Mittwoch, Dezember 13, 2017

"nein, einfach nein."

Heute morgen in der TC mit Indien gab es viele skurrile Momente, aber einen, der zumindest auf unserer Seite für sehr viel Heiterkeit sorgte (naja, Galgenhumor, aber besser als gar ned glacht, oder?), nämlich gerade als wir über "So, what is the status of the implantation of a fire protection, extinguishing and alarm system?" "Oh, that's fully implemented" sprachen, heult auf der indischen Seite des Telefons eine ohrenbetäubende Sirene los. Mein Kollege und ich grinsten uns an und meinten "Oh, thanks for the demonstration, we hope, this is just a testrun?" Naja, anscheinend war es die Schichtwechselsirene. Ansonsten wird das alles sehr, sehr unangenehm dort, das hat übrigens nur sehr peripher was damit zu tun, dass es in Indien ist, das sich superfremd fühlen kommt nur noch erschwerend dazu. Nun ja. Immerhin bin ich nicht allein auf dem Trip und so aufgeblasen das jetzt klingt: es ist auch ein Leben der Unternehmenswerte, das durchzuziehen, rede ich mir ein, aber trotz allem bin ich da gar nicht so gern in der ersten Reihe derer, die das dann alles vor Ort durchziehen müssen.
Anyway, ich geh morgen mit Impfausweis zum Werksarzt, mal sehen, was der mir noch alles empfiehlt und für ein Medikamentenpäckchen schnürt.


Vor dem Mittagessen kamen dann immerhin noch sehr, sehr gute Nachrichten aus Italien, so dass ich der provokativen Ansage meines ChefChefs "So, Karin, after lunch I really would like to know, what you did wrong in Italy" recht entspannt begegnen konnte (er hats nicht so gemeint. Sagt er. Naja. Eigentlich läufts ja auch ganz gut. Okay-ish).


Nachmittags Italienmeeting, dann nochmal Alignment-Meeting furs Indienprojekt (meine Güte, 3 von meinen 6 Produkten haben so viel Visibility, dass mir ganz schwindelig wird. Tja nun.)


Was ich heute auf dem Klo lustig fand: wie alle Frauen, die zwischen Meetings schnell mal wohin müssen, ihr Laptop, Handy, Schreibzeug und Gedöns recht ordentlich aufgestapelt im Vorraum aufreihen :-) (mein Stapel ist der mit dem gefalteten Wollschal)









Sonst so: ich habe gestern via eine dieser Blogkooperationsagenturen, die meist die Kooperationen ausschreiben die dann im Lauf von von paar Wochen in den meisten Elternblogs durchgekauft warden, eine Anfrage bekommen, ob ich nicht über eine Smarthome-App-irgendwas von einem deutschen Energieunternehmen schreiben möchte. Es gäbe dafür bis zu soundsoviel Euro, dafür müsste ich drei Blogposts schreiben, wie toll ich es finde, wenn es abends schon warm ist, wenn ich heimkomme oder so, und ich sollte doch irgendso ein Widget installieren, das ihnen Zugriff auf meine Besucherzahlen geben würde und dann könnte ich auch schon meine Postingvorschläge als Bewerbung abschicken. Und wenn das nix für mich ware, dann sollte ich doch kurz Feedback geben, dann könnte man das in Zukunft berücksichtigen.
Ich habe (ausnahmsweise) mal darauf geantwortet, nämlich: "1. Ich wohne in der Schweiz, ich habe keinen Bezug zu deutschen Energieunternehmen. 2. Ich schreibe, was und wie ich will, ich werde mich ganz sicher nicht für irgendeine Kampagne bewerben. Zum Geldverdienen habe ich einen richtigen Job. 3. Ich werde auf gar keinen Fall dieses Zähldings installieren, mein Bloginnenleben geht eucht gar nix an."
Die Antwort liess nicht lange auf sich warten, und sorgte für den zweiten grossen Lacher nach dem Alarm: "Ah, ok, wenn das nicht zu deinem Blogkonzept passt, dann vielleicht lieber auf deinem Insta- oder Youtubechannel?"
Ja. Also. Gut. Hehe. Nein. Einfach nein.


Tägliche Selbstbeweihräucherung: ich habe jemanden, der mir mittem im Satz das Wort abschneiden wollte, mit zwei erhobenen Zeigefingern und eine Blick, den auch meine Lehrerinnenschwester approven würde, Einhalt geboten und dann ganz ruhig meine Rede beendet. Und dann habe ich, weil der Hübsche ja heute arbeitsweihnachtsfeiert, like a boss vet der Katze ihre Viertelhappypill verabreicht Sie ist menschlich sehr enttäuscht von mir, aber nu ja.