Freitag, Oktober 20, 2017

Warten, 1

So, Tag 1 "Warten auf Ergebnisse" ist fast rum. Es läuft erstaunlich gut, es hilft skurrilerweise, dass der Stich (die Stiche? ich habe noch nicht unters Pflaster geguckt) von gestern wehtut. Nicht schlimm, überhaupt nicht, aber genug, um mich daran zu erinnern, dass ich auf mich aufpassen soll. Mittlerweile ist es auch ordentlich blau und ein bisschen angeschwollen (höhö, unsymmetrisch :-), aber ich trage eh eher weite Oberteile), aber, und das ist super, es hat meinen Nachtschlaf überhaupt nicht eingeschränkt. Ich hatte schon Sorge, weil ich ("flexibel", spontan" und "unberechenbar" sind meine zweiten, dritten und vierten Vornamen) zum Lesen im Bett IMMER auf der linken Seite liege und mich dann zum Einschlafen auf die rechte Seite drehen MUSS. Ich habe probiert, das ein bisschen flexibler zu gestalten, aber es geht nicht. Und wie man ja weiss, ist Schlafen nicht gerade eine meiner Kernkompetenzen, da kann ich eigentlich keine negative beeinflussenden Faktoren gebrauchen. Aber: alles gut.


Den Tag habe ich dann durch unabhängig von dem Ganzen ausnahmsweise kein Homeoffice, wo ich vielleicht zu arg allein mit meinen Gedanken gewesen wäre, sondern echt spannenden Meetings (Welcome to CEC-Level, kleines Projekt :-)) und einem naja, so mittleren Workshop, der aber den ganzen Nachmittag dauerte auch ohne Kopfkino rumgebracht. (Dummerweise wollten auf einmal alle die Workshopteilnehmer begrüssen mit Umarmung und drei Küsschen und obwohl ich mich damit nach mittlerweile 15 Jahren Basel arrangiert habe, war ich dann heute doch etwas zögerlich und steif bei dem Ganzen, aber "Vorsicht, autsch, nicht meinen Busen so quetschen" ist halt auch schwierig als Icebreaker.


Jetzt endlich: Wochenende einläuten mit Pizza und Rotwein und Kuchenbacken, morgen ist nämlich den ganzen Tag Heimturnier der Unihockeymannschaft und weil wir wegen "Alle arbeiten" den Wocheneinkauf noch nicht erledigt haben, bin ich superfroh, dass ich mit dem Kirschgewürzkuchenrezept meiner Schwiegermutter eine Variante für einen recht leeren Vorratsschrank in meinem Rezeptbuch habe.




Für Leute, die mit meiner Kürzelvariante nicht so ganz zufrieden sind:


Es braucht:
4 Eier, die man mit maximal 250g Zucker (das war das Originalrezept, ich finde, 200 tuns auch. Oder weniger) schaumig schlägt. Man rührt 1 TL Zimt und eine grosszügige Prise gemahlene Nelken unter und hebt 250g Semmelbrösel unter (vorsichtig, nur bis es halbwegs homogeny ist.). Dann hebt man ein abgetropftes Glas Kirschen unter und bäckt in einere Springform für 45 Minuten bei 180 Grad (Umluft). Zur Deko noch Puderzucker drüber, für ganz Wilde Sahne dazu, fertig.


(Verraten Sie dem Hübschen nichts, es war nur noch ein kleines Glas Kirschen da, deshalb ist auch ein Glas Cranberries drin)




Soweit, so gut.


Was mich wirklich tröstet, berührt, beschäftigt, ist der Grad an guten Wünschen und Unterstützung, die mir aus allen Ecken und Enden des Internets zuteil werden, sei es als Kommentare, als Mails, als Twitter-Replies oder DMs, als Instagram-Kommentare oder DMs oder Videos. Das ist wie eine warme Decke! Was mich heute auch eine Zeitlang beschäftigt hat, ist die Tatsache, dass so viele von Ihnen mir schreiben "Das habe ich auch erlebt.", mit welchem Resultat auch immer. Ich freue mich einerseits darüber (also: nicht, dass Sie Angst und Schmerzen hatten, aber das wissen Sie, ja?), weil ich damit nicht allein bin. Andererseits liess es mich innehalten und überlegen:" Mache ich da jetzt ein zu grosses Gesschiss drum? So viele haben das erlebt und kein so ein Drama draus gemacht, aber ich, ich schreibe da drüber und alle haben Mitleid mit mir und eigentlich ist es gar nicht so schlimm, warum stelle ich mich nur an und suche nach Aufmerksamkeit?" Aber dann dachte ich mir, das ist ja jetzt doof, oder? Ich habe Angst, ich mache mir Sorgen, und meine Art, damit umzugehen, ist darüber zu redden und zu schreiben. Ich bin sehr froh, dass das auch andere vor mir getan haben und vielleicht hilft das hier Aufgeschriebene auch irgendjemandem.


So. Der Kuchen ist fertig, ich wünsche Ihnen ein wunderbares Wochenende und danke für Alles!