Vorräte, sagten die Essensreservierung für heute abend ab und machten uns durch Nebel und Matsch auf den Heimweg. Ich spüre bei mir die Erkältung auch schon in den Knochen, da ist es mir lieber, wir sind heute abend bei uns daheim und schlafen in unseren Betten auf der gewohnten Höhe gut und morgen aus, anstatt nochmal früh aufzustehen und dann trotzdem mit allen Holländern im Stau zu stehen.


Die Fahrt ging recht gut, es ist übrigens soweit: ich fühle mich ein bisschen wackelig, wenn der Autopilot nicht an ist :-), die Machtübernahme der Maschinen hat begonnen, ungeachtet der Tatsache, dass das moralische Dilemma, was das Auto tun soll, wenn von rechts zwei Nonnen und von links 17 Kindergartenkinder auf die Autobahn torkeln und direkt vor einem eine Rettungshelikopter landet, noch nicht in allen Einzelheiten durchdiskutiert und für alle Weltreligionen und politischen Gesinnungen zufriedenstellend gelöst wurde. Vor ein paar Wochen ist übrigens ganz nah bei uns daheim tatsächlich eine Frau auf die Autobahn gelaufen und von mehrern Autos ganz konventionell überfahren worden, ohne Auftritt von Nonnen und Kindergartenkindern, jedoch durchaus eines Helikopters, zu spät für sie allerdings, Ich schweife ab, lassen Sie mich zu einem die letzten Tage sträflich vernachlässigten Punkt kommen:


Selbstbeweihräucherung: alle sind heil wieder da, der Hübsche und ich sind ein klasse Team, mit niemand anderem könnte ich in einer halben Stunde  eine Ferienwohnung räumen und daheim dann binnen einer knappen Stunde ale Koffer ausräumen, ohne grosse Worte geschweige den Streit.