Montag, Oktober 23, 2017

Phew!

Gepfiffen ist auf Spannungsbogen und tralala: ES IST ALLES GUT!


Das war heute der längste Montag aller Zeiten. Gestern abend ist mir nämlich eingefallen, dass niemals jemand was davon gesagt hatte, dass es heute die Resultate geben würde, nur, dass es vermutlich vor dem Wochenende nichts mehr werden würde und dass es meistens zwei Tage dauern würde. Daraus hatte ich in meinem Kopf halt Montag gemacht und ... wer weiss schon, ob es vielleicht doch länger dauern würde?


Heute nacht hatte ich dann erwartungsgemäss echt mies geschlafen (ich erinnere mich an viermal Aufstehen (TrinkenKloKatzeTrinkenWasimmernochnichtaufstehzeit?), morgens dann war meine Backe innen total wundgekaut vor lauter Zähneknirschen nachts....


Dafür ist es eigentlich noch erstaunlich, wie viel ich den Morgen über geschafft bekam. Ich hielt immerhin bis halb 12 durch, bis ich für alle Fälle mal bei der Arztpraxis anrief, um sicherzugehen, dass sie auch wirklich meine Handynummer hätten und nicht daheim auf dem Festnetz anrufen würden und überhaupt wäre ich sehr nervös. Immerhin erfuhr ich da schon, dass der Befund aus dem Labor da sei, die Ärztin aber noch keine Gelegenheit hatte reinzuschauen, aber sie würden mir ganz sicher heute noch Bescheid geben.

So sehe ich aus, wenn ich am Platz eines Kollegen, der Urlaub hat, auf einen Anruf warte.


Tja. Der Nachmittag war dann so mittel und in dem Moment, als der Hübsche gerade vorschlug, doch einfach mal vorbeizugehen, weil noch einen Tag würden wir das nicht aushalten, und ich mir aber dachte, ich kann da doch nicht nerven, da kam die Mail, ich möchte bitte für einen Termin anrufen (das war ein bisschen lustig, weil „Termin abmachen“ hiess: „Wie schnell können Sie dasein?“ „10 Minuten?“ „OK“). Und dann wurde mir auf einmal richtig, richtig, richtig schlecht und alle über die letzten Tage eigentlich ganz okay aufrechterhaltene Contenance (eine Mischung aus Augenverschliessen und Rationalität) war auf einmal wie weggeblasen.


Im Nachhinein ist es noch ein bisschen lustig, weil in dem Moment, als ich das Telefon auflegte, eine Mail meines Chefs, der seinen Tisch mir schräg gegenüber hat, der auf Anweisung seines Chefs, der zwei Tische rechts von mir sitzt, über meine überbordendes Überstunden- und Restferienkontingent sprechen möchte. Für die beiden sah es so aus: „Frau Brüllen, Sie arbeiten zu viel.“ - Frau Brüllen klappt das Laptop zu und geht.


Nun ja, so schnell war ich noch nie durch die Stadt gelaufen, ich durfte an allen anderen im Wartezimmer vorbei ins Sprechzimmer und als ich auf einem halben Ohr hörte, wie meine Ärztin der Sprechstundenhilfe sagte: „Das ist schon ok so, das geht nur zwei Minuten.“, da erlaubte ich mir das erste Mal, zu glauben, dass wirklich alles gut ware.


Und so ist es auch: Fibroadenom, nicht der gerinste Anhaltspunkt für irgendwas Bösartiges, ich soll in einem halben Jahr nochmal kommen, um per Ultraschall schauen zu lassen, ob es grösser wird. Ich kann mir in aller Ruhe Gedanken machen, ob es mich in dem Wissen, dass es nichts Schlimme ist, so stört, dass es raus soll oder nicht. Ich habe dann vor lauter Nerven doch ein bisschen geweint, aber nur kurz.


Und um dem Ritual Genüge zu tun, habe ich dann die letzte Woche wegen weil halt nicht gekauften „Gyn-Termin überstanden“-Cupcakes beim Cupcakeladen gegenüber gekauft. Eine 12er Box für die ganze Familie.





Bevor ich mich nun in den Sekt- und Cupcake-lastigen Feierabend verabschiede, bleibt mir nur noch, mich von Herzen für all Ihre guten Gedanken und Wünsche und Unterstützung bedanken. Das half mir viel mehr, als ich das je gedachte hätte. Das ist eine der Lektionen, die ich aus dieser Woche mitnehme: wenn es jemand im Internet schlecht geht, lieber einmal zu viel Daumendrücken oder gute Gedanken oder witzige Gifs oder was auch immer, auch wenn man das Gefühl hat, nur hilflos zu duplizieren: es hilft. Alles.



Und: gehen Sie zur Vorsorge! Diese letzte Woche ist zwar recht weit vorne auf der Liste an Scheiss, den ich bzw. wir schon erlebt haben, aber es ist es allemal wert, ein paar Nerven zu lassen, wenn man damit rechtzeitig dran ist, um etwaigem Bösartigem Einhalt zu gebieten.