Freitag, Dezember 22, 2017

Endspurt

Seit heute ist hier Weihnachtsurlaub ausgebrochen! Die Kinder hatten heute noch Schule und so hiess es direkt morgens .... Grosseinkauf. Das ist ja immer freitags so, nur vor Weihnachten halt noch ein bisschen grösser als sonst. Ich sags mal so: es war nicht die blödeste Idee, direkt um acht zu gehen. Da gings tatsächlich noch (zwar viel voller als sonst an MEINEM Freitagmorgen, aber ok), später dann war die Hölle los.Ich habe also den vorbestellten Lachs, die vorbestellten Fondue Chinoise Platten und alles, was ich nach Zusammenstellung des Menüs für die Feiertage mit Q. zusammen in die Wunderlist-App diktiert habe, Ich erinnere mich nicht mehr genau, was es geben wird, aber die Zutaten sind lecker. Und wofür auch immer wir Baby-Pak-Choi und Kürbis gebraucht haben: das gab's nicht, wir ersetzen das mit Zuckerschoten und Pastinaken.
Danach hatte ich eigentlich den Plan, meine Nägel auffüllen zu lassen, aber die Idee hatten viele und so war ohne Termin nix zu machen, erst eine Stunde später. Das passte ganz gut, stattdessen wurde Kühlschrank aussuchen gefahren. Der Einbaukühlschrank, den wir mitsamt der Einbauküche und dem ganzen Haus vor über 10 Jahren gekauft haben, schwächelt schon eine Zeitlang und jetzt ist der Griff des Eisfachs abgebrochen, und jetzt ist fertig.
Als erstes gings in das Küchenstudio, in dem wir vor einigen Jahren unsere Spülmaschine erneuern liessen. Man teilte jedoch mit, dass sie den Wunsch (Stand-alone-Kühlschrank, genaue Massangabe, shortlist an Vorschlägen, bitte danke alten ausbauen, mitnehmen, neuen einpassen, fertig) schon erfüllen könnten, aber unendlich teuer wären und stand alone Kühlschränke gäbe es im Elektrohandel viel günstiger.
Ich nahm den Rauswurf sportlich und lief in den Elektroladen nebendran, guckte uns einen sehr schicken Kühlschrank aus, fachsimpelte mit dem Elektromann über Regale, TK-Volumina, Biofresh und closetozerofresh, klärte, dass Liefern in die Schweiz möglich sei und dann wurde es wieder doof, weil "Oh, ausbauen tun unsere Lieferanten nicht. Die stellen rein, schliessen an, fertig. Aber das kriegen Sie doch selber hin, oder? Und eigentlich brauchen Sie auch unseren Lieferservice nicht. Sie brauchen nur ein grosses Auto, dann haben Sie den im Nullkommanix bei sich drin."
Ach, ach, ach. Ich sags mal ganz platt: wenn ich bereit bin, 1000€ für einen Kühlschrank auszugeben, ohne mit der Wimper zu zucken, dann schocken mich 163 Euro für Lieferung, Verzollen, Einbau und Entsorgung des Altgeräts nicht. Auf gar keinen Fall so sehr wie die Aussicht, einen Lieferwagen zu organisieren, mit dem Zöllner zu verhandeln, die halbe Einbauküche auseinanderzurupfen, den alten Kühschrank rauszupokeln, alt und neu quer durch die Siedlung zu zerren, weil man mit dem Auto bei uns nicht vor die Haustür fahren kann, dann den neuen Kühlschrank reinzuwuchten, am besten noch zu verschrammen oder auf mich drauffallen zu lassen und zu guter Letzt den alten zum Entsorgen zu fahren und dann, wenn man am liebsten ein kühles Bier aus dem neuen Kühlschrank trinken würde, muss man noch den Lieferwagen wieder zurückfahren. Also. Eben.
Also zurück zum Supermarkt, ich habe dort die Nägel aufgefüllt bekommen (die Chefin war sehr ... weihnachtlich, mir wurde die ganze Zeit der Rücken gestreichelt, was dann am anderen Ende zu aufgeregtem "Locker, du must locker machen!" führte, man war sehr enttäuscht, dass ich nicht mal für Weihnachten Glitzer auf die Nägel haben wollte ---> Kinners, ich hab so viel Glitzernagellack daheim, da kann ich mich nicht drei Wochen festlegen!, ich war sehr verwundert, dass es bei einer nicht unbeträchtlichen Anzahl von Müttern von Mädchen im Kindergartenalter zum Freitagsprogramm gehören zu scheint, sich die Nägel machen zu lassen oder 3D-Wimpern (don't ask), während sich das Kind auch ein Nageldesign aussuchen darf, dann ist die Enttäuschung gross, dass für 5jährige keine Acrylnägel gemacht werden und sie kriegen dann, besser als nix, halt wenigstens mit normalem Lack die Nägel an ihren klebrigen Kleinkinderhänden lackiert.) und war pünktlich mit Q.s Rückkehr von der Schule wieder daheim.
Mittags gab es dann Abenteuerliches, es musste nämlich das Gefrierfach (noch haben wir ja nur ein minifuzziklaanes) für die Fondue-Chinoise-Platten geräumt werden, danach dann Wälzen unserer Küchenpläne, Telefonate (des Hübschen, Erledigrrrrrl übt sich gerade als Delegrrrrrrrl) mit den Originalküchenbauern und irgendwie wird das schon, aber ach, das ist alles sehr kompliziert.


L. hatte den anderen L. als Freund da, sie planen die Ferien wechselweise beieinander zu übernachten, wir haben die schon fast letzten Plätzchen gegessen, der Hübsche hat sich noch auf eine Paketeinsammeltour gemacht (ein Geschenk und Q.s Winterstiefel. Seine bisherigen wurden nämlich auf einmal undicht, immerhin die vom letzten Jahr und bei Limango im Outlet gab es noch genau ein Paar in seiner Grösse. Sehr cool, sehr warm und seine Grösse ist übrigens mittlerweile meine Grösse, so dass sich der Kauf ja doppelt lohnt.), jetzt geht es dann zu L.s Weihnachtsturnaufführung und dann ist wirklich für alle im Haus Weihnachtspause. Ausser für den Kühlschrank.




Selbstbeweihräucherung: alles geschafft. Dem Hübschen für die Leadübernahme und das Kümmern in der Kühlschranksache von Herzen gedankt. Das fühlt sich richtig gut an, wenn jemand Dinge erledigt.