Sonntag, November 19, 2017

Ein fauler Sonntag in der Familie-Brüllen-Version

Faule Sonntag sind ja so ein bisschen unsere Endgegner hier. Jeder freut sich drauf, jeder hat in seinem Kopf Pläne, was man alles (nicht) machen möchte, dann fängt man unendlich gemütlich an und sandelt hier, sandelt da und zack ist Abend und die Enttäuschung gross, weil man doch noch Mario spielen, Mittagsschläfchen machen, ein, zwei Bücher lesen wollte und es ist noch nicht mal der Kinderzimmerboden aufgeräumt.
Das ist ja nun das denkbar schlechteste Ende für ein eigentlich entspanntes Wochenende und ein sehr blöder Start in eine wie immer vollgepackte Woche.

Und so haben wir letzte Woche (oder vorletzte Woche?) damit angefangen, beim Sonntagsfrühstück eine Liste zu machen, wer was machen möchte, wie viel Zeit das braucht, was man gleichzeitig machen kann, wann man was spätestens anfangen muss, damit um (hard stop aus Gründen) 19:00h das Abendessen auf dem Tisch steht und um 20:00h die U20 Mannschaft im Bett ist (gerne noch wach mit Buch, aber eben.).

Das klingt jetzt nach einem MS-Project-Masterplan, aber noch (und, liebe Familie, wenn das irgendwann nicht mehr reicht, dann können wir das beliebig formalisieren!) reichen zwei Zettel mit Notizen und jeder weiss, was gemeint ist.



Ich weiss nicht, ob alle so viel Befriedigung draus ziehen, erledigte Punkte abzuhaken und die "To Dos", so angenehm sie grösstenteils auch sein mögen, schwinden zu sehen, wie ich, aber was solls... 
Ich sitze im Onesie frisch geduscht mit immerhin schon ablackierten Nägeln nach einem ausgiebigen Saunanachmittag vor dem Computer, die Koffer und Schultaschen für morgen sind gepackt, die Wäschekörbe leer, das Fotobuch so weit, wie es halt sein kann (Januar bis Oktober ganz fertig, November halb), die Essensliste für die Party und die Backliste für die Plätzchen steht, die Kinder kuscheln auf dem Sofa vor den letzten 30 Minuten "Harry Potter und der Halbblutprinz" (es gilt immer noch die Regel: Wer das Buch gelesen hat, darf den Film schauen. Als nächstes plant Q. übrigens "Ein Lied von Eis und Feuer" zu lesen und es könnte sein, dass ich qua Elternveto diese Regel dann einfach kippe.), der Hübsche ist seine tausend Kilometer gerannt und gleich werden wir gemeinsam Moules frites produzieren.

Das war ein ganz, ganz tolles Wochenende. (Habe ich erwähnt, dass es gar nicht soooo doof war, das daheim und nicht bei Regen in Süditalien pendelnd zwischen Hotel und Produktionsbetrieb zu verbringen? Morgen hört da nämlich der Regen auf.)