Dienstag, Dezember 19, 2017

Thementag Archäologie

Früher (so 5., 6., 7. Klasse) wollte ich ja Archäologin warden. Ich war im humanistischen Gymnasium absolut am richtigen Ort, verschlang die griechischen und römischen Sagen, las Schliemanns Bücher, die Berichte über die Entdeckungen im Tal der Könige, über die Suche nach dem Wrack der Titanic, und war mir sicher, das würde ich auch wollen.
Irgendwann ging mir dann auf, dass Troja, die Pyramiden, Tutenchamuns Grab und eben die Titanic ja schon gefunden waren, dass ich von so Futzelarbeit wie Scherben oder Pergamente zusammenkleben kribbelig werde, dass ich beim Graben in der Hitze ganz schlimm Kreislauf kriegen würde (unvergessen mein Umkippen in Aleria) und für Wrack- und Höhlentauchen (ja, ich habe natürlich geplant, Atlantis zu finden) ist meine Rollkragenpanik nicht hilfreich und ausserdem war ich da natürlich schon auf neuen Wegen Richtung Naturwissenschaften.


Nichtsdestotrotz muss ich immer wieder an meine alte Liebe Archäologie denken, wenn ich zB wie heute für zwei verschiedene Produkte auf der Suche nach historischen Dokumenten bin. Einmal, und das ist sehr ärgerlich, leider nur ein paar Wochen, nachdem die Hauptdokumentation gemäss der Dokumentenaufbewahrungsfristen offiziell entsorgt wurde, also bin ich eigentlich auf der Suche nach den offiziell nicht erlaubten "convenience copies" bzw. erst mal noch nach Leuten, die sich hoffentlich noch daran erinnern (das ist immerhin 20 Jahre her, die damals involvierten Personen sind mittlerweile in die gesamte Organisation und Welt verstreut), und beim zweiten Mal sind die Dokumente viel, viel älter, zT gehen sie zurück in die 50er. Andere Dokumente, andere Archive und Datenbanken und ich mag das ja schon sehr, wenn ich dann handschriftliche, schreibmaschinengeschriebene (auf deutsch!) Dokumente von Sites, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie mal gab (Bombay, Fontenay, Sao Paulo zB) finde. Das Suchen (und noch mehr das Finden) macht sehr viel Spass und ist sozusagen mein Ersatz für Atlantisfinden. Die Sachen, die ich finde, sind nicht ganz so spektakulär, aber spektakulärer als ich dachte ("Incident report", "Runaway Report") und ich bin mir immer sicherer, dass der Indienaufenthalt eine grosse Herausforderung vong der Diplomatie her werden wird, vong der Faktenlage her aber sehr, sehr spannend und je nachdem, wie wir das hinkriegen, können wir da wirklich viel bewegen und zwar zum Positiven.


Dafür war ich btw gestern abend nochmal auf den Dachboden geklettert und habe Schulungsmaterialien aus meinem (unserem! Das haben der Hübsche und ich alles noch zusammen gemacht) ersten Job rausgesucht (ich denke, da werde ich ein kleines massgeschneidertees Schulungspaket zusammenstellen für die Indienreise)


Standardantwort: "Aber bisher ist doch auch nie was passiert." Was so meist nicht stimmt.


und die zusammen mit einer Tüte Geschenkpakete (für meine Schwester, die den Bayernteil der Geschenke morgen in die Hand gedrückt bekommen werden wird) ins Büro geschleppt. Heimgeschleppt habe ich dann die Einkäufe der Kinder bei Amazon (Affiliatelinks!), die ihr Taschengeld pädagogisch wertvoll investiert haben und natürlich von mir (MEDIENKOMPETENZ!) gelernt haben, versandkostenoptimiert zu bestellen und deshalb ist alles bei meiner ehemaligen Kollegin gelandet.


Mittags habe ich übrigens in der Kantine thematisch passend sehr lecker indisch gegessen (das können die da richtig gut!)


Abends daheim dann: mit den Kindern durchsortieren, wer wieviele Mandelsäckchen für morgen einpacken muss, sich freuen, dass es mit der neuen Putzfrau seit einem Jahr problemlos und perfekt klappt (neben einer sehr fairen Bezahlung - wir haben jemanden von hier - gab es heute dafür heute eine von Herzen kommende Dankeskarte und Weihnachtsschokolade)

selbstbeweihräucherung: ich bin ein gutes trüffelschwein. vielleicht hätte ich atlantis doxh gefunden. meine sturheit und mein perfektionismus hat mir heute jede menge daten gefunden, die vielleicht katastroohen verhindern. wenn man mir in indien zuhört.